Testbericht zum Alcatel Plus 10

Ungewöhnliche Kombi: Tablet mit Tastatur-LTE-Hotspot im Alltagstest


Januar: 2016: Mittlerweile gibt es unzählige LTE-fähige Tablets auf dem Markt, streng genommen zählt das Alcatel Plus 10 (Alcatel 8085 + LKB001X) aber nicht zu dieser Gattung. Der chinesische Hersteller TCL bietet für einen Preis von unter 300 Euro ein Set an, das aus einem 10-Zoll-Tablet und einer Tastatur besteht, die als LTE-Hotspot herhalten kann. Da wir zuvor noch kein ähnliches Konzept in Händen hatten, war unsere Neugierde groß. Wir verraten Ihnen, ob Sie hier ein praktisches Büro für unterwegs erhalten.


Alcatel Plus 10 im Praxistest

Verpackungsinhalt & Design

Schon bei den Smartphones weiß die Verpackung der Alcatel-Modelle zu gefallen, was sich auch bei der Tablet-Produktreihe fortsetzt. Die Kartonage fällt recht winzig aus, man mag zunächst kaum glauben, dass sich darin ein Mobilgerät mit 10 Zoll großem Bildschirm verbirgt. Auf der Vorderseite ist das 2-in-1-Tablet groß abgebildet, samt Namen und dem Hinweis, dass sich das 4G-Keyboard ebenfalls in der Schachtel befindet. Die Spezifikationen listet TCL hingegen nur geringfügig auf der Rückseite auf. Es befinden sich zwei schmalere Boxen im Karton, die eine beinhaltet das Tablet, die andere die Tastatur.

Beim Lieferumfang gibt es keine Überraschungen. Käufer erhalten die Standarddreingaben in Form von Micro-USB-Kabel, Netzteil, Schnellanleitung und Kopfhörer. Die äußere Hülle des Alcatel 10 Plus ahmt zwar einen Aluminium-Look bei Tablet und Eingabegerät nach, tatsächlich handelt es sich aber um Plastik. Der Kunststoff ist allerdings ordentlich verarbeitet, er fühlt sich nicht minderwertig an und ein Knarzen gibt es nur sehr selten. Oben links am Tablet finden sich die Lautstärketaste und der Ein-/Ausschalter. Rechts daneben wurde der Micro-SD-Schacht verbaut. Die linke Seite offenbart die kabelgebundenen Schnittstellen; Micro-USB, Micro-HDMI und einen Klinkenanschluss.


Die LTE-Tastatur des Plus 10 unter der Lupe

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Unsere Eindrücke von dem ungewöhnlichen LTE-Hotspot sind zwiegespalten. Auch nach knapp einer Woche Nutzung fragen wir uns immer noch, wieso man den 4G-fähigen Micro-SIM-Kartenschacht nicht einfach im Mobilgerät an sich verbaut hat. Der Grundgedanke, dem Kunden einen LTE-Hotspot gratis mitzuliefern ist zwar gut, aber im Tastatur-Format lässt sich eben jener nur suboptimal verstauen. Das Keyboard bietet auf der linken Seite einen gängigen USB-Anschluss und auf der rechten einen Micro-USB-Port. Die fünfzeilige Tastatur mit separater Nummernreihe ist groß genug ausgefallen, um ein unverkrampftes Tippen zu ermöglichen. Die Tasten fallen jedoch ziemlich flach aus, was das Schreiben etwas erschwert. Das Touchpad schien uns zudem zu winzig dimensioniert.

Alcatel Plus 10

In der vorgesehenen Aussparung des Keyboards, findet das Tablet sicher Platz. Die Verbindung wird über spezielle Kontakt-Pins am Mobilgerät und an der Tastatur realisiert, es gibt also keinen Kabelsalat. Im geschlossenen Zustand sind die beiden Elemente dank dem Einsatz starker Magnete gut geschützt. Bei Bedarf hält das Plus 10 zudem für Multimedia-Zwecke her, denn das Tablet kann im Display-Modus auch mit dem Rücken zum Keyboard positioniert angedockt werden. Leider ist der Winkel des Bildschirms allerdings in keinem Modus justierbar.


LTE-Tastatur im Hotspot-Einsatz

Damit das Eingabegerät unabhängig vom Tablet als Hotspot fungieren kann, verfügt es über einen eigenen Akku mit 2.580 mAh. Rechts oben an der Tastatur befinden sich drei LEDs, sie signalisieren den Akkustand, das WLAN-Signal und den Status der Datenverbindung. Gerade letztere hätte man allerdings informativer gestalten können. Der Nutzer bekommt lediglich angezeigt, ob eine 3G/4G-Datenverbindung steht, eine eben solche gesucht wird, oder eine SMS eingegangen ist. Wir hätten uns eine optische Anzeige der UMTS-/LTE-Signalstärke gewünscht.



Diese sieht man jedoch auf dem Tablet selbst, wenn man das Programm „My Connection“ installiert oder im Browser „plus10.home“ aufruft. Positiv hervorzuheben sei noch das einfache und schnelle Verbinden anderer Mobilgeräte oder Computer. Als Hotspot-PIN fungieren die letzten 8 Ziffern der IMEI des Alcatel Plus 10. Auch die Tablet-Einheit selbst verwendet den LTE-Hotspot des Keyboards.

Heller Bildschirm

Mit dem Bildschirm des Plus 10 waren wir durchaus zufrieden. Das 10,1 Zoll messende IPS-Panel hat leuchtende Farben und sehr stabile Blickwinkel vorzuweisen. In Hinblick auf die maximale Helligkeit gibt es subjektiv keinerlei Abstrichte, wodurch man das Convertible auch im Freien noch nutzen kann. Reaktionszeit und Kontrastniveau haben uns ebenfalls gefallen. Die niedrige Auflösung von 1.280 x 800 Pixel fällt erstaunlicher Weise kaum ins Gewicht. Beim vorinstallierten Betriebssystem Windows 10 Home, werden die Objekte passend zum großen Bildschirm skaliert, wodurch fast der Eindruck entsteht, man hätte ein Full-HD-Display vor sich. Einzelne Bildpunkte lassen sich zwar beim sehr genauen Hinsehen erkennen, bei einem gesunden Abstand zum Produkt ist dieser Umstand aber kaum wahrnehmbar.

Alcatel Plus 10 Rückseite

Leistung des Alcatel Plus 10

Angetrieben wird das Alcatel Plus 10 von einem Intel Atom x5-Z8350 Quad-Core-Prozessor, der mit maximal 1,92 Gigahertz taktet und hauptsächlich für den Einsatz in Tablets konzipiert wurde. Ihm steht ein nicht ganz so üppiger 2 GB großer RAM zur Seite, die Grafikberechnung erfolgt über eine Intel HD Graphics. Was bedeuten diese Werte nun in der Praxis? YouTube-Videos sind ohne Einschränkungen bis zu einer Full-HD-Auflösung abspielbar, auch viele Games aus dem Windows Store funktionieren. Vollwertige PC-Spiele lassen sich zwar ebenfalls installieren, hier laufen aber nur Titel ordentlich, die etwa 10 Jahre auf dem Kerbholz haben. Wir haben beispielsweise Call of Duty: Modern Warfare aus dem Jahre 2007 angespielt, was bei mittleren Details noch brauchbar läuft. Für das Surfen im Internet und für Office-Arbeiten über Microsoft Word taugt die Performance allemal.

Qualität der Kameras

Das Alcatel Plus 10 bietet eine 5 Megapixel starke Hauptkamera samt Selfie-Knipse mit 2 Megapixeln. Während eine Frontkamera auch bei einem Tablet aufgrund von Videochats, Messengern und sozialen Netzwerken noch Sinn ergibt, fristet eine rückseitige Optik in solch einem Gerät meist ein trostloses Dasein. Zum einen ist ein Tablet freilich viel zu klobig, um damit bequem zu fotografieren, zum anderen reichen die Kameramodule nicht an die in Smartphones verbauten Gegenstücke heran.

Alcatel Plus 10 Seitenansicht

Kurzum; trotz der verhältnismäßig großen Blendenöffnung von f/2.2, kommt man bei der 5-Megapixel-Einheit auf keinen grünen Zweig. Das hat vor allem mit dem nicht vorhandenen Autofokus zu tun, aber auch mit dem starken Bildrauschen und der trägen Reaktionszeit. Die Frontkamera verfügt immerhin über eine Gesichtserkennung und hält halbwegs brauchbare Selfies fest. Ein LED-Blitz fehlt sowohl vorne wie auch hinten, je schlechter also das Licht wird, desto wahrscheinlicher ist ein zu dunkles Foto. Die Einstellungen der Kamera-App sind recht umfangreich, so lassen sich der Weißabgleich, die Belichtungszeit und der ISO-Wert manuell regeln.

Testfoto mit dem Alcatel+ 10

Musik und Speicher

Für Multimedia-Genuss von Audio- und Videodateien sollen die verbauten Stereo-Lautsprecher sorgen. Tatsächlich verfügen diese über eine durchaus gute Klangqualität. Selbst mit maximaler Lautstärke verzerren Musikstücke nicht, die mittleren und hohen Töne werden zudem klar wiedergegeben. Es mangelt etwas an Volumen und ein Bass ist nicht existent, davon abgesehen reicht das Gebotene aber durchaus für die Beschallung bei der Hausarbeit aus. Der integrierte Speicher des Plus 10 misst 32 GB. Nach der Formatierung sind das noch knapp 29 GB, wovon 1 GB die Wiederherstellungspartition darstellt und etwa 15 GB von Haus aus belegt sind. Windows 10 frisst eben deutlich mehr Speicher als ein Android-Betriebssystem. Dank des microSD-Kartenschachts kann aber für mehr Platz gesorgt werden.

Laufzeit und Konnektivität

Das Alcatel Plus 10 ist eine prall gefüllte Konnektivitäts-Wundertüte. An drahtlosen Schnittstellen sind auf der Tablet-Seite WLAN-n, GPS und Bluetooth 4.0 zu verzeichnen. Der Tastatur-Hotspot stellt eine LTE-Verbindung für bis zu 15 Endgeräte zur Verfügung. Die Bandbreite kann gemäß LTE Cat. 4 maximal 150 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload betragen. Sofern der LTE-Tarif das hergibt versteht sich. Die Empfangsqualität war größtenteils zufriedenstellend, selbst im ländlichen Hohenecken bekamen wir einen 4G-Zugang. Unsere  Prepaid Telekom SIM, wurde anstandslos von der Tastatur erkannt und war sofort einsatzbereit. Das Plus 10 unterstützt die folgenden LTE-Frequenzen: 800 Megahertz, 1.800 Megahertz, 2.100 Megahertz, 2.300 Megahertz und 2.600 Megahertz.

Während uns das LTE-Modem also durchaus gefallen hat, konnte das WLAN-Modul nicht so ganz punkten. Bei unserem 50-MBit-Vodafone-Kabelanschluss wurden maximal 31 MBit/s erreicht – und das im selben Raum, in dem sich auch der Router befindet. Eine Bluetooth-Verbindung hätten wir uns noch für die Tastatur gewünscht, denn diese lässt sich somit leider nicht drahtlos zur Eingabe mit dem Tablet verwenden. Der Akku der Tablet-Einheit misst 5.830, die Batterie des Keyboards kann nicht erweiternd verwendet werden. Wir erreichten eine Standby-Zeit von 46 Stunden bei 75 Prozent Helligkeit und knapp 3 Stunden aktiver Nutzung.

WLAN Probleme

Software

Als Betriebssystem wird beim Alcatel Plus 10 ein vollwertiges Windows 10 Home eingesetzt. Leider aber nur in der 32-Bit-Fassung, obwohl das SoC 64-Bit-fähig ist. Es laufen also alle Programme und Spiele, die keine 64-Bit-Plattform voraussetzen. Dadurch kann man einen Großteil der vom heimischen PC gewohnten Anwendungen, wie das bereits vorinstallierte Microsoft Office, problemlos nutzen. Weitere Microsoft-Apps, wie der Edge-Browser, der Windows Media Player und Skype sind selbstredend ebenfalls an Bord. TCL selbst hat netterweise nicht allzu viel Programme auf dem ohnehin etwas knappen Speicher geparkt. Ein paar Spiele wie Minecraft und Candy Crush sind an Bord. Hingegen ist es etwas umständlich, dass man die LTE-App „My Connection“ erst von der Alcatel-Seite herunterladen muss.

Unser Fazit zum Alcatel Plus 10

Das Alcatel Plus 10 hinterlässt nach der Testwoche ein paar Fragezeichen über unserem Kopf. Wieso wurde das LTE-Modem überhaupt in der Tastatur verbaut? Weshalb ist die Anzeige der Signalqualität nicht effizienter gelöst? Warum verfügt das Keyboard über keine Bluetooth-Schnittstelle? Dieses 2-in-1 Convertible ist mitnichten ein schlechtes Gerät, es wirkt an manchen Ecken jedoch nicht zu Ende gedacht. Wer über diese Eigenheiten – und dem dürftigen WLAN-Empfang nebst mäßigen Kameras – hinwegsehen kann, findet hier einen handlichen Office-Begleiter. Die Tastatur reicht für kleinere Arbeiten locker aus, die Arbeitsgeschwindigkeit ist  ebenfalls zufriedenstellend. Der tolle Sound und das erstaunlich gute Display sind weitere Vorzüge des Plus 10. Dieser Tablet-Netbook-Hybride ist für Vielreisende ohne allzu große Ansprüche sicher interessant, wir sind gespannt, ob ein etwaiger Nachfolger die derzeitigen Kinderkrankheiten ausbessert.

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