Testbericht zum Phicomm Energy 2

Gut verarbeitetes Einsteiger-Smartphone mit flottem LTE-Modem


August 2016: Bislang hatten wir noch kein Smartphone mit Qualcomms Einsteiger-Chipsatz Snapdragon 210 im Test. Das Phicomm Energy 2 macht von dieser Hardwareplattform Gebrauch und bietet für etwa 130 Euro einige Highlights, wie LTE der Kategorie 4 und ein 5 Zoll großes HD-Display. Außerdem werden 16 GB Speicher und Dual-SIM geboten. Ausstattungsmerkmale, die für ein solch günstiges Mobilfunkgerät nicht alltäglich sind. Wir haben uns das Energy 2 im Rahmen eines umfassenden Tests genauer angesehen und unsere Erwartungen wurden in vielerlei Hinsicht übertroffen. In manchen Bereichen können sich die großen Hersteller sogar eine Scheibe von Phicomm abschneiden.

Der erste Eindruck und Verarbeitung
Die Verpackung des Handys wurde recht unspektakulär gestaltet. Man erhält eine komplett orangene Kartonage auf der lediglich das Herstellerlogo den unteren Bereich des Deckels ziert. Weder Produktabbildungen, noch Spezifikationen finden sich auf dem Päckchen wieder. Ja sogar den Namen des Smartphones an sich hat Phicomm geschwänzt. Wichtig schien dem Unternehmen hingegen der Verweis auf die unterstützen Frequenzbänder zu sein, denn ein Aufkleber mit diesen Merkmalen findet sich an der Unterseite des Kartons wieder.

Der Innenraum der Verpackung wirkt hingegen sehr aufgeräumt. Das Energy 2 liegt in einer eigenen Schale. Darunter verbirgt sich das Zubehör – und von diesem gibt es reichlich. Während die meisten Hersteller lediglich die zum Betrieb benötigten Produkte, wie das Daten-/Ladekabel, das Netzteil und oftmals einen Kopfhörer beilegen, zeigt sich Phicomm äußerst spendabel. Abseits dieses zuvor erwähnten Standardzubehörs gibt es nämlich noch viele nützliche Dreingaben zu bestaunen. Da wäre die Displayschutzfolie und auch noch ein Reinigungstuch.



Des Weiteren hat der Hersteller einen Aufkleber mit seinem Firmenlogo in die Schachtel gelegt, der zwar nicht wirklich notwendig gewesen wäre, aber ebenfalls ein nettes Extra darstellt. Neben der Schnellanleitung gibt es auch noch ein Dokument, das die GNU-Lizenzen des Android-Betriebssystems schildert. Vom Lieferumfang waren wir also sehr angetan und hoffen, dass sich Samsung, Apple, LG und die anderen Hersteller hieran ein Beispiel nehmen. Das Handy an sich wirkt zunächst etwas unscheinbar, das Design wurde äußerst schlicht gehalten.

Eine Ausnahme stellen die verwendeten Menütasten dar, denn diese sind nicht beleuchtet, sondern bestehen aus einem stark reflektierenden Material. Bei starkem Sonnenlicht ist diese Lösung sogar besser als die illuminierten Pedanten. Ansonsten kann man an der Front noch die 2-Megapixel-Frontkamera und die Hörmuschel entdecken. Der Ein-/Ausschalter und die Lautstärkewippe finden an der rechten Gehäuseseite Platz. Unkonventionell erscheint die Oberseite des Phicomm Energy 2, denn hier wurden sowohl der Kopfhöreranschluss als auch die Micro-USB-Buchse angebracht.



Die allgemeine Verarbeitungsqualität ist sehr gelungen. Das matte Plastik der Rückseite fühlt sich hochwertig an, ein Knarzen vernimmt man nur selten.

Technik und Mobilfunk im Check
Der verwendete Chipsatz Snapdragon 210 ist aktuell Qualcomms kleinste Lösung für den Mobilfunkmarkt. Dieser Unterbau unterscheidet sich vom Snapdragon 410 in einem etwas geringeren Takt (1,1 anstatt 1,2 Gigahertz), der fehlenden 64-Bit-Architektur und der schwächeren GPU (Adreno 304 anstatt Adreno 306). Ungewöhnlich für den betagten Chipsatz sind die großzügigen 2 GB RAM. Die LTE-Funktionalität wurde hingegen nicht angetastet, es bleibt also bei CAT4. Man kann somit, rein theoretisch, mit bis zu 150 Mbit/s (Download) und 50 Mbit/s (Upload) das mobile Internet ansteuern.

Das Phicomm Energy 2 glänzt zwar nicht mit einer Masse an Bildpunkten, 1.280 x 720 Pixel müssen genügen, dafür sind die anderen Bildschirmeigenschaften des 5-Zöllers gelungen. Die Blickwinkel sind sehr stabil und die Farbqualität ist enorm. Wir haben selten ein Display gesehen, das Farben so authentisch abbildet. Die maximale Helligkeit sorgt zudem für eine gute Ablesbarkeit in der Sonne. Anhand des Schwarzwertes und dem Kontrast merkt man allerdings dann doch, dass es sich um ein Einsteiger-Smartphone handelt.

Der interne Speicher misst 16 GB, da haben einige Apps, Fotos und Videos Platz. Wem das dennoch zu wenig ist, der kann einfach via microSD-Karte aufrüsten. Dabei stellt einen Phicomm nicht vor die Entscheidung, ob man Dual-SIM oder eine Speicherkarte nutzen möchte, sondern integriert drei vollwertige Schächte. Es gibt zweimal Micro-SIM und einmal den microSD-Schacht. Dabei ist nur der erste SIM-Kartenschacht LTE-fähig, der zweite ist auf GSM beschränkt. Dort lassen sich also nur SIM-Karten für die reine Telefonie (oder extrem langsames Surfen) nutzen.

Ein besonderes Bonbon für audiophile Menschen möchte der Konzern mit dem DTS-Sound zur Verfügung stellen. Der gebotene Klang geht tatsächlich etwas über die gewohnten Standards in der Einsteigerklasse hinaus. Wem Fotos wichtiger als Musik sind, der kann von der 8-Megapixel-Hauptkamera oder der 2-Megapixel-Frontkamera Gebrauch machen. Dabei verfügt jedoch nur die Hauptkamera über einen LED-Blitz.

Mobilitätseigenschaften
Wirklich gut ist das LTE-Netz auch bei Vodafone in der Pfalz-Region um Kaiserslautern und Ludwigshafen nicht aufgestellt. Dennoch konnten wir brauchbare Bandbreiten mit dem Phicomm Energy 2 erzielen. Während 25 Mbit/s im Download zwar gut, aber ausbaufähig sind, waren die 21 Mbit/s im Upload ein durchaus toller Wert. Bei den verwendeten 4G-Bändern gibt es hierzulande keine Probleme, da das Energy 2 die Frequenzen 800 Megahertz, 1.800 Megahertz, 2.100 Megahertz und 2.600 Megahertz unterstützt. Es wird das Qualcomm-Modem X5 LTE eingesetzt.

Beim WLAN haben wir ähnlich positive Ergebnisse erzielt. Unser Kabel-Internet von Vodafone kann mit maximal 50 Mbit/s angesteuert werden, das Phicomm-Handy kam auf 49,5 Mbit/s. Ein Lob verdient auch die GPS-Konnektivität. Die Standortbestimmung erfolgt äußerst zügig und akkurat. Selbst im Inneren von Gebäuden ist der Satfix schnell abgeschlossen. Telefonieren kann man selbstredend mit dem Energy 2 ebenfalls. Unser Gesprächspartner verstand uns dabei stets klar und deutlich und auch wir hatten keine Probleme, unser gegenüber zu verstehen. Verbindungsabbrüche gab es selbst bei längeren Telefonaten nicht zu verzeichnen.

Akku im Check
Der Snapdragon 210 hat zwar wenig Power, verbraucht im Gegenzug aber auch wenig Strom. Das macht sich beim Standby bemerkbar. Wir nutzten das Mobilgerät bei circa 85 Prozent Helligkeit, die WLAN- und Mobilfunkverbindungen waren dabei stets aktiv. Bei eingeschaltetem Display von etwa drei Stunden kamen wir auf eine Bereitschaftszeit von 18 Stunden. Während der Nutzungsdauer surften wir im Internet, sahen einigte YouTube-Videos und nahmen ein paar Fotos und Filme auf. Für einen lediglich 2.300 mAh messenden Akku ist das durchaus eine gute Leistung. Wenn man das Smartphone nicht allzu sehr beansprucht, sind auch Standby-Zeiten von drei bis vier Tagen möglich.

Performance-Check: Was sagen die Benchmarks?
  

Der Vierkern-Prozessor im Phicomm Energy 2 ist kein Leistungswunder, was auch die Benchmarks bescheinigen. So waren bei AnTuTu nicht mehr als 21.000 Punkte möglich, was immerhin etwas mehr ist, als man bei diesem Chipsatz erwarten würde. Beim Multi-Corte-Test des Geekbench 3 muss der Snapdragon 210 dann aber etwas Federn lassen und erreicht knapp unter 1.000 Punkte.

  

Die verbaute GPU Adreno 304 macht beim Ice Storm Unlimited mit 4.185 Punkte keine allzu niederschmetternde Figur, ein Smartphone für Gamer ist das Energy 2 jedoch definitiv nicht. Bei der Alltagsperformance haben wir überwiegend positive Eindrücke gesammelt. Das Smartphone reagiert meistens äußerst flott, Gedenksekunden gibt es nur selten. Das kommt bestimmt auch durch den 2 GB großen RAM.

Benchmark Phicomm Energy 2 LG G3 Galaxy Alpha VF Smart 4 Xperia Z3
Geek Bench Multi 294 | 984 - - 1283
Quadrant Standard 8778 24130 23714 10733 20439
AnTuTu 21059 40046 48586 19886 39103
3DMark (Ice Storm) 4185 15904 13937 4554 17152

Fazit: Wer viel am Smartphone spielt, sollte sich nach einem anderen Mobilgerät umschauen, für alle anderen Anwender dürfte die Leistung des Energy 2 ausreichen. Trotz des kleinen Chipsatzes, stimmt die Performance im Alltag, da hat der Hersteller gute Optimierungsarbeit geleistet. Noch dazu wird das Smartphone selbst unter Last nur unwesentlich wärmer.

Test der Kamera beim Phicomm Energy 2 – was sagt der Praxis-Bildertest?
Kameras sind wohl nicht Phicomms Stärke. Auf dem ersten Blick sehen die Ergebnisse der hinteren 8-Megapixel-Einheit durchaus gut aus. Die Farben wirken authentisch, ein Bildrauschen ist auch in dunklen Partien kaum zu erkennen. Das ist bei einer vergleichsweise kleinen Blende von f/2.4 schon verwunderlich. Dieser Umstand liegt an der Software, denn diese greift merklich aggressiv in die Nachbearbeitung der Fotos ein. So stark, dass sichtbar Details verloren gehen. Das ist schade, denn die generelle Schärfe der Aufnahmen ist ziemlich gut. Der Blitz der Hauptkamera ist auch nicht das Gelbe vom Ei, seine Leuchtkraft ist nicht sehr überzeugend.

Selfie-Fans werden mit diesem Mobilgerät definitiv nicht glücklich. Die magere Auflösung von 2 Megapixeln, der fehlende Autofokus und ein nicht vorhandener LED-Blitz sprechen eine klare Sprache. Dementsprechend frustrierend fallen auch die Ergebnisse aus. Mehr als Pixelmatsch braucht man von der Frontkamera nicht zu erwarten. Die Videoaufnahme ist auf 720P beschränkt.

Android und Apps
Immerhin verwenden die Hersteller selbst bei den günstigen Smartphones nicht mehr das angestaubte Android 4.4 KitKat. Das beim Phicomm Energy 2 eingesetzte Android 5.1 Lollipop ist da schon eine etwas bessere Lösung. Das Unternehmen scheint Googles Vision der Oberfläche zu teilen, denn es finden sich kaum Anpassungen wieder. Die Lautstärketasten lassen sich für einen langen Druck mit gewünschten Funktionen belegen, was eine clevere Idee ist.



Es gibt zahlreiche Widgets und Hintergründe des Herstellers und ein paar wenige vorinstallierte Programme. Davon fanden wir vor allem den mitgelieferten Dateimanager praktisch. Wer von anderen Firmen die Vielzahl an Apps gewohnt ist, muss hier umdenken und sich selbst seine Programme aus Google Play holen. Ein nützliches Extra ist das verbaute UKW-Radio, für das selbstredend ebenfalls eine passende Applikation vorinstalliert wurde.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis
Das Phicomm Energy 2 wird in Deutschland durch die bayrische Niederlassung in Unterhaching vertrieben. Deshalb ist der Bezug des Smartphones – trotz chinesischer Herkunft – unkompliziert. Viele Onlineshops bieten das Handy an, teils schon ab 129 Euro. Hingegen hat bislang kein Netzbetreiber oder Provider das Mobilgerät in sein Programm aufgenommen. Man kann das Energy 2 also nur ohne Vertrag erstehen.

Gründe für und gegen das Phicomm Energy 2

Pro:
Kontra:
Unser Test-Fazit zum Phicomm Energy 2
Wir hatten durchaus viel Spaß mit diesem Einsteiger-Smartphone. Besonders gut gefallen haben uns die tolle Verarbeitung, das großartige Display und die tolle Konnektivität – vor allem beim LTE. Positiv fiel uns ebenfalls der gute Klang auf. Hingegen weniger erfreut waren wir von den beiden Kameras, die selbst für diesen Preis nicht ganz zufriedenstellend arbeiten. Des Weiteren wäre zwar der Einsatz eines Snapdragon 410 nett gewesen, dennoch läuft das Smartphone auch auf Basis des Snapdragon 210 größtenteils flüssig. Als Zweit-Smartphone taugt dieses Modell auf jeden Fall und Menschen, denen die Kameras nicht wichtig sind, können ebenfalls einen Blick riskieren.

Weiterführendes
» alle LTE Tarife im Vergleich
» LTE-Smartphones im Überblick
» Prepaid-Tarife mit LTE

Bilder: © LTE-Anbieter.info



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