Data Comfort (Free) im Test

Wie gut sind die Mobilen Datentarife der Telekom?


Die Deutsche Telekom möchte derzeit mit einer cleveren Werbekampagne neue Kunden gewinnen. Im Zuge der Aktion „Data Comfort Free“ kann man zwei Monate kostenlos das LTE-Netz des Netzbetreibers testen. Pro Monat stehen dabei 5 GB Highspeed-Volumen mit bis zu 300 MBit/s zur Verfügung. Wir haben uns eine SIM-Karte bestellt und ausführlich in verschiedenen Gebieten die Qualität des 4G-Funks der Telekom getestet. Erfahren Sie hi, für wen die SIM-Karte lohnt.

Update: Obwohl schon recht alt, ist das Angebot der Telekom nach wie vor (2017) verfügbar!



Was ist Telekom Data Comfort Free?

Die Aktion ist praktisch eine Maßnahme, Neukunden mit dem schnellen LTE-Netz der Telekom vertraut zu machen. Die "Free"-Variante steht dabei Pate für die regulären "Data Comfort"-Laufzeittarife, mit maximal 300 MBit. Gedacht sind diese primär für den Einsatz an Tablets, mobilen LTE-Routern oder Surfsticks. Wir haben den Test wegen des besseren Handlings aber am Smartphone durchgeführt, was auch ohne weiteres möglich ist.

Was kostet das?

Wie der Name schon andeutet, fallen bei "Comfort Free" keinerlei Kosten ab, weder für die SIM, noch für den Versand. Man geht zwar einen Vertrag ein, welcher über eine Zeitspanne von einem halben Jahr läuft, dieser kostet aber 0 Euro monatlich und wird dann automatisch beendet. Da es keine SMS- und Telefonie-Funktion gibt und das Internet gratis ist, kommen hier keine weiteren Gebühren auf einen zu. Jeder kann die Test-Karte also gefahrlos bestellen und nutzen, solange man nicht auf Reisen ins Ausland geht und dort die SIM einsetzt. In diesem Fall würden Kosten beim Roaming anfallen. Wer diese Ausnahme beherzigt, kann sich bequem und unverbindlich von den Vorzügen des Telekomnetzes und 4G/LTE überzeugen.

So bekommt und aktiviert man Telekom Comfort Free

Auf der Aktionsseite www.telekom.de/data-comfort-free/ muss man lediglich auf den magentafarbenen Button „Auswählen“ klicken. Danach folgt eine Übersicht der Bestellung und geht schließlich zur Kasse. Abschließend die erforderlichen Daten eingeben und schon ist die Prozedur abgeschlossen. Anschließend erhalten Sie zwei E-Mails. Eine in welcher die Bestellung an sich bestätigt wird und eine weitere die signalisiert, dass die SIM-Karte versendet wird.

Bestellseite des Test LTE-Tarifes

Bestellung der Test-SIM | Screenshot telekom.de



Achtung: Da man den Personalausweis bei der Lieferung vorzeigen muss, ist es wichtig einen Zeitpunkt anzugeben, bei dem man auch wirklich zu Hause ist. Oder man wählt das Video-Ident-Verfahren.

Hier, lässt sich übrigens der LTE-Netzausbau am eigenen Wohnort ermitteln. Die Stadt Kaiserslautern, in der wir uns beim Test aufhielten, hatte zum damaligen Zeitpunkt (2016) leider lediglich maximal 150 Mbit/s zu bieten. Die angepriesenen 300 MBit/s (LTE-Advanced) kann man nur erreichen, wenn der Netzausbau im Heimatort entsprechend vorangeschritten ist. Seit 2017 ist der Ausbau von LTE-Advanced aber bereits recht gut vorangeschritten. Nahezu in jeder größeren Stadt gibt es das superschnelle 4G-Upgrade schon!

SIM da - los gehts!

Aktivierung des ersten Surf-Passes

Erste Aktivierung im Handy

Wenn man das Starter-Kit erhalten hat, muss die SIM nur noch ins Endgerät einlegt werden. Auf http://pass.telekom.de wird dann der erste Gratis-Monat aktiviert. Das funktionierte im Test schnell und unkompliziert. Die SIM-Karte wird im Micro-Format geliefert und kann auch nicht kleiner herausgebrochen werden. Wenn man also beispielsweise ein Apple iPhone 6 mit Nano-SIM-Kartenschacht verwendet, sollte man dies vorher bedenken. Notfalls kann man die Karte auch vorsichtig mit einem passenden Utensil zurecht stanzen. Mehr dazu hier in unserem SIM-Spezial.

Wie getestet wurde

Als Testgerät im Telekom-Netz wurde von uns das Cubot Zorro verwendet. Über dessen CAT4-Modem sollten also Datenraten von bis zu 150 MBit im Downstream und 50 MBit im Upstream möglich sein. Mit dem Smartphone führten wir Messungen in der Innenstadt Kaiserslauterns, dem Industriegebiet und dem Stadtrand am Pfälzer Wald durch. Ergänzend wurde während einer Zugfahrt von Kaiserslautern nach Bad Kreuznach ein Test vollzogen. Hierbei achteten die Tester insbesondere auf die Signalstärke, sowie Download- und Upload-Geschwindigkeit. Als Vergleich zu einem konkurrierenden Netzbetreiber, kam jeweils vor Ort noch ein Samsung Galaxy Alpha zum Einsatz, welches mit einem O2-LTE-Tarif ausgerüstet wurde. Um einen möglichst realistischen Wert zu erhalten, wurden die Messungen auf beiden Geräten stets mehrmals wiederholt. Anschließend notierten wir die bestmöglichen Ergebnisse.

Die Testergebnisse sind natürlich 1:1 übertragbar auf die regulären Data Comfort Tarife der Telekom...

LTE-Test 1: Stadtmitte

Das hat geklappt!

Man sollte meinen, dass das Zentrum einer Stadt ein gut ausgebautes Netz haben sollte. Unserer ersten Erfahrung nach, ist das in Kaiserslautern leider noch nicht der Fall. Immerhin bekamen wir trotzdem eine Signalstärke von 2-3 Balken im LTE-Netz der Deutschen Telekom. Die maximale Downloadgeschwindigkeit lag bei 28,62 MBit/s und im Upload waren sogar nur 7,06 MBit/s möglich. Eine Messung im LTE-Netz von O2 war sogar nicht erst möglich. Es wurde ständig von 3G zu 4G umgestellt (vice versa) und maximal 1 Balken bei der Signalstärke im LTE-Netz erreicht. Kaum wollten wir die Geschwindigkeit messen, war dieser Balken aber schon wieder verschwunden.

Das ist leider hier vor Ort nichts Neues. Auch das Netz von O2/E-Plus zeigte in der Vergangenheit in der Stadtmitte Kaiserslauterns nicht unerhebliche Empfangsprobleme.

LTE-Test 2: Industriegebiet

Im Industriegebiet war es erheblich besser um die Signalstärke bestellt. Das Telekom-LTE-Netz wies stets 3-4 Balken auf und wir konnten eine maximale Geschwindigkeit von 57,38 MBit/s im Download und 8,46 MBit/s im Upload messen. Die Konkurrenz von O2 konnte beim Empfang mithalten, auch hier waren es 3-4 Balken im 4G-Funk. Die Downloadgeschwindigkeit erreichte eine Spitze von 32,13 MBit/s und im Upload wurde die Deutsche Telekom sogar mit 14,27 MBit/s geschlagen. Ein Fallback zurück ins 3G-Netz wurde bei beiden Netzbetreibern nicht entdeckt. Insgesamt gesehen war der Empfang im Industriegebiet also deutlich besser als in der Stadtmitte.

LTE-Test 3: Außerhalb der Stadt

Die Stadt Kaiserslautern wird vom Pfälzer Wald umgeben. Nahe diesem, fernab vom Stadtgetümmel, hielten wir uns ebenfalls auf, um eine Messung zu vollziehen. Dabei konnte man immer noch gut im LTE-Netz der Telekom unterwegs sein. Der Empfang lag bei 2, manchmal auch 3 Balken und ein Test-Download konnte mit maximal 33,47 MBit/s stattfinden. Der Upload hingegen war mit 8,36 MBit/s sichtlich gemächlicher. Bei O2 lag die mögliche Downloadgeschwindigkeit nur bei der Hälfte der Telekom-Konkurrenz. Mehr als 16,30 MBit/s war nicht zu erreichen. Im Upload quittierte der Speedtest sogar schwache 2,33 Mbit/s. Maximal ein Balken beim Signal konnten wir verzeichnen - der 4G-Empfang brach erstaunlicherweise aber trotzdem zu keinem Zeitpunkt ab.

LTE-Test 4: Zugfahrt von Kaiserslautern nach Bad Kreuznach



Da der Empfang im Zugverkehr nach wie vor ein heikles Thema ist, waren wir hier besonders gespannt, was man bei der Deutschen Telekom in diesem Szenario erreichen kann. Als erstes führten wir eine Messung durch, als sich die Bahn noch nicht allzu weit vom Hauptbahnhof von Kaiserslautern befand. Hier begeisterte uns die Geschwindigkeit schon sichtlich mehr, denn es wurden nicht nur 3 Balken bei der Signalstärke, sondern auch ein Download-Speed von 58,70 MBit/s erreicht. Im Upload spuckte der Speedtests hingegen magere 5,65 MBit/s aus. In das O2-LTE-Netz konnten wir uns hingegen überhaupt nicht einloggen. Es war maximal HSDPA möglich, weshalb keine Messung der Geschwindigkeit vollzogen wurde.

Nahe Bad Kreuznach änderte sich das Szenario jedoch. Bei einer Signalstärke von konstanten 4 Balken kamen wir auf einen Höchstwert von 85,71 MBit/s im Download (11,01 MBit/s Upload) im Telekom-Netz. Mit O2 war ebenfalls ein LTE-Login möglich, jedoch nur haarscharf. Bei nur einem Balken wurden 10,55 MBit/s im Download und 1,28 MBit/s im Upload erreicht.

Fazit der Testergebnisse

Zumindest hier im pfälzischen Raum, in und um Kaiserslautern, ist bei O2 meist Frust anstatt Lust beim mobilen Surfen im LTE-Netz angesagt. Nur extrem selten war der Empfang, für kurze Zeit, besser als bei der Telekom. Doch zum Großteil hatte der nun größte deutsche Netzbetreiber das Nachsehen. Bei beiden Anbietern kann vor allem der Empfang in der Innenstadt als stark ausbaufähig bezeichnet werden. Über das gesamte Testszenario hinweg hatte die Deutsche Telekom aber dafür fast immer ein LTE-Signal. Und auch wenn wir die maximal möglichen 150 MBit/s nicht annähernd erreichen konnten, so waren die 85,71 MBit/s durchaus ein ordentlicher Wert. Dass dieser innerhalb eines Zuges erreicht wurde ist jedoch schon etwas verblüffend.

Abschließend haben wir auch noch einen kleinen Test vollzogen, in dem wir die Geschwindigkeit beim Laden von Webseiten gemessen haben. Unsere Seite LTE-Anbieter.info konnte im LTE-Netz der Deutschen Telekom bereits in unter 3 Sekunden geladen werden. Bei der Konkurrenz von O2 dauerte dieselbe Prozedur etwas länger. Die kleinste Zeitspanne, bis zum vollständigen Seitenaufbau, wurde mit knapp 5 Sekunden gemessen.

Die Ergebnisse decken sich allgemein recht gut mit den Netztests von connect, Computerbild & Co. Auch da konnten die versprochenen maximalen LTE-Datenraten nicht annähernd ermittelt werden - weder in der Stadt noch der Peripherie. Im Schnitt lag aber das Netz der Telekom immer klar vor dem der Mitbewerber. Ein Bild, was wir in unserem kleinen Check praktisch 1:1 bestätigen können.

Interessante Einsatzmöglichkeiten

Die Comfort-Free Karte eignet sich für eine ganze Reihe von nützlichen Szenarien. Einmal natürlich generell zum Testen von LTE für alle skeptischen Verbraucher, die mit der Technik noch keine Erfahrung gesammelt haben. Aber auch für den nächsten Deutschland-Urlaub, findet sich hier eine kostenlose und schnelle Alternative zum mobilen surfen.


Der Tarif kann aber auch dabei helfen, die Empfangssituation vor Ort einzuschätzen, bevor man sich an einen 24 Monate währenden Vertrag bindet. Hab ich bei mir überhaupt genug LTE-Empfang? Stimmen die Angaben in der Empfangskarte der Telekom mit der Realität halbwegs überein? Auch wer plant LTE-Zuhause von der Telekom zu bestellen, kann so zunächst die Empfangsbedingungen vor Ort zumindest abschätzen.


Data Comfort Free – Testen oder nicht?

Abschließend wollen wir noch unsere persönliche Meinung zur Telekom-Aktion kundtun. Durch die 2x 30 Tage mit je 5 GB Surfvolumen, ist ein umfassendes Austesten des Netzes vor Ort kein Problem. Die Kontingente können jederzeit, innerhalb eines halben Jahres, aktiviert werden. Dadurch kann man, ohne sich über einen teuren Vertrag zu ärgern, vorab ermitteln, welche LTE-Geschwindigkeit tatsächlich möglich ist und dementsprechend buchen. Mit „Data Comfort Free“ bietet die Telekom einen kundenfreundlichen Weg, das Interesse bei LTE-interessierten Verbrauchern zu wecken. Wir können also Neugierigen durchaus ans Herz legen, bei dieser Aktion mitzumachen.

Die "echten" Laufzeit-Tarife Data Comfort

Natürlich bietet die Telekom auch richtige Vertragstarife für mobiles Internet mit LTE namens „Data Comfort“. Diese werden in den drei Varianten S, M und L angeboten und bieten 2, 4 bzw. 10 Gigabyte Datenvolumen pro Monat. Unterschiede bei der Datenrate gibt es hingegen keine. Egal ob im günstigen Einsteigertarif „S“ oder den Varianten "M" und "L" - man surft immer mit den maximal möglichen 300 MBit (ab CAT6) in der Spitze. Mehr zu den aktuellen Preisen und Sparaktionen, zeigt hier unsere Vergleichsübersicht für Data Comfort.

Sie haben Fragen zum Thema oder können andere an Ihrem persönlichen Erfahrungsbericht teilhaben lassen? Dann laden wir Sie herzlich in unser Forum ein.

Nützliches zum Thema

» LTE Speedtest durchführen

» Prepaid-Anbieter mit LTE





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