Testbericht zum HTC 10

Beeindruckend ausdauerndes Highend-Smartphone mit Turbo-LTE


HTC 10 im Test
September 2016: HTC wollte bei ihrem diesjährigen Oberklassemodell alles richtig machen und zeigen, dass sie sich die zuvor geäußerte Kritik bei der Kamera und beim Design zu Herzen genommen haben. Das 10 markiert sozusagen einen Neustart der taiwanischen Flaggschiff-Reihe, was man allein schon am Wegfall des Kürzels „One M“ bemerkt. Beim Chipsatz hat sich der Hersteller für das aktuelle Spitzenmodell aus dem Hause Qualcomm, den Snapdragon 820, entschieden. Das bringt dem Käufer, neben einem Highend-Prozessor, auch ein Modem mit LTE CAT9. Ob HTC es geschafft hat, zur Android-Konkurrenz in Form von Samsung, Huawei und LG aufzuschließen, zeigt unser Test.

Der erste Eindruck und Verarbeitung

Das HTC 10 kam unversehrt in unserer Redaktion und gut verpackt bei uns an. Leider fehlte aber die Ummantelung der Verpackung. Somit fanden wir das 10 lediglich in einer weißen Schachtel vor, es gibt jedoch genug Anschauungsmaterial im Internet, wenn man den Karton betrachten möchte. Die Originalverpackung ist recht quadratisch gestaltet und kommt mit geriffeltem Muster nebst Herstellerlogo daher.

Wichtiger ist selbstredend aber, was sich in der Box an sich befindet – und da enttäuscht uns HTC nicht. Es gibt zwar auf dem ersten Blick nur die Standard-Dreingaben, wie USB-Kabel (hier Typ C), Netzteil, Schnellanleitung, SIM-Kartenschacht-Öffnungs-Tool und Kopfhörer, doch die Qualität entscheidet. Die In-Ear-Kopfhörer wirken schon allein vom Design und der Verarbeitung her deutlich hochwertiger und sind zudem High-Res-Audio-fähig. Der Klang dieser Ausführung ist merklich klarer als bei den Standard-Varianten der Konkurrenz.

Zubehör des HTC10 im Überblick

Wenn man das Smartphone aus der Kartonage nimmt, stellt sich sofort die Erkenntnis „Ja, das ist HTC-Qualität“ ein. Das Unternehmen ist bekannt dafür, neben Apple die Messlatte bei der Handy-Verarbeitung zu markieren. Beim 10 werden wir ebenfalls nicht enttäuscht, bei der Haptik des Gehäuses gibt es überhaupt nichts zu beanstanden. Das Aluminium, das den Rahmen und die Rückseite des Mobilgeräts umgibt, wirkt sehr hochwertig – und sieht aufgrund des stilvollen Schliffs edel aus.



Unser Modell hat eine weiße Oberseite, der Rest ist in Gold gehalten. Die beiden Farben harmonieren perfekt miteinander. Die rechts befindlichen Tasten für Ein und Aus sowie die Lautstärkewippe sind auch aus Metall und haben einen guten Druckpunkt. Etwas Kritik gibt es hingegen für den länglichen Home-Button unterhalb des Displays. Dadurch weckt das HTC 10 unweigerlich den Eindruck, es könne sich auch um ein Samsung-Handy handeln.

Diese Befürchtung bestätigte auch unser Umfeld, denn wir wurden tatsächlich gefragt, ob das 10 ein Galaxy wäre. Entgegen Samsungs Smartphones, ist der Home-Button aber kapazitiv und nicht mechanisch, einen Fingerabdrucksensor hat er aber ebenfalls verbaut. Des Weiteren fällt die große Selfie-Kamera an der Front auf. Das Herstellerlogo befindet sich ausschließlich auf der Rückseite, den von vielen kritisierte schwarze Balken mit Firmenemblem unterhalb des Bildschirms gibt es nicht mehr.

Technik und Mobilfunk im Check

Derzeit hält immer noch der Snapdragon 820 die Stellung als Qualcomms schnellster Chipsatz. Wie gewohnt, kommt er mit vier Kernen daher und taktet mit bis zu 2,15 Gigahertz. Als Grafikchip wird der Adreno 530 verwendet und der Arbeitsspeicher misst 4 GB. Beim LTE lässt sich HTC nicht lumpen und schaltet das Modem X12 LTE für die Kategorie 9 frei. Somit kann der Nutzer bis zu 450 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload in Anspruch nehmen. Dafür müssen selbstredend aber der Empfang und der gebuchte Vertrag passen. Vodafone bietet derzeit stellenweise in Deutschland schon bis zu 375 Mbit/s an. Wer einen neuen LTE-Tarif sucht, wird hier im Vergleich fündig und sichert sich gleich noch diverse Neukundenrabatte bei Onlinebestellung...

Der Bildschirm des HTC 10 kommt in einer Quad-HD-Ausführung (2.560 x 1.440 Pixel) mit 5,2 Zoll daher. HTC verwendet als Panel eine ungewöhnliche Technik namens Super-LCD, also weder IPS-LCD noch AMOLED. Der Bildschirm basiert auf der fünften Generation dieses Verfahrens und kann durchaus beeindrucken. Besonders gefallen hat uns die sehr gute Ablesbarkeit bei starkem Sonnenschein, die beinahe schon konkurrenzlos ist. Die Blickwinkel stehen denen eines IPS-Panels in nichts nach. Die Kontraste gefallen ebenfalls, lediglich die Farbtemperatur ist einen Tick zu warm.

Der Anwender kann das HTC 10 mit allerhand Dateien füllen, bis die Grenze von 32 GB erreicht ist. Erweitern lässt sich das Smartphone via Einsatz einer microSD-Speicherkarte. Dual-SIM gibt es nicht, aber das ist bei den Highend-Modellen in Deutschland (abgesehen von Huawei) sowieso eher eine Seltenheit. WLAN-ac im Dual-Band-Verfahren (5,0 und 2,4 Gigahertz) sorgt aber für ein schnelles Drahtlosnetzwerk, Bluetooth 4.2 und GPS gibt es ebenfalls. Auf dem ersten Blick scheinen bei diesem HTC-Handy die Stereo-Lautsprecher zu fehlen, aber die zweite Box hat der Hersteller unter der Hörmuschel versteckt.

Die Hauptkamera stemmt 12 Megapixel, hat eine Blende von f/1.8, einen optischen Bildstabilisator, Dual-LED-Blitz und einen Laser-Autofokus. Vorne finden Selfie-Fans beim 10 eine Neuheit wieder, denn es handelt sich um die erste Smartphone-Frontkamera mit optischem Bildstabilisator. Diese Einheit löst mit 5 Megapixeln auf. Als Betriebssystem ist Android 6.0.1 Marshmallow installiert, ein Update auf Android 7.0 Nougat wird aber sicherlich folgen.

Mobilitätseigenschaften

Das Qualcomm-Modem X12 LTE ist eine extrem potente 4G-Plattform, in der Pfalz konnte es aber seine Vorzüge nicht ganz ausspielen. Im LTE-Netzwerk von Vodafone erreichten wir nach mehreren Messungen einen Höchstwert von 27,32 Mbit/s. Das reicht zwar für bequemes Surfen und auch Full-HD-Videostreaming aus, spätestens bei der Übertragung von 4K-Videos wird es aber eng. Der Empfang des HTC 10 ist als sehr gut zu bewerten. Es waren häufig vier Balken vorhanden, gelegentlich ging es auf drei Balken herunter.

Beim WLAN konnten wir auch größtenteils positive Ergebnisse verzeichnen. Die Messungen kamen auf einen Durchschnitt von 40,66 Mbit/s, die von unserer 50 Mbit/s starken Vodafone-Kabelleitung erreicht wurden. Das GPS-Modul bescherte uns außerdem direkt nach dem Start umgehend eine exakte Standortbestimmung. Eine Navigation mit dem HTC 10 ist also durchaus möglich, am besten jedoch, mit gutem LTE-Empfang als Unterstützung. Die Qualität der Telefonie ist auf einem hohen Niveau. Wir haben unsere Gesprächspartner gut verstanden und wurden auch gut gehört.

Akku im Check

Wir hatten ja bereits das LG G5, ebenfalls mit Snapdragon 820 und Quad-HD-Display, im Test. Dieses Smartphone verfügt mit der 2.800 mAh ausgerüsteten Batterie etwa 7 Prozent weniger Kapazität als das HTC 10 mit 3.000 mAh. Es sollten also beim taiwanischen Modell ein paar Stunden Standby mehr drin sein, oder? Nein, wir wurden eines besseren belehrt – das 10 hält über einen ganzen Tag länger durch. Wie gehabt, haben wir den Akku nicht geschont.

Das Display war auf 90 Prozent Helligkeit, alle Funkverbindungen waren aktiv. Wir sahen uns YouTube-Filme an, Surften im Internet, führten Telefonate und benutzten häufig die Kameras. Bei einer Verwendungsdauer von über dreieinhalb Stunden, kam eine Standby-Zeit von 3 Tagen und 3 Stunden heraus – beeindruckend.

Performance-Check: Was sagen die Benchmarks?

Wo Snapdragon 820 drauf steht, ist auch Snapdragon 820 drin, was auch die Benchmarks belegen. Das 10 agiert bei der Performance auf einem sehr hohen Niveau, konnte aber – trotz deaktivierter Stromsparmechanismen – nicht ganz an die Werte des LG G5 heranreichen. AnTutu bescheinigte 120.000 Punkte – 15.000 weniger als das LG aufweisen kann. Beim Geekbench ist der Unterschied sogar noch größer, 3.300 zu 5.300 Punkte im Multi-Core-Test sprechen eine eindeutige Sprache.

Wodurch die vergleichsweise niedrigen Benchmark-Ergebnisse zustande kommen, wissen wir nicht, aber selbst bei mehrmaligem Durchlauf, waren die Werte auf ähnlichem Niveau. In der Praxis ist das aber kein Grund zur Besorgnis, das 10 agiert in allen Belangen rasend schnell. Egal ob bei den Homescreens, den Menüs, den Apps, dem Video-Streaming oder beim Spielen, alles läuft butterweich.

Benchmark HTC 10 LG G5 LG G3 Galaxy Alpha VF Smart 4
Smartbench - - 7217 | 3475 5874 | 4500 -
Geek Bench Multi 1696 | 3361 2285 | 5331 - - 1283
Quadrant Standard 45256 - 24130 23714 10733
AnTuTu 120291 135336 40046 48586 19886



Test der Kamera beim HTC 10 – was sagt der Praxis-Bildertest?

Während Apple und Samsung gemeinsam seit Jahren die besten Smartphone-Kamera stellen, hinkte besonders HTC stets deutlich hinterher. Diesmal wollte das Unternehmen es besser machen – und es ist geglückt. Die Kamera des 10 wird in Fachkreisen als beinahe gleichwertig zum Galaxy S7 angesehen, was wir durchaus bestätigen können. Wir waren vor allem vom blitzschnellen Autofokus verblüfft – eine solch rasante Fokussierung hatten wir bei noch keinem Smartphone zuvor gesehen.

HTC10 vs LG G5 im Bildvergleich: Bitte Klicken zum Vergrößern

HTC10 Fototest

LG G5 Fototest

Die Bildqualität ist ebenfalls sehr gut, die Details sind ausgeprägt, Kontraste klar definiert und der Weißabgleich liefert gute Arbeit ab. Lediglich an den Rändern kann man einen kleinen Auflösungsverlust erkennen, das ist aber auch schon das einzige, was wir an der Kamera bemängeln können. Der optische Bildstabilisator in der Frontkamera ist auch eine nette Dreingabe. Wir haben als Beifahrer während einer Autofahrt immer noch scharfe Selfies hinbekommen.

Weitere Testbilder:


Android und Apps

Beim HTC kommt ab Werk das Betriebssystem Android 6.0.1 Marshmallow zum Einsatz. Die Oberfläche wurde dabei zwar etwas angepasst, aber man wird nicht von Funktionen erschlagen. Die App-Schublade ist übersichtlich und der Homescreen bietet den bekannten Nachrichten-Überblick BlinkFeed. Wie beim G5, weckt man das HTC 10 auf Wunsch durch doppeltes Tippen auf das Display und entsperrt es auf diesem Weg auch wieder. Sehr gefallen hat uns auch die Kamera-App.

Diese kann die Belichtung der Aufnahme durch eine Wischgeste nach unten oder oben anpassen und bietet einen manuellen Modus für Profis. Vorinstalliert sind außerdem diverse Office-Anwendungen und Programme für die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram,

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis

Die Deutsche Telekom bietet das HTC 10 mit den bekannten Magenta-LTE-Tarifen S, M, L und L+ an. Die Zuzahlung variiert zwischen einmalig 9,95 bis 159,95 Euro. Die Grundgebühr zwischen 49,46 und 89,95 Euro. Bei den 4G-Tarifen der Telekom gibt es bis zu 300 Mbit/s. Bei o2 kommt man wie gewohnt günstiger davon. Hier geht es ab 1 Euro Zuzahlung los, wer LTE möchte (bis zu 225 Mbit/s), sollte zum Tarif o2 Free L greifen.

Das Smartphone gibt es in dem Tarif ebenfalls für 1 Euro, zudem erhält man eine 4-GB-Allnet-Flatrate. Ab 0 Euro bekommt man bei 1&1 schon das HTC 10. Wir empfehlen den Tarif Pro 5 GB. Das Mobilgerät kostet dort keinen Cent, die Grundgebühr fällt mit 44,99 Euro monatlich moderat aus. Die LTE-Allnet-Flat ist aber auch hier auf 5 GB begrenzt. Vodafone hat derzeit immer noch keine HTC-Smartphones im Angebot.

Gründe für und gegen das HTC 10

Pro:
Kontra:
Unser Test-Fazit zum HTC 10
HTC hatte eine Mission, nämlich die Kunden durch eine Neuausrichtung des Highend-Smartphones wieder zu begeistern. Diese Mission ist unserer Meinung nach größtenteils geglückt. Das Handy sieht, abgesehen vom Home-Button, erfrischend anders aus, die Verarbeitung ist tadellos und die Kameras erstklassig. Etwas Kritik gibt es an der Farbkalibrierung des Displays und den verbauten Boxen, die wir von den Vorgängern besser in Erinnerung hatten. Im Großen und Ganzen ist das HTC 10 aber ein gelungenes LTE-Smartphone.


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Fotos im Artikel - © LTE-Anbieter.info



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