„Bereits ein Drittel des Bundesgebietes ist mit LTE versorgt“, Interview mit Kuzey Alexander Esener von Vodafone


08.03.2012; Hannover


Wie weit ist Vodafone mit dem LTE-Ausbau? Wo ist das erste LTE-fähige Smartphone Deutschlands erhältlich und welche weiteren Endgeräte sind in Planung? Wir waren auf der CeBit in Hannover und haben mit dem Leiter der Unternehmens- und Wirtschaftspresse von Vodafone Kuzey Alexander Esener gesprochen.

LTE-Anbieter.info: Herr Esener, vielen Dank erst einmal für dieses Interview. Der LTE-Ausbau geht ins zweite Jahr, kommen wir zunächst zu ein paar Zahlen. Wie viele LTE-Standorte haben sie mittlerweile in ganz Deutschland errichtet und wie viel Prozent der Fläche in Deutschland können sie mit ihren LTE-Sendemasten abdecken?

K. A. Esener: Wir haben derzeit über 2.000 unserer Antennenstandorte mit LTE aufgerüstet. Ende März werden wir bei etwa 2.500 Standorten sein. Mit diesen Standorten erreichen wir schon über zehn Millionen Haushalte in ganz Deutschland, das entspricht etwa einer Fläche von 30 Prozent. Man kann also sagen, dass ca. ein Drittel des Bundesgebietes bereits mit der neuen Mobilfunktechnik versorgt ist.

LTE-Anbieter.info: Seit der Vermarktung von LTE können sie ein deutliches Umsatzplus verzeichnen. Wie viele ihrer Kunden nutzen das mobile Breitbandinternet bereits und welchen Stellenwert nimmt LTE beim Gesamtumsatz ein?
K. A. Esener: Das Umsatzwachstum rührt erst einmal aus unserem klassischen Geschäft, das mobile Internet trägt aber deutlich dazu bei, weil es zweistellig wächst. Wir haben im Moment über 130.000 LTE-Kunden mit steigender Tendenz. Wir haben erst einmal in den ländlichen Regionen ausgebaut, da ist das Marktpotential ja nicht übermäßig groß, so wie in den Ballungsräumen. Das wird sich aber noch einmal deutlich verstärken, wenn wir damit in die Städte gehen.

LTE nimmt einen signifikanten Stellenwert in unserem Geschäft ein. Man muss unterscheiden zwischen dem Festnetz für Privatkunden, das ist das klassische DSL-Geschäft und das Festnetz für die Geschäftskunden. Das ist ein sehr großer und wichtiger Bereich, der auch deutlich zweistellig wächst. Bei den Privatkunden ist das Festnetz eher ein Auslaufmodell, da LTE hier einen Mehrwert mitbringt. Es ist gleichwertig in der Geschwindigkeit aber es ist mobil. Deswegen sind wir der Meinung, dass LTE langfristig das klassische DSL-Geschäft beim Privatkunden ablösen wird.


LTE-Anbieter.info: Sie haben in mittlerweile sechs Bundesländern die Versorgungsverpflichtung für LTE erfüllt und können dort nun auch beginnen in Großstädten auszubauen. In Düsseldorf haben sie schon ein LTE-Netz errichtet, welche Städte sollen folgen?

K. A. Esener: Also zunächst einmal machen wir weiter mit dem Ausbau der ländlichen Regionen. Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen ist erst einmal eine Art Pilotprojekt, bei dem wir uns anschauen, wie LTE in den Städten funktioniert, sowohl aus wirtschaftlicher, als auch aus Marketingsicht. Der LTE-Ausbau geht ja deutlich schneller voran, als das bei UMTS der Fall war. Da hat es ab der Frequenzvergabe vier Jahre gedauert, bis es wirklich los ging. Bei LTE haben wir direkt los gelegt. Es sind sicherlich weitere Städte geplant, konkret kann ich dazu aber noch nichts sagen.


LTE-Anbieter.info: Bei UMTS hat der Ausbau relativ lange gedauert, warum geht der LTE Ausbau verhältnismäßig zügig vonstatten?

K. A. Esener: Das liegt zum einen daran, dass wir die Erfahrung aus 3G mitnehmen. Auf der anderen Seite ist es so, dass wir keine Standorte mehr bauen müssen, sondern nur noch die bestehenden Antennenstandorte aufrüsten. Das geht natürlich wesentlich schneller. Außerdem ist durch den Smartphone Boom und der verstärkten Nutzung des mobilen Internets bei den Kunden mittlerweile eine andere Einstellung vorhanden. Man möchte das jetzt nutzen. Bei UMTS war das ja noch etwas völlig neues. Jetzt sind wir zwar auch in einer Phase, wo etwas Neues geschaffen wird, aber es ist glaube ich schon ein Grundverständnis dafür da, sodass die Umsetzung leichter vonstatten geht.


LTE-Anbieter.info: Die LTE-Versorgungsverpflichtung in den Bundesländern schließt nur 90 Prozent der Gemeinden unter 5.000 Einwohner ein, d.h. 10 Prozent bleiben weiterhin unversorgt. Gibt es Pläne von Vodafone, den Haushalten in diesen Gebieten trotzdem mobiles Breitbandinternet zur Verfügung zu stellen?

K. A. Esener: Wir bringen Breitband ja nicht nur mit LTE oder DSL in die Orte und Regionen, sondern es gibt immer einen Technologiemix. Man muss sich anschauen, was macht wirklich Sinn und was ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Es gibt hier natürlich auch Kooperationsmöglichkeiten, z.B. könnte man mit den Stadtwerken gemeinsam Glasfaserleitungen verlegen. Ansonsten kann man auch VDSL oder LTE benutzen, aber das muss man immer im Einzelfall entscheiden. Für Gebiete, die sehr abseits liegen, gibt es ja auch Fördergelder der EU, sodass hier im Einzelnen eine Möglichkeit eruiert werden muss.



LTE-Anbieter.info: Der Absatz von Smartphones ist rasant gestiegen, wie sehen die Zahlen konkret bei Vodafone aus?

K. A. Esener: Über 95 Prozent aller neu verkauften Endgeräte sind bereits Smartphones. Im Moment haben wir bei Vodafone Deutschland eine Penetration von ungefähr 20 Prozent Smartphones in unserem gesamten Netz, mit dramatisch steigender Tendenz, also die Kurve geht steil nach oben.


LTE-Anbieter.info: Anfang März haben sie in Deutschland das erste LTE-fähige Smartphone auf den Markt gebracht, dass HTC Velocity 4G (wir berichteten). Wo ist das Gerät bereits erhältlich?

K. A. Esener: Momentan ist das Gerät nur in den Shops in Düsseldorf erhältlich. Hier macht es natürlich am meisten Sinn, da Düsseldorf die erste erschlossene Stadt ist. Es wird aber sukzessive auch in anderen Regionen erhältlich sein. Es kommt dann neben dem HTC Velocity auch noch ein Samsung LTE Telefon dazu und wir haben auch ein erstes LTE-fähiges Tablet von Asus. Im Laufe des Jahres werden sicherlich noch ein oder zwei Geräte hinzukommen, sodass wir zwei bis vier im Portfolio haben werden.


LTE-Anbieter.info: Ab wann werden die eben genannten Endgeräte auch in ländlichen Regionen erhältlich sein?

K. A. Esener: Wenn sie in Regionen auf dem Land sind, verkaufen wir hauptsächlich erst einmal Festnetzprodukte oder Festnetzersatzprodukte für LTE, d.h. es gibt noch nicht diese Mobilfunkvariante, die wird es aber in Kürze auch für diese Regionen geben.


LTE-Anbieter.info: Gibt es schon erste Tarifmodelle zur LTE-Nutzung auf dem Smartphone?

K. A. Esener: Aktuell haben wir einen Sondertarif für LTE eingeführt, der basiert auf unseren zwei Premiumtarifen die wir haben. Bei unserem ersten Tarif zahlen sie 10 Euro extra und bekommen dafür ein Volumen von 1 GB und können mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s surfen. In der nächst niedrigeren Stufe haben sie ein Volumen von 500 MB und können mit einer Bandbreite von 21 Mbit/s online gehen.


LTE-Anbieter.info: Im Hinblick auf das kommende Jahr, welche Ziele haben Sie in Sachen LTE-Ausbau? Wann soll die Versorgungsverpflichtung in allen Bundesländern erfüllt sein?

K. A. Esener: Wir gehen davon aus, dass innerhalb dieses Jahres die weißen Flecken von der Landkarte verschwunden sein werden und wir dann auch weitere Ballungsräume und Großstädte erschließen werden. In etwa zwei bis drei Jahren werden wir das gesamte Bundesgebiet flächendeckend mit LTE erschlossen haben.

LTE-Anbieter.info: Vielen Dank Herr Esener für das sehr aufschlußreiche Gespräch!

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Bildquelle: lte-anbieter.info


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