IP Schutzklassen

Wie ist Ihr Smartphone vor Wasser und Staub geschützt?


Eine kurze Unachtsamkeit und schon ergießt sich der Inhalt eines Glases auf das teure Smartphone. Wohl dem der weiß, was sein Gerät aushält und nicht direkt in Panik verfallen muss. Viele Hersteller geben eine kryptisch anmutende IP-Schutzklasse an, aus der sich ableiten lässt, was kritisch ist und was nicht. Wir klären auf, was sich hinter IP53 & Co. verbirgt und worauf man achten muss. Auch wenn auf dem Papier die vollständige Dichtigkeit postuliert wird, kann nicht jede Flüssigkeit in beliebiger Menge oder Dauer auf ein Gerät einwirken.

Smartphone unter Wasser

Die Zertifizierung der Schutzklassen

Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, hat die "Internationale Elektronische Kommission" (IEC) eine Norm verabschiedet, die angibt, welche Staub und Wassereinwirkung ein Gerät aushalten kann, ohne dass es zu Beschädigungen kommt. Die International Protection Mark (kurz IP) endet mit einer zweistelligen Nummer wie zum Beispiel IP67. Hierbei kodiert die 6, also die erste Ziffer, die Resistenz gegen Staub und Schmutzpartikel.

Die zweite gibt an, wie viel Feuchtigkeit unschädlich ist. Bei Flüssigkeiten geht es um klares Süßwasser. Bereits das im Meerwasser enthaltene Salz greift die Dichtungen von Smartphones an und der Schutz ist nicht mehr vollständig gegeben. Um zu einer Zertifizierung zu gelangen, muss ein Handy mehrere Testreihen durchlaufen und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Man sollte dabei immer bedenken, dass diese Tests unter Laborbedingungen stattfinden. In einem Baggersee gibt es natürliche Wasserbewegungen, die in den Versuchsreihen nicht berücksichtigt werden. Wenn der Produzent nicht ausdrücklich andere Angaben macht, so sollte man die entsprechende Zertifizierung als Maximalwert unter optimalen Bedingungen verstehen.

1. Kennziffer – Schutz vor Fremdkörpern nach DIN EN 60592

Wert Bedeutung
0 / X kein Schutz gegeben
1 Schutz gegen Staub und Fremdkörper mit => 50 mm
2 Schutz gegen Staub und Fremdkörper mit => 12,5 mm
3 Schutz gegen Staub und Fremdkörper mit => 2,5 mm
4 Schutz gegen Staub und Fremdkörper mit => 1 mm
5 Schutz gegen Staub und Fremdkörper in schädlicher Menge
6 vollständig staubdicht



2. Kennziffer – Schutz gegen Wasser nach DIN EN 60592

Wert Bedeutung
0 / X kein Schutz gegeben
1 geschützt gegen Tropfwasser von oben
2 geschützt gegen Tropfwasser mit einer Gehäuseneigung bis zu 15°
3 geschützt gegen fallendes Sprühwasser mit bis zu 60° gegen die Senkrechte
4 geschützt gegen allseitiges Spritzwasser
5 geschützt gegen Strahlwasser aus einer Düse aus beliebigem Winkel
6 geschützt gegen starkes Strahlwasser
7 geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen
8 geschützt gegen dauerndes Untertauchen
9 geschützt gegen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung

Praxisbeispiele für Schutzklassen

Das P30 von Huawei kam laut Herstellerangabe mit der Schutzklasse IP53 auf den Markt. Es ist damit gegen Staub in schädigender Menge geschützt, allerdings bei Abrissarbeiten auf der Baustelle wegen Feinstaub wohl nicht der ideale Begleiter. Fallendes Sprühwasser mit bis zu 60° gegen die Senkrechte bescheinigen ihm die Wetterfestigkeit gegen normalen Regen. Es sollte einem jedoch tunlichst nicht aus der Hand in den Bachlauf fallen.

Während in der Einsteigerklasse oft keine Zertifizierungen stattfinden (teuer), gehört es in der Oberklasse zum guten Ton. IP67 und IP68 sind hier die häufigsten Vertreter. Das Galaxy S21 ist beispielsweise mit letzterer ausgestattet und soll vollkommen staubdicht sein und auch dauerhaftes Untertauchen überstehen. Oft konkretisieren aber die Hersteller noch etwas bzw. fügen eigene Angaben hinzu. Das iPhone 13 ist ebenfalls IP68 spezifiziert, kann also offiziell bis zu 1 Meter untergetaucht werden. Apple selbst geht aber noch weiter und spricht von bis zu 30 Minuten Wasserdichtheit und soll sogar dem Druck in 6 Metern Tiefe standhalten. Ein großer Fortschritt im Vergleich z. B. zum alten iPhone 7. Das durfte nur zeitweilig untergetaucht werden - eine halben Stunde bei einem Meter.

Glas umgekippt – was tun?

Während Hersteller vereinzelt angeben, dass ihr Smartphone auch mal ein Bier abkann, ist grundsätzlich schnelles Handeln erforderlich. Mit IP68 oder großzügig ausgelegtem IP67 fährt am Besten. Bei einem "Unfall" der Art am besten das Smartphone kurz mit destilliertem Wasser reinigen. Typischerweise führt der Weg aber eher zum Waschbecken, wo es gründlich abgespült werden sollte. Gerade für diese Art der Missgeschicke ist der entsprechende Schutz an Bord. Nach dem anschließenden Abtrocknen folgt eine Trocknungsphase, auf die nicht verzichtete werden sollte.

Meldung USB-Ladeanschluss prüfen

Android meldet in der Regel, dass die Ladebuchse feucht ist. Unter keinen Umständen darf ein Ladevorgang gestartet werden. Einige Stunden sollte man seinem digitalen Begleiter geben, bis auch die letzten Reste an Feuchtigkeit verschwunden sind. Ein Nachhelfen mit dem Fön oder ähnlichem ist tunlichst zu unterlassen.

Wer in einer niedrigeren Schutzklasse oder gar ohne vor dem Dilemma steht, der muss aber nicht direkt aufgeben. Wer noch die Möglichkeit hat, sollte umgehend den Akku entfernen sowie anschließend alle Flüssigkeitsreste. Besonders auf Ladebuchsen oder Kopfhöreranschlüsse muss geachtet werden, indem man gerne mit Wattestäbchen so viel wie möglich trocknet. Ein anschließendes Reinigen mit einem nicht zu feuchten Tuch kann Getränkereste beseitigen. Falls die Schutzklasse des Smartphones in der zweiten Kennziffer eine 4 oder 5 trägt, darf auch mit geringer Wassermenge den Duschkopf nutzen, dabei aber nach Möglichkeit das Wasser von oben kommen lassen.

Tauchen als vergängliche Fähigkeit

Zwar beruhigt der Gedanke, dass das eigene Smartphone einen entsprechenden Schutz aufweist, aber man sollte immer vor Augen haben, dass es dabei um den Auslieferungszustand geht. Bereits ein kleiner Sturz aus geringer Höhe kann entsprechende Dichtungen beschädigen. Mit viel Pech hat das neu erworbene Telefon bereits am nächsten Tag keinerlei Schutz mehr und demnach IPxy. Auch übliche Ermüdungserscheinungen treten im zunehmenden Alter auf. Nach vier Jahren werden viele Geräte die halbe Stunde Tauchgang mit einem Totalschaden quittieren.

Man sollte hierhingehend beachten, dass es sich um eine Schutzfunktion handelt, die grundsätzlich Schaden nach Möglichkeit verhindern soll. Kein Hersteller wird ein defektes Gerät auf Garantie abwickeln, weil man sich aufgrund IP68 veranlasst sieht einen eigenen Badeplan für seinen mobilen Begleiter zu entwickeln. Es handelt sich um sehr filigrane Technik, die weder große Hitze, noch Feuchtigkeit oder Wüstensand einfach wegsteckt. Samsung stellte dazu klar, dass die aktuellen Galaxy S Modelle zwar Wasserdicht sind, aber nicht für Unterwasserfotografie entwickelt wurden. Zwar ist auch ein Auslösen der Kamera unter der Wasseroberfläche mit der Lautstärkewippe möglich, aber genau das sollte man unterlassen.

Die entsprechenden Bedienelemente sind zwar auch abgehärtet, aber nicht darauf ausgelegt. Wer hier grob fahrlässig anders handelt, der verwirkt damit seine Garantierechte. Falls man doch unter der Wasseroberfläche fotografieren möchte, empfiehlt sich passendes Zubehör, welches auch Tauchtiefen von 150 Meter ermöglicht.

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