Internet via Satellit

Mögliche Alternative zu LTE oder Schnee von gestern?


Internet per SAT-DSL

Schnell surfen mit mindestens 2 MBit/s - überall - auch auf dem Land?! Bevor das LTE-Netz in Deutschland ausgebaut wurde, war Internet per Satellit praktisch die einzige Option, welche bedingungslos überall verfügbar war und Datenraten von bis zu 20 MBit versprach. Mittlerweile sind die „weißen Flecken“ auf der Breitbandkarte bundesweit zu zirka 90 Prozent geschlossen. Und zwar dank LTE! Gut für die Kunden, schlecht für die Anbieter von Satelliten-Internet. Diesen wird seit der Einführung von LTE, möchte man zumindest meinen, sukzessive die Existenzberechtigung entzogen. Hohe Einmalkosten, relativ teure Tarife, vergleichsweise niedrigere Datenrate, umständliche Installation und weitere Nachteile, versprechen alles andere als eine gute Option zu sein. Nicht ganz, wie wir im Folgenden zeigen möchten!

Tipp: Jetzt auch mit unbegrenztem Highspeed-Volumen für Vielnutzer ...


Was ist SAT-DSL?

Der ein oder andere wird vielleicht von dieser Möglichkeit noch nichts gehört haben. Daher zunächst ein paar kurze Vorworte zum Prinzip. Vorweg sei erwähnt, dass es sich technisch natürlich keineswegs um „DSL“ handelt. Vielmehr hat sich die nicht ganz korrekte Bezeichnung „SAT-DSL“ mehr oder weniger eingebürgert, wenn es um Breitband-Internetzugänge via Satellit geht. Richtiger wäre „Internet per Satellit“. Das Funktionsprinzip ist übrigens recht einfach: Die Nutzer werden nicht wie bei „normalen DSL“ per Kabel an das Netz der Provider angeschlossen, sondern via Funk. Eine Zweiwege-Satellitenantenne beim Kunden sendet und empfängt die kodierten Datensignale über einen Satelliten. Dieser wiederum steht mit einer Bodenstation in Kontakt, die die Anbindung an das Internet sicherstellt. Wir haben das hier stark vereinfacht ausgedrückt versteht sich. Es gibt übrigens 2 Varianten, mehr dazu im vorletzten Abschnitt auf dieser Seite.


Was spricht für SAT-DSL?

In erster Linie die uneingeschränkte Verfügbarkeit. Dies kann man von LTE leider noch nicht gänzlich behaupten, auch wenn wir uns der Vollabdeckung nähern. Bis deutschlandweit wirklich die letzte Lücke getilgt wurde, könnten noch 1-2 Jahre vergehen. Dagegen kann jeder Verbraucher, bei dem die Möglichkeit zur Installation einer Satellitenschüssel besteht (mit korrekter Ausrichtung ohne Hindernisse), einen Internetzugang per Satellit nutzen. Die Übertragungsgeschwindigkeiten bewegen sich im Rahmen von rund 1-20 MBit, je nach Preisklasse.

Zudem bieten praktisch alle Anbieter Komplettpakete mit Telefon und optional TV, wie man es von vielen anderen DSL- oder Kabelprovidern her kennt. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber LTE ist rein ökologischer Natur. Während für die flächendeckende Abdeckung mit 4G bundesweit mehrere tausend Sendemasten benötigt werden, ist hier "nur" ein Satellit nötig. Nun der beste und entscheidende Vorteil: Einige SAT-DSL-Anbieter haben jetzt Tarife OHNE Drosselung im Angebot.

Echte Flatrate: Surfen OHNE Volumenbegrenzung

Ein entscheidender Nachteil von LTE ist die Limitierung des Nutzungsvolumens, besser bekannt als Drosselung. Das bedeutet: Verbraucht man beim Surfen innerhalb eines Monats mehr als vertraglich festgelegt (z.B. 150 Gigabyte), wird rigoros die Geschwindigkeit bis zum Folgemonat auf ein Bruchteil reduziert. Man surft also mit angezogener Handbremse - in der Regel rund 1/3 Mbit pro Sekunde. Ausnahmen bilden die Hybrid-Tarife der Telekom, welche LTE mit DSL kombinieren, und diese unlimitierten Heim-Tarife.

Notwendig wird die Drosselung für die 4G-Provider, da bei Funknetzen sich alle Nutzer eines Sendemastes die vorhandenen, begrenzten Ressourcen teilen müssen. Überstrapaziert nur ein User seinen Anschluss, müssen alle anderen darunter leiden. Daher verfolgen diese Tarifpolitik auch die Sat-Internetprovider. Denn auch die Kapazität eines Satelliten ist begrenzt und teuer. ABER: Gegen Aufpreis bieten einige nun auch Tarife OHNE Drossel - also eine echte Flatrate.


Tipp: Kennen Sie schon die Hybrid-Technik aus DSL und LTE? Diese weist ebenfalls keine Drosselung auf und ist in sehr vielen Regionen mittlerweile verfügbar. Mehr Infos hier.

Anbieter: Nur wenige wirklich gut!?

Insgesamt gibt es in Deutschland drei große, nennenswerte Provider für SAT-DSL - namentlich „SkyDSL“, „Filiago“ und „StarDSL“. Bald kommt noch "Starlink" hinzu. Wirklich interessant, vor dem Hintergrund einer „echten“ Flatrate ohne Drossel, sind allerdings längst nicht alle.

aktive SAT-Anlage von SkyDSL | Bild: skydsl.de Presse

SkyDSL: Unserer Ansicht nach, bietet SkyDSL (www.skydsl.eu) die günstigsten und attraktivsten Tarife, teils auch ohne Drossel. Das Unternehmen offeriert drei 2-Wege-Pakete (bi-direktional).

Die Preise (siehe Tabelle) schwanken zwischen 12.90 € und 29.90 € im Monat, was im direkten Vergleich zu anderen Anbietern sehr günstig ist. In den ersten 2 Jahren zahlt man etwas mehr, danach reduziert sich die Grundgebühr. So kostet z.B. das Premiumpaket skyDSL2+ Zuhause L in den ersten 2 Jahren 39.90 € monatlich und dann folgend nur noch 29.90 €.

Unbegrenztes Datenvolumen gibt es ab dem Tarif "Zuhause M" für 26.90 € im Monat. Die maximale Datenrate beträgt hier 24 MBit.

Gegen einen Aufpreis von 8.90 € im Monat, kann übrigens die Übertragungsrate in jedem Tarif auf bis zu 50 MBit (6 MBit Upload) erhöht werden.

Und die Hardware? Hier stellt es SkyDSL dem Nutzer frei, ob er sich für einen Mietkauf (24 Monate zu je 9.90 €) oder einer monatlichen Miet-Rate für 4.90 € + einmalig 69.90 € entscheidet. Die ganzen Einzelheiten zum Mietkauft etc. finden Sie auf www.sydsl.de.

Sky DSL Zuhause Tarife SkyDSL2+ S SkyDSL2+ M SkyDSL2+ L Prem.
Downloadrate bis 18 MBit/s 24 MBit/s 50 MBit/s
Uploadrate bis 1 MBit 1 MBit 6 MBit
Datenvolumen 8 GB / Monat unbegrenzt unbegrenzt
Upgrade bis 50 MBit/s + 8.90 € + 8.90 € + 8.90 €
Satellit KA-SAT (Eutelsat) KA-SAT (Eutelsat) KA-SAT (Eutelsat)
Telefonanschluss per VOIP inklusive inklusive inklusive
inklusive Festnetzflatrate nein (+4,90 €) nein (+4,90 €) inklusive
Preis pro Monat 12.90 € 39.90 € 39.90 €
Preis ab 25. Monat 12.90 € 26.90 € 29.90 €
Mindestvertragslaufzeit keine keine keine
Hardware siehe Homepage siehe Homepage siehe Homepage
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Bei (SAT Surf) Filiago (www.filiago.de) bietet ebenfalls das gesamte Spektrum von günstigen Volumentarifen bis hin zu Unlimitierten Flatrates. Der Einstieg beginnt bei SAT Surf bereits ab 19.95 € im Monat. Allerdings stehen dann monatlich nur 5 GB zur Verfügung, was bestenfalls für Mails und Social Media reicht. Für Familien und Vielnutzer empfiehlt sich der Griff zum Premium 100 Tarif mit 100 GB oder zur Flatrate. Letztere kostet 69.95 € im Monat.

In allen Tarifen ist allerdings eine Art Nachtflat enthalten, wo zwischen Mitternacht und 5 Uhr früh kein Volumen angerechnet wird. Frühaussteher könnten also größere Downloads in die Nachstunden verschieben.


SAT SurfTarife Sat Surf 20 SAT Surf 50 Premium 100 Premium Unlimited
Downloadrate bis 30 MBit/s 30 MBit/s 50 MBit/s 50 MBit/s
Uploadrate bis 2 MBit/s 2 MBit/s 4 MBit/s 4 MBit/s
Volumen je Monat 20 GB 50 GB 100 GB Unlimited (Fair use)
Unlimitiert von 0-5 Uhr ja ja ja ja
Satellitenbetreiber Astra 5B Astra 5B Astra 5B Astra 5B
Telefonanschluss per VOIP optional optional optional optional
Starterset komplett 399.95 € 399.95 € 399.95 € 399.95 €
Preis pro Monat 24.95 € 49.95 € 59.95 € 69.95 €
zur Anbieterseite« hier gehts zu SAT Surf »



Starlink:

Eigentlich galt das Modell "Internet per SAT" schon längst als überholt. Doch 2021 startete Elon Musks (Tesla) „Starlink“ und eröffnete vielleicht eine neue Ära in Sachen SAT-Internet. Denn Starlink will alltagstaugliches Internet mit hoher Bandbreite und relativ niedriger Latenz überall auf der Welt ermöglichen. Also selbst im hintersten Winkel jeder norddeutschen Insel oder im Norden Kanadas. Noch ist das Angebot in Deutschland nicht gestartet, aber seit Q1/2021 laufen die Vorbestellmöglichkeiten.

Es ist für Deutschland zunächst nur einen Tarif vorgesehen. 99 € soll dieser monatlich kosten. Klingt erstmal viel, doch in Regionen ohne Alternative per (V)DSL oder 4G/LTE relativiert sich das schnell. Denn eine Volumenbegrenzung gibt es wohl allen Anschein nicht, so das betroffene erstmals auch ohne Volumenbeschränkung Netflix & Co nutzen könnten. Die Datenrate soll laut starlink.com zwischen 50 und 150 MBit, liegen bei Latenzen von 20-40 ms (entspricht in etwa VDSL). Für die Antenne und sonstige Hardware sind einmalig 499 € einzuplanen. Vorbestellbar unter starlink.com gegen eine Sicherheit von 99 € (wird später verrechnet).





StarDSL (Tooway): Dahinter verbirgt sich ein Angebot der "StarDSL AG". Zum Angebot gehört ein halbes Dutzend Privat- und Businesskunden-Tarife, Telefonie und Digitalfernsehen. Die Pakete sind mit einem festen Inklusivvolumen zwischen 10 und 150 GB / Monat versehen. Eine Voll-Flatrate fehlt mittlerweile leider komplett. Die Datenrate ist übrigens in allen Privat-Tarifen gleich und liegt bei 30 MBit im Downstream und 6 MBit im Upstream. Die Differenzierung der Tarife erfolgt also rein über das monatliche Highspeed-Volumen.

Einen recht guten Kompromiss bietet unserer Meinung nach nur das Angebot "Konnect 30" für 49.95 € monatlich und 30 GB Volumen. Der nächste Konnect-Tarif mit 60 GB ist für 79.96 Euro schon recht teuer bemessen. 150 GB sind für rund 150 € zu haben, was also 1 € je GB entspricht.

Immerhin gibt es überall eine Nachflatrate. Zwischen 0 und 6 Uhr wird also der Datenverbrauch nicht angerechnet. Dennoch sind die Tarife relativ unattraktiv, insbesondere im Vergleich zu LTE. Zum Vergleich: Der schon erwähnte LTE-Gigacube von Vodafone mit 150 GB kostet nur 35 Euro. MagentaZuhause Hybrid von der Telekom verzichtet sogar ganz auf die Drosselung. Abgewickelt wird die Übertragung des Datenverkehrs übrigens über den KA-SAT 9a von Eutelsat.


Fazit zu den SAT-Anbietern: Wer also eine echte Flatrate ohne Drosselung möchte, und nur die Wahl zwischen LTE und Sat-DSL hat, liegt unserer Ansicht nach bei SkyDSL bzw. Filiago genau richtig. Günstiger wird man einen ungedrosselten Breitbandzugang im ländlichen Raum nicht erhalten. StarDSL ist mit nur 60 GB für rund 80 € deutlich teurer als die Mitbewerber und verzichtet ganz auf eine Flat.


Möglicher Hintergrund für die neu Tarifpolitik

Der Erfolg von LTE stellt das Geschäftsmodell der SAT-Internetanbieter auf eine echte Probe. Denn wer gibt über 35 € monatlich für einen 21 MBit-Anschluss mit 10 GB Volumenbegrenzung aus + hoher Einmalkosten für die nötige Hardware, wenn es ähnliche LTE-Tarife mit mehr Datenlimit und Transferrate zum gleichen Preis gibt? Und das ohne aufwändige Installation einer SAT-Anlage! Vor diesem Hintergrund haben die Unternehmen wahrscheinlich vor einiger Zeit begonnen, unlimitierte Tarife mit ins Portfolio aufzunehmen. Unserer Ansicht nach, dass einzige Alleinstellungsmerkmal (unique-selling-point), um sich noch gegen die Konkurrenz der LTE-Anbieter zu positionieren - außer über den Preis natürlich. Und genau hier verspielen viele Anbieter mit horrenden Monatsbeiträgen den Bonus finden wir.


Varianten: Mit und ohne Rückkanal per Satellit

Um im Internet zu surfen, benötigt man bekanntlich einen Empfangs- UND Sendekanal (Down- und Upstream). Letzterer wurde viele Jahre über die Telefonleitung oder ein UMTS-Funknetz realisiert, was zum einen höhere Kosten bedeutete und einen extrem langsamen Upload. Mittlerweile haben sich jedoch 2-Wege-Anlagen durchgesetzt. Die Kommunikation mit dem Satellit findet also ausschließlich über die Sat-Antenne statt, man sagt auch bi-direktional. Entscheidend dafür ist ein LNB mit Sendeeinheit, genannt i-LNB. Diese sind vom Erscheinungsbild etwas größer als herkömmliche TV-LNBs. Den i-LNB erhalten Sie im Hardwarepaket vom Anbieter.


Nachteile dieser Alternative

Ganz ohne Nachteile geht es, wie so oft im Leben, leider nicht. Da wären zunächst die etwas höheren monatlichen Kosten, im Vergleich zu konventionellen DSL-Paketen, zu nennen. Ein weiterer Nachteil sind die recht hohen Latenzzeiten (Ping) bei Internet via Satellit, die meist deutlich im dreistelligen Bereich rangieren. Gewöhnlich sollte man hier mit ca. 700 Millisekunden rechnen. Für die meisten Anwendungen im Internet stellt dies kein Problem dar, Onlinespiele sind jedoch damit faktisch nicht möglich. Und auch Telefonie per Skype kann so recht zäh werden.

Weiterführendes

» Hybrid als Alternative zu SAT DSL
» LTE Ausbau und Karte
» LTE für Zuhause



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