Erfahrungsbericht LTE-Smartphone Velocity 4G

Vodafones erstes LTE-Handy im Test


Seit dem 01. März 2012 ist bei Vodafone Deutschlands erstes LTE Smartphone erhältlich – das HTC Velocity 4G. Das Highspeed-Gerät kostet bei Abschluss eines Mobilfunkvertrages im Tarif Superflat LTE-Allnet knapp 50 € (ab) und bietet Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s im Download. Max vom lte-anbieter.info Team hatte in den letzten 2 Wochen bereits die Gelegenheit, das HTC Velocity 4G ausführlich zu testen. Ob die hohen LTE Geschwindigkeiten in der Praxis erreicht werden können und wie sich die restlichen Funktionen im Test schlagen, erfahren Sie in diesem Erfahrungsbericht.


Erster Eindruck

Das Testgerät, welches ich von Vodafone erhalten habe, kam noch in einer neutralen, weißen Verpackung. Der Lieferumfang dürfte aber der Serienversion entsprechen. Neben dem Velocity 4G, findet man ein Headset mit integrierter Fernbedienung zur Steuerung des Musikplayers, einen 1620 mAh starken Akku, sowie das Netzteil und MicroUSB-Kabel in der Verpackung.

Das HTC Velocity 4G macht auf Anhieb einen stabilen und hochwertigen Eindruck, mit seinen 163 Gramm liegt es auch sehr gut in der Hand. Mit seiner Displaygröße von 4,5 Zoll, gehört das Gerät zu den größeren Smartphones, aber es ist noch absolut Hosentaschentauglich und gut bedienbar – und das zählt ja letztendlich. Bei den verwendeten Materialien handelt es sich größtenteils um (hochwertiges) Plastik, nur der Akkudeckel besteht aus Metall.

Velocity 4G


LTE auf dem HTC Velocity 4G

Kommen wir zum sicherlich interessantesten Punkt in diesem Erfahrungsbericht, der LTE-Funktion im Velocity 4G. Das Vodafone LTE-Netz wird aktuell nur auf dem weit reichenden 800 MHz Band ausgebaut, sodass ich doch an einigen Orten guten LTE-Empfang auf dem Smartphone hatte. In Düsseldorf war der Empfang innerhalb des Stadtgebiets sehr gut, auch in Straßenbahnen und im ICE gab es keine Probleme. Die Datenraten sind praktisch durchgehend deutlich besser als bei UMTS, so konnte ich mehrfach bis zu 50 Mbit/s im Download und bis zu 20 Mbit/s im Upload erreichen. Meist lag die Datenrate aber zwischen 20 Mbit/s und 30 Mbit/s und die Pingzeiten bei rund 60ms. Gute Werte für die Stadt also!

Natürlich habe ich 4G mit dem HTC Velocity aber auch außerhalb Düsseldorfs getestet. Dazu bin ich in ein mit LTE versorgtes Gebiet in Bayern gefahren. Hier waren die Datenraten leider nicht mehr so hoch wie in Düsseldorf, denn mehr als 20 Mbit/s konnten nicht erreicht werden. Allerdings schien die Entfernung zum LTE-Sender auch deutlich größer gewesen zu sein, als innerhalb der City. Ein weiterer Unterschied zur Stadt: Während in Düsseldorf der Zellwechsel von 3G auf 4G völlig automatisch funktionierte, war das auf dem Land noch nicht möglich, man musste das HTC Velocity 4G manuell ins LTE-Netz einbuchen. Bis zum bundesweiten Marktstart, am 01. April 2012, sollte diese Kleinigkeit aber laut Vodafone behoben sein.

Besonders gut gefallen hat mir der integrierte WLAN-Hotspot. Hier kann man die LTE-Internetverbindung, mit einem Klick auf die Hotspot-App, auch anderen Geräten zur Verfügung stellen und so beispielsweise auch den Laptop mit LTE-Geschwindigkeit ins Internet bringen.

Kamera und Entertainment

Die 8 Megapixel Kamera des HTC Velocity 4G ist meiner Meinung nach sehr gut. Sie nimmt Fotos mit ansprechender Qualität auf, Farben werden nicht verfälscht und die Bilder sehen auf dem Computer sehr natürlich und hochwertig aus. Auch die Videos, welche sogar in 1080p FullHD Auflösung aufgenommen werden, können sich sehen lassen. Besonders in dunkler Umgebung ist die Kamera dank f/2.2 Blende noch gut zu gebrauchen und wenn es doch einmal zu dunkel sein sollte, erhellen 2 LED-Leuchten die Umgebung. Die beiden LEDs können übrigens auch als Taschenlampe genutzt werden, eine entsprechende App ist vorinstalliert.

Doch neben einer guten Kamera, hat das Gerät auch noch weiteres Entertainment zu bieten. So kann man auf dem 4,5 Zoll großen Display etwa Filme anschauen oder mit der vorinstallierten Vodafone „Mobile TV“-App fernsehen. Außerdem ist natürlich ein Musikplayer im Android Betriebssystem enthalten, der jedoch sowohl von der Aufmachung als auch von der Bedienung verbesserungswürdig ist. Die Musikqualität über gute Kopfhörer ist ok, aber nicht überragend. Will man sehr viel Musik hören und legt Wert auf besonders gute Qualität, so sollte man eventuell doch zu einem anderen Gerät greifen.

Telefon, Sprachqualität, Empfang

Der Telefon-Funktion sollte man sich beim HTC Velocity 4G etwas genauer zuwenden, denn im Vergleich zu 2G/3G Smartphones kann man im LTE-Netz noch nicht telefonieren. Sobald ein Anruf eingeht oder ein Gespräch aufgebaut wird, wechselt das Handy in ein 2G/3G Netz, um dort den Anruf aufzubauen. Dieses Verfahren benötigt natürlich zusätzliche Zeit, sodass der Rufaufbau etwa 3-4 Sekunden länger braucht, wenn das Velocity im LTE-Netz eingebucht ist. Weiterer Nebeneffekt: Eventuell laufende Downloads oder andere Datenverbindungen im LTE-Netz werden automatisch unterbrochen, sobald ein Telefonat eingeht. Erfreulich hingegen ist, dass SMS auch im LTE-Betrieb möglich sind, hier ist kein Rückbuchen in das GSM/UMTS Netz nötig. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist vorbildlich. Der Gesprächspartner ist gut verständlich und laut zu hören. Auch man selbst wird vom Partner gut verstanden.

Empfangstechnisch ist das Velocity 4G relativ gut, zumindest im LTE-Modus konnte ich sogar einmal Empfang von einem 20 Kilometer entfernten Mast bekommen! Das ist schon sehr ordentlich.

Prozessor, Betriebssystem und Akku

Nicht nur im Mobilfunknetz der vierten Generation ist das HTC unglaublich schnell unterwegs, auch die Navigation durch das Menü geschieht ohne merkbare Verzögerung. Dafür ist ein 1,5 GHz DualCore Prozessor von Qualcomm verantwortlich, der dem innovativen Smartphone ordentlich Dampf unter der Haube macht. Zum Spielen aufwendiger 3D-Spiele aus dem Android Market ist das Gerät ohnehin sehr gut geeignet. Der Prozessor wird von 1GB Arbeitsspeicher unterstützt, sodass man dank Multitasking viele Programme gleichzeitig geöffnet haben kann, ohne dass das Gerät merklich langsamer wird. Doch Geschwindigkeit ist ja nicht alles, auch das Betriebssystem muss entsprechend an das Gerät angepasst sein und einfach zu bedienen sein. Mit Android 2.3.7 und der HTC Sense 3.5 Oberfläche zeigt sich das Velocity 4G noch nicht auf dem allerneuesten Stand. Ein Update auf Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ ist laut HTC aber in Planung und soll noch im Frühjahr als automatisches OTA (Over The Air) Update erhältlich sein. Trotz alle dem ist insbesondere die HTC Sense Oberfläche eine echte Augenweide und eine Bereicherung für das Gerät. Hier kann der Nutzer seine bis zu 7 „Homescreens“ selbst gestalten und auch die Menüführung  ist leicht verständlich.

Der Akku wurde dank 1620 mAh nicht gerade mit der höchsten Kapazität gesegnet, aber für einen normalen Nutzungstag reicht es aus. Deutlich länger als einen Tag kann man bei normaler Nutzung aber nicht ohne erneutes Aufladen durchhalten, denn die LTE-Technologie verbraucht doch noch etwas mehr Strom als 2G/3G – erst mit zukünftigen Chip-Generationen wird sich der Energieverbrauch noch weiter senken lassen.

Fazit

Das HTC Velocity 4G ist ein in jeder Hinsicht schnelles Smartphone. Ich kann es jedem empfehlen, der sich öfter in LTE-Gebieten aufhält und ein gut verarbeitetes Gerät sucht, welches außerdem ein gutes Display hat.


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Bild: Vodafone Presse


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