Highspeed-Volumen aufgebraucht?

Wie LTE- und 5G-Kunden die Drosselung wieder aufheben können!


Praktisch alle Mobilfunktarife in Deutschland weisen anbieterunabhängig eine sogenannte Volumenbegrenzung auf. Bislang gibt es nur wenige, meist teure Ausnahmen. Man spricht allgemein von der Volumendrosselung, oder kurz „Drossel“.

LTE und auch das neuere 5G bildet bei dieser Praxis keine Ausnahme. Die meisten Nutzer sind verständlicher Weise damit sehr unzufrieden, obwohl die Volumenbegrenzung technisch gesehen durchaus eine Existenzberechtigung besitzt (siehe hier). Dabei handelt es sich keineswegs um ein rein „deutsches Phänomen“. In vielen Ländern der Welt findet man im Mobilfunkbereich die Drosselung. Bleibt also entweder sparsam mit dem vorhandenen Kontingent umzugehen, höhere Tarife buchen oder im Fall der Fälle Volumen nachkaufen. Vodafone, Telekom und etliche andere Provider, bieten diese Option. In den folgenden Abschnitten zeigen wir, welche Möglichkeiten es gibt und zwar gegliedert nach Einsatzweck von LTE, für Zuhause oder mobil am Smartphone bzw. Tablet.

1. Volumen nachkaufen für „LTE Zuhause“ Kunden

In dörflichen Gefilden spielen LTE & 5G vor allem eine tragende Rolle als DSL-Ersatzlösung. Aktuell werden Tarife mit maximal ∞ (unbegrenzt) Gigabyte (GB) pro Monat angeboten. Der eine kommt damit vollkommen aus, anderen ist dies um ein Vielfaches zu wenig. Gegen Gebühr kann das Highspeedvolumen im Bedarfsfall zumindest aufgestockt werden.

1.1 Vodafone

Vodafones aktuelle (portable) Heim-Tarife lauten auf die Bezeichnung „GigaCube“. Obwohl mit 50-500 GB monatlich recht üppig ausgestattet, kann es natürlich einmal sein, dass dieses Kontingent nicht ausreicht. Auf Wunsch lässt sich neues Volumen für den GigaCube zukaufen. Je nach Bedarf Kontingente mit 2, 10, 20 oder 50 GB. Die korrespondierenden Preise dafür lauten (gerundet) 3, 10, 15 bzw. 25 Euro je Buchung.


Volumen für den Gigacube nachordern

Die Drosselung wird bei Vodafone übrigens nicht unisono am 1. eines Kalendermonats für alle Kunden zurückgesetzt, wie im Fall der Telekom. Ausschlaggebend ist der Rechnungsmonat! Welcher Tag das bei Ihnen ist, lässt sich im Kundeninterface ermitteln, wo auch die Bestellung der Upgrades für Bestandskunden erfolgen kann. Und zwar unter folgender Webadresse: http://center.vodafone.de

1.2 Deutsche Telekom

Die Hybrid-Tarife der Telekom kommen bekanntlich ohne Volumenbeschränkung aus. Volumen nachbuchen ist hier also nicht nötig. Der seit Q1/2019 verfügbare Speedbox-Tarif verfügt zwar von vornherein über 100 GB monatlich (nur XL ist unlimitiert), doch nach Verbraucher des Kontingents wird der Anschluss komplett bis zum nächsten Rechnungsmonat abgeschaltet. Weiter gehts dann nur mit zwei SpeedOn Optionen. Einmal 15 GB für 14.99 € oder 30 GB zu 29.99 €. Gebucht wird Speedon übrigens jeweils über die Adresse pass.telekom.de


1.3 Congstar Homespot

Auch congstar führt seit 2016 einen stationären LTE-Tarife namens „Homespot“. Das Angebot bietet mit bis zu 200 GB ebenfalls ein relativ üppiges Kontingent, welches zudem preiswert aufgestockt werden kann. Der Preis beträgt 10 € je 10 GB, also 1 € für ein Gigabyte!

1.4 O2 my Home

Die Funk-Heimtarife von O2 bieten bereits ab dem Paket M für unter 30 € unlimitiertes Internet. Wer sich doch für die Variante "S" mit 100 GB pro Monat entscheidet, kann nach Verbrauch für 4.99 € nochmals 100 € nachbuchen. Die Option muss dann 4 Wochen vor Monatsende gekündigt werden, sonst bleibt sie auch im Folgemonat bestehen.


2. Volumen nachkaufen für Smartphone-Kunden


2.1 Volumen-Upgrade bei Vodafone
Illustration: Zugang gedrosselt

Sie nutzen einen Smartphone-Tarif von Vodafone mit LTE oder sogar schon 5G? Wer mit seinem ursprünglich gebuchten Volumen nicht hinkommt, muss nicht zwangsläufig in die Drosselfalle tappen. Vodafone bietet zur Erweiterung des Highspeed-Volumens gleich mehrere Optionen. Einmal umfassen die GigaMobil-Tarife seit mehreren Jahren schon eine sogenannte Datenautomatik. Das heißt bei Vodafone "SpeedGo". 20 Prozent vor Erreichen des im Tarif verankerten Volumens, erhält man eine Info-SMS, dass bei Überschreitung automatisch 250 MB neu eingebucht werden. Und zwar für 3 Euro. Wer dies nicht will, muss per SMS widersprechen - zum Beispiel über die Vodafone App.

Aber: Dank des GigaDepots, welches in jedem GigaMobil-Tarif mit inbegriffen ist, kann nicht verbrauchtes Volumen aus dem Vormonat mitgenommen werden. Erst wenn auch das Kontingent ausgeschöpft ist, kommt es zur Nachbuchung... Beispiel: Ihr GigaMobil-Paket bietet 20 GB und letzten Monat wurden nur 10 GB verbraucht. Dann gibts diesen Monat 30 GB. Erst wenn die 30 GB alle sind, gehts mit der SpeedGo Buchung weiter!

2.2 Aufstocken bei der Telekom

Die Telekom bietet für Smartphone-Kunden in MagentaMobil die sogenannte „SpeedOn“-Funktion. Der Verbraucher wird per SMS informiert, falls das Highspeed-Volumenkontingent aufgebraucht ist. Auf Wunsch können Kunden sich aus der Drossel „freikaufen“ und mit der gewohnten Geschwindigkeit weitersurfen. Mit „Speedon S“ schalten Sie z.B. 500 zusätzliche MB für 4.95 € frei. Dieses Kontingent ist dann 1 Woche gültig. Die Buchung erfolgt übrigens über pass.telekom.de. Und das ist möglich:

  • SpeedOn S (+ 500 MB) für 7 Tage: 4,95 € einmalig
  • SpeedOn M (+ 500 MB): 7,95 € einmalig
  • SpeedOn L (+ 1,5 GB): 14,95 €
  • SpeedOn XL (+ 2,5 GB): 19,95 €


Tipp: Seit 2016 gibt es für Telekomkunden noch eine einzigartige Option namens "Dayflat". MagentaMobil Kunden zahlen hier für 24h 5.95 € und können dann einen Tag lang völlig ohne Volumenbegrenzung surfen!


2.3 O2 Telefónica

O2 hat mit der Neueinführung der „Free“-Allnetflats die zuvor etablierte, umstrittene Datenautomatik endlich wieder abgeschafft. Die aktuellen Tarife bieten dank "Boost" Option Volumen satt. Bis zu 120 GB sind so für Smartphone-Kunden möglich. Alternativ können sogar preiswert drei O2-Free Unlimited Pakete gebucht werden, wo es keinerlei Beschränkungen mehr gibt. Ein Upgrade bei Ende des Datenvolumens wie bei der Telekom oder Vodafone gibts aber hier nicht.


Ihr Anbieter nicht dabei? Natürlich gibt es noch zig andere Mobilfunkmarken in Deutschland. Wir haben uns hier zunächst auf die Netzanbieter konzentriert. Analog sind aber bei den meisten anderen (z.B. 1und1, congstar, Aldi, Lidl oder sim.de) ähnliche Nachbuchungen möglich. Da hilft ein Blick auf die Anbieterwebseite (Liste hier).

3. Zusatz-Volumen buchen bei LTE-Stick bzw. Tablet-Nutzung


3.1 Vodafone
4G Sticks zum surfen
Für die „Data Go“-Angebote (Stick/Tablet), hat Vodafone leider noch kein Angebot zum Aufstocken, falls das Volumen aufgebraucht ist. Es bleibt dann mittelfristig nur der Wechsel auf einen höheren Tarif…

3.2 Deutsche Telekom

Wer mit einem „Magenta Mobil Data“-Tarif mobil im LTE/5G-Netz surft, kann im Falle des Erreichens der Drosselungsgrenze über die Speedon-Optionen mehr Volumen nachfassen. Preis und Umfang schwanken je nach Laufzeit. Möglich sind:

  • WeekPass (+ 3 GB): 4,95 €
  • WeekPass (+ 10 GB): 14,95 €
  • 4-WeekPass (+ 20 GB): 19,95 €
  • 4-WeekPass (+ 40 GB): 29,95 €


Sehr interessant ist auch: Kunden der Data-Tarife können eine Dayflat ohne Drosselung buchen. Dann surft man einen Tag lang völlig Volumen unabhängig ohne Limitierung. Wer dann z.B. 200 GB saugt, kann dies problemlos tun. Die Option kostet 9.95 € je Nutzungstag.


3.3 O2 Telefónica
Bei O2 stehen Kunden mehrere my Data Tarife zur Auswahl, welche bis zu 60 GB monatlich bieten. Falls es doch mal eng wird - Kunden können bei Bedarf jederzeit die "Daypack Unlimited" zubuchen. Dann kann man 24 Stunden lang so viel surfen und laden wie man möchte ohne Limit. Das Paket kostet nur 4.99 € je Buchung.



4. Ist der Nachkauf sinnvoll oder nicht?

An dieser Stelle scheiden sich die Meinungen. Den meisten Kommentaren und Foreneinträgen im Internet nach zu urteilen, empfinden die meisten Verbraucher die Angebote als überteuert und unfair. „Abzocke“ ist meist noch das harmloseste Wort. Teils sicher zu Recht, da man bei Preisen pro Gigabyte von rund 1 € - 5 € schon berechtigt bezweifeln kann, ob dies gerechtfertigt ist. So gesehen, kann 1 Stunde Youtube richtig teuer werden.

Unserer Ansicht nach macht die Buchung vor allem dann Sinn, wenn man in die Drosselung reingeraten ist und noch wichtige Aufgaben bis zum Ende der Drosselperiode erledigen muss. Etwa Recherchen für eine Hausarbeit oder man will unbedingt ein paar Fotos entwickelt haben. Auf Dauer ist Nachbuchen zweifelsfrei keine Lösung.

Wer regelmäßig gedrosselt wird, sollte entweder auf eine Tarif-Kategorie höher upgraden oder aber seinen generellen Verbrauch besser managen. Beides spart langfristig sogar Geld. Einige Tipps haben wir ihnen hier zusammengestellt (für PCs).


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