(Mobil) Fernsehen per LTE

TV zum Mitnehmen – Anbieter, Möglichkeiten und Kosten


Es gibt schon eine ganze Weile lang Versuche, das herkömmliche Fernsehprogramm portabel zu machen. Von gewichtigen, aber tragbaren Camping-Röhrenfernsehern, über klobige Handfernseher vom Format eines Backsteins, bis zu Handys mit groben Minidisplays und ausziehbarer TV-Antenne. Alle vorherigen Ansätze basierten auf analogem und digitalem Antennenempfang und blieben absolute Nischenprodukte. Auch Unterfangen, das TV-Programm per Broadcast (z.B. DVB-H) aufs Handy  der Konsumenten zu bringen, scheiterten mehrfach. Doch der Erfolg von Diensten wie Zattoo oder Waipu zeigt, dass prinzipiell eine Nachfrage nach flexiblem, mobilem TV-Konsum besteht.

Die grundlegenden Bedingungen scheinen heute günstiger denn je: Praktisch jeder Endverbraucher hat heute das passende Endgerät immer mit dabei - Smartphones bzw. Tablets. Parallel dazu steigen die möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten mobiler Datenanbindungen stetig weiter. Mit LTE sind mittlerweile Raten von bis zu 500 MBit möglich. Für einen mobilen HD-Stream reichen dagegen 20 MBit, selbst für 4K-UltraHD, völlig aus. Beste Voraussetzungen also, dass die Vision vom „TV in der Hosentasche“ endlich Realität wird. Oder? Dieses Spezial zeigt, was schon geht, wer mobiles TV bzw. mobiles IPTV bietet und wie teuer der Komfort vom Hosentaschen-TV ist.


Fernsehen unterwegs im Biergarten

Grundlagen für hochwertiges Mobile-TV bereits vorhanden

Prinzipiell gibt es zwei elementare Grundvoraussetzungen die nötig sind, damit mobiles Fernsehen in hinreichender Qualität genutzt werden kann und somit dem Kunden auch einen entsprechenden Mehrwert bietet. Einerseits bedarf es eines Übertragungskanals, welcher das Programm in bestmöglichen Qualität zum Nutzer bringt. Andererseits muss das Endgerät über ein hinreichend großes und hochauflösendes Display verfügen. Als Übertragungsmedium fungieren die mobilen Datennetze. Prinzipiell reicht eine halbwegs schnelle 3G-Verbindung (UMTS/HSPA) schon aus. Wegen der wesentlich höheren Datenraten, ist hingegen der LTE-Standard (4G) geradezu prädestiniert für mobiles Fernsehen. Selbst TV in UltraHD-Qualität ist dann unterwegs machbar.

Und wie sieht es bei den Endgeräten aus? Selbst bei Mittelklasse-Smartphones (150-300 €), zählt heutzutage eine Displayauflösung in High-Definition praktisch zum Standard. Und selbst im Segment der Einsteiger-Modelle, setzen sich die feineren Auflösungen immer mehr durch. Gleiches gilt für die Kategorie der Tablets. Geschwindigkeit und die Bildwiedergabe der mobilen Endgeräte werden also immer besser und erlauben dadurch qualitativ hochwertige Videostreams. Diesen Markt wollen sich die Provider natürlich nicht entgehen lassen und versuchen, den Verbrauchern passende Pakete zusammenzustellen.

Angebote, Kosten und Eckdaten der Live-TV Dienste im Überblick

Mobile TV-Services gibt es zum einen von den Netzprovidern selbst, als auch von Drittunternehmen. LTE-Anbieter.info hat sich die populären Angebote genauer angesehen. Kann diesmal der Sprung aus der Nische gelingen?


TV für unterwegs per LTE

1. Deutsche Telekom

Bei der Telekom stehen gleich zwei Angebote bzw. Möglichkeiten zur Verfügung. Die "MagentaTV App" adressiert vorrangig Intensivnutzer und IPTV-Paketes "MagentaTV". Für Kunden von MagentaMobil L oder höher, gibt es dank Stream on per LTE sogar kaum noch Grenzen beim mobilen TV-Genuss. Zunächst stellen wir Mobile TV vor...


Telekom MagentaTV App (OTT): "Portables IPTV"


Telekom "MagentaTV" per App
Preis: 7.95 € monatlich
Abrechnungszeitraum: ein Monat
Mindestvertragslaufzeit: ein Monat
Übertragungsweg: LTE, WLAN
Anrechnung auf das Datenvolumen: ja, außer mit Stream On (Video)
Unterstützte Betriebssysteme: iOS, Android
Fussball Bundesliga: nein
Beschränkung auf Telekomkunden: nein, für alle buchbar
Sonstiges: Innerhalb Deutschlands per WLAN und Mobilfunknetz 3G/LTE. Bei Reisen auch EU-weit nutzbar.
empfangbare Sender: ca. 75 Stück

darunter Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben, VOX, Sport1 u.v.m.


Erstmals mit „EntertainTV mobil“ hatte die Telekom bis Ende 2018 einen mobilen Ableger des IPTV-Angebotes „Entertain“ im Angebot. Mit der Einführung von MagentaTV im selben Jahr, wurde der Dienst eingestellt und durch "MagentaTV App" ersetzt. Was verbirgt sich nun hinter dem Konzept?

1.1 MagentaTV App

Im Prinzip wird eine abgespeckte Version des Heim-TV-Paketes per IPTV für alle Interessenten geöffnet, egal welchen Internetprovider man nutzt. Hier spricht man auch von Over the Top (OTT-TV). Gesteuert und verwaltet wird der TV-Zugang dann per App oder am PC. Ein Receiver wird in dieser Variante nicht angeboten. Dieser ist ausschließlich über die Heim-Tarife MagentaZuhause Breitband + TV erhältlich. Vereinfacht gesagt, sollte der Nutzerstamm und Nutzungsradius erweitert werden. Man kann also nicht mehr nur Zuhause fernsehen oder auf die Onlinevideothek zugreifen – auch mobil am Smartphone oder Tablet.

Das Angebot umfasst rund 75 TV-Sendern und tausende Filme aus der Onlinevideothek, die für die mobile Nutzung optimiert sind. Im sogenannten Cloud-Recorder dürfen Kunden zudem Sendungen aufnehmen die 24 Stunden gespeichert werden. Alle Aufzeichnungen lassen sich dann jederzeit auf Wunsch unterwegs abspielen. Das Angebot kann auch auf dem PC oder Laptop im Browser genutzt werden -> web.magentatv.de

Der Betrieb ist sowohl  über schnelle Mobilfunknetze möglich (LTE ideal), als auch via WLAN. Letzteres ist zu empfehlen, da leider der Service auf das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages angerechnet wird. Wer an einem Tag MagentaTV intensiv nutzen möchte, ist daher z.B. mit der Buchung einer unlimitierten Dayflat (4.95 €) gut beraten. Darüber surft man 24h ohne Drosselung. N

och besser wäre hingegen die Nutzung von von Stream On, da MagentaTV am Smartphone dann unbegrenzt genutzt werden kann.

MagentaTV am Smartphone und TV-Gerät

1.2 Stream ON - unendlich mobil fernsehen

Wer Youtube, Netflix oder einen anderen Streamingdienst am Handy nutzt, verbraucht normaler Weise recht schnell sein Datenvolumen. Seit April 2017 bietet die Telekom mit "Stream ON" eine Alternative. Ausgesuchte Dienste können Kunden mit Stream ON unbegrenzt nutzen, wie z.B. Youtube. Mehr zu den Voraussetzungen und Kosten, erfahren Sie hier.

1.3 Was kostet MagentaTV mobil?

Wer noch kein Telekom-Breitbandkunde ist, zahlt 7.95 € monatlich. Wer schon MagentaTV fürs Wohnzimmer hat, muss nur 4.95 € extra aufwenden. Mehr hier unter www.telekom.de



3. Vodafone

Auch bei Vodafone spielt das Thema "Mobile TV" mittlerweile eine große Rolle. Kerngerüst ist seit 2018 das "GigaTV" Universum, welches Vodafone für drei Empfangswege bietet. Also per Kabel-TV, IP-TV (GigaTV Net), sowie an mobilen Endgeräten über die GigaTV App.


Vodafone "GigaTV App"
Preis: 9.99 € monatlich
Abrechnungszeitraum: monatlich
Mindestvertragslaufzeit: 1 Monat
Übertragungsweg: LTE, HSPA und UMTS
Anrechnung auf das Datenvolumen: ja
Unterstützte Betriebssysteme: iOs und Android
Fussball Bundesliga: Ja, optional per Sky go
Beschränkung auf Vodafonekunden: Ja
Sonstiges: Nutzung auch über WLAN möglich und temporär innerhalb der EU
empfangbare Sender: u.a. ARD, ZDF, VIVA, Sport1, KIKA, Nick, 3Sat, arte, Phoenix, DMAX, Welt der Wunder, Ric, Bayern, SWR, SR, NDR, MDR, WDR, einsfestival, tagesschau24, ZDFinfo, CNN und RBB


Fazit: Vodafone bietet mit der „GigaTV App“ für rund 10 € monatlich ein recht umfangreiches Programm, wahlweise auch mit der Bundesliga per Sky. Über die App kann unterwegs auf rund 60 TV-Sender zugegriffen werden, mehr als die Hälfte davon in HD. GigaTV lässt sich auf bis zu 2 Geräten gleichzeitig nutzen.

Inakzeptabel finden wir, dass das verbrauchte (nicht unerheblichen) Datenvolumen für die Nutzung mit angerechnet wird. Wer rund 30-100 € für eine RED All-Net-Flat bezahlt und noch TV hinzu bucht, sollte nicht nach ein paar Stunden TV-Genuss gleich ausgebremst werden. Vermeiden lässt sich das nur durch die Zubuchung des Vodafone TV Passes, was abermals 10 € im Monat kostet. Summa summarum fallen dann allein 20 € für den mobilen TV-Genuss an, was sich wohl nicht jeder leisten wird. In Punkto Datenvolumen zeigt sich die Telekom sehr viel kulanter (siehe oben). Auch die Bewertungen der App im Playstore sind dementsprechend gemischt. Ein Teil lobt die App, viele aber beschweren sich wegen technischer und funktionaler Probleme. » zur App im Playstore


4. Zattoo

Das Schweizer Unternehmen Zattoo gilt praktisch als Urgestein portablen Fernsehens und hat als einer den wenigen zahlreichen Player überlebt und konnte sein Angebot seither weiter ausbauen.

Zattoo Live TV
Preis: Spanne von 0 € bis 9.99 € im Monat, je nach Paket
Abrechnungszeitraum: monatlich, Quartal oder jährlich
Mindestvertragslaufzeit: monatlich, Quartal oder jährlich
Übertragungsweg: WLAN, LTE oder UMTS
Anrechnung auf das Datenvolumen: Ja, da Drittanbieter
Unterstützte Betriebssysteme: iOS, Android, Windows Phone
Fussball Bundesliga: Ja, optional
HD Für das volle HD-Angebot ist ein kostenpflichtiges Abonnement obligatorisch. Nur vier ÖR-Sender sind im kostenlosen Paket inklusive. Und zwar ARD, ZDF, arte und SRF info
empfangbare Sender: Über 80 Unter anderem: ProSieben, SAT.1, kabel eins, ProSieben MAXX, Das Erste HD, ZDF HD, ONE, SRF info HD, RTL, VOX, RTL II, n-tv, RTL Nitro, Super RTL Sport1, N24, KiKA HD, Phoenix NDR Fernsehen, MDR Fernsehen, Bayrisches Fernsehen, SWR, hr, rbb, SR, Radio Bremen TV, DMAX, BR alpha, tagesschau24.de, einsfestival, ZDF info, ZDFneo, N24, TIMM.

Hinzu kommen weitere  Nachrichten-, Special Interest- und fremdsprachige Kanäle. Zum aktuellen Stand der Kanäle finden Sie mehr auf www.zattoo.com.

Screenshot: Zattoo App im Playstore

Fazit Zattoo: Die Schweizer liefern auch in der mobilen Variante saubere Arbeit. Das Senderangebot ist brillant und obendrein kostenlos, solange man keine Premium-Bildqualität verlangt wird und mehr private Sender. Für mal kurz „reinzappen“ unterwegs also ideal.
» zur App im Playstore


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LTE-Nutzer im Vorteil beim mobilen Fernsehen?

Der Einsatz von LTE ist selbstverständlich möglich, spielt aber noch keine größere Rolle. Zumindest in der Vermarktung. Die typischen Vorteile von LTE bleiben natürlich erhalten. Ob und in wie weit LTE-Nutzer von einer besseren Bildqualität profitieren, hängt zum einen vom Anbieter ab (verwendeter Codec, Auflösung etc.) und von der lokal, aktuell beim Nutzer erzielten Datenrate.

Die meisten Anbieter verweisen darauf, dass sich die Streaming-Qualität, und damit die Bild- und Tonqualität, dynamisch an die aktuelle Datenrate angepasst wird. Prinzipiell könnten also Verbraucher mit 4G-Tarif also von einem besseren Bild profitieren. Erfahrungsberichte zu den TV-Apps von LTE-Nutzern liegen uns bisher noch nicht vor. Wer sich dazu zählt, ist in unserem Forum herzlich eingeladen, alle an seinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.


LTE Broadcast: Die bessere Lösung?

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein weiterer vielversprechender Ansatz für Mobile TV. Er ähnelt etwas dem heutigen DVB-T2, nur dass das 4G-Mobilfunknetz zum Einsatz kommt. Noch steckt LTE-Broadcast allerdings hierzulande in den Kinderschuhen. Was möglich ist, wie es funktioniert und wer das schon bietet, zeigt unser ausführlicher Broadcast-Ratgeber.


MagentaTV (IPTV) für Hybrid

Die Deutsche Telekom vertreibt mit "Hybrid" ein innovatives Produkt, welches erstmals LTE mit Festnetz geschickt "kombiniert". Der TV-Anschluss per IPTV (Magenta TV) blieb lange nur Kunden vorbehalten, welche schnelles DSL oder VDSL buchen konnten. Mittlerweile ist MagentaTV auch via Hybrid-Internet erhältlich, also selbst in Regionen mit langsamen DSL-Zugängen!


Rein technisch gesehen, wäre LTE auch für IPTV prädestiniert. Allerdings eher was die Datenrate betrifft. Das Hauptproblem besteht darin, dass die Kapazitäten einer Sendestation, welche teils hunderte Nutzer versorgt, stark begrenzt ist. Viele LTE-Kunden merken Auswirkungen dieser Konsequenz regelmäßig selbst, wenn der Internetzugang früh am Morgen rasend schnell ist und die Datenrate zu Stoßzeiten (z.B. abends) regelrecht zusammen sackt. Hinzu kommt noch eine erhöhte Störanfälligkeit von LTE gegenüber externen Faktoren, wie dem Wetter. Kurzum: Die Unternehmen könnten für den TV-Stream kaum eine ausreichende Stabilität gewährleisten, was natürlich alles andere als im Sinne der Kunden wäre, wenn kurz vorm Schluss des "Tatorts" die Verbindung abreist.





Schluss-Fazit: Telekom in Deutschland (noch) die erste Wahl

Besonders wenn der mobile TV-Spaß am Volumen des Mobilfunktarifes arg zehrt, macht die Nutzung kaum Sinn. Denn sonst bezahlt man schlussendlich doppelt - einmal für den TV-Zugang unterwegs und nochmals für extra Highspeed-Volumen. Dank der schon vorgestellten Lösungen, wie Stream on oder Vodafone Pässe, könnte der Durchbruch erstmals bevorstehen.

Insgesamt ist in Deutschland der Einsatz von Mobilfunk zur Übertragung von Mobile-TV also noch verbesserungswürdig. Die Frage „Pro & Kontra LTE“ spielt auch keine prominente Rolle, was sich aber in naher Zukunft, mit wachsender Verfügbarkeit, schnell ändern könnte.

Fussball Bundesliga

Auch die Buli lässt sich, wie angedeutet, mittlerweile mobil verfolgen. In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr wichtige Hintergrundinformationen. Etwa Details zu den Kosten und Vor- bzw. Nachteilen bei den einzelnen Anbietern. » jetzt hier informieren




Screenshots Apps: Playstore Google


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