LTE 2013 - Eine Bestandsaufnahme

Wie sehen Wirtschaft, Politik und Verbraucherzentralen "LTE" und den Status quo?



Vor drei Jahren ist der LTE-Ausbau mit der Frequenzversteigerung in die heiße Phase gegangen. Seither kämpfen Vodafone Deutschland und die Deutsche Telekom um die Vorherrschaft beim Funkstandard der nächsten Generation. Telefónica Deutschland (o2) mischt etwas abgehängt gleichfalls mit, könnte aber nach der erfolgreichen Übernahme von E-Plus zur ernsthaften Gefahr für die beiden „Premium-Anbieter“ heranwachsen. Ein guter Anlass für LTE-Anbieter.info, eine Momentaufnahme zum Status quo von LTE abzubilden. Die nachfolgenden Aussagen von Städten, Verbänden und Ministerien aus Ländern und Bund, sollen ein möglichst vielseitiges und authentisches Zeugnis vom LTE-Ausbau in Deutschland liefern. Nicht alle 16 Bundesländer finden ihren Platz, es wurden jedoch alle befragt – und die zu lesenden Antworten spiegeln auch deren Erfahrungen wider.


Die Städte: Neubrandenburg und Dresden

LTE ist in Dresden bereits länger gut ausgebaut
In Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) besteht bereits seit über zehn Jahren eine Zusammenarbeit mit den großen vier Mobilfunkanbietern. Reinhard Relling, von der Abteilung Wirtschaft, Stadtentwicklung und Wohnen, beschreibt die Vorgehensweise bei der Errichtung neuer Mobilfunkantennen: „Entsprechend Kommunalvereinbarung wurden zuerst im städtischen Besitz befindliche Immobilien hinsichtlich ihrer Tauglichkeit als Antennenstandort geprüft. Danach erfolgte eine weitere Prüfung anderer geeigneter Immobilien. Die Mobilfunkbetreiber nahmen danach entsprechende Abstimmungen vor. Relativ unproblematisch ist die Nach- bzw. Umrüstung vorhandener Mobilfunkantennenstandorte im  Stadtgebiet mit LTE-Technik. Die Unternehmen zeigen ihre Ausbauabsichten (Suchkreise) an und fragen nach Hinweisen dazu. Nach erfolgter Installation, erfolgt eine schriftliche Vollzugsmeldung an die Stadtverwaltung.“. Erwartungsgemäß ist der Ausbau noch nicht vollendet, wobei die Außenbereiche länger auf die Abdeckung mit LTE warten müssen.


Die Gespräche zwischen der Stadt und den LTE-Anbietern beziehen sich primär auf einzelne Standorte für Antennen. Technische Vorgaben seitens der Stadt gibt es nicht. Lars Marschke vom Stadtplanungsamt Dresden (Sachsen) beschreibt eine vergleichbare Vorgehensweise: „Die Stadt unterstützt die Netzanbieter bei der verträglichen Einordnung der Anlage. Dabei werden die Wünsche der Unternehmen und die Belange der Bürger miteinander abgewogen und Standorte, sofern notwendig, genehmigt. Zu berücksichtigen sind dabei die besondere Stadtstruktur und die topographischen Verhältnisse in Dresden. Die Federführung für antragspflichtige Verfahren liegt beim Bauaufsichtsamt. Im Stadtplanungsamt werden die Planungsanzeigen, bauplanungsrechtlichen Stellungnahmen (sofern notwendig) und Inbetriebnahmeanzeigen für das gesamte Stadtgebiet erfasst.“ Jeder Anbieter verfolgt seine eigenen Ausbaupläne im Rahmen von bundesweiten Vorgaben, wie sie beispielsweise die Bundesnetzagentur (BNetzA) aufstellt.

Streitfall Funkturm

Funktürme in Wohngegenden oft Gegenstand für Auseinandersetzungen

Doch nicht jeder will mit LTE, nach den Vorstellungen der Mobilfunkprovider, versorgt werden. Sei nun aufgrund optischer Beeinträchtigungen oder gesundheitlicher Bedenken, wie sich in Neubrandenburg gezeigt hat: „Bis ca. 2010 gab es kaum Probleme mit der Einordnung von Mobilfunkantennen im Citygebiet, da diese zum überwiegenden Teil auf vorhandenen, größeren Gebäuden realisiert werden konnten. Hauptsächlich durch die damit verbundene, relative optische Unauffälligkeit gab es eine weitgehende Akzeptanz. Die Situation hat sich grundlegend geändert, seit die Pläne der Deutsche Telekom Technik GmbH, aus dem Jahre 2011, zur Neuerrichtung eines ca. 40 m hohen Mobilfunkmastes öffentlich wurden. Und zwar in direkter Nachbarschaft zu neu entstandenen Eigenheimgebieten im Westen von Dresden. Die in diesem Zusammenhang entstandene sehr aktive Bürgerinitiative hat sich zum Ziel gestellt, diesen hier vorgesehen neuen Maststandort zu verhindern; außerdem erfolgt durch sie auch eine sehr kritische Begleitung der weiteren Mobilfunkausbauplanung im Stadtgebiet.“, so Herr Marschke vom Stadtplanungsamt Dresden weiter.


Die Verbraucherzentralen: Sachsen, Berlin und Saarland

Der allgemeine Tenor der Verbraucherzentralen ist, dass es bislang kaum Rückmeldungen zum Themengebiet LTE gibt. Laut Friederike Wagner, Verbraucherzentrale Sachsen, beziehen sich die vorhandenen Meldungen regelmäßig auf LTE als DSL-Ersatz und die dadurch eintretenden Begrenzungen beim Datenvolumen. Beschwerden über die Geschwindigkeiten bei der mobilen Anwendung seien bislang im „kaum messbaren“ Bereich. Bernd Ruschinzik, von der Verbraucherzentrale Berlin, kann ebenfalls nicht über einen Ansturm berichten: „LTE ist bei uns kein Thema, es wird und wurde auch nicht von der Verbraucherseite an uns herangetragen.“ Daraus könnte sich schließen lassen, dass die derzeitigen LTE-Nutzer gut über die Vor- und Nachteile der Technologie informiert sind und die Erwartungen, unter anderem bezüglich Geschwindigkeit oder Netzabdeckung, sich weitgehend mit dem vorhandenen Angebot decken. Einen ganz anderen Aspekt steuert die Verbraucherzentrale Saarland bei. Das Wehklagen der Telekommunikationsunternehmen bezüglich hoher Investitionssummen sollte mit Vorsicht genossen werden. Der LTE-Ausbau sei schließlich bereits in andere Produkten der Telekommunikationsunternehmen eingepreist worden.

Lesen Sie im 2. Teil unseres Spezials mehr über die Haltung der Deutschen Wirtschaft. Zudem geben wir ein Fazit und fassen die Ergebnisse der Befragungen zusammen.


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