Testbericht zum Netgear Nighthawk R7100LG

Was kann der High-End LTE-Router?


der Netgear Nighthawk R7100LG im Test

Wenn es um Router für stationäre LTE-Anschlüsse geht, werden die meisten wohl zunächst an AVM denken. Doch auch wenn das Angebot recht übersichtlich ist – es gibt sie, die Alternativen. Der Netzausrüster „Netgear“ aus Kalifornien, stellte für den 4G-Markt bisher vornehmlich Mini-Hotspot Router, wie den LB1110, her. Mit dem Nighthawk R7100LG positioniert sich das Unternehmen nun erstmals auch im Segment der stationären LTE-Router mit Highspeed-WLAN. Netgear hat uns das Modell dankenswerter Weise für einen Test zur Verfügung gestellt. Soviel vorweg – die Spannung war groß und das zu recht!

Konzept des Netgear R7100LG

Netgear verfolgt mit dem 7100LG weniger die Idee eines handlich, portablen 4G-Routers für die Westentasche. Derartige Geräte befinden sich bereits im Portfolio der Kalifornier. Vielmehr sollen Kunden zuverlässig immer und überall ans Internet angebunden werden. Egal ob als „Backup“, falls der (V)DSL-Anschluss zuhause einmal streikt, in Ferienhäusern, kleinen Büros, auf Messen oder Veranstaltungen  - Anwendungsmöglichkeiten gibt es zumindest genug. Und das natürlich mit maximaler Performance! Wie wir noch zeigen werden, protzt der R7100LG mit geballter Power – zumindest auf dem Papier. Ob sich die Leistung auch im Alltag auszahlt, dazu hier im Test später mehr. Zunächst schauen wir uns den Nighthawk genauer an.

Lieferumfang

Wer den Karton bei Lieferung das erste Mal in der Hand hält, wird wahrscheinlich vom Gewicht überrascht sein. Dieser bringt es auf gut 2,4 Kilogramm, was schon ungewöhnlich für einen LTE-Router ist. Enthalten sind neben dem Gerät noch das Netzteil, 1 x LAN-Kabel sowie eine Kurzanleitung in mehrsprachiger Ausführung. Statt nur einem Stromkabel, werden gleich zwei geliefert, welche den Betrieb für die USA und Deutschland ermöglichen. Andere Hersteller behelfen sich an dieser Stelle mit einem kleinen Adapter, doch zwei Kabel sind natürlich auch legitim.

Unboxing R7100LG

Lieferumfang

Ebenfalls im Karton befinden sich drei schwarze Paddelantennen. Diese sind aber nicht, wie man meinen könnte, zur Optimierung des LTE-Empfangs gedacht, sondern befeuern das WLAN mit starkem 3x3 Dualband MIMO.

Design, erster Eindruck und Handling

Was beim ersten Anblick des Netgear R7100LG auffällt – er ist keinesfalls zu übersehen! Understatement ist keinesfalls sein Ding und war wohl auch nie Absicht der Designer. Rechnet man die etwas überstehenden WLAN-Antennen hinten mit, vereinnahmt der Router ca. 24 cm Tiefe, 30 cm Breite und 7 cm Höhe bei gut 1,1 Kilogramm Eigengewicht.

Komplettansicht

Der Namenszusatz „Nighthawk“, welcher stellvertretend für ein Tarnkappen-Kampfjet oder Greifvogel steht, ist Programm und will Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und ja, die Formsprache ähnelt in gewisser Weise dem der Lockheed F-117. Die eckigen Übergänge samt der rein schwarzen Farbgebung, strahlen Kraft und technische Dominanz aus.

Seitenansicht


Auf der Vorderseite hat Netgear mehrere Info LEDs verbaut. Während die meisten Hersteller es bei 3-4 belassen, informieren hier den Nutzer sage und schreibe 13 Lämpchen über diverse Statusinformationen. Im Backend lassen sich diese sogar umprogrammieren.

Info-LEDsVon links nach rechts: On/Off; Internetverbindung; 3G/4G; 2.4 GHz WLAN; 5 GHz WLAN; USB 1 (Standard 3.0); USB 2 (Standard 2.0); LAN Ports 1-4; WLAN on / off sowie WLAN verschlüsselt (WPS). Schlauer Weise stell Netgear den User vor die Wahl, alle LEDs auszuschalten. Dafür gibt es auf der Rückseite einen Taster. Zum einen spart eine Deaktivierung Strom, andererseits kann die Illumination samt Geblinke von ein dutzend LEDs im Dunkeln schon mal nerven.

Anschlüsse am R7100LG

Auf der Rückseite befinden sich zunächst 4 Gigabit LAN-Ports sowie 1 WAN Anschluss mit der gleichen Leistung. Darüber hinaus ein weiterer USB Port nach dem Standard 2.0. Für mehr Leistung, steht vorne in der Mitte ein USB 3.0 Anschluss bereit.

Rückseitenansicht

Ebenfalls hinten, hat Netgear den SIM-Kartenschacht verbaut. Dieser nimmt Karten im Micro-SIM Format auf. Gleich daneben wurde der Reset-Schalter platziert. Links und Recht gibt es noch zwei Drucktaster. Wie erwähnt, zum Ein- und Ausblenden der Info-LEDs sowie Power on/off.

Highspeed LTE dank CAT6 Modem

Der Nighthawk R7100 LG gehört bislang zu dem erlesenen Kreis von stationären LTE-Routern, welche mehr als CAT4 (Was bedeutet CATx?) unterstützen. Dank CAT6 Support, können mit dem Gerät prinzipiell LTE-Tarife mit bis zu 300 MBit eingesetzt werden. Im Uploadstream stehen dann bis 50 MBit zur Verfügung. Genug Leistungsreserven also, selbst für anspruchsvolle Aufgaben! Das Modem funkt auf bis zu sieben LTE-Bändern und beherrscht Carrier Aggregation (20 MHz). Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Frequenzen bei 800 MHz, 900 MHz, 1800 MHz, 2100 MHz, 2300 MHz und 2600 MHz (Band 7 & 38). Damit lässt sich der Router z.B. problemlos überall in Europa und den USA einsetzen. Auch der Betrieb auf 3G (B1 & B8) ist möglich, sofern doch einmal am Standort kein LTE anliegen sollte. Rein technisch, sind Nutzer also auf praktisch alle Situationen vorbereitet und verfügen über ein zukunftsfähiges LTE-Modem. Da gibt es nichts auszusetzen!

Sonstige Eckdaten und Features

Der R7100LG verfügt intern über einen leistungsstarken 1 GHz Dualcore Prozessor, der auf 256 MB RAM zugreifen kann. VPN für sichere Remotezugriffe wird selbstverständlich unterstützt. Gleiches gilt für IPv6. Dank ReadySHARE® USB Technik, ermöglicht der Hersteller eine gemeinsame Nutzung von USB-Festplatten und Druckern. Via ReadyCLOUD lässt sich ein personifizierter Cloud-Zugriff auf USB-Geräte einrichten. Ein integriertes QoS-Management regelt automatisch Priorisierungen für den Down- und Upstream je nach Anwendung.

WLAN: Die Paradedisziplin des Nighthawk

Wie der Namenszusatz „AC1900“ schon andeutet, steckt im R7100LG ein starkes WLAN-Modul. Dank „Hochleistungsverstärker“ (so die Werbung) und den 3 Zusatzantennen, verspricht Netgear „atemberaubende Geschwindigkeiten ohne Verzögerungen“. Während sich mit den meisten Hotspot LTE-Router zwischen 15 und 64 Endgeräte ins Internet bringen lassen, verwaltet der Netgear bis zu 256!

Anschlüsse

Dank 802.11ac Unterstützung, sind brutto bis zu 1900 MBit im Heimnetz per Wireless LAN möglich. Genauer gesagt, bei Dualbetrieb auf 2,4 GHz (600 MBit) sowie 5 GHz (1600 MBit). Die schwarzen Paddelantennen sind übrigens abnehmbar, sollten für optimale Leistung aber immer angeschlossen bleiben. Auch bei anspruchsvollsten NAS-Lösungen daheim oder im Büro, stehen also ausreichend Leistungsreserven beim WLAN zur Verfügung.

WLAN im Test: Wie gut schlägt sich der R7100LG in der Praxis?

Für den WLAN-Test haben wir den Nighthawk gegen eine aktuelle FritzBox 7580 von AVM antreten lassen. Für Stabilität und Performance entscheidend, ist vor allem die anliegende Signalstärke in Abhängigkeit von Distanz und Art der Hindernisse. Insgesamt haben wir für beide Router vier Messpositionen im Büro festgelegt. Einmal direkt via Sichtkontakt und 3 m Entfernung (a). Des Weiteren bei einer Distanz von 8 Metern und einer Glastür als Hindernis (b). Die anderen beiden Messstellen lagen eine Etage höher, so dass die Signale mindestens noch eine Decke passieren mussten. Punkt c) liegt direkt über dem Router im Büro und d) abermals einen Raum weiter. Also vier typische Situationen aus dem Alltag in einer Wohnung/Haus oder Geschäftsgebäude. In der folgenden Tabelle haben wir die Ergebnisse zusammengefasst. Vorgenommen wurden alle Messungen übrigens mit einem LG G5 bei WLAN ac im 5 GHz Bereich. Beide Router standen je an derselben Stelle und die Tests wurden nacheinander durchgeführt, um gegenseitige Störungen zu vermeiden. Daher konnte auch das gleiche Band (44) bei 5 GHz verwendet werden.

WLAN Test Messpunkt a) Messpunkt b) Messpunkt c) Messpunkt d)

Fritzbox 7580

-48 dBm

-74 dBm

-65 dBm

-69 dBm

Nighthawk R7100LG

-49 dBm

-80 dBm

-68 dBm

-76 dBm


Interpretation: Werte von -40 bis -60 dBm sind als sehr gut anzusehen – Pegel bis ungefähr -80 dBm dagegen gut bis ausreichend. Unter -80 sind stark sinkende Datenraten zu erwarten. Spätestens ab -100 dBm auch Verbindungsabbrüche.
Bei Sichtverbindung liegen beide Geräte gleich auf. Doch sobald es bauliche Hindernisse gibt, fällt der Netgear etwas in Vergleich zur FritzBox ab. Die Unterschiede sind allerdings nicht groß. Nur wenn mehrere Hindernisse (Decke + Wand) zu überbrücken sind, scheint der R7100LG etwas mehr Probleme zu haben. Alles in allem aber ein sehr gutes Ergebnis!

Tipp für besseren WLAN-Empfang: Die Antennen des Nighthawk sollten nicht willkürlich angeordnet werden. Richten Sie die mittlerer Antenne 90° nach oben aus. Die Paddel links und rechts müssen für optimale Ergebnisse im 45° Winkel abgeneigt stehen.

Test der WLAN Performance

Wichtig für den Verbraucher ist aber letztendlich die Performance, welche sich mit einem WLAN-Netz netto erzielen lässt. Auch hierfür haben wir einen kleinen Testparcours absolviert, welcher wie folgt aussah. Als Referenz hielt wieder die FritzBox 7580 her. Auf einem USB 3.0 Stick platzierten wir eine 1 GB große nicht komprimierbare Testdatei von Speedtestx.de. Diese wurde je von der FritzBox und dem R7100LG per WLAN im 5 GHz Band heruntergeladen. Als Bindeglied fungierte ein AC54 Wireless-AC1300 WLAN Stick von ASUS. In unserer Konfiguration waren maximal 867 MBit brutto möglich, was aber in der Praxis ohnehin nie erzielt wird. Zwischen Stick und Router herrschte Sichtverbindung bei einer Distanz von 4 Metern.

WLAN ac Stick von ASUS

Beide Router attestierten einen exzellenten Empfang von -51 dBm (FritzBox) und -53 dBm (Netgear). Als Gegenreferenz luden wir die gleiche Datei noch per LAN herunter. Hier erzielten wir 51 MB/s, was 408 MBit/s entspricht. Die 7580 von AVM schaffte im WLAN-Betrieb im Schnitt 22,5 MB/s, was ca. 180 MBit Nettodatenrate entspricht. Der Nighthawk zog die Datei etwas schneller und kam auf 29,1 MB/s, also ca. 233 MBit/s. Verglichen mit den Bruttowerten aus der Werbung, also rund ein Viertel, aber dennoch für den Heimgebrauch mehr als ausreichend. Die LAN-Direktanbindung ist gut doppelt so schnell, dafür aber auch weniger flexibel. Im Vergleich mit der Fritzbox, erzielt der Nighthawk also knapp 30 Prozent mehr Leistung auf kurze Distanz.


Transferrate von FritzBox 7580 R7100LG Gigabit LAN
MB/s 22,5 29,1 51
MBit/s 180 232,8 408
dBm Empfang -51 dBm -53 dbm -



LTE im Test: Empfangsqualität im Vergleich

Entscheiden für einen LTE-Router ist natürlich in erster Linie die Leistung des LTE-Modems. Also wieviel holt dieses aus den gegebenen Empfangsbedingungen vor Ort „heraus“. Um einen Vergleichsmöglichkeit zu haben, ließen wir den Nighthawk gegen drei aktuell gängige Modelle  antreten. Einmal die populäre FritzBox 6820 (CAT4), einen handlichen Zyxel 4506 (CAT6) sowie den neuen Vodafone GigaCube Router (Huawei), welcher ebenfalls CAT6 beherrscht. Drei würdige Konkurrenten in allen Preisklassen von knapp 100 € bis rund 250 Euro.




Für den Test setzten wir eine Telekom SIM-Karte ein. Somit betrug das technisch mögliche Limit 300 MBit/s. Allerdings herrscht bei uns im Büro nicht die beste Signalstärke für LTE von der Telekom. In Schulnoten ausgedrückt, würden wir sagen eine glatte 4. Allerdings ist dies für den Empfangstest nicht schlimm, im Gegenteil! Denn nur selten werden Kunden ideale Bedingungen vor Ort vorfinden. Und unter widrigen Bedingungen zeigt sich der wahre Meister. Außerdem bietet der Netgear ohnehin keine Möglichkeit zum Anschluss von externen Antennen, sodass man mit dem leben muss, was die Situation vor Ort hergibt.

R7100LG GigaCube Zyxel FB 6820
RSRP -92 -97 -91 -97
RSRQ -8 -6 n.v. -12
Signal -65 n.v. n.v. n.v.
Band 3 3 n.v. ? 3
Speedtest MBit/s 32 Down / 21 Up 36 Down / 14 Up 40 Down / 33 Up 25 Down / 32 Up


Hinweis zur Testumgebung:

Zur Bestimmung der Empfangswerte und Speedtests bildeten wir den Mittelwert aus zwei Messreihen zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeiten. Die Router wurden jeweils immer an dem gleichen Ort positioniert. Da es sein kann, dass Router A sich für Frequenzband 7 und Router B sich für Band 20 entscheidet, nahmen wir alle Messungen einheitlich bei Band 7 (1800 MHz) vor. Einzig der Zyxel bietet dem User keine Möglichkeit zu ermitteln, welches Frequenzband gerade genutzt wird, geschweige denn dies einzustellen. Daher haben wir das Ergebnis mit einem Fragezeichen versehen. Dennoch erscheint es plausibel, dass auch hier 1800 MHz gewählt wurde. Auch lässt sich mit dem Zyxel nur ein Empfangswert ablesen.

Fazit zum LTE-Modul: Auf den ersten Blick glänzt der Netgear mit den besten Empfangswerten, im Vergleich zu den anderen drei Routern. Erstaunlich vor allem, dass gerade der kleinste Router im Bunde mit dem R7100LG am besten mithält und diesen im Speedtest sogar schlägt. Zumindest, was den RSRP betrifft. GigaCube und Nighthwak sind im Mittel in etwa gleich stark. Insgesamt kann sich der Netgear im Testfeld aber sehr gut gegen die Konkurrenz behaupten und lässt gar die FritzBox 6820 hinter sich.

Empfang beim Netgear R7100LG ablesen – so geht’s

Wer z.B. zur idealen Positionierung im Haus selbst die Empfangswerte ablesen will, findet diese wie folgt: Im Menüpunkt "Internet" (links), lässt sich zunächst der Mobilfunkprovider samt APN einstellen. Normaler Weise erfolgt eine automatische Erkennung, die bei uns im Test gut funktionierte. Etwas versteckt unter dem Reiter „Verbindungsstatus“, können wichtige Eckdaten zur Verbindungsqualität abgelesen werden. Einmal allgemein als Indiz die „Signalqualität in dBm, sowie der RSRP und RSRQ. Darüber hinaus erhält der Nutzer Infos zur verwendeten LTE-Frequenz, der LAC, Cell-ID, Laufzeit, IP, DNS-Server, IMEI, Roamingstatus und dem Internetprovider.

RSPR und RSRQ ablesen

Telefonie

Bei dem getesteten Gerät, handelt es sich um einen reinen Internetrouter, der keine Telefonanlage mitbringt. Bei Bedarf, müssen also entsprechende Lösungen nachgeschaltet werden. Allgemein gibt es leider nur sehr wenig moderne LTE-Router mit Telefonanschluss. Verfügbare, aber ziemlich alte Modelle sind die Vodafone EB904 LTE, FritzBox 6840 und die Bx000 Serie von Vodafone, ausgenommen den B1000.

Installation und Inbetriebnahme

Die erste Einrichtung gestaltet sich ziemlich einfach und ist normaler Weise in weniger als 5 Minuten abgeschlossen. Folgend geben wir Schritt für Schritt Starthilfe. Los geht’s!


Als allererstes benötigen wir die SIM-Karte Ihres LTE-Anbieters. Sollten Sie bislang über keinen passenden Datentarif verfügen, empfehlen wir hier unseren aktuellen, unabhängigen Vergleich der Anbieter. Stellen Sie unbedingt sicher, dass der Router beim Einsetzen der SIM-Karte ausgeschaltet ist! Netgear weist ausdrücklich darauf hin, dass ansonsten keine Haftung für Schäden am Gerät oder der SIM gewährt wird. Das Einlegen ist simpel – einfach die Kerbe der Karte (im Micro SIM Format) wie am Router angedeutet halten und langsam einführen, bis es leise klickt und die SIM eingerastet ist.

SIM Schlitz


Nun verbinden wir den Nighthawk mit dem Netzteil. Auf der Rückseite befindet sich direkt neben dem Stromanschluss ein kleiner, schwarzer Power-Taster zum Anschalten. Die linke Power Info-LED auf der Vorderseite leuchtet zunächst gelb und dann weiß, sofern der Router bereit ist. Der Bootvorgang, bis der Router fertig ist, dauert ca. 30 Sekunden.

Im nächsten Schritt sorgen wir für die Verbindung mit dem Computer oder Laptop per LAN-Kabel. Letzteres am R7100LG bitte in LAN1 stecken. Etablieren Sie nun wie gewohnt am Computer ein LAN-Verbindung, falls dies nicht automatisch erfolgt. Jetzt können wir im Browser erstmals auf den Router zugreifen. Dazu einfach in die Adresszeile routerlogin.net oder die IP 192.168.1.1 eingeben. Als erstes wird nach dem Benutzernamen und Passwort gefragt. Per Werk lauten diese Zugangsdaten admin und password. Später sollte aus Sicherheitsgründen ein komplizierteres Passwort eingestellt werden.

erste Schritte

Hauptmenü

Ein kurzer Assistent führt Neukunden nun durch die wichtigsten Grundeinstellungen. Danach sollten Sie bereits mit dem Internet verbunden sein. Im Test ermittelte der Netgear automatisch korrekt den Anbieter und stellte entsprechend auch die korrekte APN ein.




Einrichtung per WLAN

Wer nicht erst per LAN-Kabel, sondern gleich via WLAN die Einrichtung (Z.B. am Tablet) vornehmen möchte, kann dies natürlich auch auf diese Weise erledigen. Ein Blick auf die WLAN-LED verrät zunächst, ob WLAN aktiviert ist.

WLAN LEDs

Nun benötigen wir nur noch die WLAN-SSID und das Passwort. Beide Daten befinden sich auf der Unterseite des Geräts. Aktivieren Sie im Tablet nun Wireless LAN und wählen die SSID des Nighthawks. Bei unserem Modell war dies „NETGEAR76“. Wer das 5 GHz Band nutzen will, wählt bitte die Variante mit dem entsprechenden Zusatz, also z.B. NETGEAR76-5G. Nach Eingabe des Passwortes, sollten Sie wie oben beschrieben im Browser auf den Router zugreifen können.

Hinweis: Beim ersten Aufruf wird die Auto-Update Funktion wahrscheinlich ein Update der Firmware durchführen wollen. Dies sollte in jedem Fall gleich erledigt und nicht abgebrochen werden! Neue Versionen bringen meist Sicherheits- oder Performance relevante Bugfixes mit sich.


Konfiguration per APP

Das Routermenü liefert alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten. Aber gerade für mobile Endgeräte, ist die Bedingung aber etwas schwierig. Alternativ bietet Netgear eine geniale App, mit der die Verwaltung weit einfacher von statten geht. Jene „Netgear genie“ genannte App, kann hier für Android und hier für Apple geladen werden.

Netgear genie App | Hauptmenü     Netgear genie App | Verbindungsübersicht     Netgear genie App | Messung Signalstärke



Einstellmöglichkeiten: Spielwiese für Profis

Neben dem Standardmenü, finden Interessierte noch eine Expertenansicht im Reiter "Erweitert". Hier lässt sich so ziemlich alles einstellen, was man sich nur vorstellen kann. In der Rubrik "Sicherheit" lässt sich zum Beispiel sehr ausführlich eine Kindersicherung konfigurieren. Einerseits durch Stichwortsperren, Domainsperren oder nach Zeitplan. Auch ganze Dienste lassen sich verbieten, wie ICQ, FTP oder diverse Spiele.

Erweiterte Router Konfiguration | Inhalte sperren

Unter "Erweiterte Einrichtung" finden Profis Menüs für Portweiterleitung/Port-Triggering, DynDNS, VPN, Statistische Routen, Fernsteuerung, UPnP, IPv6, der LED Steuerungseinstellung sowie eine Option zur Optimierung von VLAN- bzw. IPTV. Darüber hinaus existiert ein Menü mit erweiterten WLAN-Einstellmöglichkeiten, wie z.B. der Wechsel des Präambelmodus, siehe folgender Screenshot.

Erweiterte Router Konfiguration | WLAN Einstellungen

Besonders gelungen fanden wir das Datenvolumen-Management, welches sich ebenfalls in den erweiterten Einstellungen verbirgt. Dort kann optional die Datenverkehrsanzeige aktiviert und ein monatliches Limit hinterlegt werden. Wahlweise auch ein Kontingent pro Verbindung und ab wann vor dem Aufbrauchen eine Warnung erscheint. Weiter unten zeigt die Statistik den Verbrauch pro Tag, Woche Monat und Vormonat.

Erweiterte Router Konfiguration | Trafficansicht

WLAN-Gastzugänge sind natürlich auch etablierbar, sogar separat für 5 GHz. Das einzige, was wir vermisst haben, ist die Möglichkeit, in ein anvisiertes LTE-Band zu wechseln. Zum Beispiel um festzulegen, dass der Nighthawk bitte 2600 MHz statt 1800 MHz nutzt. Das kann im Bedarfsfall leider nicht vom Endnutzer geändert werden, sondern managt der Router selbst. AVM bietet hierzu schon länger eine entsprechende Einstelloption. Vielleicht kann Netgear das in einem künftigen Firmwareupdate noch nachreichen, da es in einigen Situationen durchaus hilfreich sein kann ...

Vorteile und Nachteile des R7100LG AC 1900 im Überblick

Fassen wir also noch einmal zusammen, welche Stärken und Schwächen wir insgesamt im Laufe des Tests und der Benutzung festgestellt haben. Zunächst die Vorteile:

Router Netgear R7100LG AC 1900

  • sehr gute LTE-Empfangsleistung bei bis zu 300 MBit (CAT6)
  • viele unterstützte LTE-Frequenzen
  • abwärtskompatibel zu 3G
  • gutes, modernes WLAN-Modul
  • sehr, sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten im Backend für Anfänger wie Profis
  • kostenloser FTP-Server, VPN und IPv6 Support
  • einfache Handhabe und schickes Design

  • Negativ:

  • relativ groß und schwer
  • keine externen LTE-Antennen anschließbar
  • ohne integrierte Telefonanlage
  • relativ teuer


Unser Fazit

Netgear hat mit dem R7100LG im Segment stationärer LTE-Router eine saubere Premiere hingelegt. Einsteiger wie Profis finden hier ein exzellent und robust verarbeitetes Gerät, dessen Einstell- und Einsatzmöglichkeiten bisher seinesgleichen sucht. Das moderne und empfangsstarke LTE-Modem konnte gleichsam überzeugen. Und auch im WLAN-Bereich spielt der R1700LG ganz oben mit.

Wer allerdings einen Billigheimer sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Mit aktuell gut 320-350 Euro Straßenpreis (klick), rangiert der Nighthawk im privat- und semiprofessionellen Bereich definitiv auch in der Top-Liga. Nicht das er den Betrag nicht wert sei, aber ob viele Internetnutzer bereit sind, über 300 € in einen LTE-Router zu investieren, wird sich zeigen.

Was unserer Meinung nach aber im High-End-Segment und der Preisrange ein No-go darstellt, ist der fehlende LTE-Antennenanschluss. In vielen Regionen, wo der Router seine Hauptzielgruppe findet, sind nächstgelegene Sendemasten bekanntlich oft 5-10 Kilometer entfernt. Ohne zusätzliche Antenne als Unterstützung, ist da oft nichts zu machen, da kann das integrierte Modem noch so gut sein. Warum Netgear auf dieses wichtige Detail verzichtet hat, werden wir noch erfragen. Wahrscheinlich, weil im heimischen USA-Markt fehlende LTE-Abdeckung selbst im ländlichen Raum heute kaum noch ein Thema ist. Zumindest minimiert hierzulande das Fehlen den anvisierten Kundenkreis wahrscheinlich nicht unerheblich, was sich auch kontraproduktiv auf den Absatz auswirken dürfte …


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