congstar Homespot im Test

Was taugt der stationäre LTE-Tarif von congstar?


Congstar bietet seit Herbst 2016 erstmals einen LTE-Tarif namens "Homespot" an, samt passenden 4G LTE-Cube Router. Das Angebot richtet sich unter anderem an Kunden, die keinen festnetzbasierten DSL-Anschluss brauchen, wollen oder wo schlicht noch kein DSL verfügbar ist. Derartig stationäre LTE-Tarife gab es bis dato nur von Vodafone und der Telekom. Natürlich haben wir das Angebot für Sie ausführlich getestet. Erfahren Sie folgend, welche Erfahrungen unsere Redaktion von der Bestellung bis zur ersten Inbetriebnahme sowie in der Praxis machte.

congstar LTE-Homespot


Bestellung und Zugangsdaten

Nach der Bestellung des Homespots Tarifes auf congstar.de, erhielten wir zunächst die übliche Bestätigungsmail. Diese enthält unter anderem den Benutzernamen und eine Zusammenfassung des Auftrages. Congstar weist darauf hin, dass die Lieferung 10-14 Tage dauern wird. Relativ lange – bei Prepaid-Tarifen dauert es oft nur 3-5 Tage. Am 9. Werktag kam schließlich das Paket mit dem LTE-Cube von Huawei, dem Willkommensschreiben sowie der nötigen SIM-Karte.

Das Schreiben sah etwas mitgenommen aus, allgemein wirkte der Inhalt recht „zügig“ zusammengematscht ohne irgendwelche Polsterungsfolie oder ähnliches, wie eigentlich üblich. Der Router dürfte also beim Transport ordentlich im Karton hin und her gewirbelt worden sein, was nicht unbedingt vorteilhaft für solche Geräte ist. Dennoch war alles in einem funktionsfähigen Zustand. Hier sollte congstar etwas mehr Sorgfalt an den Tag legen.

Bevor es losgehen kann, benötigen Sie noch Ihre PIN. Diese liefert congstar, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen, nicht per Post, sondern kann im persönlichen Bereich unter www.congstar.de/meincongstar eingesehen werden. Doch wie kommt man da rein ohne Zugangsdaten? Nach der Bestellung erhalten die Kunden eine weitere E-Mail, die Sie nicht ignorieren dürfen. Darin enthalten ist, neben dem Benutzernamen, ein temporärer Link zum Kundenbereich mit einem Übergangspasswort. In diesem Schritt werden Sie auch aufgefordert, ein persönliches Passwort zu erstellen. Im Benutzerbereich finden wir PIN & PUK nun unter dem Menüpunkt „Meine Daten“ und dann bei „Handy PIN / PUK“.

PIN ermitteln bei congstar Homespot


Lieferumfang

Der Karton des Routers enthält neben dem Gerät, ein 1.5 Meter langes CAT5e LAN-Kabel, das Netzteil, die äußerst übersichtliche Quick-Start Anleitung, sowie ein „Erste Schritte Router Guide“ von congstar. Mehr braucht es eigentlich nicht für den ersten Start. Los geht’s!

Lieferumfang congstar 4G-Homespot

Inbetriebnahme und Einrichtung des congstar LTE-Cube

Führen Sie zunächst die SIM-Karte mit der Ecke nach rechts unten zeigend ein. Anschließend verbinden wir mit dem LAN-Kabel den Router und einen PC/Laptop für den ersten Test-Zugriff sowie die erweiterte Konfiguration. Jetzt schalten wir den Router ein und stellen die LAN-Verbindung am PC wie gewohnt her. Nach einigen Sekunden warten, im Adressfeld des Browsers bitte die IP 192.168.8.1 eingeben. Das Standardzugang lautet am Anfang, sowohl für Benutzername und Passwort, je admin. Dieses sollte später aus Sicherheitsgründen natürlich geändert werden. Durch klicken auf den Verbindungsbutton und der Eingabe der PIN, sollte nun die Internetverbindung erstmals stehen. Das sieht dann in etwa so aus:

Benutzermenü des LTE-Cubes Startseite


Alternativ kann der erste Zugriff auf den Router auch per WLAN am Tablet oder Smartphone erfolgen. Dazu wählt man die auf der Unterseite angegebene SSID (z.B. HUAWEI-E5180-E7BB) und gibt den darunter aufgeführten WLAN-Key ein.

Homezone - wie weit reicht der Nutzungsradius?

Bei congstar Homespot handelt es sich nicht um einen „normalen“ Mobilfunktarif. Das bedeutet, die Funktion ist nicht bundesweit gegeben, wie beispielsweise bei regulären LTE-Datentarifen. Vielmehr ist das Angebot auf die Heimadresse begrenzt und darum ein eine Art „Homezone“. Wie weit das nun genau reicht, dazu äußert sich congstar nicht. Nur, dass es angeblich auf die zur angegebenen Adresse nächstgelegene LTE-Funkzelle beschränkt ist. Das können theoretisch 200 Meter sein, aber auch mehrere Kilometer, ganz abhängig von der Sendeleistung. Wir wollten es in der Praxis genau wissen und haben die Homespot SIM-Karte kurzer Hand in ein LG G5 gesteckt. Mit überraschenden Ergebnissen …


In der offiziellen Pressemitteilung hieß es eigentlich, dass über die Adresse des Kunden der Home-Bereich definiert wird. Genauer gesagt, um „die passende Mobilfunkzelle zu identifizieren.“. In unserem Test konnten wir aber keinerlei Einschränkung feststellen. Im gesamten Stadtgebiet von Leipzig konnten wir mit dem LG G5 problemlos im LTE-Netz der Telekom surfen. Mit einer App beobachteten wir mehrere Zellwechsel ohne Probleme. Unten haben wir exemplarisch zwei Screenshots mit zwei verschiedenen eNodeB Kennungen. Also haben wir den Test ins Auto verlegt. Auch nach passieren des Ortsausgangsschild im Südosten, war der Empfang frisch wie eh und je. Nach 10 Kilometern Luftlinie brachen wir dann den Versuch vorerst ab. Auch dort funktionierte der Homespot Tarif noch einwandfrei. Allerdings gab es bei dieser Entfernung Probleme, wenn man die Verbindung kurz trennt und wieder aufbaut. Ohne Probleme konnten wir in einem Radius von 2-3 Kilometern Luftlinie agieren. Eine genaue "Grenze" zu ermitteln scheint jedoch fast unmöglich, ohnehin dürfte diese von Ort zu Ort variieren.

Fazit: Die Beschränkung scheint relativ großzügig um den Wohnort ausgelegt. Auch nach 2-3 km Luftlinie von der Home-Adresse, funktionierte der Tarif noch tadellos. Bei größeren Entfernungen ist allerdings eher "Glück" im Spiel.


Nachweis: congstar Homespot in verschiedenen LTE-Zellen möglich

Bis jetzt sieht es so aus, als ob man den Tarif durchaus in einem Laptop zumindest innerhalb der eigenen Wohngebietes oder Kleinstadt problemlos nutzen könne. Und wo gibt es schon 20 GB mit LTE für 20 € im Telekom 4G-Netz? Wir bleiben dran und beobachten, ob sich die nächsten Wochen etwas ändert.


Speedtest: Wie schnell ist der Tarif in der Praxis?

Nach den ersten Gehversuchen, machten wir uns natürlich daran, die Empfangsbedingungen zu prüfen und mehrere Speedtests durchzuführen. Bei akzeptablen Bedingungen (RSRQ -7 und RSRP -90 dBm), die wohl im Durchschnitt viele Nutzer ohne Antenne derart vorfinden werden, erreichten wir folgende Datenraten. Im Download erzielten die Tests immer Werte knapp unter den maximal möglichen 21 MBit. Im Schnitt 17-19 MBit, um präzise zu sein. Der Upload rangierte auch im Bereich der möglichen 5.7 MBit pro Sekunde. Bei ausreichend gutem Empfang (Empfangs-LED Blau), sind also Geschwindigkeiten möglich, die sich im Bereich eines guten DSL-Anschlusses bewegen.



Auch subjektiv beim surfen im Netz, gab es keine Beanstandungen. Videos, Bilder, Webseiten – alles lädt flott und zügig, wie man es von einem schnellen DSL- oder Kabelanschluss gewohnt ist. Solange der Empfang passt, macht das Internet mit Homespot also richtig Spaß!

Empfangsoptimierung: So holen Sie das Maximum raus

Da der LTE-Cube von congstar über keine Anschlussmöglichkeit zusätzlicher LTE-Antennen verfügt, muss zumindest ein geeigneter Standort im Haus bzw. der Wohnung gefunden werden, welcher ideal ist. Prinzipiell gilt: Immer so hoch wie möglich und fensternah. Mit unserem Tool LTEWatch H lassen sich die Empfangsparameter übrigens in Echtzeit verfolgen, was bei der Positionierung des Routers im Haus ungemein hilfreich ist.

Empfang verbessern mit dem LTE-Cube von constar

Keinesfalls darf der Router zentral untergebracht oder sogar in einem Schrank versteckt werden. Wände und Bebauung allgemein dämpfen die Funksignale, welche von außen kommen. Sollte sich gar kein Standort finden, an dem akzeptable Werte möglich sind, wäre der Wechsel auf einen anderen Router überlegenswert, der externe LTE-Antennen zulässt, wie eine FritzBox 6842 beispielsweise.

Weiterführendes

» hier gehts zu congstar
» mehr über congstar Homespot erfahren
» Ratgeber zur Empfangsverbesserung bei LTE
» LTE Speedtest durchführen



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