Testbericht zum Sony Xperia X Performance

Erstklassiges Handy und ordentliches Smartphone


September 2016: Sonys Highend-Portfolio der Z-Reihe hat mit dem letztjährigen Xperia Z5 Premium sein Ende gefunden, nun setzt das japanische Unternehmen einen Buchstaben tiefer im Alphabet an. Die Smartphones der Klasse Xperia X markieren die neue Oberklasse des Konzerns. Das X Performance ist dabei neben dem Xperia XZ das Spitzenmodell. Es hebt sich durch einem zusätzlichen Staub- und Wasserschutz, einem schnelleren Chipsatz (Snapdragon 820), einem potenteren Modem (X12 LTE) und einem etwas größeren Akku vom normalen „X“ ab. Dank des handlichen Gehäuses, kann das Mobilgerät auch als iPhone-Alternative in Betracht gezogen werden. Wir haben uns das Smartphone ausführlich angesehen und sagen Ihnen, ob sich der Kauf lohnt.

Der erste Eindruck und Verarbeitung

Uns hat die äußerst kompakte Schachtel des X Performance gut gefallen, das Smartphone hat darin einen sicheren Halt und die Umwelt wird nicht durch unnötiges Verpackungsmaterial belastet. Die OVP an sich wirkt dezent gestaltet, vorne ragen die Schriftzüge „Xperia“ und „Sony“ hervor, im Hintergrund der weißen Kartonage wurde ein markantes „X“ in Hellgrau platziert. Die Rück- und Oberseite spiegeln die wichtigsten Spezifikationen wieder, samt dem LTE-Datenfunk und der 23-Megapixel-Kamera.

Öffnet man die Box, wird man von einem bunten Farbenspiel begrüßt, denn der Unterteil der Verpackung kommt in einem wilden Farbmix in Pastelltönen daher. Das ist eine recht ungewöhnliche Gestaltung, jedoch hebt sich die Schachtel damit von der Konkurrenz ab. Beim Zubehör hat Sony (fast) nur die gewohnten Dreingaben verstaut. Ein Micro-USB-Datenkabel, ein Netzteil, Schnellanleitungen und einen Kopfhörer findet sich in beinahe jedem Smartphone-Lieferumfang wieder. Jedoch erweiterte der Konzern das Zubehör um zwei zusätzliche Paar In-Ear-Polster in unterschiedlichen Größen, damit sich das Headset besser den Ohren anpassen kann. Zudem ist auch eine Klemm-Halterung für den Kragen des Hemdes oder andere Kleidungsstücke vorzufinden. Sony macht dadurch einen seiner Schwerpunkte, nämlich die Musik, deutlich. Das geht auch beim Xperia X Performance an sich weiter, denn der Käufer erhält eine Stereo-Soundausgabe. Eine Box wurde dabei unterhalb des Bildschirms integriert, eine andere versteckt sich in der Hörmuschel.

Lieferumfang beim X Performance

Das „X“ wurde mit abgerundeten Ecken konzipiert, so dass es von dem zuvor verwendeten kantigen Gehäuse der Z-Reihe abweicht. Die Rückseite ist in mattem Aluminium gehalten, der seitliche Rahmen besteht aus Polycarbonat. Die verwendeten Materialien fühlen sich allesamt hochwertig an, ein Knarzen gibt es bei diesem Handy nicht. Das Gewicht ist sehr gut ausbalanciert und mangels Kamerabuckel liegt das Performance auch eben auf einem Tisch auf. Die Abdeckung für die Speicher- und SIM-Karte kann ohne Werkzeug direkt mit dem Fingernagel geöffnet werden – klasse.

Trotzdem gibt es einen Schutz gegen Staub und Wasser – und das sogar nach IP68-Zertifizierung. In maximal 1,5 Meter Wassertiefe kann das Mobilgerät bis zu 30 Minuten ausharren. Stürze in die Badewanne oder in ein Schwimmbecken machen dem X Performance also nichts aus. Rechts gibt es gleich drei Bedienelemente zu entdecken; Power-Taste, Lautstärkewippe und Kamera-Button. Warum letzterer nicht in jedem modernen Smartphone eingesetzt wird, ist uns ein Rätsel.

Technik und Mobilfunk im Check

Mit dem Snapdragon 650 im „normalen“ „X“ gibt es im Alltag zwar kaum Einschränkungen, anspruchsvolle Nutzer, die auf Komfortfunktionen wie hochauflösende Videoinhalte oder 3D-Spiele mit hohen Grafikeinstellung nicht verzichten wollen, kommen aber an ihre Grenzen. Der Snapdragon 820 mit seinen vier Kernen und bis zu 2,15 Gigahertz, ist von daher die deutlich bessere Wahl für das X Performance. Beim Arbeitsspeicher schafft Sony allerdings nicht ganz den Anschluss an die Konkurrenz, 3 GB RAM sind nett, 4 GB wären zeitgemäßer gewesen. Das 4G-Netz lässt sich mit maximal 450 Mbit/s im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload ansteuern, sofern der LTE-Tarif das zulässt. Das Modem X12 LTE im Qualcomm-Chipsatz wird also auch hier auf die Kategorie 9 eingestellt.

Der japanische Konzern hat bei der Displayauflösung im Vergleich zum Vorjahr ganz schön zurückgerudert. Hatte das Z5 Premium 2015 sogar als erstes Smartphone überhaupt einen 4K-Bildschirm, spendierte Sony seinem derzeitigen Zugpferd „nur“ Full-HD, verteilt auf 5 Zoll. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Displaydiagonalen reicht das allerdings aus. Einzelne Pixel lassen sich nicht erkennen. Die Basis des Screens stellt ein Triluminos-IPS-LCD-Panel dar. Die gewohnte IPS-Technik wurde hierbei mit Sonys Triluminos-Verfahren optimiert. Jedoch erkannten wir keinen Unterschied zu anderen Displays dieser Art. Die Helligkeit ist hoch, die Blickwinkel sind äußerst stabil, nur der Kontrast könnte noch etwas höher sein.

Unser Modell hat 32 GB internen Speicher, es gibt noch die Ausführung „Xperia X Performance Dual“, diese hat 64 GB und einen Dual-SIM-Kartenschacht. Leider ist diese Variante bislang nicht regulär in Deutschland erhältlich. Doch dank des microSD-Steckplatzes, ist dieser Umstand nicht allzu tragisch. Mit dem WLAN-ac-Standard können Sie sich in Drahtlosnetzwerken mit 2,4 oder 5 Gigahertz einloggen, ergänzend gibt es noch Bluetooth in der Version 4.2, NFC und GPS.

Die Auflösung der Hauptkamera mutet mit 23 Megapixeln imposant an, vorne gibt es immer noch starke 13 Megapixel für Selfies. Die Blende von f/2.0 der beiden Einheiten ist jedoch nicht so lichtstark wie bei den Wettbewerbern, hingegen ist der 1/2,3 Zoll messende Sensor der hinteren Optik für ein Smartphone recht groß. Einen optischen Bildstabilisator sucht der Nutzer allerdings vergebens. Bei der Software ist Sony mit Android 6.0.1 Marshmallow auf einem akzeptablem Stand, Android 7.0 Nougat folgt sicherlich per Update.

Mobilitätseigenschaften

Da es reichlich Oberklasse-Smartphones mit Snapdragon 820 gibt, wie das LG G5 und das HTC 10, ist auch das Modem dieses SoC, das X12 LTE, stark verbreitet. Dennoch beobachten wir Leistungsschwankungen bei den einzelnen Handys, was an der Positionierung der Antennen und am Gehäusematerial liegen kann. Videos in Full-HD über YouTube konnten problemlos über 4G betrachtet werden, bei 2K wird es bei solchen Werten eng, aber das ist aufgrund des verbauten 1080p-Bildschirms eher irrelevant.



Die Benutzung unseres Heimnetzwerks war mit dem X Performance eine wahre Freude. Die maximalen 50 Mbit/s unseres Kabelanschlusses konnten jederzeit erreicht werden. Wir nutzten das „X“ zudem für eine Navigation von etwa einer halben Stunde. Die Standortbestimmung funktionierte akkurat und auch der Kompass, der bei manchen Mobilgeräten Aussetzer hat, arbeitete anstandslos. Besonders begeistert hat uns aber die Telefonie. Hin und wieder vergessen die Smartphone-Hersteller gerne, dass ein Smartphone eigentlich ein Telefon ist, und vernachlässigen die Sprachqualität. Das X Performance liefert hier aber Spitzenwerte. Wir waren begeistert von der Akustik und unser Gesprächspartner meinte sogar, dass er uns noch nie so deutlich verstanden hätte.

Akku im Check

Nach dem großen Lob für die Konnektivität, müssen wir nun ein wenig zurückrudern. Die fest verbaute Batterie hat mit 2.700 mAh einen noch etwas kleineren Wert als die 2.800 mAh im LG G5. Wer nun denkt, dass das Full-HD-Display aber weniger Strom als ein 2K-Panel verbraucht und deshalb die Akkuzeit höher ist, der irrt. Der Akku des Xperia X Performance hatte sich nach 35 Stunden verabschiedet, bei einer aktiven Nutzung von 3 ½ Stunden. Die Displayhelligkeit stellten wir auf etwa 90 Prozent ein und alle Funkverbindungen waren aktiv.

Das ist ein ordentlicher, wenn auch kein beeindruckender Wert. Wir müssen dem Sony aber auch zu Gute halten, dass wir viel mit der Kamera herumgespielt haben. Ansonsten wurden YouTube, WhatsApp, die Telefonie und das Internet verwendet. Wer das Smartphone nicht allzu sehr belastet, kommt locker auf 2 bis 3 Tage Standby.

Performance-Check: Was sagen die Benchmarks?

Die Kombination Snapdragon 820 und 3 GB RAM klingt vielversprechend – und auch die Benchmark-Test belegen unsere optimistische Vorahnung. Das X Performance macht seinem Namen alle Ehre und erreichte etwa 130.000 Punkte in AnTuTu als von uns am höchsten gemessenen Wert. Ein Ergebnis, das nur haarscharf unter den 135.000 Zählern des LG G5 liegt. Beim Geekbench kam das Sony-Handy allerdings nicht so richtig in Fahrt. 3.500 Punkte (Multi-Core) sind nicht das, was wir vom Snapdragon 820 gewohnt sind.

Benchmark Xperia X Performance HTC 10 LG G5 LG G3 Galaxy Alpha
Smartbench - - - 7217 | 3475 5874 | 4500
Geek Bench Multi 1526 | 3514 1696 | 3361 2285 | 5331 - -
Quadrant Standard 34088 45256 - 24130 23714
AnTuTu 130029 120291 135336 40046 48586

Insgesamt gesehen liegt das X Performance bei den Benchmarks vor dem HTC 10, aber hinter dem LG G5 mit gleichem Chipsatz. Im Alltag gibt es keine Stolpersteine, Ruckler sucht man vergebens, Gedenksekunden gibt es ebenfalls nicht. Das Jonglieren mit einem Dutzend an Apps meistert das „X“ mit Bravour, Video-Streaming und 3D-Spiele stellen auch kein Problem dar.

Test der Kamera beim Sony Xperia X Performance – was sagt der Praxis-Bildertest?

Sony und Kameras – das passt bei System- und Kompaktkameras hervorragend und auch andere Smartphones mit Sensoren des Unternehmens liefern gute Ergebnisse. Bislang konnten die japanischen Highend-Handys aber nicht ganz mit der Konkurrenz aus dem Hause Samsung, Apple und Co. mithalten. Bringt das Xperia X Performance hier einen Umschwung? Zum Teil schon.



Der Autofokus arbeitet flott und zielsicher, der Detailgrad ist im mittleren Bildbereich hoch. Zu den Rändern hin, gibt es aber einen deutlichen Verlust der Auflösung zu verzeichnen. Hingegen macht der Weißabgleich einen sehr guten Job, die Farben werden sehr naturgetreu eingefangen. Der fehlende optische Bildstabilisator ist jedoch ein kleines Manko. Man muss das Performance ziemlich ruhig halten, um unscharfe Fotos zu vermeiden.

Test mit genormter Fototest Karte | Klicken = vergrößern


Die folgenden Bilder sind exemplarische Testbilder. Zunächt das LG G5 als Vergleichsreferenz und folgend die selbe Szenarie mit dem "X". Durch Klicken vergrößern Sie den Ausschnitt. Auffällig im Vergleich die unnatürliche Farbwiedergabe und die sehr unsauberen Kanten an den Dachschindeln beim X Performance. Hier liefert das LG um längen bessere Ergebnisse.





Nahdetails zeichent das "X" jedoch sehr gut ab, wie dieses Bild im Test zeigt.




Android und Apps

Mit Android 6.0.1 Marshmallow erhält der Käufer zwar nicht das aktuellste, aber ein noch recht zeitgemäßes Betriebssystem. Sonys bunte Icons springen sofort ins Auge, ebenso die mitgelieferten Hintergründe, die ebenso verspielte Farben aufweisen. Ob man diese recht peppige Optik mag, liegt wortwörtlich im Auge des Betrachters. Lobenswert ist die Bedienung der Oberfläche, die App-Schublade ist aufgeräumt, der Anwender wird außerdem nicht von einer übertriebenen Funktionsvielfalt erschlagen.

Die mitgelieferten Programme fielen für unseren Geschmack etwas zu zahlreich aus. Über 20 Applikationen fanden wir vor, die nicht aus dem Google-Standard stammen. Fans von sozialen Netzwerken, den Sony-Diensten wie PlayStation und von Entertainment wird das freuen, andere hingegen wünschen sich etwas weniger Vielfalt. Schade: Beim manuellen Modus der Kamera-App lässt sich die Belichtungszeit nicht einstellen.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis

Zwar ist das Xperia X Performance schon seit Juli 2016 in Deutschland erhältlich, momentan (Stand September 2016) gibt es das Mobilgerät hierzulande aber bei noch keinem Netzbetreiber. Weder die Telekom, noch Vodafone oder Telefónica haben das Modell im Programm, auch bei 1&1 Fehlanzeige. Hingegen gibt es das Xperia X und das Xperia XA ohne Probleme mit einem Vertrag zu ergattern. Als Alternative können wir zum Xperia XZ bei der Deutschen Telekom raten.

Dieses ist mit 5,2 Zoll etwas größer und hat dazu passend mit 2.900 mAh einen etwas dickeren Akku für den gestiegenen Stromhunger des Displays. Einen Mehrwert gibt es lediglich beim Laser-Autofokus der Kamera, ansonsten ist das Xperia XZ baugleich mit dem Xperia X Performance.

Gründe für und gegen das Sony Xperia X Performance


Pro:

 

Kontra:

Unser Test-Fazit zum Sony Xperia X Performance

Ein richtiger Neustart ist Sonys „X-Reihe“ zwar nicht, aber es wurden einige Kritikpunkte – vor allem bei der Performance – ausgemerzt. Das Design wirkt attraktiver, die Kamera hat sich deutlich gebessert, wenn es auch hier noch Luft nach oben gibt. Die Verarbeitung jedoch ist tadellos und das Gehäuse weist sogar einen Schutz vor Wasser und Staub auf. Doch auch wenn ein 2K-Display auf 5 Zoll keine Notwendigkeit ist, so ist das ein Feature, das die Wettbewerber Sony voraus haben. Wer darauf verzichten kann und keine Wunder bei der Kamera erwartet, kann ohne Bedenken zugreifen.

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