LTE für Zuhause

Ratgeber zur schnellen DSL-Alternative per Funk


LTE zuhause nutzen - schnell surfen auch wenn kein DSL geht!

Moderne Mobilfunktechnik beschleunigt heute den mobilen Internetzugang von Millionen Smartphone-Nutzern. Doch 4G/LTE (neuerdings auch 5G) erfüllt noch eine weit wichtigere Funktion: Nach dem Start vor 9 Jahren, konnten per LTE erstmals auch ländliche und mit DSL unerschlossene Gebiete mit Highspeed versorgt werden. Die Versorgung „weißer Flecken“ war für die Mobilfunkprovider sogar eine verpflichtende Auflage. Mittlerweile können fast alle Verbraucher in betroffenen Gebieten von der schnellen Funktechnik profitieren. Dieser Ratgeber zeigt, was beim Einsatz von „LTE für Zuhause“ alles nötig ist und wo die Vor- und Nachteile liegen. Zudem geben wir viele wertvolle Tipps für Einsteiger!

1. Für wen eignet sich LTE Zuhause?

Auch im Jahr 2019 gibt es leider nach wie vor Regionen auf der Landkarte, welche vollkommen von der DSL-Versorgung abgekoppelt sind - von VDSL oder Glasfaser ganz zu schweigen. Immerhin gilt heute auch DSL mit maximal 16 MBit als stark veraltet. So reicht die Datenrate nicht einmal für die Übertragung von Ultra-HD Videostreams (z.B. per Netflix). Oder aber die Daten tröpfeln so langsam durch die Leitung, dass zeitgemäße Applikationen im Internet schlicht unmöglich sind - Stichwort „DSL-Light“. Es werden zwar schon länger Alternativen wie SAT-DSL angeboten, doch auch hier trüben Schattenseiten das Gesamtbild.

LTE für Zuhause, also der überwiegend stationäre Einsatz, verspricht zumindest temporär Abhilfe, bis in Zukunft kabelbasierte Breitbandangebote erschlossen sind. Aktuell bieten vier Anbieter in Deutschland Kombipakete aus einem LTE-Anschluss mit 50-500 MBit/s. Beim Datenvolumen schwankt die Bandbreite zwischen monatlich 50 GB oder sogar einem unbegrenztem Kontingent. Solche Funk-Internetlösungen sind nicht einmal besonders teuer. Ab ca. 20 Euro monatlich geht es los. Die Angebote werden wir später noch genau vorstellen.

2. Voraussetzungen bzw. Verfügbarkeit

Router für den LTE-Empfang stationär im Haus

LTE-Router für Daheim - Beispiel

Die Verfügbarkeit für „Heim LTE“ ist mittlerweile exzellent. Spätestens Ende 2020 wird eine nahezu flächendeckende Versorgung erwartet. Ende 2019 konnten Vodafone und die Telekom schon für 96 bis 98 Prozent der Haushalte bzw. Verbraucher 4G bereitstellen.

Zum Einsatz von LTE Zuhause, wird außerdem ein spezieller LTE-Router benötigt. Konventionelle DSL-Router sind natürlich nicht geeignet, da diese über kein passendes Funkmodul verfügen. Kompatible Geräte erhält man beim Anbieter der Wahl zu einem Neuvertrag oder erwirbt ein Modell separat im Einzelhandel. Die Auswahl an passenden Endgeräten ist mittlerweile recht gut. Unsere Empfehlung für Heimkunden geht an die Fritz!Box 6890 von AVM oder dem Gigacube 5G. Beide sind schnell, beherrschen viele LTE-Bänder und bieten starkes WLAN.

3. Vorteile und Nachteile von LTE für daheim

Die Vorzüge liegen klar auf der Hand. Per LTE Datenübertragungsraten erreichbar, welche sonst nur über VDSL- oder Kabelanschlüsse angeboten werden. Unter guten Bedingungen lassen sich im stationären Bereich heute durchaus 50 bis 500 MBit erzielen. Bereits innerhalb weniger Tage nach Bestellung erhält der Kunde Zugriff auf eine funkbasierte Highspeed-Lösung.

Es gibt aber natürlich auch Nachteile: Wie jede Funktechnik, ist auch LTE anfällig für Störungen. Bei schlechten Empfangsbedingungen kann es daher nötig sein, diesen mit einer externen LTE-Antenne zu verbessern. Hauptkritikpunkt ist hingegen, dass der superschnelle Zugang nicht immer unlimitiert nutzbar ist. Je nach Tarif und Anbieter, steht dem Kunden aktuell ein Kontingent zwischen 30 und ∞ (unbegrenzt) Gigabyte monatlich zur Verfügung. Zum Vergleich: Eine DVD fasst rund 5 Gigabyte. Wird in 30 Tagen mehr verbraucht, rutscht der Kunde in die die sogenannte Drosselung. Statt Highspeed LTE, gibt’s dann Retro-Feeling mit bestenfalls 64-384 Kbit/s, was einer einfachen UMTS-Verbindung entspricht. Mehr berechnet wird allerdings nicht, man wird "nur" ausgebremst. Die folgende Grafik zeigt, wie viel Datenvolumen die Angebote der drei Anbieter für Heim-LTE bieten.

Vergleich:
Highspeed-Volumen stationärer LTE-Tarife bei Vodafone, congstar und Telekom in GB


Vermeiden lässt sich das nur, indem man entweder kostenpflichtig neues Highspeedvolumen bucht. Es gibt aber auch drei Ausnahmen. Vodafone bietet mit "Gigacube Pro" aktuell aktionsbedingt unlimitiertes Datenvolumen statt 500 GB je Monat. Zudem offeriert O2 seit August 2019 einen unlimitierten Heim-Tarif namens My Data Spot Unlimited, auf den wir noch zu sprechen kommen. Oder man steigt auf „Hybrid“ um. Letzteres bietet die Telekom seit 5 Jahren, sofern zumindest ein langsamer, IP-fähiger DSL-Anschluss mit >= 384 KBit anliegt. Die Kombi aus DSL und LTE unterliegt nämlich keiner Volumendrosselung. Seit einiger Zeit bietet die Telekom über Hybrid sogar ihren TV-Anschluss MagentaTV an! » mehr über Magenta Hybrid ohne Drossel

Merke: Bei Vodafone, O2 und der Telekom gibt es aktuell unlimitierte Flatrates für den stationären Einsatz!

4. Anbieter, Kosten und Preisvergleich

Wie schon angedeutet, wird Zuhause-LTE momentan ausschließlich von der Telekom, O2 Telefónica, Vodafone und congstar angeboten.

Vodafone bietet mit den "GigaCube-Tarifen" eine zeitgemäße "Internet für überall" Lösung. Das Angebot mit 50 GB kostet 34.99 € im Monat. Für immerhin 250 GB zahlt man 44.95 €. Unlimitiertes Internet (statt 500 GB) gibt es im Ende 2019 eingeführten Gigacube Pro Paket für 74.99 €. RED Kunden erhalten sogar ein Rabatt in Höhe von 10 € monatlich. Der GigaCube kann bundesweit genutzt werden, bietet aber keinen Telefonanschluss. Seit Mitte 2019 können die Angebote sogar ohne Mehrkosten mit dem schnelleren 5G genutzt werden!

Congstars Homespot Tarife ähneln dem Vodafone-Angebot in gewisser Weise, lassen sich aber wirklich nur daheim nutzen und nicht unterwegs. Das Datenvolumen schwankt zwischen 30 und 200 GB. Allerdings fällt die maximale Übertragungsrate mit 50 MBit eher bescheiden aus.

Die Deutsche Telekom bietet mittlerweile sogar drei Varianten Angefangen von einem Tarif mit 60 GB, bis zu unbegrenztem Datenvolumen. Bis maximal 300 MBit sind möglich, via 5G auch mehr.

Bleibt noch O2 Telefónica als viertes Unternehmen im Bunde. Lange Zeit war das Angebot nicht der Rede wert und bot maximal 20 GB pro Monat. Seit der Umstellung im Sommer 2019 auf die "my Data Spot" Tarife, hat sich das Bild drastisch geändert. Denn bereits ab rund 40 € monatlich erhält man hier im Paket "my Data Spot Unlimited" unbegrenztes LTE-Volumen. Die folgende Vergleichstabelle fasst die wichtigsten Eckdaten aller Angebote zusammen:

Angebote von Telekom Vodafone congstar O2 Telefónica
LTE inklusive ja ja ja ja
Datenrate maximal 100 MBit/s bis 1 GBit 500 MBit 50 MBit 225 MBit/s
Datenvolumen bis 60 GB bis ∞ 50 GB bis ∞ 30 - 200 GB 10 GB bis ∞
5G fähig im Tarif Speedox XL ja, alle ohne Aufpreis nein nein
bundesweit nutzbar im Speedbox-Tarif ja nein nein
mit Telefonie ja, bis auf Speedbox nur über Umweg (Info) nein nein
mit Festnetzflat ja, bis auf Speedbox nein nein nein
Preis monatlich ab ab 35 € ab 34.95 € ab 20 € ab 29.99 €
unsere Wertung
zum Anbieter » zur Telekom » zu Vodafone » zu congstar » zu O2

4.1 Deutsche Telekom: drei mögliche Alternativen

Die Telekom hat seit Q1/2019 nunmehr gleich drei LTE-Lösungen für den stationären Betrieb im Angebot. Einmal natürlich die schon beschrieben ungedrosselten Hybrid-Tarife. Für den Fall, dass diese noch nicht verfügbar sind, kann optional auf MagentaZuhause via Funk mit 60 GB zurückgegriffen werden. Weit flexibler fährt man aber mit dem MagentaMobil Speedbox-Paket. Auch hier gibt es Ähnlichkeiten zum GigaCube-Tarif von Vodafone. Im Speedbox-Tarif sind 100 GB monatlich enthalten. Im Tarif "Speedbox XL" für 74.95 € pro Monat winkt sogar unbegrenztes Datenvolumen und 5G bis 1 GBit/s. Im Vergleich zu via Funk oder Hybrid, ist hier die Nutzung bundesweit möglich! Man benötigt nur den mitgelieferten Speedbox-Router!

4.2 GigaCube - die Alternative von Vodafone

Die Antwort auf ortsunabhängiges, schnelles Internet heißt bei Vodafone „GigaCube“. Aktuell lockt das Angebote mit maximal 500 ∞ GB monatlich, kombiniert mit bis zu 500 MBit Highspeed LTE-Speed. Darüber hinaus ist das Produkt deutschlandweit mit dem zugehörigen Router nutzbar. Auch preislich, gemessen an den Kosten je Gigabyte, weiß das Angebot zu überzeugen. Wir haben für Sie hier alle wichtigen Infos zu Vodafones GigaCube-Tarifen zusammen getragen. Im großen Testbericht, erfahren Sie zudem, was alles in dem Angebot steckt und wie sich Vodafones GigaCube im Praxisalltag schlägt. Sogar Telefonie kann eingerichtet werden, wenn man weiß wie ...

Gigacube für LTE und 5G von Vodafone

GigaCube Zuhause Tarif zum "mitnehmen" | Bild: LTE-Anbieter.info


4.3 congstar als weiterer Heim-LTE Anbieter

Auch die Telekomtochter "congstar" wartet mit einem Angebot zur Heimnutzung via LTE im Telekomnetz auf. Das mehrfach überarbeitete Homespot-Portfolio bietet nunmehr drei Tarife mit 30, 100 oder 200 GB monatlich (Übersicht). Die Pakete unterscheiden sich dabei nur in Hinblick auf Datenvolumen und Preis, denn die Übertragungsrate liegt je bei 50 MBit/s. Das Konzept an sich ähnelt Vodafones GigaCube gemessen an der einfachen Handhabe und günstigen Volumenpaketen. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede. Wir haben uns das Angebot für Sie ganz genau angesehen und getestet: Hier gehts zum congstar Homespot Testbericht.


LTE Zuhause von congstar kommt ....

4.4 O2 zieht nach mit O2 my Data + Homespot

Nachdem sich Telekom, congstar und Vodafone bereits mit eigenen LTE-Produkten für den stationären (teils transportabel) Bereich positioniert hatten, zog auch O2 im Sommer 2019 nach. Mit den "O2 my Data Spot" Tarifen samt Homespot-Router, haben interessieren Kunden drei Pakete zur Auswahl. Entweder 10 GB pro Woche, 100 GB im Monat oder einen gänzlich unlimitierten LTE-Zugang! Die Datenrate beträgt maximal 225 MBit/s. Preis-Leistungstechnisch unserer Ansicht nach sehr empfehlenswert.
Im Sommer 2015 startete auch die Vodafone Marke „Otelo“ schnelles Internet für Zuhause per LTE-Internet* oder 3G. "Otelo Internet Zuhause" beeindruckte mit einer Besonderheit - nach dem Highspeed-Volumen von 15 GB (bei 16 MBit/s), erfolgte eine Drosselung auf 1 MBit und nicht wie im Heimbereich üblich auf 384 KBit/s. Auch beim Preis von 19.99 € war das Produkt ziemlich attraktiv. Leider handelte es sich nur um einen Testlauf. Im Februar 2016 stellte Otelo den Internet-Zuhause-Tarif leider still und heimlich wieder ein.

5G: Noch schneller ins Netz

Seit Mitte 2019 etabliert sich langsam der LTE-Nachfolger in Deutschland. Mittelfristig soll die 5. Generation weit über 1 GBit/s per Funk liefern. Vodafone schickt seine Kunden von Anfang an ohne Aufpreis auf Surftour mit 5G, sofern der Router (z.B. Gigacube 5G) den Standard unterstützt.

Bei der Telekom fällt der Einstieg weniger günstig aus. Hier müssen für "Speedbox XL" satte 74.95 € monatlich investiert werden, plus einmalig 555,55 € für den 5G Hub Router. Dafür gibts aber unbegrenztes Datenvolumen!

6. LTE-Zuhause Anschluss richtig einrichten

Im Gegensatz zur Installation von herkömmlichem DSL, gibt es etliche Fallstricke bei der Einrichtung des neuen Anschlusses. Diese führen im schlimmsten Fall dazu, dass entweder kein Empfang besteht oder die Verbindung dauerhaft sehr instabil ist. Je nach gewähltem Anbieter und dem eingesetzten Router unterscheiden sich zudem die ersten Schritte. Gerade für Einsteiger mitunter schwierig. In diesem Installationsratgeber zeigen wir im Einzelnen und verständlich, worauf man achten muss und wie die Konfiguration für die gängigen Router (auch Hybrid) abläuft.



6. Empfangsoptimierung: So holen Sie das Maximum raus

Nur bei optimalen Empfangsbedingungen lassen sich die im Zuhause-Tarif versprochenen Übertragungsraten annähernd erreichen. Daher optimieren viele LTE-User die Verbindungsqualität durch den Einsatz spezieller LTE-Antennen. Diese werden idealer Weise außen angebracht, wie auch bei SAT-Antennen üblich. Wichtig sind dabei vor allem: Eine korrekte Ausrichtung, der Kauf einer für den persönlichen Bedarf geeigneten Antenne, sowie ordentliche Kabel. Im Forum finden Sie zudem eine Anlaufstelle für Fragen aller Art zum Thema.

Was ist mit anderen Anbietern?

Der ein oder andere wird sich fragen, was mit den anderen LTE-Anbietern ist. Tatsächlich hatte auch 1&1 (via Vodafone) in den Anfangsjahren stationäre Tarife im Programm. Doch diese wurden still und leise wieder eingestellt. Zwischendurch sogar einmal kurz Otelo. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass es ähnliche Lösungen von den einem der zahlreichen LTE-Discountern in Deutschland geben wird. Maximal 1und1 wäre noch ein denkbarer Kandidat!

Weiterführendes

» Ratgeber zur Empfangsverbesserung bei LTE
» LTE Speedtest durchführen
» Tools zur Empfangsverbesserung für LTE-Zuhause Nutzer


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