Testbericht zur Fritz!Box 6890 LTE

AVM´s neuester Super-LTE-Router im Praxischeck




Gut 2 Jahre Zeit hat sich AVM zur Entwicklung einer neuen FritzBox-Generation für LTE-Kunden genommen. Nachdem nur wenige Wochen vor der IFA 2017 drei von vier LTE-Boxen aus dem Programm genommen worden, vertreibt der Router-Spezialist nun wieder zwei 4G-fähige Modelle. Genauer gesagt die Fritz!Box 6820 und Fritz!Box 6890. Beim neusten Sproß, der 6890, handelt es sich um ein absolutes Novum auf dem Markt für Privatkunden, soviel vorweg! Zudem lockt die Box mit neuster Technik und vielen Features. Klar, dass die Redaktion von LTE-Anbieter.info sich das gute Stück ganz genau für Sie angesehen und getestet hat. Sind die Vorschusslorbeeren und der vergleichsweise hohe Preis wirklich berechtigt? Für wen eignet sich das Gerät und wie gut ist der Empfang? Dies und vieles andere, erfahren Sie hier im Erfahrungs- und Testbericht.


Lieferumfang und Unboxing

Nur 2 Tage nach dem offiziellen Release hielten wir die FritzBox 6890 bereits in den Händen. AVM hat offensichtlich diesmal die wichtigsten Händler zu Beginn in ausreichenden Stückzahlen beliefert. Mit Spannung und hohen Erwartungen öffneten wir diesmal den Produktkarton. Schließlich handelt es sich nicht um irgendeinen Router ...



Zum Lieferumfang gehören, neben dem Router, noch 9 weitere Einzelteile. Zunächst die weißen Paddel-Antennen für den LTE-Empfang, das Netzteil, 1 x DSL-Kabel, 1 x LAN, 1x DSL/Telefonkabel, 1 x Telefonadapter sowie 1 x TAE-Adapter. Darüber hinaus noch die Kurzanleitung zur Einrichtung sowie eine Servicekarte mit etlichen Kurzinfos über die Front-LEDs und die Passwörter. Das ausführliche Handbuch gibt es ausschließlich zum Download als PDF.



Design, unser erster Eindruck und Handling

Seit der FritzBox 7590 (Festnetz), welche Ende 2016 erschien, schlägt AVM eine neue Designsprache an. Die „Ur-Fritzboxen“ der ersten Jahre waren bekannt durch ihre flach-ovale Bauweise. Zwischendurch wagte das Unternehmen einige Generationen den Ausflug hin zu einem stehenden Formkonzept. Offensichtlich besinnt man sich nunmehr wieder den Wurzeln und pflegt abermals die liegende Optik. Allerdings deutlich überarbeitet – ein echter Augenschmeichler, welcher sich nicht hinter einer Schrankwand verbergen muss (und sollte). Die Front ist im edlen weisen Lack gehalten und beherbergt wie gewohnt etliche Info-LEDs samt Tastern. Erstere sind nicht unerheblich größer ausgefallen, wie noch bei älteren Modellen. Am Oberteil schließt sich die für AVM typische rote Farbkomponente in Form eines Lüftergrills an. Der Unterboden und die Seiten sind hingegen dunkelgrau gehalten. Kombiniert mit geschwungenen Formen, hinterlässt die Box einen schlüssigen und ästhetischen Eindruck.

Wer die 6890 zum ersten Mal in die Hand nimmt, wird vom Gewicht überrascht sein. Das Gerät ist erstaunlich leicht für seine Größe. Wir ermittelten ein Gesamtgewicht von nur  532 Gramm. AVM´s erste Generation, die 6840, bringt es zwar nur auf 380 Gramm, fällt aber auch sichtbar kleiner aus. Durch die geschwungenen Vertiefungen an der Seite, liegt die Box zudem sicher in der Hand. Alles in allem ein echter Hingucker!


(V)DSL oder LTE: Was darf´s sein?

Das wohl Innovativste an der Fritz!Box 6890, ist die Implementierung von zwei Modemarten – einmal regulär für den Betrieb per Festnetz (DSL/VDSL) oder aber via Funk (4G/3G). Im Prinzip ein Hybride, wobei dies nicht mit Hybrid-Internet von der Telekom verwechselt werden sollte. Denn es lässt sich mit der 6890 je nur ein kabel- oder funkbasierter Internetanschluss realisieren. Ein gemeinsamer Co-Betrieb, wie eine Art Load-Balancing, ist nicht vorgesehen.

Dennoch hat das Konzept gleich mehrere Vorteile, welche für einen bestimmten Verbraucherkreis sehr interessant sein könnte. Einmal wäre es denkbar, die 6890 primär als ganz normalen (V)DSL-Router einzusetzen. Sollte einmal der Breitbandanschluss ausfallen oder eine Leitungsstörung vorliegen, springt LTE als Reserve (Fallback) ein. Anders herum, können alle, welche zwar schnelles LTE vor Ort haben, aber nur langsame DSL-Leitungen, die Ausfallsicherheit erhöhen. Oder man nimmt den Router einfach mit in den Urlaub/Wochenendhaus und bezieht sein Internet dort per LTE statt per VDSL daheim. Der Router ist also nicht nur für LTE-Nutzer interessant! Nutzungsszenarien gibt es hier auf jeden Fall viele.



Technische Eckdaten: Highspeed per Funk oder Festnetz …

Wie schon angedeutet, hat AVM in der FB 6890 praktisch nichts ausgelassen, was für ein state-of-the-art Heim-Netz nötig ist. Das LTE-Modem genügt der Kategorie 6, so dass sich theoretisch bis zu 300 MBit via Funk erzielen lassen, den passenden Tarif natürlich vorausgesetzt. Unterstützt werden die gängigsten LTE-Bänder. Also bei 800, 900, 1800, 2100 und 2600 MHz. Der verbaute Chip beherrscht noch weit mehr, so dass prinzipiell per Firmware künftig auch weitere gelistet werden könnten.

Auch beim integrierten Festnetzmodem sind Kunden zukunftssicher gerüstet. Neben den üblichen ADSL-Standards und VDSL samt Vectoring, ist die 6890 nämlich schon Super-Vectoring kompatibel. Dabei handelt es sich um eine nochmals verbesserte Vectoring-Technik, welche ab 2018 die Festnetzdatenraten von 100 MBit/s auf 250 MBit/s oder höher beschleunigen wird. Um die Leistung auch im Heimnetz adäquat verteilen zu können, funkt die 6890 optional via WLAN AC. Prinzipiell sind mit dem Router bis zu 2500 MBit/s brutto möglich. Allerdings wollen wir uns hier nicht zu sehr mit den technischen Einzelheiten aufhalten, dafür haben wir ein extra Datenblatt erstellt.

Alle technischen Eckdaten der FritzBox 6890 haben wir übrigens hier noch einmal für Sie hier im Detail zusammengefasst.

Nachdem viele Vorgängermodelle für LTE-Kunden ohne Telefonanlage und LTE-Antennenport auskamen, hat AVM hier glücklicher Weise ebenfalls nachgebessert. Doch dazu später mehr.

Anschlussmöglichkeiten & Antennen

Die FB 6890 verfügt hinten und an den Seiten über ausreichend Anschlussmöglichkeiten. Zunächst natürlich auf der Rückseite links und rechts zwei SMA-Ports zur Anbindung von zwei externen 4G-Antennen oder den mitgelieferten Paddeln. Vier Gigabit-LAN-Anschlüsse und ein Gigabit-WAN-Port, bieten genug Raum für anspruchsvolle Heimnetze. Darüber hinaus noch der DSL-Anschluss sowie die Buchsen für Analog- oder ISDN-Telefone.



An den Seiten wurden zusätzlich ein USB-3.0 Port und ein FON-Port (TAE) verbaut. Wer allerdings einen sperrigen USB-Stick anbindet, könnte aufgrund der vertikalen ausrichtung ggf. Platzprobleme bekommen. AVM hat diesen aber verlegen müssen, da durch die Antennenanschlüsse hinten kein Platz mehr vakant war.




Telefonie: Immer gut verbunden …

Was für (V)DSL-Kunden seit jeher bei AVM selbstverständlich ist, galt leider nicht im LTE-Portfolio. So verfügten die 6810, 6820 und 6842 nicht über einen Telefonanschluss. Teils konnten per DECT Geräte angebunden werden, mehr nicht. Nun endlich, bieten sich die üblichen Möglichkeiten zum Betrieb einer modernen Telefonanlage per Analog, VOIP oder ISDN samt Fax und Anrufbeantworter. Konfiguriert wird das Ganze wie gewohnt über das Fritz!OS-Menü.

Test des LTE-Moduls: Empfangsqualität im Vergleich

Das wohl wichtigste Kriterium bei einem LTE-Router, ist und bleibt die Empfangsqualität des Funkmodems. Sprich - wie viel Leistung lässt sich mit den gegebenen Empfangsbedingungen maximal herauskitzeln. Dazu haben wir nicht nur die Eckdaten der 6890 ermittelt, sondern auch den Vergleich mit einigen anderen Geräten durchgeführt. Einmal ließen wir den Newcomer gegen die allererste LTE-Fritzbox (6840) antreten. Zudem schickten wir Vodafones GigaCube-Router und ein Zyxel LTE 4506 ins Rennen. Beide Letztgenannten unterstützen ebenfalls LTE-CAT6 mit bis zu 300 MBit. Da die betagte FritzBox 6840 aber lediglich LTE auf 800 und 2600 MHz sowie CAT3 beherrscht, haben wir den LTE-Test in drei Teile gegliedert.


Messung 800 MHz auf dem Land: Zunächst einmal prüften wir die Empfangsqualität bei 800 MHz und fuhren dazu extra in dörfliche Gefilde, um ein möglichst realistisches Abbild zu erlangen. Da dieser Frequenzbereich ohnehin im ländlichen Raum vorherrscht, wohl die Wichtigste Info für all jene, welche die Box mit einem LTE-Heimtarif betreiben möchten.

Test auf 800 MHZ FritzBox 6890 Fritzbox 6840
RSRP -82 -73
RSRQ -11 -7
SINR 3 19
Speedtest Down MBit | Up MBit | Ping 25,2 | 18,3 | 41 18 | 14,5 | 40


Erfreulicher Weise spielt die 6890 hier etwas mehr mit den Muskeln, als in den anderen Disziplinen, wie wir gleich noch sehen werden. Erstaunt waren wir zunächst, dass die Empfangswerte nicht unerheblich unter dem der uralten 6840 aus dem Jahr 2011 rangierten. Nichts desto trotz, zauberte die 6890 daraus im Downstream und Upload gut 20 Prozent mehr Übertragungsleistung. Zur Ermittlung der Speedwerte haben wir übrigens meist den Mittelwert aus drei bis vier Werten gezogen, um Ausreißer zu glätten.

Update: Nachdem AVM kurz nach unserem Test ein wichtiges Update auf Version 6.84 einspielte, wiederholten wir den Test im Band 20. Diesmal an einem anderen zufällig ausgewählten Ort auf dem Land unter gleichen Bedingungen. Das heißt, gleiche Paddelantennen, gleicher Routerstandort, Ausrichtung und natürlich identische Zell-ID während der Messung.

Testlauf 2 auf 800 MHZ FritzBox 6890 Fritzbox 6840
RSRP -90 -82
RSRQ -12 -10
SINR 3 8
Speedtest Down MBit | Up MBit | Ping 25,5 | 17,8 | 32 11 | 21.3 | 35


Auch hier gleicht sich jedoch das Ergebnis zum ersten Testlauf. Trotz teils deutlich schlechterer Empfangswerte, holt die 6890 beim Speedtest einiges mehr heraus, als noch die alte 6840.

Messung im Büro (citynah) ohne Vorgabe: Im zweiten Schritt etablierten wir ein Messpunkt im Büro am Fenster. Dort sollten sich nun alle Geräte eigenständig für das beste Band und die ideale Konfiguration (zum Beispiel mit CA oder nicht) entscheiden. Allerdings sind hier vor Ort die Empfangsbedingungen keineswegs ideal, so wie es wohl auch in vielen ländlichen oder urbanen Periphärgbieten der Fall sein wird. In Schulnoten ausgedrückt, rangiert die Qualität zirka bei Note 3. Perfekt also, um die Kandidaten richtig zu fordern! Bis auf den GigaCube, versuchten zudem alle kurz auf LTE Advanced mit Carrier Aggregation umzuschalten. Unisono wurde dies jedoch direkt wieder verworfen, wahrscheinlich weil das Signal des Co-Bandes zu schwach war. Die Speedtests fanden zudem am Wochenende ganz in der Früh statt, um Verzerrungen durch überlastete Funkmasten weitestgehend auszuschließen.


Empfangstest Büro FB 6890 GigaCube Zyxel LG G5
RSRP -97 -90 -93 -89
RSRQ -12 -5 n.v. n.v.
SINR 22 22 n.v. n.v.
Speedtest Down | Up | Ping 79 | 41 | 32 88 | 23 | 36 ms 98 | 46,4 | 45  38,7 | 19,8 | 30


Auffällig zunächst, der relativ ähnliche RSRP-Wert, wobei der von der Fritzbox sogar einen Tick schlechter ausfällt. Der Signalrauschabstand beim Gigacube und der 6890 waren hingegen gleich. Um so erstaunlicher, dass die Fritzbox von allen Routern die geringste Downloadrate aus den gegebenen Bedingungen herausholte. Nur im Upload sieht es etwas besser aus. Das Modem des kleinen Zyxel-Routers ist uns schon bei vielen Vergleichstests extrem positiv aufgefallen. Es muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass die 6890 per se ein schlechteres Empfangsmodul besitzt. Die etwas schlechteren Signalwerte lassen zumindest vermuten, dass die Box mit den mitgelieferten Paddelantennen nur wenig herausholen kann. Einen Test mit Antenne werden wir noch nachliefern. Fakt ist allerdings auch, dass AVM diesmal nicht wie sonst üblich, auf ein Modem-Modul von Sierra Wireless setzt, sondern auf den Hersteller Fibocom mit dem Produkt L830-EA. Die Eckdaten des M.2 Moduls können hier eingesehen werden.

Test mit Carrier-Aggregation in der Stadt: Zu guter Letzt schickten wir die drei CAT6-fähigen Router via Carrier-Aggregation zusammen mit einem LG G5 ins Rennen. Hierfür bezogen wir Position direkt in der Innenstadt von Leipzig.


Empfangstest CA City FB 6890 GigaCube Zyxel LG G5
RSRP -85 -77 -74 -73
RSRQ -13 -8 - -
SINR 8 13 - -
Speedtest Down | Up | Ping 75,3 | 23,7 | 40 74,4 | 43,33 | 29 58,4 | 26,2 | 35 87,4 | 41,7 | 24


Dabei schwächelte erstaunlicher Weise der Zyxel, welcher zuvor brillierte. Den Takt gab hingegen in der Stadt, mit fast 90 MBit/s, das Smartphone an. 6890 und GigaCube liegen bei der Downloadperformance gleich auf. Lediglich im Upload schwächelte die FritzBox etwas.

FB 6890 mit Carrier-Aggregation




WLAN im Test: Wie gut ist das Wifi?

In puncto Wifi, verspricht AVM ebenfalls High-Performance. In der 6890 steckt das gleiche Wifi-Modul, wie in den aktuellen Top-Modellen 7590 und 7580. WLAN AC und Multi-User MIMO sorgen nach Herstellerangeben für perfekten Durchsatz „ohne Ladebalken an Smartphone, Tablet und Co“. Auf dem 5 GHz Band sind 1733 MBit brutto erzielbar, plus nochmals 800 MBit auf dem 2.4 GHz-Band – kombiniert also bis 2533 MBit brutto. In der Praxis liegen die Nettodatenraten wie gewohnt um einiges darunter.

Wir haben mit einem LG G5 bewaffnet, die WLAN-Empfangseigenschaften getestet. Und zwar im Vergleich mit einem Nighthawk R7100LG, welcher sich ebenfalls exzellente Wifi-Performance auf die Fahnen geschrieben hat und von den Wireless-LAN Eckdaten ähnlich ist. Zudem testeten wir mit einem WLAN-Stick den Datendurchsatz. Doch der Reihe nach!

Hilfe: Zahlen von -40 bis -60 dBm gelten als sehr gut – Werte bis zirka -80 dBm dagegen gut bis ausreichend. Unter -80 sind stark sinkende Datenraten zu erwarten. Spätestens ab -105 dBm sogar Verbindungsabbrüche.
Für den Vergleichstest wählten wir zunächst vier markante Punkte im Büro, die stellvertretend typischen Einsatzorten in einem Verbraucherhaushalt entsprechen. Einmal direkt in Sichtweite im selben Raum (a) bei 3 Metern Entfernung. Des Weiteren  in einer Distanz von 8 Metern durch eine Glastür und versetzt 0,5 M Wand als Hindernis (b). Messpunkt (c) liegt genau 1 Etage höher, so dass das Signal eine Decke überwinden muss. Und schließlich Messpunkt (d) eine Etage höher und eine tragende Wand sowie 4 Meter Distanz dazwischen. An jedem Punkt ermittelten wir je die verbleibende Signalstärke in dBm. Je besser diese ausfällt (kleinerer Zahlwert), desto stabiler fällt die Verbindung aus, was sich natürlich auch in der maximal erreichbaren Datenrate wiederspiegelt.

WLAN Test Messpunkt a) Messpunkt b) Messpunkt c) Messpunkt d)

Fritzbox 6890

-46 dBm

-76 dBm

-56 dBm

-65 dBm

Nighthawk R7100LG

-52 dBm

-82 dBm

-60 dBm

-69 dBm


Hier kann sich die FritzBox demnach recht deutlich absetzen. Und das obwohl der Netgear mit drei großen Paddelantennen fürs WLAN ausgestattet ist (3x3 MIMO). An dieser Stellte kommt sicher auch das Vierfach-MIMO (4x4) der Fritzbox 6890 zum Tragen. Rein von den Empfangswerten her, liefert AVMs Router also tadellose Ergebnisse.

Test der Praxis-WLAN-Performance der FritzBox 6890

Im nächsten Schritt interessierte uns, wie hoch der erzielbare Datendurchsatz in der Praxis bei guten Bedingungen ausfällt. Dazu platzierten wir eine 1 GB große Testdatei auf einen USB 3.0 Stick und steckten diese je einmal in die 6890 und den Nighthawk. Als Gegenstelle kam ein Wireless AC54  WLAN-Stick von ASUS zum Einsatz (MIMO 2x2), welcher maximal 867 MBit brutto liefert. Eine durchaus typische Hardware-Konfiguration also. Um Störeinflüsse auszuschließen, lag jeweils eine direkte Sichtverbindung auf einer Distanz von 4 Metern vor. Jeweils via WLAN ac und auf Kanal 44. Im Gegenzug ermittelten wir zudem die Datenrate bei einer direkten GBit-LAN-Verbindung.



Transferrate via ... FritzBox 6890 R7100LG
MB/s per WLAN intern | extern 13 MB/s | 11,5 MB/s 21 MB/s
MBit/s per WLAN 104 MBit/s | 92 MBit/s 168 MBit/s | -
dBm Empfang (WLAN) - 50 dBm - 57 dBm
MBit/s per LAN 116 MBit/s 297 MBit/s


Trotz der durchweg besseren Empfangswerte der 6890, konnten wir leider in dieser Konstellation keine Datenraten deutlich über 100 MBit ermitteln. Nicht einmal direkt per LAN, wo der Netgear die 1 GB große Testdatei gut dreimal so schnell auslieferte. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die Performance der USB-Ports bei AVM nicht die Beste ist. Daher haben wir noch einen weiteren Test zu Rate gezogen.

Mit dem kostenlosen Tool „Iperf“, lässt sich vereinfacht gesagt der Netzwerkdurchsatz messen. Zusammen mit der Erweiterung „Jperf“ lässt sich das Programm über eine grafische Benutzeroberfläche bequem steuern. Hier haben wir je 7 IP-Streams gleichzeitig für 15 Sekunden streamen lassen. Sieben, da die volle Durchsatzrate laut AVM erst bei mehreren parallelen Streams erreicht wird. Im Alltag wird man aber in der Regel nur immer eine Datei im Heimnetz übertragen – gelegentlich werden hin und wieder mehrere Endgeräte gleichzeitig auf Inhalte zugreifen.

Gemessen wurde je auf der FritzBox 6890, einer FB 7580, zudem wieder mit dem Netgear 7100LG. Abermals bei 4 Metern Distanz und Sichtverbindung, WLAN AC auf 5 GHz und Band 44.

Die 6890 und 7580 lagen erwartungsgemäß dicht beieinander und schafften in mehreren Durchläufen im Schnitt 410-430 MBit. Der Netgear performte mit 430-450 MBit ein kleinwenig besser, was aber in der Praxis praktisch nicht wahrnehmbar ist. Bei der rein technischen Durchsatzmessung, schneidet die 6890 also gut ab. Direkt beim Praxistest im Browser und der Übertragung einer Datei im Heimnetz, performte der Router, wie oben gezeigt, nicht ganz so ideal …

Durchsatztest FB 6890:


Durchsatztest FB 7580:


Durchsatztest Netgear:


Installation und erste Einrichtung: Schnell und einfach

Die Ersteinrichtung fällt gewohnt unproblematisch aus. Dennoch wollen wir Sie kurz, Schritt für Schritt, zur ersten Internetverbindung per LTE führen. Zunächst benötigen wir nur den Router samt Netzteil, eine SIM-Karte mit Ihrem 4G-Tarif, die Paddelantennen und ein LAN-Kabel. Los geht’s! Zunächst schrauben wir, sofern keine anderen externen LTE-Antennen verwendet werden sollen, die Paddelantennen an.

SMA-Anschluss an der 6890

Wie wir beim Test festgestellt haben, muss man diese leider immer mal wieder nachziehen, da uns ständig die Paddel seitlich weggeknickt sind. Idealer Weise stehen diese V-förmig voneinander ab. Als nächstes legen wir die SIM-Karte wie im folgenden Bild ein. Der Schacht befindet sich über dem rechten Antennenanschluss.

SIM Schacht bei der FB6890


Verbinden Sie nun das mitgelieferte LAN-Kabel mit dem PC oder Laptop. Erst zum Schluss binden wir das Netzteil an und die Box startet direkt. Im Gegensatz zur 6820, dauert der Bootvorgang leider relativ lange. Unsere Messung (Stromzufuhr bis Menü zur Passwortabfrage) ergab eine Dauer von ca. 90 Sekunden. Dass ist doppelt so viel, wie bei der älteren Fritz!Box 6820. Vermutlich, weil durch die zwei integrierten Modems mehr Infos und Daten beim Hochfahren abgeglichen werden müssen und die Firmware damit auch komplexer ausfällt. Nach gut 1,2 Minuten, können Sie im Browserfenster das Menü erstmals aufrufen. Dazu geben wir „fritz.box“ in die Adressezeile ein. Beim ersten Start folgt eine kleine Vorkonfiguration.

Zunächst werden Sie nach der Landessprache gefragt, bevor das Routerpasswort abverlangt wird. Dieses befindet sich auf der Unterseite der Box. Als nächstes soll man sich für eine Zugangsart entscheiden, also ob Mobilfunk bzw. DSL/WAN. Wir haben uns natürlich für Funk entschieden. Anschließend versucht die 6890 die Mobilfunkverbindung automatisch einzurichten, was bei den meisten Providern gut klappt. Unsere Test-SIM von der Telekom wurde ebenfalls richtig erkannt.





Nach der Konfiguration des Breitbandzugangs, folgt direkt die der Telefonie. Hier wird man gefragt, ob ein IP-basierter oder Festnetzanschluss vorliegt. Wer kein Fon einrichten möchte, kann an diesem Punkt allerdings auch abbrechen. Wir empfehlen nun im letzten Schritt ganz links unten bei „Ansicht“ durch einen Klick in die Erweiterte Ansicht zu wechseln, da nur so alle Informationen und Konfigurationen möglich sind.

Der Startbildschirm ist wie gewohnt aufgebaut. Er liefert eine Übersicht zu Verbindungen, Anschlüssen, Anrufen und der Firmwareversion. Überraschender Weise wurde unsere FritzBox 6890 noch mit der Version 6.83 ausgelieftert. Eigentlich hatte AVM angekündigt mit 6.90 in den Abverkauf zu starten. Knapp eine Woche später, wurde aber ein Update auf 6.84 zur Verfügung gestellt, welches erste kleine Kinderkrankheiten ausbügelte.


Firmware: Einstellmöglichkeiten für Einsteiger und Profis

Wer schon einmal eine LTE-fähige FritzBox im Einsatz hatte, dem wird bestimmt sofort der zusätzliche Unterpunkt im "Internet"-Menü auffallen. Neben "LTE-Informationen", findet sich an dieser Stelle nun zusätzlich noch das Pendant für die DSL-Leitung. Unter "DSL-Informationen" lässt sich die Art und Güte der (V)DSL-Verbindung überwachen.

DSL-Informationen anzeigen

Analyse der anliegenden DSL-Verbindung

Sämtliche anderen Features entsprechen praktisch dem der regulären Modelle. Also für Telefonie, WLAN, DECT etc. Wie gewohnt, bleiben hier kaum Wünsche offen.

Bedeutung der Info LEDs

Insgesamt stehen auf der Vorderseite 5 Leucht-LEDs zur Verfügung. Die erste von links ist die Power / LTE*DSL LED. Diese leuchtet bei einer vorhandenen Internetverbindung per LTE oder DSL. Blinken signalisiert eine Unterbrechung. Den Informationsgehalt dieser Leuchte finden wir allerdings ziemlich begrenzt. Die nächste Infolampe betrifft das WLAN und verfügt zusätzlich über einen Taster. Wie gewohnt, signalisiert die Lampe die Zustände „an“ und „aus“.



Über den Taster, lässt sich Wifi wahlweise manuell aktivieren oder deaktivieren.  FON/DECT verfügt ebenfalls über einen Taster, der zur „Wiederfindung“ eines Telefons konzipiert ist. Blinken steht für eine neue Sprachnachricht. Connect/WPS meldet bei Bedarf neue WLAN- oder DECT-Geräte an. Während dieses Vorgangs blinkt die LED. Zu guter Letzt hat AVM noch eine Info-LED verbaut. Rot bedeutet, dass eine wichtige Nachricht vorliegt – man sollte sich dann ins Routermenü einloggen. Blicken signalisiert im Auslieferungszustand eine neue Nachricht auf der Mailbox. Die Belegung kann aber geändert werden.

Vorteile und Nachteile der neuen 6890 LTE im Überblick

Testurteil 6890
Router-Spezialist AVM hat sich mit der 6890 erstmals auf neues Terrain gewagt. Eine High-End Fritzbox, welche sowohl LTE wie auch xDSL beherrscht, gab es noch nicht. Vom Design bis hin zu den Anschlüssen wirkt alles durchdacht. Eine Telefonanlage und die Möglichkeit zum Anschluss von Zusatzantennen, runden den Eindruck ab.

Das integrierte LTE-Modem machte im Test zwar eine durchweg passable Figur, doch im Vergleich hätten wir uns zumindest ein Tick mehr erhofft. Bleibt abzuwarten wie sich die Box mit externer Antenne schlägt. Diesen Test holen wir zeitnah nach.

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