Gerichtsurteil verbietet Drosselung im Bereich DSL

Dieses Thema im Forum "Meinungen & Diskussionen" wurde erstellt von ospel, 30. Oktober 2013.

  1. tomas-b

    tomas-b Well-Known Member

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    Ich denke mal, dass eine derartige Nutzerverwaltung einen imensen Rechenaufwand auch an der Basisstation bedeutet. Und deren Hardware ist dafür bestimmt nicht ausgelegt.

    Ich gehe davon aus, dass sich alle LTE-User noch bis zur Einführung von LTE Advanced gedulden müssen, dann gibt zumindest die Performance der Station auch eine Lockerung der Drosselung zu.

    Ich erwähne es auch gern noch mal, bis jetzt haben die Provider auch immer mit jeder technischen Neuerung die Drosselgrenzen freiwillig angehoben. Beispiele gefällig:

    Einführung von HSPA/HSPA+ (Kapazität der UMTS-Stationen wurde vervierfacht):
    - Vodafone hebt die Drosselgrenze für die stationären Tarife (UMTS sofort Start) von 5 auf 10 GB an

    Einführung von LTE (ca. doppelte Kapazität gegenüber HSPA+, Entlastung des UMTS-Netzes):
    - Stationäre und mobile Tarife werden netzneutral bis 30 GB angeboten (Vodafone und Telekom)

    Meine Prognose für die Zukunft mir LTE Advanced:
    - Die Telekom egalisiert die LTE-Tarife auf die Drosselgrenzen von DSL
    - Vodafone zieht nach bei der Lockerung bei LTE und der Drossel bei DSL

    Die Telekom wird in diesem Punkt Vorreiter bei der Technologieneutralität sein. Für alle DSL-Nutzer zum Nachteil, für die LTE-Nutzer zum Vorteil. Der Kunde wird sich nicht mehr drum kümmern brauchen, ob er über Funk oder Kabel angeschlossen wird, gleicher Preis, gleicher Speed, gleiche Drossel. Entsprechend dem eventuell dann rechtskräftigen Urteil werden die Tarife dann eben anders heißen.
    Wenn VF das Kabelnetz bekommt, werden sie, so wie in der Vergangenheit auch geschehen, ihre Tarife anpassen und die gleiche Schiene fahren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2013
  2. Meester Proper

    Meester Proper New Member

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    Im Festnetz wird auch weiterhin echte, unlimitierte Flatrates geben, vermutlich aber mit Aufpreis.

    Ein Trend, der sicher kommen wird, ist Hybrid Access - LTE als temporärer Beschleuniger für den Festnetz-Internetzugang.
     
  3. jobo

    jobo Gesperrt

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    Ja, was tomas-b schreibt deckt sich in Ansätzen mit dem was wir uns wünschen. Aber die Verbindung zu LTE-Advanced will sich mir erschließen. Das wird ja nicht wegen der Drossel gemacht, sondern um beim Weiterausbau der Glasfasernetze (FTTH) Schritt zu halten. Wenn weiterhin nicht durch geeignete regulatorische Maßnahmen Breitband zu hause technologieneutral bezüglich Preis-/Leistung mit DSL/VDSL gleichgestellt wird und weiterhin zwar als Festnetztarif verkauft, rechtlich aber als Mobilfunkprodukt betrachtet werden darf, werden die Anbieter auch bei LTE-Advanced nicht freiwillig darauf verzichten mit SpeedOn Profit zu generieren. Warum sollten sie das tun, das sind doch keine Samariter :eek:
    Außerdem wird es LTE-Advanced natürlich auch nicht sofort und flächendeckend geben, und eine Menge Leute werden auf LTE sitzen bleiben. Wie soll man dann denen erklären dass sie weiterhin nur Kunden zweiter Klasse sind? Schon deshalb können die Anbieter mit 4G nicht plötzlich die Vertragsbedingungen ändern.
    Ich sehe hier wirklich nur den Weg, dass die Behörde hier eingreifen muss, nachdem sie dass Problem verinnerlicht hat! Und tut sie dass nicht muss geklagt werden. Und eine solche Klage der VZ sehe ich als viel sinnvoller an als die jetzige Flatrate-Diskussion, die für die Masse der Nutzer eh nichts bringt.
    Ich bin grundsätzlich nicht gegen eine Drossel. Sollte die - warum auch immer - aber bei DSL nicht kommen dann muss sie bei LTE auch abgeschafft werden. Wenn sie kommt darf sie nicht schlechter als bei DSL sein.
    Und nochmal: die Drossel ist echt nicht das Mittel, um schlaffen Bandbreiten in Spitzenzeiten zu begegnen. Das kann sie einfach nicht leisten, denn dann müsste sie tatsächlich dynamisch in Abhängigkeit vom Gesamtbandbreitenbedarf der Zelle verwaltet werden, was meiner Meinung nach technisch nicht umsetzbar ist. Es ist ja schon toll dass das Codierungsverfahren grundsätzlich die Bandbreite dynamisch zuteilt; dass es dabei aber noch Rücksicht nehmen soll ob jemand wahrscheinlich sein Inklusivvolumen verbrauchen wird müsste dem Algorithmus hellseherische Fähigkeiten unterstellen. Also hier kann ich auch nur sagen: Ursache für zu geringe Bandbreiten ist eine zu hohe Überbuchung, und die kann man wirklich nur durch Kapazitätsausbau kompensieren.
    Viele Grüße
    Jobo
     
  4. Meester Proper

    Meester Proper New Member

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    Unter welchem rechtlichen Aspekt willst du denn eine Klage anstrengen?
     
  5. jobo

    jobo Gesperrt

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    Das ist ja das Problem. Ich kann es momentan nicht, da ja kein geltendes Recht verletz wird und auch kein vergleichbares Urteil vorliegt. Aber die VZ könnte es, weil genau wie beim vorliegenden Urteil Verbraucherrechte eingeschränkt werden. Es ließe sich alles 1:1 übertragen, wenn die Mobilfunkargumentation vom Tisch wäre. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, wie schon unten dargelegt, dass man auf den Zweck der Tarife abstellen muss, und der hat nun mal mit Mobilfunk nichts zu tun. Ich bin ja auch schon (wie könnte es anders sein) mit 2 VZs im Clinch...
     
  6. Meester Proper

    Meester Proper New Member

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    Die Verbraucherzentrale kann lediglich verbieten es "DSL-Alternative" zu nennen (oder andere Marketingtätigkeiten einzuschränken), aber an der generellen Tarifgestaltung kann sie nichts ändern. Nichts anderes wurde beim gegenwärtig vorliegendem (vorläufigen) Urteil beklagt: Das Unternehmen soll es nicht mehr "Internet-Flatrate" nennen, da die Kunden es nicht gewöhnt sind, im Festnetz-Bereich bei einer Flatrate eine Begrenzung zu haben. Die einfachste Lösung (sollte auch in der nächsten Instanz der VZ Recht gegeben werden) wäre, es einfach nicht mehr "Internet-Flatrate" zu nennen.
     
  7. tomas-b

    tomas-b Well-Known Member

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    Mit LTE Advanced wird sich die Kapazität der LTE-Basisstationen wieder erhöhen. Und somit werden die Provider, wie in der Vergangenheit auch (Beispiele habe ich genannt), die Drosselgrenzen anheben. Weil es eben technisch sinnvoll und machbar ist. Unter dem Aspekt waren sie bei der Einführung von HSPA oder LTE auch Samariter, weil sie es freiwillig getan haben... Aber die Anpassung war halt nötig, um die Tarife wieder wettbewerbsfähig zu machen. Aber halt immer nur soweit, wie es angesichts der Zellauslastung auch möglich ist.

    Und dass es zum Beispiel bei der Telekom vordergründig um die Technologieneutralität geht, sieht man eben bei deren Tarifen. Schritt eins war der C&S via Funk, in dem sich HSPA und LTE vereinen. Und der nächste Schritt ist halt die Integration von (V)DSL bzw. FTTH. Du buchst eine maximale Datenrate und bekommst ein entsprechendes Drosselvolumen. Vielleicht auch mit der Option, sich irgendwann höherpreisig von der Drossel freikaufen zu können. Da das aber nur eine Minderheit nutzen wird, wird der "Schaden" in Bezug auf die Netzlast nicht sehr groß sein...

    LTE Advanced selbst wird (höchstwahrscheinlich) einfach per Softwareupdate bei den bestehenden Basisstationen nachgerüstet, so ist zumindest derzeit die Hoffnung aller.

    Und die Drossel ist auch in ihrer starren Form sehr wohl ein Mittel, die Netzlast zu kontrollieren. Wer die Drossel im Nacken hat, geht verantwortungsvoll mit seinem Volumen um. Tut er es nicht, ist er nach einer Woche eh kein Problem mehr für die Netzlast, da nur noch mit 0,4 MBit/s unterwegs.
     
  8. 72157

    72157 Member

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    Und deshalb gibt es am Monatsanfang eben keine Netzüberlastung (was immer wieder als Argument gegen die Drossel genannt wird), weil die meisten verantwortungsvoll mit ihrem Volumen umgehen.
     

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