Ratgeber zum Upload-Speed bei LTE

Der vernachlässigte Speed-Parameter...


Geht es um die Leistungsfähigkeit von Internetzugängen, steht in erster Linie eine Maßzahl im Vordergrund – die der Downloadrate. Etwas in den Schatten rückt dagegen zu Unrecht, wie wir zeigen werden, nicht selten die sogenannte Uploadrate. Das ist die Geschwindigkeit, mit der Daten über den Breitbandzugang gesendet werden können. In diesem Ratgeber wollen wir einen Überblick zur Thematik und Hilfestellungen bei Problemen mit der Uploadrate bei LTE geben.




Senden vs. Empfangen – warum ist die Datenrate unterschiedlich?

Tarife für private Endkunden sind im Regelfall asymmetrisch – die Transferleistung zum Senden und Empfangen ist also nicht gleich groß. Die folgende Grafik zeigt exemplarisch anhand der LTE-Zuhause-Tarife von Vodafone, wie die Aufteilung der gängigen Tarife zwischen beiden Werten ist.




In der nächsten Grafik haben wir das Verhältnis gängiger LTE-Tarife für Smartphone oder Tabletnutzer am Markt visualisiert. Tarife mit 300 MBit Downstream bieten zum Beispiel bis zu 100 MBit Uploadrate. Liegt das Limit dagegen Down bei 50 MBit, können Kunden mit maximal 10 MBit hochladen.



Wie man schnell erkennt, beträgt das Verhältnis im Beispiel oben immer in etwa 1:5. Doch nicht nur bei Mobilfunk bzw. LTE ist dies der Fall, auch DSL-, Kabel-, und VDSL-Flatrates weisen ähnliche Verhältnisse auf. Für Privatkunden ist dies relativ unproblematisch, da im Regelfall mehr Daten empfangen als gesendet werden müssen. Wer z.B. ganz normal surft oder einen Clip bei Youtube sieht, nimmt nahezu ausschließlich die Empfängerseite in Anspruch. Eine Ausnahme bildet beispielsweise VOIP - hier hält sich das Verhältnis in etwa die Waage. Ein Extrembeispiel, wo praktisch nur der Upload relevant ist, wäre dagegen das Hochladen von Urlaubsfotos zum Server eines Fotolabors oder in die personal Cloud.

Das bedeutet: Wer also häufig größere Dateien senden möchte, wie etwa Filme bei Youtube einstellen oder Backups in die Cloud tätigen, sollte einen Tarif wählen, wo der Uploadspeed nicht zu kurz kommt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, empfehlen wir mindestens 3-5 MBit. Glücklicher Weise profitieren LTE-Nutzer ohnehin von exzellenten Uploadraten weit darüber, von denen teilweise Festnetzkunden nur träumen können.

Beispiel – wie lange dauert es, um …

… eine Datei mit 10 MB (Megabyte) über einen LTE-Anschluss mit X Kbit/s Uploadrate zu senden? Oder sogar 250 MB? Die Werte können Sie in dieser Tabelle entnehmen. Angabe in Sekunden.


Upload-Zeit in Sekunden für X MB je nach Uploadrate:
Megabyte 1 MBit Upload 5 MBit Upload 10 MBit Upload 50 MBit Upload
10 MB 80 Sekunden 16 8 2
50 MB 400 80 40 8
150 MB 1200 240 120 24
250 MB 2000 400 200 40


Während also ein Tarif mit rund 1 MBit maximaler Uploadrate fast 7 Minuten (400 Sek.) zum Senden von 50 MB benötigt, geht dieselbe Aufgabe mit 10 MBit/s (50 MBit Downloadrate) in nur 40 Sekunden von statten. 50 MB entsprechen in etwa 5 HiRes-Bildern einer Digitalkamera oder 10 MP3-Dateien mit guter Qualität. Zu beachten ist jedoch, dass hier modellhaft eine konstante Upload-Übertragungsrate angenommen wird. In der Realität kann diese natürlich schwanken und unter dem Wert liegen, die Ihr Vertrag vorgibt. Dazu aber später mehr.


Probleme mit der Uploadrate bei LTE?

Nicht selten berichten User in unserem Forum von zu geringen Datenraten, die in einem Speedtest ermittelt wurden. Dabei gibt es zwei häufige Effekte – entweder sind a) Down- und Upload deutlich zu gering oder b) nur einer der beiden Werte steht in einem krassen Missverhältnis zur gebuchten Geschwindigkeit.

Fall a) Hier hat wahrscheinlich die sogenannte Drosselung zugeschlagen. Überschreitet der Nutzer innerhalb eines Monats das vom Vertrag zugesicherte Highspeedvolumen (auch Inklusivvolumen), wird bis zum nächsten Monat die Geschwindigkeit „gedrosselt“. Bei Zuhause-Tarifen meist auf 384 KBit im Download und 64 KBit für den Upload. Einzige Ausnahme sind die Hybrid-Tarife der Telekom, welche ohne Drossel (weder Up- noch Downspeed) auskommen.

Smartphone-Tarife und mobile Surftarife allgemein, werden dagegen in der Regel auf 32 oder 64 KBit gedrosselt, der Upstream liegt sogar nochmals deutlich darunter. O2-Free-Kunden freuen sich dagegen auf ein "weiches landing" - hier stehen immerhin noch 1 MBit zur Verfügung. Dennoch: Da die Drossel vertraglich praktisch überall festgeschrieben ist, hilft hier leider jeweils nur „sparen“, Datensnacks nachbuchen oder den Tarif upgraden.

Mit steigender Entfernung gehen auch die Werte in den "Keller"

Liegen Ihre Messwerte dagegen deutlich über 400 KBit/s, aber weit unter der gebuchten Datenrate, ist eine andere Ursache weit wahrscheinlicher. Hinter LTE steckt ja eine Funktechnik – je weiter sich der Sendemast von Ihnen entfernt befindet und je mehr Hindernisse dazwischen, desto schlechter prinzipiell der zu erwartende Empfang. Spätestens wenn Distanzen über 6 Kilometer überbrückt werden müssen, sind Maßnahmen angesagt. Wunder wirken hier in nahezu allen Fällen spezielle LTE-Antennen. Fachmännisch installiert und verkabelt, sind sogar Datenraten leicht über der gebuchten Geschwindigkeit möglich.


Fall b) Dieses „Phänomen“ wird nicht selten geäußert. Eine „einzige“ Ursache scheint es hier allerdings nicht zu geben. In manchen Fällen lag es an einer Netzstörung des Providers, die durch Modifikationen am Sendemast behoben werden konnten. Mitunter kommt aber auch das eigene Netzwerk oder der PC als Ursache in Frage. Sehr oft ist der Virenscanner der „Übeltäter“. Versuchen Sie diesen probehalber mal zu deaktivieren und testen erneut. Mehr dazu hier. Unter Umständen kann aber auch in diesem Fall eine Antenne helfen, wie im vorhergehenden Abschnitt angedeutet.

Vorsicht Falle: MB ≠ MBit

Nicht selten erhalten wir Emails mit aufgebrachten Kunden, dass die Uploadrate bzw. der Download viel zu langsam sei. Denn der Browser beim Download zeigt nur 2,6 MB/s an, man habe aber einen VF-Tarif mit 21,6… Der vermeintliche „Fehler“ ist tatsächlich dann nur ein Interpretations-Missverständnis in Hinblick auf die Einheiten. Viele verwechseln stetig MB/s (Megabyte pro Sekunde) und MBit/s (Megabit pro Sekunde). Zur Umrechnung muss man lediglich MBit/s durch 8 teilen und erhält MB/s. Ein Anschluss mit 21,6 MBit/s, kann also im Idealfall 2,7 Megabyte je Sekunde laden.


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