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Dez 23 2016



Das Jahr 2016 neigt sich schon wieder dem Ende zu. Zeit für unseren Jahresrückblick und einen Rückblick der ganz besonderen Art. Denn in 10 Jahren hat sich enorm viel getan. Die Smartphones hatten ihren Siegeszug noch nicht angetreten, auch LTE lag noch 5 Jahre in der Zukunft. Und nicht nur die Handys von damals wirken heute teils schon wie vom anderen Stern, auch die Tarife, wie wir zeigen wollen.

Connect Heft von 2006

Beim Stöbern im Archiv viel uns diese Woche ein altes Connect Magazin aus dem Jahre 2006 in die Hände. Genauer gesagt, die Ausgabe 5/2006. Dabei wurde längst vergessenes wieder wach – Anlass zu diesem Beitrag, bei denen wir Sie mit auf eine kurze Erinnerungsreise nehmen wollen. Dabei beziehen wir uns auf Tarif-Daten aus dem genannten Heft.

 

Connect Heft 2006 Retro
2006: Das Jahr bevor Apple kam …

… und den Siegeszug der Smartphones einleitete. Noch dominieren Nokia, Sony Ericson und Motorola Geräte mit Mini-Farbdisplay das Straßen- und Handyshopbild. Wie etwa das Sony Ericsson K750i zu rund 380 Euro oder das Sony W900i für 600 Euro. Ebenfalls 2006 populär, dass Nokia N70 (560 €) und N6230i (320 €) sowie ein Motorola Razr V3i (380 €), um nur einige Beispiele zu nennen. Topmodelle der Zeit kosteten schon vor Apples iPhone teils 1000 Euro, wie das Nokia 8800 oder Motorolas A1000 für ca. 900 Euro.

Nicht alles war früher besser

Der ein oder andere Leser wird dieses Jahr seinen Tarif gewechselt haben oder ist gerade auf der Such nach einem neuen Angebot. Sogenannte Allnetflats sind dabei heute fast selbstverständlich. Teils für unter 10 € telefoniert man innerhalb Deutschlands und neuerdings meist auch EU-weit völlig ohne Mehrkosten. Zudem gibt’s turboschnelles Internet mit mehreren GB Volumen. Vor 10 Jahren selbst im Ansatz völlig undenkbar.

Von Minutenpaketen sowie Haupt- und Nebenzeiten

Allnet-Flats, wie sie heute gängig sind, waren 2006 noch gänzlich unbekannt. Die meisten Handy-Tarife drehten sich zudem nur rein ums Telefonieren. Internet war entweder in homöopathischen Beimischungen (wie 5 MB WAP) inklusive oder musste in der Regel extra gebucht werden. Doch dazu später mehr. Bei Vertragstarifen waren Inklusivminuten eher die Ausnahme. In der Regel bezahlte man eine Grundgebühr und telefonierte dafür zu vergleichsweise geringen Minutenpreisen in ein oder mehrere Netze. Statt aber einfach einen fixen Minutenpreis abzurechnen, musste sich der Kunde in 2006 durch ein regelrechtes Dickicht an Gebühren kämpfen. Je nach Tageszeit, Wochentag und Netz des Gesprächspartners, variierten die Minutenkosten teils erheblich. Hauptzeit, Nebenzeit und Wochenende waren also relevante Kostenfaktoren!

 

Dazu ein kurzes Beispiel anhand des Tarifes „Vodafone Sun“ für 9.95 € Grundgebühr im Monat und 5 € Mindestumsatz. Telefonierte der Kunde zur Hauptzeit (HZ), wurden ins Festnetz satte 49 Cent fällig, am Wochenende jedoch nur 9 Cent! Ein Anruf zu einem Freud mit T-Mobile kostete sogar stattliche 79 Cent (HZ) bzw. 39 Cent zur Nebenzeit. Oder der damals populäre „O2 Genion“-Tarif für 9.99 €. Hier kostete 1 Minute ins Festnetz zur HZ 49 Cent bzw. 39 Cent zu allen anderen Netzen, unabhängig von der Tageszeit. Aus diesem Grund waren reine Vertragstarife oft nur für Wenigtelefonierer sinnvoll. Im genannten Vodafone Sun Tarif hätten 500 Minuten im Monat stattliche 262 € gekostet.

Volumentarife: mehr als Faktor 10 zu heute

Statt sich um Haupt- oder Nebenzeiten zu scheren, versprachen auch damals schon fixe Minutenpakete eine Ersparnis und Erleichterung bei der Kostenkontrolle. Allerdings fielen die Preise teils erheblich höher aus als heute. Dazu drei Beispiele mit 500 Freiminuten von O2, Vodafone und T-Mobile – jeweils ohne Inklusivhandy, was damals noch oft gang und gebe war.
Vodafone: Vodafone verlangte für sein Premiumpaket mit 500 Minuten (damals das Maximum) satte 87,50 € je Monat. Für jede weitere Minute darüber hinaus, berechnete der Mobilfunker zwischen 25 und 30 Cent. T-Mobile vertrieb „Relax 500 eco“ zu 85 € monatlich, bei einheitlich 25 Cent je Extraminute. O2 lockte da mit 42,47 € für die „Active Card 500) schon zum Knallerpreis, allerdings nur im ersten Jahr, dann vielen ebenfalls 84,95 € an. Quasselstrippen hatten dazumal also ein ziemlich teures Leben, so dass man sich bekanntlich oft auf das Wesentliche beim Mobilfunktelefonieren konzentrierte.

 

Zum Vergleich: Heute kosten 600 Freiminuten bei Aldi-Talk (+ 1,5 GB Internet) schlappe 12.99 € im Monat. Oder ein Allnetflat ohne Begrenzung bei BASE 14.99 €, um nur 2 Beispiele zu nennen. Heutige LTE-Tarife können Sie übrigens hier bei uns vergleichen.

500 Minuten kosten …

Während sich heute kaum noch einer mit Minuten-Tarifen abgeben möchte, waren sie 2006 wahrscheinlich am preiswertesten, wenn man seinen Verbrauch kannte wohlgemerkt! Dennoch waren 500 Minuten monatlich schon absoluter Luxus. Mit O2 Genion hätten Sie mit knapp 80 € noch recht sparsam gelebt. Im Tarif „Privat Combi“ von E-Plus, wären rund 240 € auf der Rechnung gestanden. Bei Vodafone Sun sogar, wie bereits verraten, rund 260 Euro. Im Vertragstarif „T-Mobile Active“ ebenfalls stattliche 215 Euro. Berechnet wurden die Daten von Connect damals unter der Prämisse, dass 70 Prozent zur Hauptzeit und 30 Prozent zur Nebenzeit telefoniert wird. Doch auch in den Minutenpaketen waren 500 Minuten nicht billig. Am preiswertesten fuhr man mit einer O2-Active Card (ca. 42 Euro). Richtig teuer wurde es, wenn man sein Bedarf falsch bestimmte und das entsprechend unpassende Paket buchte, wie z.B. Eplus Time & More 50 – dann hätten rund 220 € den Besitzer gewechselt.

 

Kurz nach der Cebit 2006 erschien auch der T-Mobile Relax Tarif. Das Paket Relax 600 mit 600 Freiminuten in alle Netze war damals schon ein Novum, kostete allerdings auch stattliche 88 €. Relax 100 erschien dagegen mit 28 vergleichsweise preiswert.

Mobiles Internet noch Luxus

2006 gab es natürlich schon UMTS und sogar den Turbo HSDPA. Am Handy spielte mobiles Internet aber noch keine große Rolle. Weder, da Geräte noch das Display der meisten Modelle entsprechende Anwendungen zuließen. Aber auch wegen fehlender Angebote. Die neu erschienenen RELAX-Tarife der Telekom z.B. boten in der „XL-Variante“ 30 MB Inklusivvolumen. Für jedes weitere MB berechnete T-Mobile 1,90 Euro. Das Gigabyte hätte also schwindelerregende 526 € gekostet!

 

Mobiles Internet war zu dem Zeitpunkt eher etwas für UMTS-Surfsticks. Furore machte da schon eine neue „Datenflat“ von E-Plus für nur 19.95 € monatlich mit „satten“ 150 MB pro Monat. Jedes Zusatz-Megabyte wurde dann mit 33 Cent abgerechnet. Bloß gut, dass dabei ein Kosten-Airbag integriert war, der ab knapp 70 € den Hahn zudrehte. ;-)

 

Recht happig auch die Datentarife der Telekom anno 2006. Die „Data Flat Giga“ mit 1000 MB sprengte ein Loch von 110 € ins monatliche Haushaltsbudget. Das Pendant von Vodafone hieß „XXL 1000“ für 104,40 Euro. O2 verlangte für 500 MB rund 58 Euro. Preiswert aus heutiger Sicht waren einzig Kontingente mit schlappen 30 MB für 10-15 € im Monat.

 

Vodafone hatte allerdings noch einen andere Daten-Tarif im Angebot. Für 49,30 € monatlich gab es mit der „Web Fair Flat“ immerhin satte 5 GB Volumen, für damals schon ein wahres Monstrum. Allerdings tat man gut daran, diese Grenze nicht zu übertreten, da sonst je MB 50 Cent auf dem Kerbholz standen. Pro GB also ebenfalls brachiale 500 Euro!!! Immerhin wurde erst ab dem zweiten Monat in Folge diese Grenzüberschreitung „geahndet“. Wahrscheinlich setzte man darauf, dass einige deutlich über die 5 GB kommen, denn relativ gesehen, war der Preis ein Schnäppchen. Gesurft wurde per UMTS. Für das moderne HSDPA wurden 10 € Aufpreis pro Monat verlangt!

Wann gab es die erste Mobilfunkflat?

Laut Wikipedia erschien in Deutschland 2007 die allererste Mobilfunk-Flat von Freenet auf den Markt. Sie kostete um die 90 Euro monatlich. Nur zum telefonieren wohlgemerkt …

Und DSL?

Im Jahr 2006 tummelten sich auch noch längst vergessene Marken am Breitbandmarkt, wie Arcor, GMX, Lycos, Tiscali oder Alice. Allgemein war aber auch die DSL-Verfügbarkeit noch recht mager. Wer dennoch einen Anschluss bekommen konnte, musste für eine echte Flat recht tief in die Tasche greifen. Was viele vielleicht nicht mehr wissen: Volumen- und Zeittarife waren 2006 noch nicht ausgestorben. Congstar berechnete für DSL mit 2 GB und DSL 6000 noch stattliche 45 Euro. 1&1 verlangte für eine „Unlimited Flat“ und 6 MBit in etwa das gleiche. T-Online Kunden mussten mit denselben Eckdaten in etwa 55 € aufbringen. Alles ohne Festnetzflat wohlgemerkt.

Fazit

In 10 Jahren hat sich erstaunliches getan. Smartphone CPUs rechnen heute teils schon mit 10 Kernen und übertrumpfen damalige Computer bei weitem. Unbegrenztes Telefonieren im In- und Ausland für unter 30 € gehört praktisch schon zum guten Ton. Einzig unlimitiertes, mobiles Internet ist hierzulande noch die Ausnahme oder sehr teuer. Telekomkunden können die MagentaMobil-Flats für 5 € täglich auf „unendlich“ schalten. Andere Nachbarländer haben allerdings schon die Unlimited LTE-Flat für unter 30 €. Lange kann es also bei uns nicht mehr dauern. Und während man sich vor 10 Jahren noch im Schnitt mit 384 Kbit (UMTS) durchs Netz gewunden hat (im besten Fall wenige MBit per HSDPA), bauen die Provider heute schon am Gigabitnetz von Morgen.

 

Spätestens 2017 werden Vodafone und Telekom die 500 MBit Grenze sprengen. Bis zur Gigabitschallmauer ist es nicht mehr weit. Tritt man also einen Schritt zurück und betrachtet die Entwicklung aus der Perspektive von mehreren Jahren, ist eben doch nicht alles so schlecht, wie immer gemeint, auch wenn es natürlich immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt.



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