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Apr 13 2018

 von: Redaktion LTE-Anbieter.info

Mit der Fritz!Box 6890 hat AVM einen Router im Programm, der erstmals über zwei Breitbandtechniken ins Internet kommt. Entweder über LTE-Funk oder kabelbasiert per DSL/VDSL. Beides zusammen geht jedoch bisher nicht. Das könnte sich schon bald ändern!

FritzBox bisher ohne Hybrid-Funktion

Als im August 2017 die ersten Gerüchte um eine neue FritzBox mit zwei Modem-Arten auftauchten, lag zunächst die Vermutung nahe, dass AVM an einer sogenannten Hybrid-Box arbeitet. Die Deutsche Telekom bietet seit Ende 2015 bekanntlich einen einzigartigen Zugang, der LTE und (V)DSL miteinander kombiniert und so selbst in Regionen mit extrem langsamen DSL schnelle Flatrates ermöglicht. Mit dem Release der Fritz!Box 6890, kam jedoch die Ernüchterung. Das Modell kann nur (V)DSL oder LTE nutzen und nicht in Kombination. Damit erhalten Kunden entweder einen teuren LTE-Router, der zur Not später auch beim Umstieg auf Festnetz weitergenutzt werden kann. Oder eine Fallback-Lösung, wenn Verbindungssicherheit gefragt ist. Doch wenn man sich einige Bewertungen der Box ansieht, haben die Kunden offensichtlich eine andere Vorstellung davon, was so ein Modell für weit über 300 Euro können sollte …

 

6890 mit neuem Hybrid-Modus

Wie wir aus unterrichteten Kreisen erfahren haben, arbeitet wohl AVM tatsächlich an einer „Lösung“. Wichtig ist aber zunächst – es handelt sich nicht um ein Hybrid-Modus wie bei der Telekom. Denn hier bedarf es einer sogenannten Terminierung bei einem Provider (HAAP terminiert beide Tunnel), so dass dies für AVM als Routerhersteller gar nicht möglich ist. Das Konzept von AVM setzt an einer ganz anderen Stelle an und erscheint ungleich sogar genialer. Prinzipiell könnte die 6890 dann mit jedem Kabel-, Glasfaser-, (V)DSL-Anschluss UND LTE kombiniert werden. Beispiel: Ein langsamer DSL6000 Zugang (weil nicht anders verfügbar) und ein LTE-Datentarif, wie der Gigacube mit 50 GB.

Wie soll das funktionieren?

Eigentlich erscheint das Unterfangen unmöglich. Denn zunächst erhält man ja 2 IP-Adressen – eine per LTE und eine z.B. via DSL. Fordert ein Nutzer ein Bild im Internet an, gelangen normaler Weise die Datenpakete nacheinander über eine IP zum Nutzer. Nun müssten sich die zwei IPs irgendwie „absprechen“, wer welche Pakete abholt oder welche schon bewältigt wurden. Doch der Ansatz geht in eine etwas andere Richtung! Soweit wir wissen, wird die Lastenaufteilung Session-basiert ablaufen. Damit wäre die Lastenteilung eindeutig trennbar. In der Praxis nennt sich dieses Verfahren „Round Robin„. Pro Session wird ein festes Zeitfenster vorgegeben, in der die einzelnen Datenpakete wechselseitig nacheinander von LTE und (V)DSL übertragen werden. Die einzelnen Datenpakete sind markiert und können dadurch nach der Übertragung fehlerfrei wieder zusammengesetzt werden. Aufgrund dieses ständigen Wechsels, ist die Übertragung mehrerer Datenpakete möglich. Das System dient als Lastenausgleich zwischen zwei Internet-Zugängen und deren optimalen Ausnutzung.

 

Bei einer Session denken die meisten sicher an sehr lange Verbindungen, etwa wenn man sich bei Facebook einloggt. Tatsächlich wird aber bereits beim normalen Browsen oft schon zig Sessions etabliert. In der Praxis (Entwicklerbeta) soll dies mit vielen Internetanwendungen bereits exzellent funktionieren. Ja sogar bei einem Speedtest könne der Datenstrom über beide Wege gut kombiniert werden! Selbst Netflix und Youtube würden von dem Dualmodus gut profitieren …

 

Alternativ kann die FritzBox über eine Funktion namens „Session stickiness“ den Datenverkehr auch solange über den gleichen Weg etablieren, wie dieser gültig ist.

 

Ob man jetzt bei einem VDSL-Anschluss mit 50 MBit und 150 MBit via LTE dann auch glatt 200 MBit brutto hat, darf bezweifelt werden. Aber eine Steigerung im nennenswerten Maße erscheint möglich, abhängig davon, wie viel der LTE-Anschluss netto beitragen kann.

 

Außerdem sollen sich mit kommenden Updates z.B. Spielkonsolen an den fixen Internetzugang (DSL, VDL, Kabel etc.) binden lassen. Kabel-Internet? Man ist nicht unbedingt auf das interne DSL-Modem angewiesen. Per WAN-Anschluss kann z.B. auch Unitymedia oder PYUR genutzt werden. Dazu müsse die Mac Adresse des zuvor verwendeten WLAN-Routers (WAN Interface) geklont werden.

Update: Was sagt AVM dazu?

Wir haben die Pressestelle um ein Statement gebeten und wenig später ein Feedback erhalten. Dort bestätigte man uns, dass ein Parallelbetrieb von DSL und LTE künftig möglich sein“ wird. Zitat weiter: „Geplant ist außerdem die Möglichkeit eines Parallelbetriebes von Kabel oder Glasfaser und LTE. Dazu wäre der FRITZ!Box 6890 LTE ein Router oder Modem für den Kabel- bzw. Glasfaseranschluss über den WAN-Port vorzuschalten. Außerdem sind weitere Szenarien für die Fallback-Nutzung in Vorbereitung – z.B. zunächst eine Nutzung von LTE bis zum Ausschöpfen des monatlich verfügbaren Vertragsvolumens. Für den Rest des Monats könnte dann bspw. ausschließlich ein vorhandener langsamer DSL-Anschluss weitergenutzt werden.

Wann kommt das Firmware-Update?

Hier gibt es noch keinen offiziellen Termin. Auf Anfrage hieß es „Eine erste Labor-Version erscheint voraussichtlich noch im April 2018.“.

 

Wissenswertes zum Thema:

» Testbericht zur FritzBox 6890 LTE



FritzBox 6890 bekommt wohl Pseudo Hybrid-Modus: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
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Kategorie: LTE Hardware, Technik |
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