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Okt 16 2013



Bei keiner anderen Mobilfunktechnologie gibt es so viele verschiedene Frequenzbänder wie bei LTE. Der Branchendienst „Informa Telecoms & Media“ hat weltweit 23 verschiedene Bänder identifiziert, die schon für LTE genutzt werden oder auf denen in Kürze der Sendebetrieb startet. Wir haben die neusten Fakten der globalen Verteilung und Entwicklung für Sie zusammen gefasst.

 

Die Fragmentierung ist eine große Herausforderung für Netzbetreiber und Endgeräte-Hersteller, denn mehr als 6-7 verschiedene Frequenzbänder pro Endgerät sind aktuell nicht möglich. Zwar gibt es einige Frequenzbereiche, die überdurchschnittlich viel genutzt werden, doch ein weltweit vorherrschendes Band ist bisher nicht in Sicht. So gibt es in der Konsequenz für Verbraucher z.B. Smartphones oder Sticks, die 6 Bänder unterstützen, andere wiederum nur 2-3. Wer weltweit per LTE ins Internet will, muss sich also nach wie vor gründlich informieren…

schnelles Wachstum der LTE-Technologie

Während derzeit weltweit rund 200 Millionen Menschen LTE nutzen können, sollen 2018 laut Informa Telecoms & Media bereits mehr als 1,3 Milliarden Menschen Zugriff auf die vierte Mobilfunk-Generation (4G) haben. Dabei ist das Wachstum in Asien am stärksten, aber auch in Europa werden noch viele neue LTE-Netze gestartet. Mit rund 230 neu aufgeschalteten Netzen ist das Jahr 2013 ein echtes „LTE-Jahr“, viele Provider auf der ganzen Welt bieten den Dienst nun ihren Kunden an.

 

LTE wird sowohl im Zeit-Duplex-Verfahren (TDD) als auch im Frequenz-Duplex-Verfahren (FDD) eingesetzt, wobei die beiden Varianten zueinander inkompatibel sind, d.h. die Endgeräte müssen die jeweilige Technik explizit unterstützen. In den meisten Ländern herrscht LTE-FDD vor, wie auch in Deutschland. Hier werden sich nach Meinung von Informa Media bis 2018 die folgenden acht Frequenzbänder international durchsetzen: Band 7 (2600 MHz), Band 3 (1800 MHz), Band 4 (2100 MHz AWS), Band 1 (2100 MHz), Band 12/13/14/17 (700 MHz US), Band 20 (800 MHz), Band 28 (700 MHz APT) und Band 2 (1900 MHz). Diese Frequenzbänder werden auch von den meisten Endgeräten wie Smartphones oder Surfsticks unterstützt und haben daher eine hohe Akzeptanz in der Industrie und bei den Endkunden.

 

Auch die drei in Deutschland genutzten Bänder 3, 7 und 20 sind unter den acht Haupt-Frequenzen, sie haben zusammengenommen einen Marktanteil von knapp 50% am gesamten LTE-Spektrum. LTE-TDD wird eher im Asiatisch-Pazifischen Raum ausgebaut werden, hier konzentriere man sich auf den Frequenzbändern 40 (2300 MHz), 41 (2500 MHz), 39 (1900 MHz) und 38 (2600 MHz).

 

LTE1800 im Fokus

Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet LTE im Band 3 (1800 MHz). Schon über 90 Betreiber in 53 Ländern bieten LTE-Dienste in diesem Frequenzbereich an, Tendenz stark steigend. Der Grund für die schnelle Ausbreitung ist zum einen das sogenannte Refarming, also die Umwidmung alter 2G (GSM) Frequenzbänder für LTE. Zum anderen, die gute Akzeptanz bei den Herstellern der Endgeräte. So bieten mittlerweile alle neu erscheinenden LTE-Smartphones auch LTE1800 an, darunter zum Beispiel das HTC One, das Apple iPhone 5s oder das Samsung Galaxy S4.

 

In Deutschland haben die Netzbetreiber Deutsche Telekom und E-Plus LTE auf dem 1800 MHz Band in Betrieb bzw. planen den weiteren Ausbau. Der Frequenzbereich kombiniert hierzulande eine bessere Reichweite als mit LTE2600 und bessere Datenraten wie mit LTE800 möglich – sowohl für den Kunden, als auch für den Netzbetreiber wichtige Faktoren. Die Beobachtungen hinsichtlich des Trends zu 1800 MHz denken sich übrigens auch mit einer Studie der GSA im Juli dieses Jahres.

 

Prognose der Entwicklung der Abonnentenzahlen nach Bändern für LTE TDD bis 2018

neue Frequenzbänder in Sicht

Obwohl bereits rund 23 Frequenzbänder für LTE genutzt werden, sind laut Informa Telecoms & Media bereits viele neue in Sicht. Darunter zum Beispiel auch das 450 MHz Band, welches in Entwicklungsländern wie Brasilien für die Breitbandversorgung auf dem Land genutzt werden soll. Die Bänder um 2300 MHz und 1400 MHz sind eher zur Kapazitätserweiterung als zur Grundversorgung gedacht und dürften wohl nur auf dem amerikanischen und asiatischen Kontinent für die LTE-Nutzung freigegeben werden. Anders sieht es um 3,5 GHz aus: E-Plus hat bereits Spektrum in diesem Bereich erworben und könnte hier in Zukunft LTE-TDD betreiben.

Carrier Aggregation für höhere Geschwindigkeiten

Ein weiteres, großes Thema ist die Bündelung verschiedener Frequenzbänder, Carrier Aggregation genannt. Immer mehr Endgeräte werden diese Technik in Zukunft unterstützen und damit auch deutlich höhere Geschwindigkeiten als bisher erreichen können. Für LTE Advanced ist Carrier Aggregation ein wichtiges Element und diverse Netzbetreiber haben bereits Bedarf angemeldet. So könnte zum Beispiel Vodafone die Frequenzbereiche um 800 und 2600 MHz kombinieren und Geschwindigkeiten anbieten, die deutlich über den heute üblichen Übertragungsraten liegen.

Fazit: Entwicklung ist erst am Anfang

Die Experten von Informa Telecoms & Media sind sich einig, dass bis 2018 noch sehr viel Bewegung im LTE-Markt ist und die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Die starke Fragmentierung der verschiedenen Frequenzbänder und die Unterscheidung zwischen FDD-LTE und TDD-LTE stellt sowohl für die Hersteller von Endgeräten als auch für die Netzbetreiber ein großes Problem dar, ein weltweites Roaming wird vermutlich nicht so schnell realisierbar sein wie bei GSM oder UMTS.

Wissenswertes zum Thema:

» weltweite Verteilung des Spektrums Überblick
» mehr zum Thema LTE-Frequenzen

Quelle: Informa Telecoms & Media


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