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Mai 06 2015



Während LTE in Deutschland und weltweit langsam auf dem Vormarsch ist, machen sich Industrie und Netzbetreiber bereits Gedanken über die Zukunft. 5G soll der Nachfolgestandard heißen, und die Deutsche Telekom will eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung des Standards sein. Telekom-CTO Bruno Jacobfeuerborn hat sich jetzt zum Stand der Dinge bei 5G geäußert.

„Echtes“ 4G noch nicht etabliert

Die meisten aktuellen Smartphones verfügen über ein LTE-Modul der Kategorie 4, das Geschwindigkeiten von maximal 150 Mbit/s im Download ermöglicht. Der „echte“ 4G-Standard beginnt eigentlich erst mit Kategorie 6 und Geschwindigkeiten bis 300 Mbit/s. LTE-CAT6-Module sind zurzeit eher noch die Ausnahme, sodass man meinen sollte, es sei müßig, jetzt schon über 5G nachzudenken. Das sieht Jacobfeuerborn freilich anders.

Globale Vernetzung

„Alles wird mit allem und jedem vernetzt sein, ohne Grenzen“, so Jacobfeuerborn. „Mit 2G haben wir damals das mobile Telefonieren verbessert und die SMS möglich gemacht. 3G war der erste Schritt hin zu mobilem Internet, mit 4G kamen hochbitratige Breitbandverbindungen und es wurde richtig komfortabel.“ Neben den Menschen würden auch „immer mehr Dinge des täglichen Lebens über diese Netze kommunizieren“, weshalb man einen „neuen, weltweiten Kommunikationsstandard“ brauche. „Alles in allem sprechen wir hier also mehr über einen Standard, der ein vollständiges Ökosystem abbildet und wo Mobilfunk eine wichtige Rolle spielt, aber nur ein Teil des großen Ganzen ist.“

Das Internet der Dinge

Es geht den Netzbetreibern also nicht nur darum, ein schnelleres Mobilfunknetz für Smartphones zu etablieren, wie das bei 4G der Fall war. Es geht um nichts weniger als die weltweite standardisierte Vernetzung von allem und jedem. Was für die einen nach Science-Fiction, für die anderen nach einem Horrorszenario klingt, wird schon seit geraumer Zeit diskutiert. Stichworte sind hier „Industrie 4.0“, das „Internet der Dinge“ oder auch „Smart Home“.

Anwendungs-Szenarien

Die Deutsche Telekom bildet zusammen mit 23 weiteren Netzbetreibern die NGMN Allianz (Next Generation Mobile Networks); deren Vorsitz hat Jacobfeuerborn inne. Das Design von 5G müsse „sehr flexibel und skalierbar sein“, so der Telekom-CTO. Deshalb habe die Allianz „den Rahmen definiert, was diese fünfte Generation können soll“ und „mehr als zwei Dutzend Anwendungs-Szenarien gesammelt“.

„Immer die beste Anbindung“

Für den Endkunden wird sich mit 5G einiges ändern. „Heutzutage sind unterschiedliche Technologien auf den Geräten – zum Beispiel LTE oder WiFi sichtbar – diesen Unterschied wird der Kunde bei 5G nicht mehr sehen“, prophezeit Jacobfeuerborn. „Er wird immer die beste Anbindung an das Netz haben, wo immer er geht und steht, ohne, dass er sich überhaupt Gedanken darüber machen muss. Das heißt, etwa die Suche nach einem Hotspot fällt aus, da das Gerät des Kunden längst damit verbunden ist.“

5G: Höher, schneller, weiter

Inhalte seien „viel schneller verfügbar als heute und die Reaktionszeit der Infrastruktur übertrifft die Reaktionszeit des Menschen“, so Jacobfeuerborn. „Taktiles Internet, das Menschen ermöglicht, Maschinen oder Autos in Echtzeit zu steuern. Solch eine Technologie erfordert minimale Antwortzeiten zwischen Bewegung und Reaktion, sprich eine extrem leistungsfähige Infrastruktur.“ Tatsächlich geht man davon aus, dass 5G extrem niedrige Latenzzeiten von unter einer Millisekunde bringen wird. Außerdem sollen irgendwann Datenraten von bis zu 10 Gbit/s möglich sein, und das mit einem um 90 Prozent verringerten Energieverbrauch.

Das 5G:haus der Telekom

„Wir haben mit dem 5G:haus eine Plattform ins Leben gerufen, wo wir gemeinsam mit Partnern an der Architektur dieses neuen Standards arbeiten“, so Jacobfeuerborn. „Dazu gehören Hersteller, innovative Startups sowie Partner aus der Forschung.“ Firmen wie Ericsson, Nokia, Samsung, ZTE, Qualcomm und Huawei sind bereits an Bord. „Dieses 5G:haus ist kein gemauertes Gebäude mit einem festen Standort, sondern es hat gleich mehrere, die über Europa verteilt sind“, erklärt Jacobfeuerborn. „Wir nutzen dabei die Möglichkeiten der europäischen Infrastruktur unseres Unternehmens“, mit der man „an mehreren Orten gleichzeitig neue technologische Lösungen entwickeln und sie auf ihre Tauglichkeit für 5G hin testen“ könne.

5G-Verfügbarkeit nicht vor 2020

Für den Endkunden bleibt 5G freilich noch Zukunftsmusik. „Auch wenn Forschung und Entwicklung bereits im Gange sind, ist mit dem Ende des Standardisierungsprozesses und damit der Verfügbarkeit von 5G nicht vor 2020 zu rechnen“, sagt der Telekom-CTO. „Doch dann wird der Weg frei sein, für neue Geschäftsmodelle, die erst durch diesen neuen Standard möglich werden. Etwa im Gesundheitsbereich, auf dem Gebiet der vernetzten Autos, aber bestimmt wird auch im Transport- und Logistikgewerbe 5G der Wegbereiter zu neuen Ufern sein.“

Wissenswertes zum Thema:

» mehr Informationen zur Deutschen Telekom
» Verfügbarkeit der Deutschen Telekom prüfen

Quelle: Deutsche Telekom


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