5G Hybrid-Anschluss

Alles zum neuen, geplanten Turbo-Internet der Telekom


Hybrid über 5G


Seit 2 Jahren schon gibt es 5G als extra schnellen Datenturbo fürs Handy oder mobilen Router. Bald schon soll der LTE-Nachfolger aber auch ganz normale DSL-Anschlüsse gehörig „aufmotzen“. Statt nur 16 oder 50 MBit, geht’s dann schnurstracks in Richtung Gigabit-Speed. Technisch nennt sich das ganze übrigens „Hybrid-Internet“. Das soll nun bald auch mit 5G arbeiten und noch leistungsstärker werden. Wir zeigen, was schon über Hybrid 5G bekannt ist, für wen es taugt und wann es los geht.

1. Was ist Hybrid-Internet eigentlich?

Mit Autos hat hybrides Internet natürlich nichts zu tun. Vielmehr arbeiten hier Festnetz und Mobilfunk miteinander in einer Art Kooperations-Modus. Das Beste aus zwei Welten in einem Anschluss sozusagen! Möglich macht das unter anderem ein spezieller Router bzw. Empfänger, doch dazu später mehr. Das Ganze Konzept ist übrigens nicht neu. Bereits heute bietet die Telekom eine entsprechende Hybrid-Option für alle DSL- bzw. VDSL-Kunden an. Diese kostet nur 5 € mehr im Monat und beschleunigt den Zugang um bis zu 300 MBit. Gedacht ist das Ganze als Alternative zu anderen Highspeed-Techniken. Also für Verbraucher, die noch auf einen Glasfaser Highspeed-Anschluss warten.

Infografik: Das kann Hybrid-Internet über 5G

Infografik: Das bringt Hybrid-Zugang mit 5G statt LTE | Bild LTE-Anbieter.info


2. Wie funktioniert 5G Hybrid?

Bewegt sich der Kunde im Internet, wird regulär erstmal auf den Festnetzanschluss gesetzt. Erst, falls die Leistung nicht mehr reicht, wird 5G als Unterstützung zugeschaltet. Etwa, wenn man einen großen Download startet oder gleich mehrere 4K Streams im Haushalt laufen hat. Erst Priorität hat dabei immer das Festnetz und erst in zweiter Prio Mobilfunk.

Technisch wird die Teilung und Bündelung (Bonding) über einen Hybrid-Access-Aggregation Point (HAAP) im Netz der Telekom realisiert. Der hybridfähige Router beim Kunden (HG = Home Gateway) setzt dann die Datenpakete aus Festnetz um Mobilfunk wieder richtig zusammen. Das ist auch der Grund, warum mit Hybrid-Zugängen keine „normalen“ Router verwendet werden können, sondern nur spezielle oder mit einem extra Firmwareupdate.

3. bisher noch in der Testphase

Im Herbst 2021 lief der sogenannte "Friendly User Test Hybrid 5G" in Phase 1. Dazu schrieb die Deutsche Telekom einige Kunden an, welche eingewilligt hatten, bei solchen Tests mitzumachen. Mitte November gab es dann in einem Podcast[1] erste öffentliche Ergebnisse bzw. Feedbacks. So zeigten sich einige der Testteilnehmer (Privatkunden und Firmen) sehr zufrieden mit der Leistung. Bald soll Testphase 2 folgen, wofür, Stand Ende November 2021, noch Teilnehmer gesucht werden. Interessenten können sich also noch bewerben. Mehr dazu hier. Der nächste Friendly User Test soll bis August 2022 dauern und ca. 800 Teilnehmer umfassen.

4. Wozu 5G Hybrid-Internet?

Das Hauptziel, warum neben 4G nun auch 5G mit ins Spiel gebracht wird, ist klar – mehr Geschwindigkeit! Leider hängt die Dt. Telekom beim Glasfaserausbau bundesweit noch ziemlich hinterher. So erreicht Hauptkonkurrent Vodafone im Festnetz über das eigene Kabelnetz schon mehr als 50 Prozent aller Haushalte mit 1 GBit/s. Bald sollen es sogar 5-10 GBit sein. Die Telekom deckt mit ihrem FTTH-Glasfasernetz aber noch nicht mal jeden 10. Haushalt ab. Zwar geben die Bonner seit 2020 richtig Gas beim FFTH-Ausbau – 2030 sollen 100 Prozent erreicht werden – bis dahin ist aber noch viel Zeit und es muss eine Überbrückung her. Da kommt Hybrid über 4G bzw. 5G zum Zuge …

5. Vorteile im Überblick und Geschwindigkeiten

Im Gegensatz zu den bisher angebotenen Hybrid-Tarifen, wird es mit der 5G-Anbindung künftig nochmals deutlich schneller. In ersten Tests waren bei einem 50 MBit Basisanschluss gut 400-500 MBit drin. In der Praxis hat die Telekom bei rund 400 Teilnehmern im Durchschnitt 446 MBit im Download und und 101 MBit beim Upload gemessen.

Zusammen mit einem VDSL100 Anschluss konnten in der Summe sogar 500-550 MBit im Download erzielt werden. Als Spitzenwert wurden sogar 700 MBit gemessen. Dabei sei aber, Zitat: „Luft nach oben“. Wir rechnen also damit, dass prinzipiell die Gigabitmarke möglich ist. Und in Senderichtung? Beim Upload betrug der Spitzenwert 176 MBit/s.

Zusammenfassung der Vorteile:

  • Glasfaser ähnliche Leistung
  • deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit als nur über (V)DSL oder 4G-Hybrid
  • mittelfristig so 700-1000 MBit möglich (künftig wahrscheinlich noch mehr)
  • mehr Stabilität und Ausfallsicherheit da immer 2 Kanäle - (V)DSL + LTE/5G

6. Wovon hängt die Datenrate ab?

Wie schon bei aktuellen Funklösungen, gibt es natürlich auch hier eine Reihe von Determinanten, welche die mögliche Datenrate beeinflussen. Zunächst natürlich der Umstand, ob vor Ort 5G oder nur 4G verfügbar ist. Dann auf welchen Frequenzen der Funkmast vor Ort arbeitet, ist Carrier Aggregation möglich oder nicht. Zudem, wie ist die Empfangssituation vor Ort und wie viele Leute teilen sich die Zelle gemeinsam - Stichwort shared medium.

7. Voraussetzungen für die 5G-Hybrid Tarife

Viel braucht es nicht. Klar, 5G von der Deutschen Telekom muss vor Ort verfügbar sein. Ansonsten bedarf es, neben dem 5G Hybrid-Tarif, noch eines kleinen Hardwarepakets. Ersten Informationen nach, wird dieses bestehen aus einem klassischen WLAN-Router, einer aktiven 5G-Außenantene samt Montageset und Fensterdurchführung.

7.1 Außenantenne (5G-Emfpänger) nötig

Der wohl überraschendste Teil der Ankündigung im Podcast zu 5G-Hybrid und dem Video (unten) war, dass die Testkunden eine 5G-Antenne außen am Fenster bzw. Gebäude anbringen müssen. Das soll später auch in der finalen Version der Fall sein. Grund ist die schlechte Gebäudedurchdringung bei Frequenzen über 3 GHz, welche neuerdings zum Einsatz kommen sollen. Bei 4G-Hybrid wird bislang im ländlichen Raum vor allem auf den langwelligen Bereich bei 800 MHz gesetzt, sowie 1,8 - 2,6 GHz. Für 5G setzt die Telekom aber auch auf das kurzwellige 3,6 GHz, welches nur schwer in Gebäude eindringen kann. Zu diesem Thema weiter unten bei den "Unterschieden mehr".

Es handelt sich bei dem Empfänger um eine aktive Antenne, die etwas wie ein kleiner grauer Brotkasten mit 3 LEDs aussieht. Man hat aber, eigenen Angaben nach, von Anfang an darauf geachtet, dass die Installation sehr einfach und unkompliziert möglich ist. So soll weder ein Techniker für die Installation nötig sein, noch Werkzeug. Als mögliche Fixierungsoptionen werden genannt: anschrauben, Befestigung durch eine Klemme oder Schelle oder ankleben. Das folgende Bild zeigt die etwas ungewöhnliche Antenne.

5G Hybrid Außenantenne

Bild Außenantenne für 5G Hybrid | Bild: Deutsche Telekom Video (unten)


Auch an die Durchführung in den Innenraum wurde gedacht, so dass man kein Loch nach außen für das Kabel bohren muss. Dafür setzt man auf ein extra flaches 10 Meter LAN-Kabel. Ja richtig gelesen - es kommt kein klassisches Antennenkabel zum Einsatz sondern ein flaches RJ45 Kabel, welches nur noch in den Router gesteckt werden muss. Fertig!

7.2 kein extra 5G Hybrid-Router, aber...

Der aktuelle Hybrid-Router für 4G namens Speedport Pro+ kann auf dem folgenden Bild begutachtet werden. Entgegen unserer ersten Vermutung, wird es keine spezielle 5G-Version des Hybrid-Internets geben. Den derzeitigen Plänen nach (und in den User-Trials), kommt ein klassischer WLAN-Router zum Einsatz - genauer gesagt der Speedport 4 Smart (nicht Plus!). Dieser wird über ein spezielles Firmwareupdate sozusagen Telekom-Hybrid fähig gemacht.

aktueller Hybrid Router via 4G

aktueller Hybrid-LTE Router


8. Unterschied Hybrid-LTE zu 5G-Hybrid

Bei der Telekom gibt es schon seit längerem Hybrid-Tarife über LTE. Genauer gesagt seit 2014. Diese sind vorrangig für Kunden mit sehr langsamen Festnetzzugängen gedacht. Also mit schwachen DSL-Anschlüssen deutlich unter 50 MBit. Zwar können prinzipiell auch Festnetzanschlüsse mit 100-250 MBit (VDSL) um die Hybrid-Option erweitert werden – ursprünglich gedacht waren die Angebote aber für Regionen, wo es keine anderen Alternativen für schnelles Internet gab bzw. gibt. Also mindestens 50 MBit pro Sekunde, was einem Einstiegs-VDSL-Anschluss entspricht. Die LTE-Komponente trägt aktuell bis zu 300 MBit zum Gesamtanschluss bei.

Beim neuen 5G-Hybrid sollen dagegen ALLE DSL-Kunden profitieren können. Sprich: Auch wer schon einen recht schnellen Zugang hat, z.B. VDSL 250 in einer Stadt, soll die Datenrate so nochmals deutlich steigern können – praktisch in Richtung Glasfaser-Speed. Bis irgendwann mal echte Glasfaser anliegt sozusagen. Zu den möglichen Gewinnen bei der Datenrate, haben wir uns ja schon weiter oben hier in unserem Hybrid-Spezial beschäftig.

Der Podcastbeitrag der Telekom[1] und das untere Video zeigen aber indirekt auch schon eine Besonderheit. So verwiesen beide Quellen darauf, dass bei 4G Hybrid vor allem niedrige Frequenzen zum Einsatz kommen, wie z.B. 800 MHz. Die haben physikalisch bedingt eine sehr gute Reichweite (bis ca. 10 km) und punkten durch eine exzellente Gebäudedurchdringung. Im 5G Hybrid-Test wurden aber höhere Frequenzbereiche verwendet, also um 3.600 MHz. Diese, so der Tenor weiter, weisen natürlich eine niedrigere Reichweite auf und haben eine recht schlechte Gebäudedurchdringung.

Wie schon erwähnt, wird zudem im Gegensatz zur 4G-Version eine spezielle externe Antenne benötigt. Zudem wird auch kein spezieller Hybridrouter benötigt, sondern ein konventioneller Speedport 4 mit Firmwareupdate.

Schaltungsplan 5G-Hybrid

Aufbauplan einer 5G-Hybrid-Internet Anlage | Bild: Deutsche Telekom Video (unten)


9. Kosten und Tarife

Dazu ist leider noch nichts Näheres bekannt. Aber: Aktuell kostet die Hybridoption zu den MagentaZuhause-Tarifen 5 € mehr im Monat. Daher gehen wir von einem Aufpreis von 10 € für 5G aus.

10. diverse Ausschlüsse

Die Telekom gibt zum aktuellen Stand eine Reihe von Ausschlusskriterien an, welche nicht funktionieren. Ob dies im Endprodukt auch so sein wird, ist aber nicht überall sicher.

  • kein DynDNS Support
  • kein Betrieb ohne (V)DSL
  • kein Port-Weiterleitungssupport
  • keine Festnetztelefonie nur via 5G (keine Redundanz)


11. Fazit

Vor 7 Jahren führte die Telekom erstmals Hybrid-Internet über 4G ein. Schon Ende 2022 könnte der Nachfolger über 5G starten und herkömmliche DSL-Anschlüsse in Richtung Gigabit-Marke beschleunigen. Zumindest endet im August 2022 die Testphase. Es bleibt spannend! Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir hier berichten.

Unter kontakt@lte-anbieter.info freuen wir uns zudem über Tipps rund ums Thema. Sie haben es schon testen können? Welcher Router wurde verwendet und wie waren Ihre Erfahrungen?



FAQ - häufige Fragen

Kann man das auch mit einem Glasfaseranschluss kombinieren?

Nein, das ist leider nicht geplant.

Wer kann am Testlauf mitmachen?
Insgesamt werden 800 Testhaushalte gesucht. Dort muss mindestens DSL von der Telekom anliegen. Freiwillige sollten zudem aufgeschlossen zum Erfahrungsaustausch sein und benötigen einen Telekom-Login. Natürlich braucht es zudem 5G von der Telekom vor Ort (testen). Wer das alles erfüllt, kann hier das Formular ausfüllen und sich bewerben.

Wissenswertes Thema:

» hier gehts zur Telekom
» Interview zur Magenta Hybrid Einführung mit der Telekom
» Ratgeber "Empfang verbessern mit LTE"



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