offen Wo befindet sich in meiner Nähe ein LTE-Sender bzw. Mast?

Dieses Thema im Forum "FAQ Sammlung" wurde erstellt von Moderator, 5. November 2011.

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  1. Moderator

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    Diese Frage wird sehr häufig hier im Forum gestellt. Leider lässt sie sich nicht ganz einfach beantworten. Dennoch wollen wir versuchen, ein paar Ratschläge zu geben, wie sich mit relativer Sicherheit der nächste Sendemast finden lässt.

    Problemstellung:
    Die LTE-Provider selbst, geben leider keine validen Daten darüber heraus, wo sich ein Sendemast befindet. Es gibt diese Information aber. Und zwar bei der Bundesnetzagentur. In der sogenannten EMF-Datenbank sind nahezu alle Sendestationen bundesweit verzeichnet. Egal ob UMTS, GSM, LTE etc. oder alles zusammen. Für den Normalbürger lässt sich leider nur ermitteln, wo ein Sendemast steht und nicht, mit welchen Sendetechniken er ausgerüstet ist.

    ABER: In der Datenbank steht zu jedem Masten auch das Datum der letzten Änderung! Man kann den Großteil der Masten bereits anhand dieses Datums ausschließen, da vor 2010 noch keine LTE-Ausbauten stattgefunden haben. Bei manchen Masten fehlt das Datum komplett - diese dürften ebenfalls noch kein LTE haben.
    Doch es gibt noch einige andere Mittel und Wege, zumindest etwas Licht ins Dunkel zu bekommen …

    Recherche:
    1. Möglichkeit – Datenbanken wälzen
    Der erste Weg könnte sein: Auf der genannten Karte der Bundesnetzagentur alle Masten in einem Umkreis von ca. 10Km heraussuchen. Achtung: Die Symbole erscheinen erst ab einer sehr tiefen Zoomstufe. Im ländlichen Raum dürften das idealer Weise nicht mehr als 5-10 sein. Wenn es mehr sind, konzentrieren sie sich auf die mit einer Höhe über 30 Meter (manchmal auch niedriger, ist nur ein Indiz). Notieren Sie die Eckdaten und stellen dann eine Anfrage, welcher Anbieter von welchen Masten LTE ausstrahlt. In einer Test-Anfrage von unserem Forenuser Ospel, sah die Antwort so aus: „Vielen Dank für Ihre Anfrage. Bei den folgenden Standorten wurde von uns LTE800 für die Fa. Vodafone bescheinigt: 670890 und 671166*. Uns liegen keine Informationen darüber vor, wann die Inbetriebnahme der LTE Anlagen geplant ist.*Standortbescheinigungsnummer der Bundesnetzagentur
    Ob der Mast schon sendet lässt sich damit zwar nicht in Erfahrung bringen, aber es ist ein Anfang. So weiß man zumindest schon mal, was die potenziellen LTE-Sender sind.

    2. Möglichkeit – direkt nachfragen
    Kontaktieren Sie ihren lokalen VF- oder Telekomshop. Diese verfügen oft über Details zu den Sendeanlagen im näheren Umfeld. Oder über das das Vodafone-Kontaktformular eine höfliche Anfrage stellen. Am besten mit dem Hinweis, dass man dies für die "optimale Ausrichtung der Antenne" benötige. Die Antwort erfolgt meist innerhalb von 48 Stunden...

    3. Möglichkeit – „nachschauen“

    So trivial es klingt. Aber es kann durchaus auch Spaß machen, sich „seinen“ Sendemast mal anzuschauen. Zumindest, wenn man mit Punkt 1. und 2. schon eine grobe Vorstellung hat, ob es der richtige ist. Theoretisch könnte man an den befestigten Elementen auch ablesen, ob es sich um einen LTE-Mast handelt.

    4. Möglichkeit – der behördliche Weg
    Öffentliche Adressaten, wie Kommunen, Bürgermeister, Ortsvorsteher etc., haben die Möglichkeit detaillierte Informationen einzusehen. Auf schriftlichen Antrag ist dies möglich. Die Personen haben dann Einblick in die erteilten Standortbescheinigungen der einzelnen Sendeeinrichtungen. Mit den erweiterten Daten (im Landkreisbereich), lässt sich z.B. auch erkennen wer, wann, welche Sendeeinrichtung genehmigt bekommen hat. Zum Beispiel GSM900, UMTS, LTE800 inkl. Höhenangaben und Hauptstrahlrichtung. Wer also für seinen Bereich Näheres wissen möchte, kann sich an diese Leute wenden. Mit entsprechenden Kartenprogrammen (z.B. "Google Earth" oder "TOP50"), kann man die Entfernung, Richtung und ein Höhenprofil von seinem Standort zur Antenne exakt bestimmen und die Außenantenne dann optimal ausrichten. Ein Kompass ist dabei hilfreich.

    Anwendung:
    Je genauer Sie den Standort „Ihres“ LTE-Mastes einordnen können, desto genauer lässt sich bei Bedarf auch eine Richtantenne darauf fokussieren. Doch auch bei der Nutzung anderer Antennenformen, kann das Wissen um die Richtung selbstverständlich von Vorteil sein.

    Was, wenn mehrere Masten in Frage kommen?
    Prinzipiell sollten Sie mit dem nächstgelegenen beginnen. Das ist auch der Wahrscheinlichste. Peilen Sie dann weitere an und vergleichen die Ergebnisse. Zum Beispiel durch Ablesen der Diagnosewerte oder mit einem Speedtest.

    Vielen Dank an die Mitwirkung zu diesem Problem an: Ospel, Betamax, UWE und Manni

    Habt Ihr Ergänzungen oder Fehler endtdeckt?

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    Credits: Danke für den Tipp zum Datum bezüglich der EMF-Datenbank an wellmann!
     
  2. wellmann

    wellmann New Member

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    Zwei Dinge könnte man noch nachtragen/ergänzen:

    1.) Die Netzagentur schickt einem per E-Mail die Bescheinigungen üblicherweise auch nach einer kurzen und formlosen Anfrage über den Link "Fragen an die BNetzA", welcher sich links neben der EMF-Karte im Menü befindet. Es kann also auch ohne schriftliche Post und einen öffentlichen Adressaten gehen.

    2.) Die Telekom gibt inzwischen über ihr eigenes Forum Infos zur Position des geeignetesten HSPA/LTE-Mastes und auch zur Ausbauplanung in näherer Zukunft. Meist allerdings nur Entfernung und grobe Himmelsrichtung.
    http://forum.telekom.de/foren/read/...hspa/wo-steht-mein-funkmast,882,10135571.html
     

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