LTE für Zuhause

Ratgeber zur schnellen DSL-Alternative per Funk


LTE zuhause nutzen - schnell surfen auch wenn kein DSL geht!

Moderne Mobilfunktechnik beschleunigt heute den mobilen Internetzugang von Millionen Smartphone-Nutzern. Doch 4G/LTE (neuerdings auch 5G) erfüllt noch eine weit wichtigere Funktion: Nach dem Start vor 10 Jahren, konnten per LTE erstmals auch ländliche und mit DSL unerschlossene Gebiete mit Highspeed versorgt werden. Die Versorgung „weißer Flecken“ war für die Mobilfunkprovider sogar eine verpflichtende Auflage. Mittlerweile können fast alle Verbraucher in betroffenen Gebieten von der schnellen Funktechnik profitieren. Dieser Ratgeber zeigt, was beim Einsatz von „LTE für Zuhause“ alles nötig ist und wo die Vor- und Nachteile liegen. Zudem geben wir viele wertvolle Tipps für Einsteiger!

1. Für wen eignet sich LTE Zuhause?

Auch im Jahr 2020 gibt es leider nach wie vor Regionen auf der Landkarte, welche vollkommen von der DSL-Versorgung abgekoppelt sind - von VDSL oder Glasfaser ganz zu schweigen. Immerhin gilt heute auch DSL mit maximal 16 MBit als stark veraltet. So reicht die Datenrate nicht einmal für die Übertragung von Ultra-HD Videostreams (z.B. per Netflix). Oder aber die Daten tröpfeln so langsam durch die Leitung, dass zeitgemäße Applikationen im Internet schlicht unmöglich sind - Stichwort „DSL-Light“. Es werden zwar schon länger Alternativen wie SAT-DSL angeboten, doch auch hier trüben Schattenseiten das Gesamtbild.

LTE für Zuhause, also der überwiegend stationäre Einsatz, verspricht zumindest temporär Abhilfe, bis in Zukunft kabelbasierte Breitbandangebote erschlossen sind. Aktuell bieten vier Anbieter in Deutschland Kombipakete aus einem LTE-Anschluss mit 50-500 MBit/s. Teils wird darüber sogar schon 5G mit über 1000 MBit offerieert. Beim Datenvolumen schwankt die Bandbreite zwischen monatlich 50 GB oder sogar einem unbegrenzten Kontingent. Funk-Internetlösungen sind übrigens nicht einmal besonders teuer. Ab ca. 20 Euro monatlich geht es los. Die Angebote werden wir später noch genau vorstellen.

2. Voraussetzungen bzw. Verfügbarkeit

Router für den LTE-Empfang stationär im Haus

LTE-Router für Daheim - Beispiel

Die Verfügbarkeit für „Heim LTE“ ist mittlerweile exzellent. Spätestens Ende 2021 wird eine nahezu flächendeckende Versorgung erwartet. Ende 2020 konnten Vodafone und die Telekom schon für 98 bis 98 Prozent der Haushalte bzw. Verbraucher 4G bereitstellen.

Zum Einsatz von LTE Zuhause, wird außerdem ein spezieller LTE-Router benötigt. Konventionelle DSL-Router sind natürlich nicht geeignet, da diese über kein passendes Funkmodul verfügen. Kompatible Geräte erhält man beim Anbieter der Wahl zu einem Neuvertrag oder erwirbt ein Modell separat im Einzelhandel. Die Auswahl an passenden Endgeräten ist mittlerweile recht gut. Unsere Empfehlung für Heimkunden geht an die Fritz!Box 6890 von AVM oder dem Gigacube 5G. Beide sind schnell, beherrschen viele LTE-Bänder und bieten starkes WLAN.

Hinweis: Preise folgend bis 31.12.2020 abzüglich 3% Mwst. da die Anbieter den Vorteil weitergeben!

3. Vorteile und Nachteile von LTE für daheim

Die Vorzüge liegen klar auf der Hand. Per LTE Datenübertragungsraten erreichbar, welche sonst nur über VDSL- oder Kabelanschlüsse angeboten werden. Unter guten Bedingungen lassen sich im stationären Bereich heute durchaus 50 bis 500 MBit erzielen. Bereits innerhalb weniger Tage nach Bestellung erhält der Kunde Zugriff auf eine funkbasierte Highspeed-Lösung.

Es gibt aber bedingt auch Nachteile: Wie jede Funktechnik, ist auch LTE anfällig für Störungen. Bei schlechten Empfangsbedingungen kann es daher nötig sein, diesen mit einer externen LTE-Antenne zu verbessern. Hauptkritikpunkt ist hingegen, dass der superschnelle Zugang nicht immer unlimitiert nutzbar ist. Je nach Tarif und Anbieter, steht dem Kunden aktuell meist ein Kontingent zwischen 30 und 500 Gigabyte monatlich zur Verfügung. Zum Vergleich: Eine DVD fasst rund 5 Gigabyte. Wird in 30 Tagen mehr verbraucht, rutscht der Kunde in die die sogenannte Drosselung. Statt Highspeed LTE, gibt’s dann Retro-Feeling mit bestenfalls 64-384 Kbit/s, was einer einfachen UMTS-Verbindung entspricht. Mehr berechnet wird allerdings nicht, man wird "nur" ausgebremst. Die folgende Grafik zeigt, wie viel Datenvolumen die Angebote der drei Anbieter für Heim-LTE bieten.

Vergleich:
Highspeed-Volumen stationärer LTE-Tarife bei Vodafone, congstar und Telekom in GB


Vermeiden lässt sich das nur, indem man entweder kostenpflichtig neues Highspeedvolumen bucht oder ganz auf Tarife ohne Limitierung setzt. Es gibt nämlich auch Ausnahmen ohne solche Begrenzungen. So offeriert z.B. O2 seit Oktober 2020 zwei unlimitierte Heim-Tarife namens My Home, auf die wir noch zu sprechen kommen. Auch Speedbox XL von der Dt. Telekom bietet drosselfreies Surfen.

Oder man steigt auf „Hybrid“ um. Letzteres bietet die Telekom seit 6 Jahren, sofern zumindest ein langsamer, IP-fähiger DSL-Anschluss mit >= 384 KBit anliegt. Die Kombi aus DSL und LTE unterliegt nämlich keiner Volumendrosselung. Seit einiger Zeit bietet die Telekom über Hybrid sogar ihren TV-Anschluss MagentaTV an! » mehr über MagentaZuhause mit Hybrid ohne Drossel erfahren

Merke: Bei Vodafone, O2 und der Telekom gibt es mittlerweile unlimitierte Flatrates für den stationären Einsatz über LTE/5G!

4. Anbieter, Kosten und Preisvergleich

Wie schon angedeutet, wird Zuhause-LTE momentan ausschließlich von der Telekom, O2 Telefónica, Vodafone und congstar angeboten.

Vodafone bietet mit den "GigaCube-Tarifen" eine zeitgemäße "Internet für überall" Lösung. Das Angebot mit 50 GB kostet 34.99 € im Monat. Für immerhin 250 GB zahlt man 44.95 €. 500 GB gibt es im Ende 2019 eingeführten Gigacube Pro Paket für 74.99 €. RED Kunden erhalten sogar ein Rabatt in Höhe von 10 € monatlich. Der GigaCube kann bundesweit genutzt werden, bietet aber keinen Telefonanschluss. Seit Mitte 2019 können die Angebote sogar ohne Mehrkosten mit dem schnelleren 5G genutzt werden!

Congstars Homespot Tarife ähneln dem Vodafone-Angebot in gewisser Weise, lassen sich aber wirklich nur daheim nutzen und nicht unterwegs. Das Datenvolumen schwankt zwischen 30 und 200 GB. Allerdings fällt die maximale Übertragungsrate mit 50 MBit eher bescheiden aus.

Die Deutsche Telekom bietet mittlerweile sogar drei Varianten - "Hybrid", "Speedbox" und den Tarif "via Funk". Angefangen von einem Tarif mit 60 GB, bis zu unbegrenztem Datenvolumen. Rein über LTE sind maximal 300 MBit sind möglich und per Hybrid bis zu 550 MBit. Mit 5G können sogar Übertragungsraten von über 1 GBit erzielt werden.

Bleibt noch O2 Telefónica als viertes Unternehmen im Bunde. Seit der Umstellung im Herbst 2020 wartet der Anbieter mit den sehr interessanten "my Home" Tarifen in Verbindung mit dem Homespot Router per LTE/5G auf. Bereits ab rund 30 € monatlich erhält man hier im Paket "my Home M" unbegrenztes LTE-Volumen und eine Festnetzflat. Die folgende Vergleichstabelle fasst die wichtigsten Eckdaten aller Angebote zusammen:

Angebote von Telekom Vodafone congstar O2 Telefónica
LTE inklusive ja ja ja ja
Datenrate maximal 100 MBit/s bis 1 GBit 500 MBit 50 MBit 100 MBit/s
Datenvolumen bis 60 GB bis ∞ 50 GB bis 500 GB 30 - 200 GB 10 GB bis ∞
5G fähig im Tarif Speedox XL ja, alle ohne Aufpreis nein nein
bundesweit nutzbar im Speedbox-Tarif ja nein nein
mit Telefonie nur Hybrid-Tarife nur über Umweg (Info) nein ja
mit Festnetzflat nur Hybrid-Tarife nein nein ja
Preis monatlich ab ab ca. 35 € ab 34.95 € ab 20 € ab 29.99 €
unsere Wertung SternSternSternkein Stern SternSternSternStern SternSternSternkein Stern SternSternSternkein Stern
zum Anbieter » zur Telekom » zu Vodafone » zu congstar » zu O2
Preise bis 31.12.2020 je minus 3% Mwst.

4.1 Deutsche Telekom: drei mögliche Alternativen

Die Telekom hat nunmehr gleich drei LTE-Lösungen für den stationären Betrieb im Angebot. Einmal natürlich die schon beschrieben ungedrosselten Magenta-Zuhause Tarife mit Hybrid-Option. Für den Fall, dass diese noch nicht verfügbar sind, kann optional auf MagentaZuhause via Funk mit 60 GB zurückgegriffen werden. Weit flexibler fährt man aber mit dem MagentaMobil Speedbox-Paket. Auch hier gibt es Ähnlichkeiten zum GigaCube-Tarif von Vodafone. Im Speedbox-Tarif sind 100 GB monatlich enthalten. Im Tarif "Speedbox XL" für 74.95 € pro Monat winkt sogar unbegrenztes Datenvolumen und 5G bis 1 GBit/s. Im Vergleich zu via Funk oder Hybrid, ist hier die Nutzung bundesweit möglich! Man benötigt nur den mitgelieferten Speedbox-Router!

4.2 GigaCube - die Alternative von Vodafone

Die Antwort auf ortsunabhängiges, schnelles Internet heißt bei Vodafone „GigaCube“. Aktuell lockt das Angebot mit 500 GB Volumen monatlich, kombiniert mit bis zu 500 MBit Highspeed LTE-Speed. Darüber hinaus ist das Produkt deutschlandweit mit dem zugehörigen Router nutzbar. Auch preislich, gemessen an den Kosten je Gigabyte, weiß das Angebot zu überzeugen. Wir haben für Sie hier alle wichtigen Infos zu Vodafones GigaCube-Tarifen zusammengetragen. Im großen Testbericht, erfahren Sie zudem, was alles in dem Angebot steckt und wie sich Vodafones GigaCube im Praxisalltag schlägt. Sogar Telefonie kann eingerichtet werden, wenn man weiß wie ...

Gigacube für LTE und 5G von Vodafone

GigaCube Zuhause Tarif zum "mitnehmen" | Bild: LTE-Anbieter.info


4.3 congstar als weiterer Heim-LTE Anbieter

Auch die Telekomtochter "congstar" wartet mit einem Angebot zur Heimnutzung via LTE im Telekomnetz auf. Das mehrfach überarbeitete Homespot-Portfolio bietet nunmehr drei Tarife mit 30, 100 oder 200 GB monatlich (Übersicht). Die Pakete unterscheiden sich dabei nur in Hinblick auf Datenvolumen und Preis, denn die Übertragungsrate liegt je bei 50 MBit/s. Das Konzept an sich ähnelt Vodafones GigaCube gemessen an der einfachen Handhabe und günstigen Volumenpaketen. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede. Wir haben uns das Angebot für Sie ganz genau angesehen und getestet: Hier gehts zum congstar Homespot Testbericht.


4G für Zuhause von congstar ....

4.4 O2 zieht nach mit O2 my Home + Homespot

Nachdem sich Telekom, congstar und Vodafone bereits mit eigenen LTE-Produkten für den stationären (teils transportabel) Bereich positioniert hatten, zog auch O2 im Herbst 2020 erneut nach. Mit den "O2 my Home" Tarifen samt Homespot-Router, haben interessieren Kunden zwei Pakete zur Auswahl. mit gänzlich unlimitierten LTE-Zugang zur Wahl! Die Datenrate beträgt paketabhängig 50 bzw. 100 MBit/s. Außerdem ist eine Festnetz-Sprachflat inklusive. Preis-Leistungstechnisch unserer Ansicht nach sehr empfehlenswert.

5. Gibt es auch Prepaid-Tarife für zuhause?

Bleibt noch die Frage, ob es 4G für Zuhause auch über Prepaid gibt? Die Antwort lautet hier sozusagen "Jain". Direkt Prepaid-Tarife bietet bisher kein Anbieter. Aber: Wer keinen langen Vertrag eingehen möchte, hat andere Möglichkeiten. Bei Vodafone bestellt man einfach den Gigacube-Flex - hier wird immer nur der Monat berechnet, in dem dieser auch eingesetzt wurde. Die Speedbox-Tarife der Telekom können wahlweise ebenfalls als Flex-Variante gebucht werden. Auch hier zahlt man nur im Nutzungsfall. Congstar geht einen anderen Weg. Statt bedarfsabhängiger Abrechnung kann man wahlweise die Homespot-Angebote ohne Mindestlaufzeit buchen. O2 bietet die my Home Angebote immerhin optional auch ohne Mindestlaufzeit an.

6. Mit 5G noch schneller ins Netz

Seit Mitte 2019 etabliert sich langsam der LTE-Nachfolger in Deutschland. Mittelfristig soll die 5. Generation weit über 1 GBit/s per Funk liefern. Vodafone schickt seine Kunden von Anfang an ohne Aufpreis auf Surftour mit 5G, sofern der Router (z.B. Gigacube 5G) den Standard unterstützt.

Bei der Telekom fällt der Einstieg weniger günstig aus. Hier müssen für "Speedbox XL" satte 74.95 € monatlich investiert werden, plus einmalig 199,95 € für den HUAWEI 5G CPE Pro 2. Dafür gibts aber unbegrenztes Datenvolumen!

CPE2 Pro 5G-Router

CPE 2 Pro 5G Router von der Dt. Telekom


O2 bietet "my Home" zwar in der Funkvariante neben LTE auch über 5G an, doch noch ist das Netz eher dürftig ausgebaut. Sofern vor Ort beim Verfügbarkeitscheck 5G verfügbar ist, bekommt man zumindst wahlweise auch den 5G-fähigen Homespot-Router angeboten.

7. LTE-Zuhause Anschluss richtig einrichten

Im Gegensatz zur Installation von herkömmlichem DSL, gibt es etliche Fallstricke bei der Einrichtung des neuen Anschlusses. Diese führen im schlimmsten Fall dazu, dass entweder kein Empfang besteht oder die Verbindung dauerhaft sehr instabil ist. Je nach gewähltem Anbieter und dem eingesetzten Router unterscheiden sich zudem die ersten Schritte. Gerade für Einsteiger mitunter schwierig. In diesem Installationsratgeber zeigen wir im Einzelnen und verständlich, worauf man achten muss und wie die Konfiguration für die gängigen Router (auch Hybrid) abläuft.

Ratgeber: 4G für zuhause einrichten

8. Empfangsoptimierung: So holen Sie das Maximum raus

Nur bei optimalen Empfangsbedingungen lassen sich die im Zuhause-Tarif versprochenen Übertragungsraten annähernd erreichen. Daher optimieren viele LTE-User die Verbindungsqualität durch den Einsatz spezieller LTE-Antennen. Diese werden idealer Weise außen angebracht, wie auch bei SAT-Antennen üblich. Wichtig sind dabei vor allem: Eine korrekte Ausrichtung, der Kauf einer für den persönlichen Bedarf geeigneten Antenne, sowie ordentliche Kabel. Im Forum finden Sie zudem eine Anlaufstelle für Fragen aller Art zum Thema.

9. Was ist mit anderen Anbietern?

Der ein oder andere wird sich fragen, was mit den anderen LTE-Anbietern ist. Tatsächlich hatte auch 1&1 (via Vodafone) in den Anfangsjahren stationäre Tarife im Programm. Doch diese wurden still und leise wieder eingestellt. Zwischendurch sogar einmal kurz Otelo. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass es ähnliche Lösungen von den einem der zahlreichen LTE-Discountern in Deutschland geben wird. Maximal 1und1 wäre noch ein denkbarer Kandidat!

Weiterführendes

» Ratgeber zur Empfangsverbesserung bei LTE
» LTE Speedtest durchführen
» Tools zur Empfangsverbesserung für LTE-Zuhause Nutzer



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