Antenne - die Qual der Wahl

Dieses Thema im Forum "Empfang" wurde erstellt von Lemmi1963, 8. November 2017.

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  1. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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    Hallo Forum

    mit grossem Intersse hab ich den Beitrag zur LTE-Antennenwahl und den Selbstbau-Artikel gelesen.
    Nachdem ich durch war, stand für mich fest: diese Antenne muss ich bauen, dann hab ich endlich einen vernünftigen Empfang!

    Aber dann hab ich mir doch die Preise für Kaufantennen angesehen, und war überrascht, wie billig diese sind. Und das für alle Bauarten... Ich habe nur Preise deutlich unter EUR 100 gefunden, da brauch ich nichts selber zu bauen. Wo ich allerdings ins Stocken kam, war die keine Matrix (http://www.lte-anbieter.info/Bilder/hardware/antenne/eignung-entennen-big-800mhz.jpg), die erklärt, welche Antenne zu welchem Anwendugsfall am besten passt: In meinem Fall ist der Sendemast in Sichtweite, etwa 2km entfernt, nichts ist dazwischen. Laut der Matrix sollte eigentlich eine kleine Stabantenne ausreichen, tut sie aber nicht. Ich habe 3 von 5 Balken, meine Nachbarn nur 2 von 5 Balken.

    Wenn ich jetzt eine Antenne aufs Dach baue, dann wäre die nächste Auswahl in der Matrix eine MIMO-Antenne FWD. Die kostet so um die EUR 60 (Beispiel: https://www.amazon.de/novero-dabend...04&sr=8-8&keywords=funkwerk dabendorf lte 800). Laut der Matrix wäre für das schlechteste Szenario eine Yagi Antenne die richtige, die kostet aber auch nur etwa EUR 75 (Beispiel: http://www.brennpunkt-srl.de/eshop/product_info.php?products_id=1).

    Wenn mich die EUR 15 mehr für die Yagi Antenne nicht stören, kann ich damit noch ein paar Prozent mehr rausholen, oder wäre das mit Kanonen auf Spatzen geschossen?
    Wer hat mir einen guten Rat?

    PS: zur Selbstbauantenne hab ich noch von einem Kollegen einen guten Rat bekommen: Funkwellen verhalten sich wie Licht oder Wärmestrahlung. So wie ein schwarzer Gegenstand Wärme besser "empfängt", so tut das auch eine schwarze Antenne. Statt diese also mit Klarlack zu lackieren, würde schwarzer Lack Sinn machen. Vielleicht möchte es ja mal jemand ausprobieren....

    Gruss, Lemmi
     
  2. bruno54

    bruno54 Member

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    Was hatte der Ratschlaggeber gerade genommen?:)
    Wenn Du die Beiträge zu dem Thema gelesen und verstanden hättest wäre diese Frage überflüssig;)
     
  3. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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    Danke, das hilft mir jetzt gewaltig weiter....
     
  4. ospel

    ospel Administrator

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    Hallo Lemmi,

    wahrscheinlich befindest du dich genau in der Zellgrenze und deshalb ist für die Entfernung der Empfang nur mittelprächtig. Wie verhält es sich denn, wenn du mit dem Router nach draußen gehst ... wird's da besser?
     
  5. ospel

    ospel Administrator

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    Ach ja, wollte nur sagen, das du mit einer Yagi wirklich mit Kanonen auf Spatzen schießt :D
     
  6. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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    Hallo Ospel

    Danke!

    Ja, wenn ich raus gehe, dann steigt der Pegel auf 4 von 5 Balken, bzw. er schwankt zwischen 3 und 4.
    Anbei ein Bild vom Mast aus der Sicht von meinem Haus. Er ist doch etwas weiter, aber mit 2.7km doch sehr nah. Er ist nicht so voll bestückt, wie das Beispiel auf Eurer Webseite.
    Der Ort, wo der Router normalerweise steht, ist nah zu einem Fenster, jedoch zeigt das Fenster nicht in Richtung des Mastes. Das Zimmer hat jedoch in Mastrichtung nur eine einzelne Aussenmauer, gemauert mit beidseitigem Putz, kein Beton. Im gleichen Zimmer sind auch noch ein paar WLAN Komponenten, die vielleicht stören.

    Zum Hybridrouter noch ne Frage: brauch ich eigentlich das DSL Kabel notwendigerweise? Mein DSL ist nur 1Mbit, d.h. wenn ich einen Platz finde, an dem ich per LTE z.B. 5Mbit mehr habe, dann verzichte ich gerne auf den DSL Anteil. Gibt es eine wichtige Fuktion des Routers, der die DSL-Verbnindung zwingend erfordert?

    Danke und Gruss,
    Lemmi IMG_0460.JPG
     
  7. ospel

    ospel Administrator

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    Hallo Lemmi,

    das Problem ist wahrscheinlich die Hochspannungsleitung die man auf dem Bild sieht (sind das 20KV?). Um eine Hochspannungsleitung bildet sich ein Elektromagnetisches Feld welches den Empfang beeinträchtigt. Es ist vielleicht möglich mit einer Panel-Antenne wie der novero-dabendorf MIMO unterhalb der Hochspannungsleitung den Sender anzupeilen und dann bessere Ergebnisse zu erzielen. Man sollte auf jeden Fall vermeiden die Leitungen in der direkten Funkstrecke zu haben.

    Probiere doch mal mit dem Router auf Bodennähe unter der Leitung durch zu peilen was dabei raus kommt.

    Zum Hybrid-Router kann ich leider nicht viel sagen weil ich sowas nicht habe ... meine aber irgendwo gelesen zu haben, dass der LTE-Empfang auch funktioniert wenn das DSL-Kabel nicht angeschlossen ist. Dann geht aber auch kein Telefon mehr?!? Oder irre ich mich da?
     
  8. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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    Hi Ospel

    nein, das Drehen und Neigen des Routers bringt nichts, im Büro ein bisschen, aber draussen nichts.
    Und ja, Du hast absolut Recht, DSL braucht es für das Telefon, hab's grad ausprobiert.

    Ich habe ein Handy mit schweizer SIM-Karte, auf dem kann ich beliebig in den deutschen Netzen rumschalten. Erstaunlicherweise ist der Telekom-Mast der nächste, und auch der einzige in Sicht. Der von Vodafone ist hinterm Berg, etwa doppelt so weit weg, der von O2, weis ich nicht genau wo er ist. Aber verückterweise bekomme ich auf meinem Handy mit Telekom eine Downloadrate von um die 20Mb, mit Vodafone über 60Mb und von O2 etwa 30Mb. Mit dem Telekom-Router bekomme ich nur etwa 10Mb am genau gleichen Ort, wo ich das Handy probiert habe. Gibt's dafür eine logische Erklärung?
    Ich würde sofort zu Vodafone wechseln, wenn es eine Flatrate gäbe, aber es gibt nur einen Tarif mit 50MB pro Monat, und das würde ich locker an einem oder zwei Tagen aufbrauchen (ein zweistündiger UHD-Film bei Netflix hat schon etwa 50GB).
    Nichtsdetsotrotz, ich denke ich bestelle jetzt erst mal so eine externe Antenne und probier sie von Hand im und ausserhalb des Hauses. Wenn es nichts bringt, sende ich sie eben zurück.

    Was schirmt eigentlich am stärkesten ab: eine genauerte Mauer, eine Dreifachverglasung oder ein Ziegeldach (vielleicht kann ich den Router einfach unter das Dach stellen, mit oder ohne externe Antenne ...)?

    Vielen Dank!
     
  9. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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  10. bruno54

    bruno54 Member

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    Da fehlen mir einfach die Worte:D
    (Das meinst Du aber im Bezug zu Antennen nicht wirklich oder?)
     
  11. ospel

    ospel Administrator

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    Ist alles nicht so prickelnd. Am besten ist es wenn Antenne und Sender freie Sicht haben.

    Mauer: Es ist ja nicht nur das Mauerwerk sondern auch der Innen- und Außenputz und wenn der dann evtl. noch Armiert ist ... ganz schlecht
    Fenster: Bei Wärmeschutzverglasungen ist oftmals das Glas auch noch metallisch bedampft ... ganz schlecht
    Ziegeldach: Wenn es senkrecht wäre dann vielleicht aber Dächer sind in der Regel ja geneigt und die Funkwellen werden abgelenkt (Reflektionen), wenn die Ziegeln dann auch noch nass sind oder im Winter Schnee drauf liegt ... ganz schlecht

    Ja, da gibt es eine Erklärung und sogar eine ganz einfache. Der Provider vergibt für die Gesamtkapazität eines Senders Prioritäten. D.h. ein mobiler Tarif wie im Handy hat eine höhere Priorität als ein stationärer Tarif wie z.B. Telekom Hybrid. Wenn mehrere mobile Geräte am Sender eingeloggt sind wird diesen mehr "Leistung" zugewiesen und die stationären Geräte bekommen den Rest. Ich bin bei Vodafone und hatte anfangs einen stationären Tarif (LTE-Zuhause + Telefon 50) damit konnte ich max. 30Mbit/s erreichen und diese nur Nachts. Zu Stoßzeiten tagsüber oder am WE so zwischen 10-15Mbit/s. Jetzt habe ich umgestellt auf einen DataGo XL. Also ein Tarif der eigentlich für den mobilen Einsatz in Tablets o.Ä. gedacht ist. Jetzt erreiche ich ohne an der restlichen Hardware etwas geändert zu haben durchgehend zwischen 45 und 50Mbit/s im Downstream. Allerdings ist das natürlich ein Volumentarif mit 20GB/Monat. Also für dich wahrscheinlich unbrauchbar.

    In der Hand halten ist nicht so gut. Die Antenne sollte ganz ruhig ihren Dienst verrichten können. Bau dir irgendwie ein Testgestell aus einer Leiter oder einem Sonnenschirmständer. Kleinste Wackeleien haben meist eine große negative Wirkung.

    Noch ein Wort zur schwarzen Farbe: In der Funktechnik wirklich irrelevant. Da kommt es mehr auf Leitfähigkeit, Wiederstände und Abschirmungen an. Allerdings bei Wärmestrahlung ein großer Faktor. Deswegen sind Antennengehäuse auch weiß, eine kalte Antenne arbeitet besser als eine warme. Gilt übrigens auch für die Luft in der Funkstrecke. Im Winter bei trockener kälte und -15° konnte ich schon einen LTE-Sender empfangen der über 20Km entfernt ist.

    VG
    Ospel
     
  12. Antennenfreak

    Antennenfreak Member

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    Momentan würde ich keine Monobandantenne mehr kaufen. Die Telekom baut zunehmend LTE_1800 aus und plant demnächst LTE-900 einzusetzen. Mit einer Monobandantenne koppelst Du Dich von dieser Entwicklung ab. Eine brauchbare Multibandantenne wie die Poynting XPOL-2, die Panorama LTE MIMO universal HighGain oder die SIRIO SMP-4G jeweils in Verbindung mit gutem Kabel bringen für Dich in Fragen Zukunftssicherheit deutlich mehr.
     
  13. Lemmi1963

    Lemmi1963 New Member

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    Die neue Antenne ist gekauft...
    Im Zimmer auf dem Boden stehend und durch die Wand strahlend hab ich 4 von 5 Strichen auf dem Router, die Downloadgeschwindigkeit ist massiv! In guten Zeiten, und wirklich selten, hatte ich ohne diese Antenne knapp über 10Mb, jetzt gerade hatte ich 45Mb!
    Am Wochenende haben wir 10 Folgen einer Serie auf Netflix geschaut, ohne ein einziges Ruckeln und ohne eine einzige Unterbrechung.
    Wenn die Antenne draussen ist, hab ich 5 Striche, allerdings ist es mir zu kalt, um das wirklich zu testen, weil das nur mit offenem Fenster geht. Ohne Frage kommt das Teil die kommenden Tage auf das Dach!
    Danke für Euren Support.
    @Antennenfreak: schon zu spät... sollte die Telekom wirklich bei mir umstellen, dann investiere ich eben nochmal EUR 50+, und tausche sie aus.... was solls.
     

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