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Dez 24 2017



Immer wenn sich ein Jahr dem Ende neigt, zieht die Redaktion von LTE-Anbieter.info rückblickend Bilanz. Welche Meilensteine haben den Mobilfunkmarkt in den vergangenen 12 Monaten bewegt und welche wichtigen Entwicklungen gab es 2017? Wie immer an dieser Stelle geben einen kurzen Überblick der gesammelten Ereignisse wieder.

 

 

Januar: Gleich zu Anfang des Jahres tagte die CES 2017 in Las Vegas. Intel zeigte mit „Gold Ridge“ eine Art erstes 5G-Modem, Qualcomm präsentierte dagegen den Snapdragon 820A. Beide Chips sollen künftig eine wesentliche Grundlage beim Trendthema Connected Cars spielen. Indes besiegeln der Autokonzern PSA, Ericsson und der Netzbetreiber Orange ein Joint Venture namens „Towards 5G“. Ziel sei LTE, und später 5G, als Funkstandard für die Auto zu Auto Kommunikation weiter zu erforschen. Konkreter die Entwicklung von vernetzten Dienstleistungen in und für Fahrzeuge. Ende des Monats überraschte die Deutsche Telekom mit Plänen, dass man bereits Ende 2020 die 3G-Netze einstampfen wolle. Dass es sich dabei wahrscheinlich nicht nur um reine Absichtsbekundungen handelt, unterstrich ein entsprechender Passus in die AGB für alle Mobilfunktarife. Wahrscheinlich sollen so Ressourcen für LTE und den künftigen 5G-Standard freigegeben werden. Der GSA-Bericht im Januar zeigte zudem, dass der LTE-Ausbauboom weltweit langsam etwas erschlafft, dafür aber z.B. Voice over LTE stark im Kommen ist. So investierten alleine 166 Netzbetreiber in 73 Ländern damals in den Ausbau der Technik.

 

Februar: Der australische Netzprovider „Telstra“ geht in die Vollen. Als erster Anbieter überhaupt, startet der Provider zusammen mit Ericsson ein Mobilfunknetz mit 1 GBit Performance für Endkunden. Im Februar erschien zudem eine interessante Studie, wonach der Wegfall von Eplus als 4. Mobilfunkprovider in Deutschland (durch die Übernahme von O2), zu massiven Preissteigerungen in Deutschland führte. Telekom und Vodafone bereiten sich auf den Betrieb von LTE auf dem Band bei 900 MHz vor. Bis dato waren hierzulande vor allem 800, 1800 und 2600 MHz vorherrschend.

 

März: Der Mobile World Congress tagt in Barcelona, wo erstmals eine Live 5G-Verbindung demonstriert wird. Zudem warfen wir im März einen Blick auf die O2-Free Tarife, welche mit einer Drosselung von 1 MBit aufwarten. Unser ausführlicher Test zeigte überraschend, dass selbst dann noch Videostreaming am Smartphone in befriedigender Qualität möglich ist.

 

 

Wenige Wochen nach der Vorankündigung, startete die Telekom offiziell mit dem Betrieb von LTE auf 900 MHz. Auf der Cebit hingegen gab es 2017 wenig Spannendes zu berichten.

 

LTE ist bekanntlich schnell, sehr schnell. Die Mobilfunkanbieter eifern seit Jahren darum, wer technisch die höchste Performance bietet. Eine Studie belegte allerdings einmal mehr, dass es sich statistisch um reine Idealwerte handelt, welche die meisten Kunden praktisch nie messen werden. Im Schnitt sei in der Praxis LTE viel langsamer, selbst im städtischen Raum, wo der Mittelwert im Test kaum 40 MBit überschritt.

 

April: Es mutete fast wie ein verspäteter Aprilscherz an, als die Deutsche Telekom am 4.4.2017 „Stream onvorstellte. Die Option sollte tatsächlich am Smartphone unlimitiertes streamen von Musik und sogar Video (z.B. Youtube) ermöglichen. Ohne Verbrauch des regulären Inklusivvolumens also. Bis Ende 2017 konnte die Zahl der beteiligten Partner mehr als verdreifacht werden. Eine echte kleine Revolution, da völlig unlimitierte LTE-Flats nach wie vor in weiter Ferne scheinen. Hierzulande jedenfalls – denn fast zeitlich zeigte eine Studie, dass EU-Weit entsprechende Unlimited-Angebote teils schon für unter 20 € monatlich angeboten werden.

 

 

Vodafone schickte indes mit seinem neuen GigaCube-Tarif ein weiteres Highlight ins Rennen. Der neue LTE-Tarif ist zwar für den stationären Einsatz konzipiert, kann aber überall in Deutschland hin mitgenommen werden. Mit 50 GB Datenvolumen monatlich, entwickelte sich das Angebot zu einem echten Verkaufsschlager.

 

 

Mai: Nachdem Vodafone erst wenige Monate zuvor den Sprung auf 375 MBit in den LTE-Netzen vollzog, drehte der Konzern im Mai abermals am Speed-Tacho. Die passende Hardware vorausgesetzt, surfen Vodafonekunden in ersten Gebieten seither mit bis zu 500 MBit mobil im Internet. United Internet (1&1) ging derweilen mal wieder auf Shoppingtour und verleibte sich Drillisch ein. Ende Mai veröffentlichte die Stiftung Warentest ihren neusten Netzcheck. Auch hier wieder das gewohnte Bild, welches man von den letzten Netztests anderer Institutionen kennt. Telekom führt vor Vodafone und O2 als abgeschlagener Dritter.

 

Juni: Der beliebte Routerhersteller AVM vertrieb bis dato insgesamt vier LTE-fähige Router für daheim. Wie wir Mitte Juni erfuhren, wurden jedoch alle Modelle eingestellt mit Ausnahme der 6820. Wie sich später zeigen sollte, machte AVM Platz im Produktportfolio für eine Neuentwicklung. O2 gab zudem bekannt, dass Vertragskunden nun in über 100 Ländern per Roaming mit LTE surfen können.

 

Juli: Seit diesem Monat müssen Verbraucher die eine Prepaid-Karte erwerben sich explizit mit Ausweis authentifizieren. Damit soll angeblich die Terrorabwehr erleichtert werden. Zwar kann jeder im nahen Ausland auch ohne eine solche Karte erwerben, aber auf dem Papier klingt das für den Wähler erstmal gut. Nach Sydney (Telstra), geht in London ein weiteres Gigabit-LTE-Netz in Betrieb. Für 2018 wird darüber hinaus die Versteigerung der Frequenzen für den LTE-Nachfolger 5G erwartet, von der sich die Politik bereits jetzt Milliardenerlöse erhofft. Dabei wurde noch nicht einmal die Standardisierung abgeschlossen.

 

August: Die Telekom vermeldete im August mit 93 Prozent Abdeckung eine fast flächendeckende Versorgung. Dennoch gibt es für die kommenden Jahre viel zu tun, besonders in entlegenen Gebieten. O2 verkündet, dass die Zusammenlegung der beiden Netze (im Zuge der Übernahme von Eplus) nun abgeschlossen sein, zumindest in Hinblick auf die Netzkennung. Im August berichtete uns zudem ein Insider, dass es wohl bald eine neue LTE-FritzBox von AVM geben werde, die erstmals neben 4G auch DSL und VDSL unterstützt. Google führte indes die neuste Version seines Android-Betriebssystems in der Version 8.0 ein.

 

September: Nachdem Vodafone bereits mehrfach die Telekom in Punkto LTE-Speed übertrumpfte, zogen nun auch die Bonner nach und starteten erstmals LTE mit bis zu 500 MBit in den Magenta-Netzen. Wie jedes Jahr, tagt im September auch die IFA, mit einigen Neuerungen. Neben dem nun offiziell vorgestellten 6890 LTE Router von AVM, punktete auch congstar mit einer Ankündigung. So plane man die im Vorjahr eingeführten Homespot-Tarife zu überarbeiten und wie Vodafone mit bis zu 50 GB Datenvolumen auszustatten.

 

 

Ende des Monats stellte Vodafone noch seine Antwort auf „Stream On“ von der Telekom vor. „Vodafone Pass“ soll auch RED-Kunden wahlweise unbeschwertes Streamen von Musik oder Videos bescheren. Insgesamt 4 Pässe stehen zur Auswahl, allerdings noch mit deutlich weniger Partnern als bei der Telekom.

 

Oktober: Vodafone zeigt sich im Herbst wieder im Geschwindigkeitsrausch und verkündet die Inbetriebnahme der ersten Gigabit-Station in Deutschland. Zudem ist das lang erwartete iPhone X vorbestellbar.

 

 

November: Nach der Ankündigung der neuen FritzBox 6890, startet AVM wie versprochen den Vertrieb noch gegen Jahresende. Seit 8. November kann der Router, zu einem stattlichen Preis von rund 350 €, bestellt werden. Natürlich haben wir das Modelle direkt getestet.

 

 

Vodafone testete eigenen Angaben nach erstmals erstmals LTE auf 2100 MHz und die Telekom holt sich einen weiteren Netztest-Sieg, diesmal vom TÜV. Die von congstar auf der IFA angekündigten neuen Homespot-Tarife gehen ebenfalls Ende des Monats (mit etwas Verspätung) an den Start. Nur 2 Tage später erhöht Vodafone, als Reaktion, die Datenrate seines GigaCube-Tarifes um das Doppelte auf 300 MBit. Es folgt ein weitere Netztest aus der connect-Redaktion. Das altgewohnte Bild bleibt bestehen, allerdings holt Vodafone merklich auf.

 

Dezember: Eine Studie zeigt abermals enorme Diskrepanzen beim Preis auf, welche Deutsche Kunden für Mobilfunktarife zahlen müssen – zumindest im Vergleich zu EU-Nachbarn und OECD-weit. Interessant fanden wir auch Ergebnisse der GSA, wonach mittlerweile jeder Dritte Mobilfunkvertrag global LTE-fähig ist. Der letzte im Reigen der zahlreichen Netztests gegen Jahresende, bildete die Computerbild. Auch hier zeigte sich nicht viel Neues, doch abermals dass die Telekom in einigen Disziplinen deutlich schneller werden muss, um nicht die jahrelang gehaltene Krone an Vodafone zu verlieren. Die Düsseldorfer holen anscheinend stark auf und können der Telekom hier und da schon das Wasser reichen.

Fazit zu 2017:

Highlights dieses Jahr waren auf jeden Fall die Einführung der drosselfreien Optionen „Stream On“ und „Vodafone Pass“. Auch wenn sich diese je nur auf ausgewählte Dienstleister beschränken: Die Telekom bildet mittlerweile mit über 150 Partnern praktisch alle gängigen Internetziele ab. Egal ob Spotify, Youtube, Sky oder diverse Radiosender. Man könnte den Schritt auch als zweite Stufe hin zu unlimitierten Flats sehen. Die Erste war wohl die Einführung des 200 € teuren Unlimited-Tarifes und der Dayflat-Pässe. Auch AVMs neuer Super-Router, die Fritzbox 6890, wirbelte etwas Staub auf. Etwas unverständlich finden wir hingegen den erbitterten Kampf von Vodafone und Telekom um das erste Gigabitnetz. Was auf dem Papier gut klingt, hat mit der Realität noch wenig zu tun, was auch sämtliche Netztests zeigen. Vielmehr sollte demnächst die Verbesserung der Qualität im Vordergrund stehen und nicht die Frage, ob man mit maximal 500 oder 1000 MBit am Smartphone surfen könnte. Ansonsten ein eher ruhiges Jahr finden wir.

Ausblick 2018

Für das kommende Jahr hoffen wir, dass VoLTE und Wifi-Calling den Fuss in den Massenmarkt finden. Schließlich versprechen beide Techniken massive Mehrwerte für die Kunden. Mit Spannung erwarten wir zudem das 2. Halbjahr 2018, da die Telekom hier wahrscheinlich neue Hybrid-Internet Tarife einführen wird. In diesem Zeitrahmen zumindest soll das sogenannte Supervectoring bundesweit starten – ein verbessertes Verfahren für VDSL. Damit könnten im regulären Festnetz bis zu 250 MBit möglich sein. In Kombination mit LTE, wären also gut und gerne Hybrid-Tarife mit 750 MBit denkbar.

 

In diesem Sinn wünschen wir schon einmal allen Lesern ein frohes Fest und guten Rutsch ins Jahr 2018.

Rückblicke der vergangenen Jahre

» zum Jahresrückblick 2016
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» zum Jahresrückblick 2013
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Kategorie: Allgemein |
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