Interview zur Übernahme von Funkwerk Dabendorf durch Novero

"Kunden sollen trotz „Umbenennung“ der Antennen weiterhin wissen, was
sie vom Produkt erwarten können"


24.04.2013; Leipzig: Bei vielen LTE-Nutzern ist der Name „Funkwerk Dabendorf“ seit jeher Programm. Dahinter verbarg sich ein Unternehmensteil der „Funkwerk AG“ mit Sitz im thüringischen Kölleda, die die beliebte Panel-Antenne für LTE800 produzierte. Hinter den Kulissen hat sich in den letzten Monaten jedoch einiges getan. Der Firmenteil „Funkwerk Dabendorf“ wurde komplett verkauft und läuft jetzt unter dem Label “novero dabendorf”. Bis dato wurden noch Produkte mit dem Label „Funkwerk“ ausgeliefert. Spätestens jetzt werden die Antennen nur noch mit der neuen Produktbeschriftung ausgeliefert, von alten Lagerbeständen mal abgesehen. Wir haben Herrn Plaschnick von nevero zur Umfirmierung befragt und wollten z.B. wissen, was sich für die Kunden ändert und was in Zukunft unter der Marke „novero“ zu erwarten ist.


LTE-Anbieter.info: Vorweg, vielen Dank Herr Plaschnick, dass Sie sich Zeit für das Interview genommen haben. Zunächst einmal die Frage, warum wird der Markennamen „Dabendorf“ weiterhin verwendet, obwohl mit „Novero“ bereits eine bekannte und starke Marke besteht?

LTE-Antenne mit novero-Label
Mathias Plaschnick: Ja, Sie haben das schon ganz richtig bezeichnet, Markenname Dabendorf. Der Standort Dabendorf hat eine historische Bedeutung. Hier am Standort Dabendorf werden schon jahrzehntelang erfolgreich Produkte im Hochfrequenzbereich entwickelt und produziert. Zum Teil entwickeln in unserem Hause noch heute die Pioniere, die den Standort durch Ihr Know-How bekannt gemacht haben. Diese Besonderheit möchten wir natürlich in unserem Firmennamen weiterleben lassen. Dabendorf steht für Qualität, Made in Germany, und das können unsere Kunden weiterhin wie gewohnt von uns erwarten. Der Markenname "novero" ist schon eine bekannte Marke, aber weniger im Hochfrequenzsektor. Wir möchten durch den Namenszusatz zusätzlich den Kunden das Vertrauen geben, auf altbewährte, bekannte Ingenieurskunst setzen zu können. Die Kunden sollen trotz „Umbenennung“ der Antennen weiterhin wissen, was sie vom Produkt erwarten können.



LTE-Anbieter.info: Razvan Olosu, CEO der Novero-Gruppe, spricht im Rahmen der Dabendorf-Akquise von einem entscheidenden Schritt bei der „ … Konsolidierung und Erweiterung [der] technischen Ressourcen … “ und einer Stärkung der Produktionsanlagen.  Welche Rolle spielt Funkwerk Dabendorf als Teil von Novero?

Mathias Plaschnick: Wir hier in Dabendorf sind vor allem ja ein Automobilzulieferer. Und dies vor allem im aktuell viel beachteten Bereich „Connectivity“. Die jahrelangen Erfahrungen in diesem Bereich beider Standorte, runden für unsere gemeinsamen Kunden das Portfolio optimal ab. Telematik und Freisprechen auf der einen, und Device und Smartphoneintegration sowie Hochfrequenz im Schwerpunkt auf der anderen Seite. So sind wir zusammengefasst in der Lage, die gemeinsamen Ressourcen, nicht nur bei Entwicklung und Produktion, so einzusetzen, dem Kunden sämtliche Facetten von „Connectivity“ anzubieten. Dabendorf ist in der novero Gruppe also ein vollwertiger und wichtiger Teil.



LTE-Anbieter.info: In wieweit gibt es Symbiosen bzw. Synergieeffekte bei Novero zwischen den mobilen und stationären Techniken? Stichwort: Haltbarkeit der Produkte, höhere Ansprüche in Bezug auf die Ausfälle bei den Fahrzeugherstellern und so weiter.

Mathias Plaschnick: Bei novero gab es von jeher neben den automotiven Produkten immer einen "after sales" oder "consumer" Bereich. Viele, insbesondere der Dabendorf Produkte, fanden Ihren Ursprung im automotiven Bereich. So basiert letztlich auch das Antennenportfolio auf unseren Erkenntnissen in diesem Markt. Und ja, ganz klar herrschen hier andere Maßstäbe, die nicht zuletzt durch z.B. TS 16949 Zertifizierungen nachgewiesen sind. Diese setzen wir auch für unser "consumer Business" an. So werden wir auch in Zukunft weiter Ideen aus der Automobilwelt, da wo es Sinn macht, in den Heimbereich überführen.



LTE-Anbieter.info: „Made in Germany“ wird bei der Übernahme als wichtiger Garant für eine hohe Qualität angegeben. Ist eine Expansion oder Verlagerung ins Ausland dennoch vorgesehen?

Mathias Plaschnick: Dann würden wir ja ein nicht ganz unwichtiges Verkaufsargument verlieren, also gibt es dafür gar keinen Anlass. Im Gegenteil, zur Zeit laufen einige Projekte, die das Ziel verfolgen, Produkte aus dem novero Portfolio, die bisher bei Contract Manufacturers hergestellt worden sind, in der Zukunft in Dabendorf zu produzieren.



LTE-Anbieter.info: Welchen Einfluss nimmt die Novero-Gruppe auf die Arbeitsweise der mitübernommenen Entwicklungsabteilung von Funkwerk Dabendorf?

Mathias Plaschnick: Wir sind zwar als Teil der Gruppe eingegliedert, dennoch nicht nur rechtlich eine eigenständige Firma. Das gemeinsame Ziel ist, sich den aktuellen und zukünftigen Gegebenheiten anzupassen und sich optimal aufzustellen. Man „befruchtet“ sich gegenseitig, von Einflussnahme kann hier keine Rede sein.



LTE-Anbieter.info: Der Endverbraucher hat, meinen wir, eine exakte Vorstellung von der Leistungsfähigkeit der Produkte von Funkwerk Dabendorf. Wie werden die Übernahme und die Weiterführung dieser bewährten Produktpalette und Technologien praktiziert und kommuniziert?

Mathias Plaschnick: Für unsere Kunden wird es keine einschneidende Veränderungen geben, der Standort bleibt, die Ansprechpartner bleiben, der Service bleibt …. Letztlich ändert sich nur der Name. Dieses „rebranding“ ist aktuell bereits erfolgt. Darüber hinaus informieren wir unsere Kunden und hoffen natürlich auch, das die anfangs erwähnte Beibehaltung des Zusatzes "Dabendorf" ihren Beitrag leistet.



LTE-Anbieter.info: Die Übergangszeit bietet auch Plagiatoren und der Produktpiraterie eine Chance, die Verwirrung der Kunden auszunutzen. Welche Möglichkeiten hat der Konsument, den Erwerb von Original-Ware sicherzustellen?

Mathias Plaschnick: Momentan haben wir in Sachen Produktpiraterie zum Glück keine großen Sorgen, eine Vielzahl unsere Produkttechnologien sind patentiert. Das Garantiert eine gewisse Sicherheit. Trotz allem wird der Wettbewerb immer stärker, viele günstige Antennenprodukte werden auf dem Markt gestreut, diese aber meist im Qualitätsvergleich und Leistungsbereich nicht vergleichbar sind. Unsere Kunden wissen, was Sie über unsere Vertriebspartner beziehen, kommt von uns. So spielt das Vertrauen der Kunden in die Zwischen- und Fachhändler eine große Rolle. In einer globalisierten, internetbasierten Verkaufswelt ist man allerdings nie vor Fälschungen sicher. Uns sind bis dato aber noch keine Fälschungen unsere Produkte untergekommen.



LTE-Anbieter.info: Inwiefern ist ein Technologietransfer zwischen bislang reinen Dabendorf- und Novero-Produkten vorgesehen? Oder anders ausgedrückt: Was können LTE-Kunden in Zukunft von Novero erwarten?

Mathias Plaschnick: Wir sind beim Thema LTE dran. Einige gemeinsame, neue Projekte wurden bereits angestoßen. Allein unsere OEM Kunden und unser Know-How treiben uns dazu. Wir haben den Bereich „Kommunikation zu Hause“ aufgebaut und uns einen Namen gemacht. Sicher werden wir diesen Weg fortsetzen. Wir diskutieren verschiedene Ideen, wie man unsere LTE oder HF Produkte im privaten Bereich einsetzen kann. Wir sind aber auch erst knapp 6 Monate nach der Umfirmierung…. Ich kann Ihnen also hier noch keine Einzelheiten geben.



LTE-Anbieter.info: Die wohl drängendste Frage der meisten Leser von uns wird sein: Welche Pläne gibt es für die LTE-Sparte? Sind neue LTE-Antennen geplant (ggf. auch mit mehr dBi-Gewinn) und was wird mit der beliebten Funkwerk LTE800-Antenne?

Mathias Plaschnick: Ja, wir müssen uns den Markterfordernissen anpassen.



LTE-Anbieter.info: Ein spezieller LTE-Compenser (Verstärker) wurde bereits zur Cebit 2011 angekündigt. Stichwort  „verlustfreies LTE-Kabel“ (Was ist das?) für Kunden, die längere Distanzen von der Antenne zum Router überbrücken müssen. Wie steht es um die Entwicklung dieses Produktes? Besteht da Hoffnung auf einen baldigen Release?

Mathias Plaschnick: Die Zeit war damals noch nicht reif, das Produkt nicht zu einem vernünftigen Preis in den Markt zu bringen. Aktuell arbeiten wir nicht an einer Fortführung sondern versuchen, die Synergien unserer jetzigen Entwicklung zu nutzen. Konkreter kann ich leider aktuell nicht werden.



LTE-Anbieter.info: Vodafone und die Telekom vertreiben, mal vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade Markenware, wenn es um externe Antennen geht. Wäre da nicht das Anstreben einer Kooperation sinnvoll oder ist so etwas vielleicht sogar geplant?

Mathias Plaschnick: Das müssen wir unkommentiert lassen… . Nur so viel, der Kunde oder ein guter Fachhändler haben ja letztlich die Wahl.



LTE-Anbieter.info: Da Novero (und auch das ehemalige Funkwerk) ein Zulieferer für die Automobil-Industrie ist, welche Ansätze gibt es für die Nutzung von breitbandigen Datendiensten im Fahrzeug. Stichwort: Connected Car, wo BWM seit einiger Zeit ja von sich Reden macht. Und welchen Nutzen hat das ggf. für den Endkunden?

Mathias Plaschnick: Ja, da passiert bereits sehr viel, und ja, wir sind dabei. Leider unterliegen Details der Geheimhaltung. Das Ziel ist jedoch, Ideen zu entwickeln, die eine bessere Verschmelzung der schnelllebigen Consumer-Welt mit der Automobilwelt erlauben. Universellere Integrationsmöglichkeiten, Verbindung ins Internet für Echtzeitdaten, und und und - das beginnt mit einem USB Port, geht über eine Kabel- und Cradlelose Smartphoneintegration, bis hin zu WLAN und Telematiksteuergeräten für mobile Online Dienste. Dem Kunden bringt dies, dass er auch im Auto nicht auf die modernen Annehmlichkeiten von zu Hause oder im Büro verzichten muss.


LTE-Anbieter.info: Vielen Dank Herr Plaschnick für das aufschlußreiche Gespräch und viel Erfolg bei dem "Neustart".


PS: Wir verlosten in den nächsten Tagen 3 Novero-Dabendorf-Antennen (LTE800) im Forum.
Schauen Sie doch mal vorbei!





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