Testbericht Netgear LB1110

Was taugt das neue LTE-Modem von Netgear?


Netgear LB1110

Netgear bietet seit November 2016 die beiden LTE-Modems LB1110 und LB1111 (ohne Routerfunktion) an. Die Technik der Geräte ist auf das wesentliche beschränkt und in dieser Form einzigartig im europäischen Markt. So verfügen die Modems lediglich einen RJ45 Gigabit-LAN Anschluss - USB oder gar WLAN gibt es nicht. Dafür sind zwei TS-9 Anschlüsse für eine externe Antenne vorhanden und der LB1111 verfügt sogar über eine Power over Ethernet (PoE) Funktion, mit der auf ein externes Netzteil verzichtet werden kann. Die Bedienung erfolgt über eine App oder das Webinterface. Max von LTE-Anbieter.info konnte das Netgear LB1110 Modem bereits ausführlich testen. Für wen lohnt der Kauf und was kann das Gerät alles?

LTE mit bis zu 150 MBit/s

Herzstück des Netgear LB1110, sowie auch des Schwestermodells LB1111, ist das integrierte Mobilfunk-Modem. Dieses erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload über LTE. Außerdem ist das Modem abwärtskompatibel zu 3G und 2G Funknetzen, über den 3G Beschleuniger DC-HSPA+ sind bis zu 42,2 MBit/s im Download erreichbar. Im Test mit einer SIM-Karte der Telekom, konnten über LTE im Bereich um 1800 MHz rund 135 MBit/s im Download und 44 MBit/s im Upload erreicht werden. Der Ping (Latenzzeit) lag, je nach Speedtest-Server, zwischen 20 und 30 Millisekunden. Das LB1110 Modem unterstützt alle für Deutschland wichtigen LTE-Frequenzbereiche, also 800, 1800 und 2600 Megahertz (Band 3, 7 und 20). Zudem wird Band 8 (900 MHz) unterstützt, auch dieser Frequenzbereich könnte schon bald auch in Deutschland für LTE verwendet werden, aktuell funkt dort noch das 2G GSM Netz.

Auf der Front verfügt das Netgear LB1110 Modem über große und sehr gut sichtbare LEDs, welche den Betriebsstatus sowie den Empfang anzeigen. Auch aus einer Entfernung von mehreren Metern kann man noch mühelos die Anzahl der Empfangsbalken ablesen, was bei der Einrichtung des Modems an Orten wie dem Dachboden sehr hilfreich sein kann. Dank zweier Halterungen auf der Rückseite ist übrigens auch eine Wandmontage des LB1110 möglich.



Netgear LB1111 kommt mit PoE

Das in diesem Test vorgestellte Netgear LB1110 Modem benötigt zum Betrieb eine Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil. Das Schwestermodell mit der Bezeichnung LB1111 ist technisch und optisch zum LB1110 absolut identisch, mit einer einzigen Ausnahme: Die Stromversorgung kann hier auch über das Netzwerkkabel erfolgen, sodass das Modem auch weit entfernt von einer Steckdose platziert werden kann. Power over Ethernet (PoE) nennt man diese Technik. Zur Einspeisung der Energie benötigt man jedoch einen passenden PoE Router oder PoE Switch auf der „Gegenseite“, gewöhnliche Router bieten diese Funktion nicht an.



Anschluss für externe Antenne

Auf der Rückseite bietet das Netgear LB1110 Modem neben dem RJ45 Gigabit-LAN-Ports auch noch zwei TS-9 Anschlüsse für eine externe MIMO LTE-Antenne. Damit können Empfang- und Sendeleistung optimiert werden und die Verbindungsqualität verbessert werden. Netgear bietet eine kleine passive MIMO Antenne als Zubehör an. Im Test erreichte das LB1110 mit der Antenne teils deutlich höhere Geschwindigkeiten, obwohl auch die internen Antennen des Modems schon sehr gut sind. Ein Praxis-Beispiel: Bei schlechtem LTE Empfang im Bereich um 800 MHz konnten ohne externe Antenne mit der Telekom SIM-Karte rund 4 MBit/s im Download und 1 MBit/s im Upload erreicht werden. Mit angeschlossener externer Antenne waren am gleichen Standort 18 MBit/s im Download und 5 MBit/s im Upload möglich. Sofern man mit der Geschwindigkeit am eigenen Standort unzufrieden ist, sollte man daher auf jeden Fall die TS-9 Anschluss-Möglichkeit nutzen und eine Zusatz-Antenne erwerben.

LB1110 LTE Modem mit Antenne

Software und Bedienung

Die Einrichtung und die Bedienung des Netgear LB1110 LTE Modems ist einfach und unkompliziert. Über die IP Adresse 192.168.8.1 erreicht man mit einem Browser das Webinterface des Modems, wo alle Einstellungen vorgenommen werden. Bei der erstmaligen Einrichtung muss der Nutzer ein Passwort festgelegen, mit dem das Webinterface vor unbefugtem Zugriff geschützt wird. Der PIN-Code für die SIM-Karte kann auf Wunsch gespeichert werden, sodass man ihn nur bei einem Wechsel der SIM-Karte erneut eingeben muss. Sofern ein Mobilfunknetz empfangen wird, ist der LB1110 nach Eingabe der PIN sofort online. Die Konfiguration der Zugangsdaten für den jeweiligen Anbieter wird völlig automatisch im Hintergrund vorgenommen, kann bei Bedarf aber natürlich auch manuell abgeändert werden.



Das Webinterface gibt dem Nutzer einen Überblick über alle wichtigen Parameter zur Verbindung, dazu gehören zum Beispiel Empfangspegel, Online-Zeit und verbrauchtes Datenvolumen. Über ein Dropdown-Menü besteht die Möglichkeit, die Internetverbindung auf eine bestimmte Mobilfunk-Technologie (z.B. nur LTE) zu beschränken. In Regionen mit schwachem Empfang kann dies sinnvoll sein, sollte der Router ständig zwischen zwei Mobilfunk-Technologien hin- und her schalten.

Eine SMS Funktion ermöglicht das Empfangen und Versenden von Kurznachrichten und die Software kann auf Wunsch über das Webinterface „over the air“ aktualisiert werden. Während des Update-Vorgangs sollte man das Gerät aber keinesfalls vom Strom trennen, da sonst bleibende Schäden am Gerät auftreten können. Optional ist die Bedienung auch über eine App für Smartphones und Tablets mit iOS sowie Android Betriebssystem möglich.

Fazit: gutes LTE Modem

Wer auf der Suche nach einem LTE Modem mit Gigabit Ethernet-Anschluss und ohne Extras wie Telefonie, WLAN oder USB ist, wird mit dem Netgear LB1110 sehr zufrieden sein. Das Gerät bietet zuverlässige und schnelle Internetverbindungen via Mobilfunk und hinterließ im Test einen durchweg guten Eindruck. Das Schwestermodell LB1111 ist mit der zusätzlichen PoE Funktionalität besonders für all diejenigen geeignet, die am Verwendungsort keinen Stromanschluss haben. Im Fachhandel ist das Netgear LB1110 ab rund 130 Euro zu haben, das LB1111 kostet mit 140 Euro nur rund 10 Euro mehr. Direkt bei den LTE Mobilfunk-Anbietern, sind die beiden Netgear Modems leider bisher nicht erhältlich. Man muss Vertrag und Endgerät daher in jedem Fall getrennt voneinander erwerben.

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