Testbericht zum LG G5

Baukasten-Smartphone mit Highend-Ausstattung




LG liefert mit seinen Oberklasse-Smartphones der „G-Reihe“ seit 2013 innovative Mobilgeräte. Mit dem G5 führte das südkoreanische Unternehmen nun als erster großer Handy-Hersteller ein modulares Konzept ein. Auch bei der fünften Generation macht sich der rasche Preisverfall bemerkbar – aktuell kostet das Smartphone bereits weniger als 500 Euro. Für dieses Geld erhält man auf dem Papier auch ein nahezu lückenloses Paket, bestehend aus scharfem 2K-Display, rasantem Snapdragon 820 Quad-Core-Prozessor und LTE CAT6. Am meisten begeisterten uns jedoch die Kameras – weshalb, verraten wir in den folgenden Zeilen.

Der erste Eindruck und Verarbeitung
Die Schachtel kommt zwar eher schlicht, aber ansprechend daher. Sogar auf das Aufzählen der Spezifikationen hat der Hersteller verzichtet. LG war ein anderer Hinweis scheinbar wichtiger, denn es ragt groß das Logo des Global Mobile Awards von der GSMA hervor. Diese kürten das G5 zum besten neuen Smartphone der MWC 2016. Bei der eigentlichen Verpackung erhält der Käufer eine derjenigen, bei denen schon das bloße Aufmachen Spaß macht.



LG legt dem Anwender das modulare Konzept des Smartphones nämlich schon bei der Kartonage nahe. Eine weiße Box bildet den Hauptteil der Schachtel und zeigt eine Silhouette des Handys. Das Unterteil des Geräts ist in Form einer Fotografie auf der inneren, hellgrünen Schublade aufgedruckt. Man zieht also die Verpackung auf, als würde man das Standardmodul des LG G5 entfernen.

Hervor kommt schließlich eine aufklappbare Box, die das Mobilgerät samt Zubehör aufbewahrt. Nett: Die ab Werk angebrachte Transportfolie auf dem Bildschirm kann einige Monate auf dem Handy belassen werden, da sie qualitativ als Schutz für die erste Zeit ausreicht. Ansonsten legt der Konzern das in den Karton, was der Käufer erwartet. Es gibt In-Ear-Kopfhörer, Schnellanleitungen, ein Netzteil und ein ungewöhnliches Lade-/Datenkabel. Ungewöhnlich deshalb, weil dieses im neuen USB-Typ-C-Format daherkommt.

Ein kleines Werkzeug, um den Schacht zu öffnen, der die Nano-SIM-Karte und die microSD-Speicherkarte beherbergt, gibt es ebenfalls. Das LG G5 ist das einzige aktuelle Smartphone-Flaggschiff mit wechselbarem Akku. Weder Samsung beim Galaxy S7, noch Huawei beim P9 oder HTC beim 10 lassen den Austausch der Stromversorgung zu. Die Batterie ist beim G5 bereits samt Standardmodul eingeschoben und findet sich deshalb nicht separat in der Verpackung wieder.

Im Internet machte nach den ersten Eindrücken des Smartphones eine hitzige Debatte die Runde, denn der Vorwurf an LG lautete, beim verwendeten Material geschummelt zu haben. Das Unternehmen wirbt mit einem Unibody-Aluminiumgehäuse, doch laut diverser Aussagen soll es sich nicht wie ein solches anfühlen. Anfangs wurde sogar vermutet, es handele sich um Plastik. Doch LG brachte simpel eine Schutzschicht auf das eigentliche Metall auf, die neben dem Lack auch Metallpartikel beinhaltet. Dadurch fühlt sich das G5 nicht wie ein HTC-Smartphone an, man spürt an der Kälte und dem Härtegrad des Materials allerdings, dass es sich um Aluminium handelt.

Seitenansicht des LG G5

Die Verarbeitung des LG G5 ist größtenteils gelungen. Das vorne angebrachte Gorilla Glass 4 schützt den 5,3 Zoll großen Bildschirm und ist am oberen Ende leicht nach hinten gewölbt. Einen ergonomischen Nutzen hat das jedoch nicht. Der Rahmen um das Handy und die Rückseite sind aus dem erwähnten Aluminium gefertigt, lediglich das Standardmodul hat eine Blende aus Plastik an der Vorderseite. Die links befindliche Lautstärkewippe hat einen tollen Druckpunkt, hingegen klickt der rückseitige Power-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor etwas zu laut. Zudem sitzt er beim von uns getesteten Modell nicht bombenfest.

Der schmale Chromrahmen, der seitlich angebracht wurde, fühlt sich anfangs etwas scharf an, der Eindruck lässt aber mit der Zeit nach. Wie es bei vielen neuen Smartphones so ist, hat auch das LG G5 bei der Verarbeitung mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Unser Exemplar hatte beispielsweise ein Modul, das nach nur zwei Wochen Nutzung zu knarzen anfing und sich zudem schon bei leichtem Druck zu biegen begann. Wir bekamen das Modul jedoch ersetzt und das neue Exemplar ist auch nach einem Monat noch exzellent verarbeitet.

Rückansicht des LG G5

Beim LG G5 wird auf Hardware-Menütasten verzichtet, was gerne auch Konkurrent Samsung übernehmen könnte. Dadurch wird Platz in der Länge des Geräts gespart und Nachteile hat der Nutzer nicht. Bei der Wiedergabe von Fotos, Videos und Spielen werden die Tasten automatisch ausgeblendet. Zudem lassen sie sich nach Wunsch konfigurieren.

Technik und Mobilfunk im Check
Beim letztjährigen Spitzenmodell Snapdragon 810 bekleckerte sich Branchenprimus Qualcomm aufgrund auftretender Hitzeprobleme nicht gerade mit Ruhm. Mit dem Nachfolgemodell Snapdragon 820 findet der Halbleiterfertiger jedoch zu alter Stärke zurück. Zwar gibt es nur noch 4 anstatt 8 Prozessorkerne, die neue Kyro-Architektur sorgt allerdings für viel Rohleistung pro Takt. Man kann den Snapdragon 820 als ebenbürtig zum Exynos 8890 im Galaxy S7 bezeichnen.

Das Display des LG G5 löst mit 2.560 x 1.440 Pixel auf (Quad-HD, 2K) und kommt in Form eines IPS-Quantum-Panels daher. Der Hersteller hat vor allem an der Helligkeit geschraubt. Dank bis zu 800 cm² bei direkter Sonneneinstrahlung stellt das Ablesen auch bei viel Licht kein Problem dar. Einzelne Bildpunkte erkennt man bei stolzen 554 ppi nicht mehr, die Schärfe ist tadellos. Auch die Farben, der Kontrast und vor allem der beeindruckend niedrige Schwarzwert sind gelungen. Die Blickwinkel sind, wie von IPS-Panels gewohnt, ebenfalls sehr stabil.

Es fällt also schwer, etwas am Display des LG G5 zu kritisieren, allenfalls die Always-On-Funktion. Diese zeigt die Uhrzeit und Benachrichtigungen auch im Standby-Modus an. Bei Umgebungen mit kaum oder wenig Licht klappt das auch Prima – und man erhält einen echten Mehrwert, da man nicht mehr das Handy entsperren muss, um die Zeit oder Hinweise anzuschauen. Bei viel Helligkeit hat man jedoch nur noch wenig Freude an dem Feature, da man kaum noch etwas erkennt.

Als internen Speicherplatz stellt der Konzern den Nutzern 32 GB zur Verfügung, die sich per microSD auf bis zu (theoretischen) 2 Terabyte aufstocken lassen. Praktisch gibt es solch große Speicherkarten jedoch noch nicht. Der knackige 4 GB umfassende RAM bietet Zukunftssicherheit und Multitasking-Höchstleistungen zugleich. Über LTE (bis zu 300 Mbit/s) 4K-Videos streamen, im Hintergrund Google Maps, Asphalt 8 und den Kalender laufen haben, das bringt das Smartphone nicht ins Schwitzen. Der 2.800 mAh umfassende Akku, wurde allerdings von den Fans kritisiert, da das ein Rückschritt im Vergleich zu den 3.000 mAh des G4 ist. Das Schrumpfen ist wahrscheinlich der Modularität geschuldet.

Bei den Kameras kann LG richtig auftrumpfen. Zwar wurde die Hauptkamera des Vorgängers mit 16 Megapixeln, optischem Bildstabilisator, Laser-Autofokus, LED-Blitz und Farbspektrum-Sensor komplett übernommen, daneben gibt es aber noch eine Linse. Diese hält zwar nur Fotos mit 8 Megapixeln fest – dafür aber mit einem 135 Grad umfassenden Weitwinkel. Die Folge: Gruppenfotos, Landschaftsaufnahmen oder hohe Gebäude lassen sich nun erheblich leichter festhalten. Vorne finden Selfie-Begeisterte eine 8-Megapixel-Optik mit Autofokus wieder.

Mobilitätseigenschaften
Warum nur, LG, warum? Dieses Unverständnis kommt auf, wenn man sich die LTE-Bandbreiten des G5 ansieht. Der Snapdragon 820 verfügt über das Qualcomm X12-Modem. Dieses bietet bis zu 600 Mbit/s im Download gemäß CAT12 und bis zu 150 Mbit/s im Upload. Das HTC 10, ebenfalls mit Snapdragon 820 bestückt, schafft immerhin noch CAT9 (bis zu 450 Mbit/s). Bei LG wurde das Modem allerdings sogar auf CAT6 limitiert, mehr als 300 Mbit/s im Down- und 50 Mbit/s im Upload sind also nicht drin. Wir hoffen, LG wird die brachliegenden Übertragungsraten freigeben, sobald entsprechende LTE- oder 5G-Tarife diese hierzulande liefern können.

Der Empfang und die Geschwindigkeit des 4G-Moduls sind allerdings großartig. Verbindungsabbrüche im O2-Netz gab es kaum, selbst innerhalb einer Zugfahrt war häufig eine LTE-Übertragung möglich. Unser WLAN-Netzwerk mit einer Kabelinternet-Anbindung von Vodafone konnte ebenfalls effizient genutzt werden. Das G5 erreichte hier die vollen 50 Mbit/s.

Akku im Check
Die Stromversorgung dieses Smartphones hat Höhen und Tiefen. Auf der Habenseite stehen der neue USB-Typ-C-Anschluss, dank dem sich der Stecker beidseitig herum einstecken lässt, die Schnellladefunktion Quick Charge 3.0 und der wechselbare Akku. Hingegen fehlt die Möglichkeit, das Handy induktiv aufladen zu können. Zudem ist der Nennwert von 2.800 mAh bei einem aktuellen Oberklasse-Smartphone nicht allzu beeindruckend.

Trotzdem hält das LG G5 besser durch, als gedacht. Knapp zwei Tage (47,5 Stunden) erreichten wir bei einer aktiven Nutzungsdauer von etwa vier Stunden. Dabei war das Display bei 84 Prozent Helligkeit zweieinhalb Stunden lang eingeschaltet. Es wurden diverse YouTube-Filme gestreamt, die Kamera genutzt sowie WhatsApp und Chrome verwendet. Des Weiteren wurden Telefonate (an dieser Stelle ein Lob an die exzellente Telefonie-Qualität) in einer Länge von über eineinhalb Stunden geführt. Selbst bei intensiver Nutzung kommt dieses Smartphone also bis zu zwei Tage ohne die Steckdose aus.

Performance-Check: Was sagen die Benchmarks?
Dieses Jahr nehmen sich die beiden Kontrahenten Qualcomm und Samsung bei ihren Chipsätzen kaum etwas. Den Snapdragon 820 (4x 2,15 Gigahertz) im LG G5 und den Exynos 8890 im Samsung Galaxy S7 trennen nur Nuancen. Da ist auch der AnTuTu-Wert von über 135.000 Punkten kein Wunder. Den Quadrant-Benchmark haben wir ab sofort durch den Vellamo von Qualcomm ausgetauscht. Auch hier macht das G5 – besonders beim Web-Browsing – eine gute Figur. Der 3DMark findet sich zwar noch in unserem Benchmark-Parcours wieder, allerdings mit dem aktuelleren Slingtshot-Test. Der hier erreichte Wert zeugt von einer hohen Grafikperformance.

Fazit: Egal ob man 4K-Videos im LTE-Netz genießen, aufwändige 3D-Spiele spielen oder extremes Muktitasking betreiben möchte – das LG G5 hat für alles genug Leistungsreserven. Die Kombination aus Snapdragon 820 und 4 GB RAM steht für Zukunftssicherheit. Somit muss man sich nicht schon nach zwei Jahren nach einem neuen Mobilgerät umsehen.

Benchmark LG G5 LG G3 Galaxy Alpha VF Smart 4 Xperia Z3
Smartbench - 7217 | 3475 5874 | 4500 - 8104 | 4362
Geek Bench Multi 2285 | 5331 - - 1283
Quadrant Standard - 24130 23714 10733 20439
AnTuTu 135336 40046 48586 19886 39103

Test der Kamera beim LG G5 – was sagt der Praxis-Bildertest?
Die Highlights dieses Smartphones sind unumstritten die drei Kameras. Dabei hat es der Konzern geschafft, alle Linsen hochwertig umzusetzen. Die Hauptkamera stammt aus dem LG G4, bietet 16 Megapixel, eine Blende von f/1.8 und einen Sensor von 1/2,6 Zoll. Als besondere Funktionen gibt es abermals einen Laser-Autofokus, einen optischen Bildstabilisator und einen Farbspektrum-Sensor. Die Ergebnisse sind simpel genial – wer das G5 dabei hat, kann die Kompaktkamera in vielen Fällen zuhause lassen. Die Schärfe ist bis zu den Rändern hin hoch, die Farben sind authentisch und die Details beeindruckend. Bildrauschen gibt es ebenfalls kaum. Klasse ist die manuelle Kamera-Funktion, bei der man Belichtungszeit, ISO, Weißabgleich und weitere Werte selbst bestimmen kann.

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Fotoaufnahme mit dem LG G5

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Fotoaufnahme mit dem Wiko Robby

Die Weitwinkelkamera ist ein Extra, das man bald nicht mehr missen möchte. Zwar kommt die Bildqualität nicht ganz an die Hauptkamera heran, allerdings weiß man den Mehrwert zu schätzen, wenn man beispielsweise bei einer Wanderung einen hohen Turm formatfüllend ablichten möchte. Bei Selfies haben wir ebenfalls wenig Raum für Kritik. Mit 8 Megapixeln sind Selbstportraits sehr hochauflösend und es gibt sogar einen Autofokus. Genug Licht sollte aber vorhanden sein, ein Selfie-Blitz fehlt.





Android und Apps
Ein Smartphone ohne das aktuelle Android 6.0 Marshmallow ist wenig interessant, dieses hat das G5 zum Glück vorinstalliert. Der Hersteller stülpte zwar eine eigene Oberfläche über das Betriebssystem, überrumpelt den Nutzer aber nicht mit unnützen Apps oder zu vielen Optionen. Das bewährte Klopfen zum Aufwecken und Sperren des Handys ist präsent, Schnellzugriffe für die Lautstärkewippe ebenfalls. Die animierte Wetteranzeige im Entsperrbildschirm ist hübsch anzusehen und die App für die Universalfernbedienung funktioniert reibungslos. Lediglich eine App-Schublade vermisst man, standardmäßig kommt das G5 ohne eine solche daher. Diese lässt sich allerdings aus Google Play nachinstallieren. Eine Backup-Funktion und nützliche Notiz-Programme sind ebenfalls bei der Software erwähnenswert. Die Kamera-App bietet drei Modi. Einfach, normal und professionell. Insgesamt gibt es bei der Bedienung des Smartphones nichts auszusetzen.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis
Das LG G5 zu bekommen ist wahrlich nicht schwer, alle namhaften Provider bieten das Smartphone an. Besonders lohnenswert ist hierbei 1&1. Man bekommt dort derzeit nicht nur erheblich mehr Datenvolumen (beispielsweise 4 GB anstatt 1,5 GB beim Tarif „Plus“), sondern auch immer noch das Kamera-Modul CAM Plus gratis dazu. Samt Allnet-Flat kostet der „Plus“ bei den O2-LTE Tarifen lediglich 34,99 Euro monatlich in den ersten zwei Jahren, samt dem G5 für 0 Euro. Das LTE-Internet ist allerdings nicht von der schnellsten Sorte, denn es werden maximal 25 Mbit/s gewährt.

Gründe für und gegen das LG G5
Pro: Kontra:
Unser Test-Fazit
Das LG G5 hat uns begeistert, wie schon lange kein Mobilgerät mehr. In einem hochwertigen Gehäuse steckt hochmoderne Technik. Der Prozessor ist blitzschnell, die Kameras machen viel Spaß und das Display ist messerscharf. Die Modularität kann jedoch zum derzeitigen Stand nicht unbedingt als Verkaufsargument betrachtet werden. Es gibt aktuell lediglich zwei Module (CAM Plus und Hi-Fi Plus), die beide nur wenig Mehrwert bieten. Dennoch ist es möglich, dass das Konzept durch weitere Module attraktiver wird. Wem der Wasser- und Staubschutz sowie das induktive Laden des Samsung Galaxy S7 nicht fehlt, der erhält mit dem LG G5 eine sehr gute Alternative zu einem fairen Preis.

Weiterführendes zum Thema
» alle LTE Tarife im Vergleich
» LTE-Smartphones im Überblick
» Prepaid-Tarife mit LTE

Bilder in diesem Artikel: © LTE-Anbieter.info



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