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Dez 23 2016



Nur noch wenige Tage trennen uns von 2017. Aus Tradition daher wie immer an dieser Stelle zum Jahresausklang der LTE-Anbieter.info Jahresrückblick mit allen wichtigen Highlights und Entwicklungen der Branche in 2016.

 

Januar: Gleich zu Beginn des neuen Jahres kündigte Opel den neuen „Karl“ an, welcher mit OnStar und LTE-Hotspot ausgestattet sein wird. Nur eine Woche später gab der Autobauer zudem bekannt, auch den Adam entsprechend auszurüsten. 4G-Funk hält seither langsam auch in Alltagsautos Einzug, nachdem zuvor eher Luxusmodelle von BWM, Mercedes und Audi von mobiler Konnektivität profitierten. Eplus verlängerte zudem letztmalig die Frist für „Gratis LTE“ im eigenen 4G-Netz. Am 11.1. startete endlich auch die Telekom ins Zeitalter der LTE-Telefonie (VoLTE) und damit deutlich später als die Konkurrenz.

 

VoLTE Start Telekom

 

Vodafone begann indes das neue Jahr mit dem Upgrade des Prepaid-LTE Tarifes “Callya”. Statt wie zuvor nur rund 21 MBit, surften Kunden damals bereits mit flotten 50 MBit im Vodafone LTE-Netz. Auch das Datenvolumen erhielt ein Upgrade. Kurze Zeit später startete O2 als letzter LTE-Provider eigene 4G-fähige Prepaid-Angebote. Seither gilt Prepaid-LTE in Deutschland praktisch als etabliert, nur noch wenige Ausnahmen bieten ausschließlich 3G-Tarife, wie Lidl-Connect oder congstar.

 

Februar: Anfang Februar teilte Vodafone mit, dass man die Verfügbarkeit des eigenen LTE-Netzes auf 84 Prozent steigern konnte. Im Umfeld des Mobile World Congress zeigte Ericsson erstmals, dass mit LTE problemlos auch Spitzendatenraten von über 1 GBit (> 1000 MBit) möglich sind, ohne das es unbedingt schon 5G bedarf. Mitte des Monats schraubte die Telekom an den Smartphone-Tarifen nach dem Motto „mehr Volumen zu höheren Preisen“. Besonders interessant war aber die erste 5G-Demo von der Telekom auf dem MWC, bei der stattliche 1500 Mbit erzielt wurden.

 

März: Zu Beginn des Monats gab Vodafone überraschend seine bisherige LTE-Verweigerungshaltung bei den Websessions Prepaid-Paketen für mobiles Internet auf. Seither können die variabel buchbaren Daten-Pakete auch mit superschnellem LTE (damals 50 MBit) genutzt werden. Mitte März tagte die Cebit 2016 in Hannover. Allerdings mit wenig neuen Überraschungen für die 4G-Welt, außer das Vodafone für Geschäftskunden schnellere Netze plant und die Telekom ebenfalls Businesskunden weiter forcieren möchte.

 

gigabit

 

April: Der April beginnt mit einem abermaligen Upgrade der LTE-Smartphone-Tarife bei der Telekom. Der Konzern kündigte für den 19.4. an, mehr Volumen und höhere Geschwindigkeiten zu bieten. So stieg das Kontingent bei MagentaMobil S z.B. von 500 MB auf 1000 MB bei 150 MBit/s. Am 11.4. überraschte dagegen Vodafone mit einer Ankündigung, man plane in wenigen Tagen die Geschwindigkeitsbegrenzungen bei allen Tarifen (außer LTE-Zuhause) abschaffen. Alle Kunden im Vodafone-Netz sollten daher mit der maximal möglichen Datenrate von damals 225 MBit surfen können. Zudem reagierte der Konzern direkt auf die Änderung der Telekom und spendierte seinen RED-Mobilfunkkunden ebenfalls ein Volumenupgrade.

 

Erste Anbieter begannen im April zudem, die lästigen Roaminggebühren im EU-Ausland abzuschaffen. Ein weiteres Lifting erhielten die Prepaid-Tarife der Telekom. Statt vormals nur bis 16 MBit, spendierte der Anbieter ab sofort satte 50 MBit im eigenen LTE-Netz. O2 nimmt indessen, regulationsbedingt, Eplus Mobilfunkmasten bei 1800 MHz vom Netz, was mitunter für Unmut bei den Kunden sorgt. Denn regional verschlechtert sich die Abdeckung dadurch teils merklich.

 

Mai: Vodafone gibt in einer Pressemitteilung bekannt, man wolle das eigene LTE-Netz bald auf 375 MBit aufstocken – von dazumal 225 MBit/s. Noch im Jahresverlauf 2016 plane man zudem den Sprung über die Gigabitmarke. Aus heutiger Sicht (kurz vor Weihnachten), dürfte dies aber kaum noch geschehen. Wahrscheinlich wird der nächste Speed-Sprung im Umfeld der CES oder Cebit 2017 erfolgen. Der längst dauerhaf in der Versenkung geglaubte finnische Konzern Nokia verlautbarte überraschend, man wolle bald erneut mit eigenen Geräten in den Smartphone-Markt einsteigen.

 

Juni: Im Sommerloch-Monat Juni stach besonders der Frequenzwechsel bei 1800 MHz heraus, von dem besonders O2- bzw. ehemalige Eplus-Kunden betroffen waren. Eine Studie des Marktforschungsinstitutes Rewheel brachte ans Licht, dass Kunden in Deutschland viel mehr für ihre LTE-Tarife zahlen, als die meisten anderen europäischen Verbraucher.

 

Juli: Nachdem Anfang Juli die ursprüngliche Frist für die kostenlose LTE-Nutzung im alten Eplus-Netz endete, beginnt O2-Bestandskunden (z.B. Aldi-Talk) auf das hauseigene 4G-Netz umzustellen. Auch bei der alten Eplus-Marke BASE setzte der neue Eigentümer O2 an und stellte die gesamte Tarifpalette um – nunmehr im O2-Netz. Tarifpflege auch abermals im Hause Vodafone – die Smartphone RED-Pakete erhalten mehr Volumen. Interessant fanden wir im Juli zudem eine Meldung aus Österreich, wonach der Provider A1 als erster (neben der Deutschen Telekom) einen Hybrid-LTE Tarif für Zuhause einführt. Erneut machte Vodafone am 21.7. mit dem ersten 4.G Netz auf sich aufmerksam. Wie im Mai angekündigt, stehen in den ersten Städten seither bis zu 375 Mbit im Vodafone LTE-Netz zur Verfügung.

 

4.5G Vodafone

Bild: Vodafone

 

August: Zum x-ten Male in 2016 feilt Vodafone an seinen RED-Smartphone Allnetflats. Seit Anfang des Monats surften ausnahmslos alle Mobilfunkkunden der Düsseldorfer mit LTE-Max, also zu dem Zeitpunkt 375 MBit/s, statt wie zuvor 225 MBit. Zumindest falls das Netz vor Ort und die Hardware diese Leistung schon hergibt. Auch die etwas eigenwilligen Tarifbezeichnungen, wie „Red 1.5“, wurden in die branchentypische Nomenklatur „S bis XL“ überführt. Im Bericht zum 2. Quartal bezifferte indes die Telekom, dass die LTE-Verfügbarkeit nunmehr auf satte 90 Prozent gesteigert werden konnte. Google führte den neusten Spross seines Android-Betriebssystems mit dem Codenamen „Nougat“ ein. Noch ein Ereignis in eigener Sache: Im August wurde das mittlerweile 500. Umbauset für die FritzBox 6810/6820 verkauft.

 

September: Das Telekom beim Geschwindigkeitsrausch von Vodafone nicht ewig tatenlos zusehen konnte, war abzusehen. Anfang September verkündete der Konzern, ab sofort durchgängig LTE-Max (300 MBit) in allen LTE-Tarifen anzubieten. Selbst die hauseigenen Prepaid-Pakete (MagentaMobil Data und Start) profitierten davon. Seither findet keine Differenzierung mehr nach der Datenrate statt, sondern rein per Zusatzfeatures oder Inklusivvolumen. Einer der wohl spektakulärsten News des Jahres 2016 war aber zweifelsohne die Ankündigung der Telekom, ab sofort auch völlig ungedrosselte LTE-Tarife anzubieten.

 

Full Flat mit LTE von der Telekom

 

Seit September 2016 ist dies über zwei Varianten möglich. Einmal mittels des High-End-Tarifes „MagentaMobil XL Premium“ oder per Datenoption „Dayflat“. Letztere ermöglicht es Kunden für 24 Stunden komplett unbegrenzt via 4G zu surfen, und zwar zum Preis von 5 €. Dabei ging fast eine weitere interessante Meldung unter, nach der die Telekom für DSL-Neukunden nun ein attraktives Schnellstart-Paket per LTE anbietet. Die in Berlin stattfindende IFA hatte hingegen wenig Innovationen in Punkto LTE zu bieten. Die Telekomtochter congstar stach allerdings mit ihrem Stand heraus, da erstmals ein eigener LTE-Tarif für den Zuhause-Einsatz angekündigt wurde.

 

congstar präsentiert LTE-Home Tarif auf IFA

 

Im Umfeld der IFA 2016 testet die Telekom erstmals 5G im Olympiastadion – LTE-Anbieter.info war dabei und konnte die interessante Demo verfolgen. Dabei durften unter anderem Journalisten eine Sportübertragung in 360 Grad per 5G im Vergleich zu 4G erleben.

 

Telekom Olympiastadion 5G-Demo

 

Oktober: Vodafone sprang Anfang Oktober ebenfalls auf den „Unlimited LTE“ Zug auf, allerdings vorerst nur mit einer Tarifversion von „RED Black“ für Firmenkunden. Privatkunden haben nach wie vor keine Möglichkeit auf Unlimited LTE bei den Düsseldorfern. Darüber hinaus taucht auf dem „Ultra Broadband Forum“ erstmals ein Prototyp eines möglicher Weise 2017 erscheinenden neuen Hybrid-Routers auf. Das Gerät wird schon als Nachfolger des bisherigen Speedport Hybrid gehandelt und bildet die Grundlage für die MagentaZuhause-Hybrid-Tarife, welche DSL mit LTE kombinieren. Das neue Modell soll LTE-CAT6 unterstützten, sowie Super-Vectoring.

 

November: Auch im November versuchte Vodafone sich wieder mit einem neuen Speed-Upgrade im LTE-Netz ins Rampenlicht zu stellen. In zirka 2 Städten sind demnach seither bis zu 500 MBit per LTE möglich. Allerdings vorerst nur für eine handvoll Kunden, die sich in Funkreichweite der bis dato wenigen Senderstationen befinden und gleichzeitig die richtige Hardware (Smartphone) besitzen. Für Aufsehen sorgte dagegen wieder eine neue Studie zur Preisgestaltung von Mobilfunkverträgen innerhalb der EU. Das nahezu unglaubliche Ergebnis: In rund 1/3 aller EU-Staaten können Verbraucher schon für unter 30 € eine unlimitierte LTE Flat buchen. Zustände, von denen man in Deutschland bislang nur träumen kann.

 

Dezember: Recht spät präsentierten dieses Jahr die Zeitschriften „Chip“ und „Connect“ ihre aktuellen Netztest-Ergebnisse. Das Bild gleicht in etwa dem der Vorjahre. Die Telekom erklimmt das Siegertreppchen, gefolgt von Vodafone. O2 rangiert wie üblich mit weitem Abstand auf dem letzten Platz. Allerdings, so das Credo, scheint Vodafone etwas aufzuholen. Hier geht’s zum Chip-Netztest und hier zu den Connect-Ergebnissen. Nokia bekundete indes Mitte Dezember die Pläne, Anfang kommenden Jahres mit einem fulminanten Comeback aufzuschlagen. Man darf also auf die CES gespannt sein. übrigens: Der Raspberry Pi bekommt ein LTE-Modul.

Ausblick

Für 2017 erwarten wir in erster Linie, dass das Wettrennen zwischen Telekom und Vodafone ums erste Gigabitnetz seinen Höhepunkt erreicht. Im Interesse der Kunden wäre aber leider eher ein Überbietungswettbewerb der anderen Art, nämlich der ums höchste Inklusivvolumen. Nur das macht die LTE-Netze, mit ihrer ohnehin schon guten Leistung, erst erlebens- und nutzenswert. Keiner hat etwas von 1000 MBit mit nur 1 GB Datenvolumen. Recht spannend könnte auch das Comeback von Nokia werden. Immerhin hat man angekündigt, den Markt endlich wieder mit echten Innovationen bewegen zu wollen, wie einst Apple. Auch das Hybrid-Internetangebot der Telekom dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ein ordentliches Upgrade erfahren. Nach dem Motto schneller, besser und für mehr Kunden! Zudem hoffen wir, dass endlich VoLTE mehr Verbreitung findet. Bisher schleppt sich die Einführung leider. Nennenswerte Entwicklungen hin zu echten LTE-Unlimited Flats, wie in anderen EU-Ländern, erwarten wir hingegen noch nicht. Frühestens im Dunstkreis der 5G-Einführung könnte sich das für die Provider rechnen. Vielleicht hat bis 2020 dann sogar congstar LTE ;-)

 

In diesem Sinn wünschen wir schon einmal allen Lesern ein frohes Fest und guten Rutsch ins Jahr 2017.
Rückblicke der vergangenen Jahre

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Kategorie: Allgemein |


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