LTE in der Schweiz – Ausbau, Tarife und Verfügbarkeit

Alle Details zum Schweizer 4G-Internet


Der Urlaubsort Grindelwald erhielt als einer der ersten Regionen LTE

Die Schweiz verfügt mittlerweile über ein sehr gut ausgebautes LTE-Netz. Wie auch im Fall Österreich, gibt es allerdings einige Unterschiede im Vergleich mit Deutschland. In diesem Beitrag haben wir für Sie u.a. den aktuellen Stand des Schweizer Netzausbaus zusammengefasst und geben einen Überblick zu den einzelnen 4G-Mobilfunkanbietern samt den passenden Tarifen und Kosten.


LTE Ausbau – Stand und Perspektiven 2019

Leider gibt es bis dato praktisch keine kumulativen Zahlen zum Netzausbau aller Anbieter. Also derart: „XY Prozent der Schweizer Haushalte können LTE nutzen“. Wohl aber gibt es Fakten zu den jeweiligen Ausbauerfolgen der einzelnen Netzprovider. Daher portraitieren wir folgend den jeweiligen Status quo nach Anbieter.

Swisscom:

Swisscom connect Test
Der Konzern betreibt zurzeit das fortschrittlichste bzw. am besten ausgebaute 4G-Netz des Landes. Bereits Ende 2012, also nur wenige Tage nach dem kommerziellen Netzstart, waren 26 Städte und Gemeinden erschlossen. Innerhalb von nur ½ Jahr steigerte die Swisscom die Zahl um 140 weitere Ortschaften. 2014 schließlich bezifferte die Swisscom den Ausbaustatus auf satte 91 Prozent! Mittlerweile (2019) verweist die Swisscom-Homepage prozentual auf eine LTE-Verfügbarkeit von sagenhaften 99 Prozent der städtischen und ländlichen Bevölkerung. Das liegt deutlich über dem aktuellen Niveau in Deutschland von rund 90 Prozent – und hier gab es fast 2 Jahre Vorsprung! Aber wo genau ist LTE von der Swisscom schon verfügbar? Dies können Sie hier auf der Netzkarte genau verfolgen.


Salt (ehemals Orange):

Als zweiter LTE-Mobilfunkprovider in der Schweiz, gab im Mai 2013 „Salt“ den Beginn des Netzbetriebs bekannt. Damals mit einer Abdeckung von rund 35 % und ca. 110 Gemeinden. Mittlerweile sind auch etliche Städte erschlossen: Im Einzelnen sind das Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich. 2015 betrug die Quote bereits 92 Prozent. Immerhin plant Salt, nach eigenen Angaben, nicht mehr oder weniger, als die Marktführerschaft im LTE-Segment. Seit 2019 beträgt die 4G-Verfügbarkeit nun immerhin schon 98 Prozent. Wer sich die LTE-Netzabdeckung auf einer Karte ansehen möchte, wird hier fündig.

Sunrise:

Der Provider „sunrise“ startete als letzter Schweizer Mobilfunkkonzern sein Highspeed-4G-Netz. Am 19.06.2013 gab das Unternehmen offiziell die Inbetriebnahme in einer Pressemitteilung bekannt. Sunrise-Kunden können seither mit einem LTE-fähigen Smartphone, Tablet oder Surfstick mobil surfen. Mittlerweile sogar mit bis zu 300 MBit/s. Auf der Webseite gibt der Anbieter eine Verfügbarkeit von 95 Prozent an. Sunrise sicherte sich im connect Netztest 01/2018 zudem das Prädikat "Überragend". Hier gehts zur Verfügbarkeitskarte von Sunrise.

Zürich City, Zürichsee, Zürcher, Zug, Zermatt, Oberland, Winterthur,  Glatttal, Bern, Luzern, Limmattal, Lausanne, Genève, Morges, Préverenges, Basel City, Birsfelden, Cham, Muttenz, Binningen, Reinach, Baar, Steinhausen, Chur City, Flims / Laax, Saas Fee und Verbier.

LTE Angebote und Tarife im Detail

Neben der Verfügbarkeit, gibt es zwischen den drei Anbietern teils wesentliche Unterschiede hinsichtlich Leistung und Preis. Allen gemein ist hingegen, dass der Fokus primär auf der mobilen Nutzung von LTE liegt. In Deutschland spielt die 4. Netzgeneration (4G) eine wesentliche Rolle als DSL-Ersatzlösung. Dies ist in der Schweiz, sicher auch aufgrund des guten Breitbandausbaus, bislang kein Thema.

Swisscom:

Hier erwartet künftige Kunden der bislang schnellste Zugang für mobiles Internet. Statt wie in den Anfangsjahren mit „nur 100 MBit“, surfen sie mit bis zu 300 MBit. Grundlage dafür ist ein LTE-Advanced Netzupgrade für Geräte der LTE-Kategorie 6 oder höher. Passende Hardware beim Kunden wird allerdings vorausgesetzt. Für den Einstieg ins 4G-Netz der Swisscom stehen aktuell 4 Tarife zur Auswahl namens „NATEL data“. Und zwar in den Varianten S, M, L und XL. Die Datenübertragungsrate (Speed) reicht dabei von 2 bis 300 MBit (LTE Max). Preislich bewegt man sich in einer Spanne zwischen 9 und 49 CHF.

Für Sticks / Laptops / Tablets ::
 Tarif-Bezeichnung NATEL data S NATEL data M NATEL data L NATEL data XL
Download bis 2 MBit/s 20 MBit/s 40 MBit/s 300 MBit/s
Upload bis 0,5 MBit/s 2 MBit/s 8 MBit/s 50 MBit/s
Datenvolumen 10 GB / Monat 10 GB / Monat 20 GB / Monat 20 GB / Monat
Preis je Monat in € ab 9.- CHF 15.- CHF 29.- CHF 49.- CHF

Für Smartphones ::
 Tarif-Bezeichnung inOne Mobile S InOne M InOne L InOne XL
Download bis 20 MBit/s LTE Max LTE Max LTE Max
Upload bis 2 MBit/s maximal maximal maximal
Datenvolumen LTE unlimitiert unlimitiert unlimitiert unlimitiert
Telefon/SMS Allnetflat inklusive inklusive inklusive inklusive
Preis je Monat in € 70.- CHF 90.- CHF 120.- CHF 180.- CHF


Sunrise:

Sunrise (www.sunrise.ch) bewirbt drei LTE-Pakete zum Surfen für unterwegs unter dem Namen „Mobile Internet".  Bereits ab 9 CHF surft man unlimitiert mobil mit bis zu 2 MBit. Die Variante „comfort“ bietet 10 MBit. Völlig unlimitiert in Punkto Daten und Geschwindigkeit zeigt sich hingegen der "unlimited" Tarife für knapp 80 CHF monatlich. Zweifelsohne stellt Sunrise also momentan die günstigen Angebote in der Schweiz.

Für Sticks / Laptops / Tablets ::
 Tarif-Bezeichnung start comfort unlimited
Download bis 2 MBit/s 10 MBit/s 300 MBit/s
Upload bis ? MBit/s ? MBit/s 50 MBit/s
Datenvolumen unlimitiert unlimitiert unlimitiert
Preis je Monat in € 9,- CHF 19.- CHF 49.- CHF


Die Mobilfunkangebote fürs Smartphone laufen unter „swiss“ mit den Paket-Varianten „start“, „calls“, „unlimited“ und neighbors". Das „unlimited“-Paket bietet eine unlimitierte LTE-Datenflat (!) samt All-Net-Telefonflat für 65 CHF pro Monat.

Für Smartphones ::
 Tarif-Bezeichnung Sunrise start classic unlimited neighbors
Download bis 300 MBit/s 300 MBit/s 300 MBit/s 300 MBit/s
Datenvolumen 0,5 GB / Monat 2 GB / Monat unbegrenzt unbegrenzt
Telefon/SMS Flat nein inklusive inklusive inklusive
Preis je Monat in € 25.- CHF 45.- CHF 65.- CHF 95.- CHF


Salt (ehemals Orange):

Das Tarifmodell von "Salt" fäll positiv simpel aus. Es gibt nur 5 "Plus" Tarife, von denen 3 sogar unlimitiertes LTE-Datenvolumen am Smartphone oder Surfstick versprechen. Bereits ab 59 CHF im Monat surft man ohne Datendrossel und telefoniert & simst unbegrenzt. Die etwas teureren Varianten "Europe" und "World" enthalten noch zusätzliche Kontingente fürs Ausland".

Tarife:
 Tarif-Bezeichnung Start Basic Swiss Europe
Download bis 300 MBit/s 300 MBit/s 300 MBit/s 300 MBit/s
Telefonflat + SMS-Flat inklusive inklusive inklusive inklusive
Datenvolumen 0,5 GB / Monat 3 GB / Monat unbegrenzt unbegrenzt
Preis je Monat in € 19.95 CHF 39.- CHF 59.- CHF 89.- CHF


LTE-Advanced: Schweiz als Vorreiter

Im Juli 2014 nahm die Swisscom erstmals die nächste 4G-Generation namens LTE-Advanced in Betrieb. Wenig später folgten Konkurrenten wie SALT. LTE-Advanced bietet zunächst eine Datenrate von 300 MBit pro Sekunde, statt der zuvor maximal möglichen 150 MBit. Zudem verbessert sich die Netzkapazität vor Ort, so dass tendenziell mehr Kunden gleichzeitig auch von den höheren Datenraten profitieren. Zunächst war LTE-Advanced nur an ausgesuchten Punkten verfügbar – vornehmlich dort, wo stetig hohe Netzauslastungen gängig sind. Den Anfang machten Spots in Bern und Lausanne, später sollen Bern, Biel und weitere Städte folgen. Die Swisscom nahm übrigens sogar eine Vorreiterposition ein und startete in die nächste Generation damals noch vor Deutschland. Mittlerweile (2018) ist die Technik jedoch exzellent ausgebaut. In 2018/19 erwarten wir zudem weitere Steigerungen der LTE-Datenrate auf über 500 MBit.


Der lange Weg zum 1. kommerziellen LTE-Netz

Die Anfänge der 4. Mobilfunkgeneration gehen in der Schweiz zurück auf das Jahr 2010. Im Herbst startete die Swisscom in „Grenchen“ erstmals ein Pilotnetz zu Testzwecken. Rund 1 Jahr später folgten weitere Testnetze, etwa in Davos und diversen Ski-Paradiesen, wie Grindelwald oder Saas-Fee. Der Allgemeinheit blieb der Zugang jedoch noch lange Zeit verwehrt. Denn während in Deutschland die Versteigerung der Nutzfrequenzen bereits Mitte 2010 erfolgte, ließen sich die Schweizer noch 1,5 Jahre Zeit. Im Februar 2012 schließlich teilten sich die führenden Mobilfunkkonzerne des Landes (Orange, Swisscom und Sunrise) den Kuchen auf und investierten zusammen fast 1 Mrd. Schweizer Franken in die Zukunft des heimischen Mobilfunks. Ersteigert wurden vornehmlich Frequenzen im Bereich von 800 MHz, 1800 MHz und 2600 MHz – also wie in Deutschland. Bis zum kommerziellen Netzstart sollte allerdings nochmals etwas Zeit vergehen. Erst November 2012 fiel der endgültige Startschuss für den kommerziellen Vertrieb der ersten LTE-Tarife.



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