O2 my Data Spot Unlimited im Test

Wie schneidet der unlimitierte LTE-Tarif von O2 im Alltag ab?


O2 offeriert mit dem Tarif “O2 my Data Spot Unlimited” seit Mitte 2019 einen attraktiven LTE-Tarif für den stationären Betrieb ohne Datenlimitierung. Den neuen Homespot Router haben wir bereits für Sie ausführlich getestet. Doch wie steht es um den Power-Tarif selbst? Wie schlägt sich das Angebot im Alltag und kann es wirklich einen schnellen VDSL- oder Kabelanschluss ersetzen?



Was bietet O2 my Data Spot Unlimited?

Das Angebot wird rein über Funk-Internet realisiert, genauer gesagt per LTE (oder 3G, wenn nicht verfügbar). Daher lassen sich auch in Wohngegenden ohne (V)DSL-Ausbau oder sonstigen erdgebundenen Breitbandtechniken schnelle Internetzugänge realisieren. Bislang waren diese LTE-Heimtarife aber stets limitiert hinsichtlich des Datenvolumens. Mit „my Data Spot Unlimited“ bietet O2 nun eine Lösung ohne lästige Drossel oder Grenzen. Die Frage ist nur: Wie gut kann solch eine Lösung wirklich einen herkömmlichen Anschluss über Kabel ersetzen? Klappt das reibungslos und was muss man beachten?




Voraussetzungen

Das A & O bei Funkanschlüssen ist natürlich guter Empfang. Daher testet O2 bei der Bestellung auch, ob am Wohnort das O2-Netz schon ausreichend ausgebaut ist. Ansonsten wird leider eine Absage erteilt. Dann empfehlen wir eine der zahlreichen Alternativen, zu den Sie hier mehr erfahren. Wurde grünes Licht gegeben, sollte der Router möglichst am Fenster positioniert werden. In schwierigen Fällen helfen zur Not auch spezielle Außenantennen. Mehr dazu hier.

O2 Homespot am Fenster positionieren

My Data Spot Unlimited im Test

Kommen wir nun zu den eigentlichen Tests. Im Prinzip fordern drei verschiedene Aktivitäten jeden Internetzugang besonders – vor allem Zugänge per Funk. Da wäre zunächst natürlich das heute populäre Streaming zu nennen. Also der Übertragung von TV- oder Filmen/Serien per Internet. Vor allem in HD- oder Ultra-HD Qualität müssen hier stetig riesige Datenmengen transferiert werden. Und das störungsfrei und kontinuierlich, da sonst Bildaussetzer oder Artefakte drohen.

Stressfaktor Nummer 2 sind große Downloads, etwa von gekaufter Software, welche noch heruntergeladen werden muss. Einige Programme, insbesondere Spiele, können heute teils schon die 100 Gigabyte - Grenze knacken. Zum Vergleich: Selbst der schnellste DSL-Anschluss würde für das Runterladen von 100 GB mindestens 13,5 Stunden benötigen.

Noch fordernder sind Uploads – also wenn zum Beispiel Daten in die Cloud geladen werden sollen. Bei wenigen Dateien ist dies nie ein Problem. Wohl aber, wenn die Fotos und Videos vom letzten Urlaub gesichert werden sollen. Dann können schnell 10-50 GB zusammenkommen. Der schon erwähnte DSL-Zugang würde für 50 GB sage und schreibe 111 Stunden benötigen – im Idealfall wohlgemerkt.

Kurz noch zur Methodik: Der Test fand in unserem Büro statt, wo mittelmäßige Empfangsbedingungen im O2-Netz herrschen. Im Testbericht zum O2 Homespot II war das sozusagen der Standort 3. Als regulären Kunden hätte O2 uns hier keinen Anschluss gewährt. Und dennoch kann sich das Ergebnis unserer Ansicht nach sehen lassen …


Speedtest: Wie schnell ist der Unlimited Tarif?

Unser Testanschluss schaffte vor Ort im Speedtest, wie im Testbericht gezeigt (Standort B), meist zwischen 40 und 90 MBit im Downstream bzw. 17-21 MBit beim Upload. Prinzipiell ist der Tarif bzw. das O2-Netz aktuell für bis zu 225 MBit ausgelegt. 50 MBit wären hypothetisch beim Hochladen möglich. Der Router (Homespot 2) ist für CAT6 spezifiziert, kann also theoretisch 300 MBit schaffen.


Speedtest mit dem O2 Homespot und my Data Unlimited

Streaming-Test: Wie gut funktionieren Netflix & Co?

Die Beliebtheit von linearem Fernsehen verschiebt sich seit Jahren zusehends zum Streaming. Immer mehr Deutsche setzen für die abendliche Unterhaltung lieber auf Netflix, Amazon Video, Maxdome oder einen ähnlichen Anbieter oder sehen Inhalte der Öffentlich Rechtlichen später in der Mediathek. In jedem Fall wird das Videosignal über den Internetanschluss transferiert. Die dafür nötige Datenübertragungsrate schwankt in Abhängigkeit vom Anbieter bzw. dem verwendeten Codec und der Qualität. Während für schwammige SD-Auflösungen meist 2-3 MBit/s ausreichen, müssen es für HD meist 5-8 MBit sein. Noch höher werden die Anforderungen geschraubt, wenn ultrascharfes UltraHD gewünscht ist. Amazon verlangt mindesten 15 MBit/s, Netflix sogar 25 MBit/s.

Netflix und Amazon Video schauen mit dem my Data Spot Unlimited Tarif

Netflix und Amazon Video schauen mit dem my Data Spot Unlimited Tarif


Das setzt natürlich auch einen Breitbandanschluss voraus, der diese Werte stetig und mit wenig Schwankungsbreite liefert. Erzielt man in einem Speedtest z.B. mit dem Homespot Router über 60 MBit, ist dies allerdings noch kein Garant, dass es nicht doch einmal zu Aussetzern kommt. Denn besonders in den Abendstunden sind die Funkmasten häufig gut ausgelastet, teils sogar überlastet. Daher testeten wir Streaming TV mit dem Unlimited-Tarif recht ausführlich, besonders auch in den Abendstunden. Dafür musste der sonst eingesetzte Kabel-Anschluss mit 200 Mbit Leistung dem Homespot weichen. Und das sind unsere Erfahrungen:

Mediatheken von ARD und ZDF: Selbst mit unserem Kabelanschluss haben wir in den Mediatheken leider immer Mal Probleme mit temporären Aussetzern. Beim Test des my Data Unlimited konnten wir vor Ort keine besonderen Auffälligkeiten im Negativen erkennen. Im Gegenteil: Die Beiträge starteten subjektiv gesehen sogar schneller als per Kabel-Internet. Auch Aussetzer blieben aus.

Netflix nutzten wir gleich mehrere Abende, also einige Streamingstunden lang. Es wurden sowohl Serien in HD als auch Ultra HD angesehen. Während dessen kam es nicht einmal zu einem Stocken oder sonstigen Störungen. Es dauerte also nicht lange, dass wir vergaßen, dass im Tausch zum stationären Kabel-Tarif, nun ein LTE-Anschluss zum Einsatz kam.

Amazon Video: Hier gilt im Prinzip das gleiche wie für Netflix. Auch bei Amazon sahen wir mehrere Serien in HD und 4K ohne Videoaussetzer oder Artefakte.

Youtube: Zu guter Letzt wurde auf dem Fernseher noch die Youtube App bemüht und mehrere 4K Videos abgespielt. Wieder ohne Auffälligkeiten! Dann wollten wir es wissen und ließen einige 8K Clips über den Bildschirm flimmern. Hier ist die nötige Transferrate natürlich nochmal deutlich höher als bei 4K. Doch auch diese Situation meisterte der Anschluss tadellos. Weder bei 4K noch 8K gab es ziehende Bilder, Artefakte oder sonstiges. Gewählt wurde zudem ein anspruchsvolles 8K Video mit HDR und 60 FPS pro Sekunde. Wir ermittelten Interesse halber, wie hoch der Verbrauch dafür ist. 10 Minuten schlugen mit 2,2 GB zu Buche, was 13,2 GB pro Stunde entsprich und einer benötigten Datenrate von gut 30 MBit/s.



Fazit: Selbst bei mittelprächtigen Empfangsbedingungen waren wir überrascht, wie gut TV- und Videostreaming mit dem Homespot-Router und dem Unlimited Tarif funktioniert. Sofern also vor Ort das O2-Netz hinreichend ausgebaut ist (daran hapert es leider besonders auf dem Land noch oft), kann LTE nun erstmals mit einem echten Breitbandzugang per Kabel, Glasfaser oder VDSL mithalten!


Upload Stresstest: 50 GB am Stück in die Cloud

Zugegeben – derart große Datenmengen werden nur sehr selten im Heimbereich hochgeladen. Meist handelt es sich um Größenordnungen im Bereich unter 10 GB. Doch wenn es mal nötig wird, sind mit vielen Internetzugängen schnell ewige Wartezeiten einzuplanen. Während z.B. ein VDSL-Tarif mit 50 MBit nur einen Upload von 10 MBit aufweist, sind mit dem O2 LTE-Tarif 50 MBit möglich. Das bedeutet also im Prinzip eine Zeitersparnis um immerhin Faktor 5. Wir wollten daher wissen, wie lange unser vorliegender My Data Spot Unlimited Zugang in der Praxis benötigt, um die stattliche Datenmenge von 50 GB hochzuladen. Beziehungsweise, ob dieser Vorgang überhaupt ohne Störung beendet wird. Da bei den Speedtest im O2-Homespot Testbericht hier immer so um die 30-40 MBit im Upload erreicht wurden, schätzten wir die nötige Zeit auf knapp 3 Stunden. Tatsächlich waren es 3 Stunden und 8 Minuten, also genau im Rahmen der Prognose. Für 50 GB wirklich ein gutes Ergebnis! Störungen und Abbrüche traten nicht auf.

Up- und Downstream Tests mit dem Laptop

Download: Test mit einem Downloadmarathon

Neben Videoinhalten, generieren Downloads gewöhnlich den meisten Traffic. Angefangen vom Treiber mit 1 MB, über Musiktitel mit 10 MB, bis hin zu Programmen mit mehreren Gigabyte reicht das Spektrum hier sehr weit. Die Masse macht es! Auch der Download von Youtube-Videos schlägt bei vielen Nutzern stark ins Kontor. Daher wollten wir wissen, ob sich mit dem my Data Spot Unlimited Tarif problemlos auch ein größerer Downloadmarathon bewerkstelligen lässt. Auf der Agenda standen satte 200 GB am Stück. Dafür wurden die zunächst hochgeladenen Urlaubsbilder mit 50 GB aus dem Uploadtest 3 x wieder heruntergeladen. Plus 10 x die 5 GB Testdatei von speedtestx.de.

Für den ersten Durchlauf wurde 1,18 Stunden benötigt, dann 1,27 h und 1,29 h. Im Schnitt also 1 Stunde und 24 Minuten für 50 GB. Das entspricht rund 35 MBit/s im Schnitt. Für die gesamten 200 GB benötigten wir insgesamt 6,16 Stunden. Dann ergibt sich eine mittlere Datenrate von 31 MBit/s. Für diesen langen Zeitraum ebenfalls nicht schlecht! Denn bei Internet per Funk sind auch starke Schwankungen im täglichen Zeitverlauf nichts Ungewöhnliches.



Bestellen Sie den O2 Homespot hier auf www.o2online.de

Parallel Test: Download und TV-Streaming zugleich

Bisher haben wir in unserem kleinen Testbericht stets nur eine Anwendung separat laufen lassen. Doch im Alltag, besonders bei Familien mit mehreren Haushaltsmitgliedern, ist dies eher der Ausnahmefall. Meist greifen mehrere Teilnehmer gleichzeitig auf den Internetanschluss zu. Der Vater streamt im Wohnzimmer ein Film bei Maxdome, während die Tochter Youtube schaut und die Mutter parallel Urlaubsbilder hoch lädt. Die Frage ist nun, wie viel Reserve habe ich für die gleichzeitige Nutzung? Idealer Weise müsste es ohne Probleme möglich sein, einmal parallel am TV Netflix in 4K zu sehen, via PC ein en Download zu tätigen und am Laptop einen großen Upload. Genau dieses Szenario haben wir exemplarisch durchgeführt um den Anschluss mal richtig zu stressen. Doch auch dies wurde ohne Probleme gemeistert. So konnten wir keine Bildstörung feststellen – klasse!





Unser Fazit

Dass alles so gut funktioniert, hätten wir tatsächlich nicht gedacht, besonders, da für unseren Standort zunächst keine Empfehlung ausgesprochen wurde. Vor allem das stabile Videosstreaming macht O2 my Data Spot Unlimited für Regionen ohne Breitbandanschluss endlich zu einer echten Alternative. Noch ist das O2 4G-Netz nicht überall verfügbar und leistet genug für den Tarif. Doch das dürfte sich in den nächsten Jahren bessern. Bleibt abzuwarten, ob Vodafone und Dt. Telekom auch eine Antwort auf die Vorlage bieten werden. Sofern vor Ort zumindest O2 gut ausgebaut ist, findet man mit dem Unlimited-Paket ein echtes Arbeitstier, wie man es sonst von regulären Zugängen gewohnt ist.


PS: Wir haben in der Testwoche übrigens gut 300 GB verbraucht. :-)




Weiterführendes

» hier gehts zu O2
» LTE Speedtest durchführen
» Ratgeber zur Empfangsverbesserung bei LTE



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