{"id":4646,"date":"2011-08-06T09:00:18","date_gmt":"2011-08-06T07:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lte-anbieter.info\/lte-news\/?p=4646"},"modified":"2023-02-22T11:40:32","modified_gmt":"2023-02-22T10:40:32","slug":"lte-projekt-nrw-bericht-funkstoerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/lte-news\/lte-projekt-nrw-bericht-funkstoerung","title":{"rendered":"LTE-Projekt NRW ver\u00f6ffentlicht Abschlussbericht"},"content":{"rendered":"<p>In Sachen LTE kann sich Deutschland durchaus als Pionier bezeichnen: Als erstes europ\u00e4isches Land beschloss die Bundesrepublik im M\u00e4rz 2009 die Umwidmung der \u201edigitalen Dividende\u201c f\u00fcr den Mobilfunk. Pro: Deutschland geh\u00f6rt zu den Vorreiter in Sachen LTE. Contra: Es konnte und kann kaum auf Erfahrungswerte anderer L\u00e4nder zur\u00fcckgegriffen werden. Genau dieses Defizit auszugleichen, war Ziel des LTE-Projekts NRW. Nach knapp zweij\u00e4hriger Forschungsarbeit liegen nun die Ergebnisse vor.<!--more--><\/p>\n<h2>Ergebnisse pr\u00e4sentiert<\/h2>\n<p>Die im September 2009 gegr\u00fcndete Initiative LTE-Projekt NRW, eine Kooperation des Landes Nordrhein-Westfalen, der Landesanstalt f\u00fcr Medien NRW, sowie dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender WDR und dem Mobilfunkbetreiber <a href=\"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/lte-provider\/vodafone\/vodafone-lte.php\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"33\" title=\"Vodafone LTE- und 5G-Tarife zeigen\">Vodafone<\/a>, widmete sich in ihrer Arbeit den Potentialen der neuen Mobilfunktechnologie im 800 MHz-Bereich, sowie m\u00f6glichen Einst\u00f6rungen auf DVB-T und kabellose Mikrofontechnik. Federf\u00fchrend arbeitete hierbei die LfM Nova GmbH, eine Tochter der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Landesmedienanstalt. Der 18-seitige Abschlussbericht bietet nun Einblicke in Arbeit und Ergebnisse der Initiative.<\/p>\n<h2>Phase 1: Labormessungen zur Vorbereitung<\/h2>\n<p>In der ersten Projektphase ab September 2009 galt es haupts\u00e4chlich, die Unbedenklichkeit eines Feldmessbetriebes, also eines Au\u00dfentests unter Realbedingungen im Gebiet Nordhelle, zu untersuchen. Durch zwei Tests durch die Bundesnetzagentur und den WDR konnte dies best\u00e4tigt, und der Feldtest planm\u00e4\u00dfig am 9. November 2009 gestartet werden, so die Studienautoren.<\/p>\n<h2>Phase 2: Feldmessungen und St\u00f6rungstests<\/h2>\n<div class=\"pic_l\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/lte-news\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/empfangsstoerung-lte.jpg\" alt=\"Empfangsst\u00f6rung durch LTE\" title=\"Empfangsst\u00f6rung durch LTE?!\" width=\"300\"><\/p>\n<p>St\u00f6rungen beim TV-Empfang durch LTE?!<\/p>\n<\/div>\n<p>Die zweite Phase verlagerte die Forschungsarbeit nach drau\u00dfen. So wurden von Mitte Dezember 2009 bis August 2010 ausgiebige Feldtests an den Standorten Nordhelle und Schalksm\u00fchle-Heedfeld durchgef\u00fchrt. In Nordhelle untersuchte man prim\u00e4r die m\u00f6glichen Datenraten, welche unter Realbedingungen erzielt werden k\u00f6nnen. So konnten im Downlink zwischen 12 Mbit\/s und 48 Mbit\/s erreicht werden, im Uplink standen zwischen 1 Mbit\/s und 30 Mbit\/s zu Buche. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Schalksm\u00fchle-Heedfeld lag der Fokus der Untersuchungen auf potentielle St\u00f6rungen im Bereich des digitalen terrestrischen Fernsehempfangs via DVB-T. Unterschiedliche Datenmengen der LTE-\u00dcbertragung f\u00fchrten hier zu extrem unterschiedlichen Ergebnissen. W\u00e4hrend im Ping-Modus, also unter Minimallast, keine beachtenswerten St\u00f6rungen ausgemacht werden konnten, traten im Full-Upload-Modus, also unter Auslastung der m\u00f6glichen Bandbreiten, erhebliche St\u00f6rungen beim DVB-T Empfang auf. Betroffen davon: Die DVB-T Kan\u00e4le 25 und 60. Unter Einsatz verschiedenster Antennenformen machten sich die St\u00f6rungen im Mittel bei Abst\u00e4nden zwischen 30 und 400 cm bei Kanal 60, und zwischen 5 und 200 cm bei Kanal 25 bemerkbar. Als besonders st\u00f6ranf\u00e4llig erwiesen sich hierbei aktive Antennen, welche das Signal intern noch einmal verst\u00e4rken. Genau diese Verst\u00e4rkung wird auch als Grund f\u00fcr die erh\u00f6hte St\u00f6ranf\u00e4lligkeit angenommen. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders interessant sind dar\u00fcber hinaus die Ergebnisse, welche in Tests von drahtlosen Mikrofon- und In-Ear-Systemen gewonnen werden konnten. So stellen die Studienmacher fest, dass ein Simultanbetrieb von diesen Drahtlossystemen und mobilen LTE-Endger\u00e4ten ohne r\u00e4umliche Trennung nicht m\u00f6glich ist &#8211;  die Leistung der LTE-Ger\u00e4te \u00fcberschreite die der Mikrofone bei weitem, wird konstatiert. Bei Tests im Frequenzbereich von 832 bis 842 MHz wurden f\u00fcr einen st\u00f6rungsfreien Betrieb Mindestabst\u00e4nde von mehreren hundert Metern ermittelt. Der Einfluss von LTE-Basisstationen, welche mit weit h\u00f6heren Signalst\u00e4rken als mobile Endger\u00e4te ausstrahlen, wurde leider nicht untersucht. <\/p>\n<h2>Phase 3: Abschlussuntersuchungen<\/h2>\n<p>In der finalen Phase, im September vergangenen Jahres eingel\u00e4utet, wurden schlie\u00dflich abschlie\u00dfende Untersuchungen im Labor und auf dem Feld vollzogen. So wurde ein LTE-Sperrfilter aus dem g\u00fcnstigen Konsumer-Bereich getestet, welcher St\u00f6rungen durch LTE, beispielsweise beim DVB-T-Empfang reduzieren soll. Laut Studie erf\u00fcllte dieser bei weitem nicht die Herstellerversprechen. \u201eEs ist zu bef\u00fcrchten, dass durch die Verwendung derartiger Filter in einigen Netzen mehr Probleme geschaffen als beseitigt werden\u201c, so das ern\u00fcchternde Ergebnis der Autoren. M\u00f6gliche St\u00f6rungen beim Einsatz von portablen DVB-T Empf\u00e4ngern wurden zum Ende des Forschungszeitraums au\u00dferdem untersucht. Mit bedenklichen Ergebnissen: So kam es \u201ebei verschiedenen Hardwarekonstellationen zu St\u00f6rungen bis zum Totalausfall\u201c. <\/p>\n<h2>Arbeit geht weiter<\/h2>\n<p>Auch nach Ende des LTE-Projekts will sich die Landesanstalt f\u00fcr Medien Nordrhein-Westfalen weiterhin mit der Thematik befassen, diesmal allerdings ohne Projektpartner. So wurde das neue Projekt LTE in NRW ins Leben gerufen, welches seine Ergebnisse unter www.lte-nrw.de ver\u00f6ffentlicht [Update: Seite exisiterte Anfang 2014 leider nicht mehr]. Unter selbiger Adresse stehen auch der komplette Abschlussbericht und die Messberichte zum Abruf bereit.<\/p>\n<h3>Wissenswertes zum Thema:<\/h3>\n<p>\u00bb <a href=\"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/lte-news\/wie-stoert-lte-interview-prof-kuerner\">Wie stark st\u00f6rt LTE? Interview mit Professor K\u00fcrner<\/a><br \/>\n\u00bb <a href=\"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/verfuegbarkeit\/lte-karte.php\">LTE Karte<\/a><br \/>\n\u00bb <a href=\"https:\/\/www.lte-anbieter.info\/tarife\/lte-tarifvergleich.php\">LTE Tarifvergleich<\/a><\/p>\n<div class=\"quellenews2\">\nQuelle: LfM Nova GmbH;<br \/>\nBild: Mast \u00a9 lte-anbieter.info; Testbild \u00a9 Dirk Schumann &#8211; Fotolia.com\n<\/div>\n<div style='text-align:center' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Sachen LTE kann sich Deutschland durchaus als Pionier bezeichnen: Als erstes europ\u00e4isches Land beschloss die Bundesrepublik im M\u00e4rz 2009 die Umwidmung der \u201edigitalen Dividende\u201c f\u00fcr den Mobilfunk. Pro: Deutschland geh\u00f6rt zu den Vorreiter in Sachen LTE. Contra: Es konnte und kann kaum auf Erfahrungswerte anderer L\u00e4nder zur\u00fcckgegriffen werden. 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