SIM Karten - der große Wissensratgeber

SIM Arten, Abmessungen und Tipps


SIM Karten bekannter Mobilfunkmarken
Jeder, der mobil telefonieren oder surfen will, kommt unweigerlich mit ihnen in Kontakt – den SIM-Karten. Sie finden insbesondere im Mobilfunkbereich Anwendung, tauchen aber immer öfters im Alltag an anderer Stelle auf. Während es viele Jahre lang nur ein SIM-Format gab, werden Mobilfunkkunden heute mit einer Fülle von Varianten konfrontiert. In diesem Ratgeber zeigen wir unter anderem, was eigentlich alles in den unscheinbaren, kleinen SIM-Chips steckt und wie man die Typen unterscheidet. Was müssen LTE-Nutzer beachten? Wie unterscheide ich die verschiedenen Größen? Zudem geben wir etliche Tipps im Umgang mit den SIMs und gehen schlussendlich der Frage nach, wie sicher die Karten eigentlich heute noch sind.

SIM = mehr als nur eine Speicherkarte

schematischer Aufbau einer SIM
Die Abkürzung „SIM“, steht für „subscriber identity module“. Frei übersetzt bedeutet das so viel wie „Teilnehmer-Identifikationseinheit“. Der Name gibt Aufschluss über den ursprünglichen Hauptzweck – der Identifizierung und Authentifizierung eines Teilnehmers im Netz eines Mobilfunkanbieters. Kernstück ist die sogenannte IMSI (International Mobile Subscriber Identity), eine Art „Ausweisnummer“ für Mobilfunkkunden. Diese IMSI-ID ist auf dem Chip gespeichert und kann weltweit einen Nutzer genau identifizieren, da diese jeweils einzigartig wie ein Fingerabdruck ist. Dazu gehört noch ein geheimer Schlüssel, der „authentification key“, kurz „Ki“. Unter dem goldenen Chip steckt allerdings weit mehr, als mancher denkt. Es ist ein kleiner Mini-Computer mit Prozessor, Arbeitsspeicher (RAM), statischem Speicher (ROM), EEPROM (permanenter Speicher) und Input-Output-Interface (IO) zum Endgerät. Im EEPROM werden die Daten des Nutzers, wie Adressen hinterlegt. Der ROM (read only) beinhaltet etwa das Betriebssystem der SIM und hält Speicher bereit für providerspezifische Daten, wie Brandinglogos, gesperrte Netze etc.

Im Laufe der Jahre haben sich Leistungsfähigkeit, Speicherkapazität und Form der SIM-Karten weiterentwickelt. Ältere Modelle besitzen z.B. noch eine 8-Bit-Anbindung, während im Mobilfunkbereich aktuelle SIMs über einen 16 Bit verfügen. Die Größe des ROMs beträgt bis zu 100 KByte, der RAM fasst max. 3 KB. Der für den Endnutzer wichtige Festspeicher kann maximal 64 KB aufnehmen. Das ist recht wenig, reicht aber z.B. einige SMS und 100-250 Rufnummern bzw. Adressdaten zu speichern. Die meisten Nutzer hinterlegen diese Informationen heute aber ohnehin direkt auf dem Smartphone, wo ungleich mehr Speicher zur Verfügung steht. Dennoch wird an SIM-Karten gearbeitet, die mehr Speicherkapazität bieten. Neben der Nutzeridentifizierung und Datenspeicher, kommen der SIM-Karte aber noch andere Aufgaben zu, wie Sie weiter unten nachlesen können. Zunächst widmen wir uns den SIM-Typen von Mini bis Maxi.


SIM Formate – von klein bis groß

Adapter-Kit: 1) Micro -> Standard | 2) Nano -> Standard | 3) Nano -> Micro

Wer sich heute ein Smartphone kauft oder einen neuen Mobilfunkvertrag abschließt, wird mit einer Vielzahl von SIM-Formaten konfrontiert. Die Unterschiede liegen aber keineswegs im Chip, sondern lediglich in der Dimensionierung des „Rahmens“, also der Plastikummantelung der SIM. Wer seine alte Karte behalten möchte, wird diese mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht in sein neues LTE-Smartphone bekommen, da der Slot kleiner ist. Die rechte Grafik zeigt die unterschiedlichen, aktuell gängigen Varianten auf. Da wäre die Standard-SIM, Micro-SIM und Nano-SIM. Bei ersterer handelt es sich praktisch um die „Ursprungsnorm“ mit einer Abmessung von 25 x 15 Millimetern. Die Microsim belegt mit 15x12mm weit weniger Platz. Sie kam erstmalig in Apples iPhone4 und dem iPad zum Einsatz und findet sich heute in vielen Geräten. Bei der Nano-Sim wurde praktisch ganz auf die Plastikummantelung des Chips an den Seiten verzichtet. Was übrig bleibt ist der Chip selbst. Der Winzling misst gerade mal 12.3 x 8,8 mm – etwa so viel, wie der Fingernagel des kleinen Zehs. Viele moderne Smartphones setzen schon auf Nano-SIM, Tendenz steigend. Doch warum der Trend zur Minimierung? Ganz einfach – die Smartphone-Hersteller müssen beim Design neuer Geräte praktisch jeden Millimeter akribisch ausnutzen. Daher wurde der praktisch redundante Rahmen um die SIM schrittweise verkleinert. Eine weitere Schrumpfung ist jedoch unwahrscheinlich, da die meisten Kunden jetzt schon Probleme haben werden, mit der kleinen Nano-SIM zu hantieren.

Was ist eine eSIM?

Seit Ende 2015 taucht vermehrt ein neuer Begriff in der Mobilfunkbranche auf - die eSIM. Das "e" steht dabei für "embedded", also integriert. Geht es nach den Plänen der Branche, werden die SIM-Chips künftig nicht mehr an den Kunden geschickt. Vielmehr wird dann nur noch ein integrierter Chip, also die eSIM, von außen programmiert. Damit entfällt einmal das physische Wechseln und Einlegen, andererseits spart es Müll. Allerdings hat das Konzept auch Nachteile. Mehr dazu hier im eSIM-Spezial.

Brauchen Bestandskunden eine neue SIM für neue Geräte?

Adapterkit und SIM-Karten Cutter Werkzeug

Das kann durchaus sein. Wer noch eine Standard-SIM hat, kann 2 Wege beschreiten. Der einfachste führt über den Mobilfunkshop. Dort könne Sie, meist kostenlos, eine neue (passende) SIM beantragen. Der Vorgang dauert mit Freischaltung in der Regel 1-5 Stunden. Alternativ gibt es Adapter und eine Schneidehilfe – einen Cutter. Dieser kostet im Fachhandel 6-10 Euro. Die Anpassung mit dem Cutter läuft natürlich nur von Groß auf Klein. SIM-Adater hingegen ermöglichen den entgegengesetzten Weg. Wer also z.B. eine Nano-SIM hat und diese aus bestimmten Gründen auf einem anderen Gerät mit Micro oder Standard-Format einsetzen will, kann dies individuell steuern. Ein solches Adapterset kostet ebenfalls nur wenige Euro.

Welche SIM-Typen erhalten LTE-Kunden?

Wer in Regionen wohnt, wo es noch kein (oder zu langsames) DSL gibt, kann per LTE-Mobilfunk eine schnelle Alternative bekommen, die bis zu 100 MBit leistet. Auch hier erhält man nach Vertragsabschluss selbstverständlich eine SIM zugesendet, die in den Router oder Surfstick eingesetzt werden muss. Bis dato kommen dabei normale Standard-SIMs zum Einsatz. Wer mit seinem Smartphone im LTE-Netz surfen will, schließt einen konventionellen Mobilfunkvertrag ab. Je nach Anbieter und verwendetem Gerät, erhalten Sie dann eine der genannten SIM-Typen.



Arten von SIM-Sperren

Es gibt Sperren, die auf der SIM-Karte hinterlegt werden können. Die populärste und unbeliebteste ist wohl der SIMlock. Was ist das? Schließt man einen Mobilfunkvertrag ab, kann der Provider das Vertragshandy an die Nutzung der SIM-Karte koppeln. Der Einsatz anderen Karten, auch vom selben Anbieter, ist nicht möglich. SIMlock ist aber in Deutschland mittlerweile eher unüblich. Wenn, dann findet Sim-Lock primär bei Prepaid-Angeboten Anwendung. Die Kopplung kann nach 24 Monaten übrigens kostenlos entfernt werden. Dazu muss man die IMEI-Nummer des Handys parat haben und den jeweiligen Anbieter kontaktieren. Bei der IMEI (15 stellig) handelt es sich um eine eindeutige Identifikationsnummer, die für jedes Handy weltweit einmalig ist. Die Freischaltung vor der 2-Jahresfrist kann übrigens auch erfolgen. Allerdings lassen sich das die meisten Provider mit rund 100 € Gebühr fürstlich bezahlen.

Eine weitere Ausprägung ist der sogenannte „Netlock“. Realisiert wird die Sperre allerdings nicht über die Simkarte, sondern auf dem Endgerät selbst. Beim Netlock wird die Nutzung eines, zum Vertrag erhaltenen Smartphones, beschränkt. Und zwar auf die Nutzung des Netzes vom Mobilfunkprovider. Beispiel: Bei einem iPhone mit Telekom-Netlock, könnte man demnach verschiedene Vertragskarten von der Telekom mit dem Gerät nutzen, nur nicht von Vodafone oder Base. In der Regel kann auch der Netlock nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit optional entfernt werden.

Dann wäre an dieser Stelle noch die lokale bzw. regionale SIM-Lock zu nennen. Dabei kann das Gerät nur ländlich oder kontinental begrenzt mit den Mobilfunkanbietern genutzt werden, so es gekauft wurde. Beispielsweise eine Sim-Lock für Europa - in diesem Fall ließe sich das Gerät nicht mit Anbietern in den USA nutzen. Ein Beispiel hierfür ist das schon etwas ältere Galaxy Note 3.


Sicherheitssperrung: Diese Sperrung ist rein nutzerinduziert und jeder hat sie sicher schon einmal kennen gelernt, als dreimal die falsche PIN eingegeben wurde. Danach greift aus Sicherheitsgründen vor unbefugten Zugriff eine SIM-Sperre, die sich nur durch die sogenannte PUK (eine Art Zweit-PIN mit 8 Stellen, auch SuperPin genannt) wieder aufheben lässt. Diese findet man in den Vertragsunterlagen seines Mobilfunkproviders.


Auslesetools

Um die auf der SIM gespeicherten Daten, wie die IMSI, auslesen zu können, benötigt man für den PC ein Karten-Lesegerät und einem Tool zum Auslesen der Daten. Zum Beispiel die Freeware „SIM Spy“. Bei Amazon fanden wir den recht guten Smarcard Reader Plus, der in unserem Test sogar das Schreiben zuließ.


SIM Karten Reader

Es gibt auch Profitools, die sich allerdings nicht unbedingt an Endanwender richten und mit Preisen jenseits der 500 € wohl wirklich nur für Detektive relevant sein dürften. Für Privatanwender viel wichtiger ist hingegen der Zugriff bzw. das Kopieren von gespeicherten Adressdaten.


Daten von der SIM Karte kopieren / sichern

Wer seine Kontakte auf der SIM gespeichert hat und diese auf eine andere SIM-Karte übertragen will bzw. eine Sicherung machen möchte, braucht ein Programm zum Auslesen der Daten. Dies gestaltet sich leider, je nach Handy/Smartphone und Betriebssystem, oft gar nicht so einfach für Laien. Im Prinzip benötigt man drei Dinge neben dem Telefon. Einmal ein Verbindungskabel zum PC (drahtlos per Bluethooth ist natürlich auch machbar), einen Treiber für das Telefon passend zum Betriebssystem und eine Verwaltungssoftware. Für ältere Modelle leistet der MyphoneExplorer ganz gute Dienste. Leider nur für SonyEricsson Modelle – Android-Geräte lassen sich über Umwege mit einer Client-App ansteuern. Das oft schwierigste Problem ist die des Treibers.

Moderne Betriebssysteme, wie Windows 7 oder 8, erkennen neuere Smartphones meist von selbst. Die Kombination aus älteren Telefonen und Vorgängerbetriebssystemen, wie Windows 98, gestalten sich leider meist schwierig bis unmöglich. Manche Hersteller bieten eine Komplettlösung, wie z.B. Samsung mit der Software „Kies“. Diese bringt die Treiber gleich mit. In unserem Test mit einem Samsung Galaxy S3, brauchten wir allerdings auch mehrere Anläufe, bis das Smartphone endlich erkannt wurde. Dann zeigt sich die Datensicherung und Verwaltung allerdings sehr einfach. Die Kontakte von der SIM können mit wenigen Klicks ausgelesen und z.B. in den Speicher des Gerätes übertragen werden.


Dual SIM – was hat es mit dem Doppelpack auf sich?



Einige Handys unterstützen nicht nur eine SIM-Karte, sondern gleich zwei. Man spricht dann von Dual-Sim-Fähigkeit. Hier sei exemplarisch das Galaxy S5 Duos genannt. Dies kann durchaus für einige Einsatzszenarien sehr nützlich sein. Etwa, wenn man ein Gerät für die Private und berufliche Kommunikation nutzen möchte - mit 2 Nummern und 2 Verträgen. Oder man hat 2 „Verträge“ - einen zum Surfen im Internet und eine günstige Prepaid-SIM zum Telefonieren. Etwa für Wenigtelefonierer, die so gut wie nie anrufen und sich eine Allnet-Flat nicht lohnen würde. Die SIMs können dann wahlweise parallel laufen oder individuell umgestellt werden. Recht praktisch also!

Sicherheit

Im Sommer 2013 machte der Sicherheitsexperte Karsten Nohl Schlagzeilen, als er auf ein Sicherheitsleck bei SIM-Karten verwies. Eigentlich galten SIM-Karten bisher als relativ sicher. Doch wie Nohl mit seinem Unternehmen „Security Research Labs“ zeigen konnte, existiert typabhängig  ein Sicherheitsleck. Diese würde einem Angreifer erlauben, so ziemlich alles mit dem Mobiltelefon eines Opfers anzufangen. Telefonate führen, SMS schreiben oder Gespräche belauschen! Angriffspunkt ist sogar der Sicherheitsschlüssel selbst, der besonders bei älteren Versionen nur 56 Bit lang und mit dem als veraltet geltenden Algorithmus „DES“ verschlüsselt sei. Die Telekom verwendet angeblich schon 168 Bit und den moderneren Standard 3DES. Auch Vodafone, O2 und Eplus dementierten gegenüber heise.de, dass deutsche Kunden betroffen sind. Nur bei SIMs, deren Herstellung vor 2003 liegt, könne man ein Risiko nicht ausschließen.

Weltweit hingegen sei mindestens jede 8. Karte betroffen. Sorgen machen muss man sich allerdings kaum. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer dieses Bugs zu werden, ist nahe null, da es immenses, technisches Knowhow und Planung voraussetze, so das zusammenfassende Kredo von Knoll. Wer dennoch kein Risiko eingehen will, sollte SIM-Karten mit älterem Datum vom Provider austauschen lassen. Solange die SIM nicht defekt ist, wird dafür aber aller Wahrscheinlichkeit nach eine kleine Gebühr fällig.

:: Häufige Fragen


Brauche ich für LTE eine spezielle SIM-Karte?

Jain. LTE-Nutzer bekommen natürlich keine anderen Karten, als „normale“ Nutzer mit 3G-UMTS. Vielmehr benötigen Sie einen entsprechenden Vertrag mit Datentarif. Damit einher geht dann in der Regel der Erhalt einer neuen SIM. Lediglich ein LTE-fähiger Stick oder Smartphone reicht selbstverständlich nicht aus. Die Tarife der einzelnen Anbieter, können Sie hier vergleichen.

Können SIMs kaputt gehen?

Ja, SIM-Karten sind viel anfälliger, als man vielleicht glauben möchte. Auch die Anzahl der Lese-Schreibezyklen ist begrenzt. Sollte z.B. der LTE-Router oder Stick über einen größeren Zeitraum kein Netz mehr finden, kann es sich durchaus auch um einen Defekt der Karte handeln. Bei Prepaid-verträgen hingegen, kommt auch eine Deaktivierung seitens des Netzproviders in Frage, falls die Karte lange nicht genutzt wurde. Wenden Sie sich in diesen Fällen am besten an Ihren nächstgelegenen Mobilfunkshop.


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