Der große LTE-Kabel Ratgeber

Wie LTE-Zuhause Kunden das ideale Antennenkabel finden


Seit der Einführung von LTE vor 7 Jahren, spielt die Mobilfunktechnik eine nicht unerhebliche Rolle als DSL-Alternative im ländlichen Raum. Wer LTE für Zuhause nutzt, setzt in der Regel auch externe LTE-Antennen zur Empfangsoptimierung ein. Für den Anschluss zum Router benötigt man jedoch spezielle Antennenkabel (Koaxial). Spätestens dann stellt sich aber die Frage, welche Kabel sind die besten? Wie wir sehen werden, ist die Antwort darauf nicht ganz so trivial, wie man meinen könnte. Im folgenden Ratgeber helfen wir daher bei der Auswahl des passenden Kabels, zeigen was beachtet werden muss und wo man diese letztendlich günstig bestellen kann.

Das „beste“ Kabel gibt es nicht …

… zumindest nicht unisono für jedes Einsatzszenario. Wie auch bei der Auswahl der LTE-Antenne, gilt nicht unbedingt die Formel „größer und teurer = besser“. Bei der Kaufentscheidung für das Antennenkabel spielen gleich mehrere Faktoren eine gewichtige Rolle – der Preis ist nur einer. Das bedeutet letztendlich, dass je nach Einsatzzweck, Geldbeutel und örtlichen Gegebenheiten jeweils eine Gruppe von Anschlusskabeln ideal ist – eben zugeschnitten auf die persönlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen. Auch spielen gesetzliche Rahmenwerte eine Rolle. All das zeigen wir in den nächsten Abschnitten.

1) Drei Parameter für Antennen-Anschlusskabel wichtig

Beim Kauf muss der Kunde, neben dem Preis, insgesamt drei wichtige Faktoren in den Entscheidungsprozess einbeziehen. Zum einen die benötigte Länge, die Dämpfungseigenschaften (samt genutzter Empfangsfrequenz) und die mechanischen Eigenschaften des Kabels selbst. Zwischen all diesen besteht zudem eine Trade-Off Situation. Also zum Beispiel: Je kürzer das Kabel, desto geringer die Dämpfung, aber desto schwieriger wahrscheinlich die Standortwahl der Antenne. Je höher der Preis, desto niedriger tendenziell der resultierende Dämpfungsverlust. Dafür aber auch ein höherer Querschnitt, so dass der Biegeradius steigt. Und so weiter... Sehen wir uns zunächst an, was das im Einzelnen bedeutet.

Infografik LTE-Antennenkabel Faktoren

1.1 Länge
Das Dach oder zumindest eines der oberen Fenster, ist in der Regel der beste Ort für die Installation einer externen LTE-Außenantenne. Damit steigt aber meist gleichzeitig auch die Distanz bis zum Router, welche überbrückt werden muss. Kabellängen von 5 – 10 Meter sind daher selten die Ausnahme. Prinzipiell sollte man bei der Wahl des Aufstellortes darauf achten, dass die nötige Länge so kurz wie möglich gehalten wird und auf jeden Fall unter 15 Meter liegt. Denn mit jedem Meter erhöht sich aber auch die sogenannte (Signal-) Dämpfung. Falls sich Wege von 15-25 Meter nicht vermeiden lassen, sollten zumindest Hochleistungs- bzw. Low-Loss Kabel eingesetzt werden, z.B. das Exoflex 10. Siehe auch Punkt 3.5 und „FAQ“.

1.2 Physikalische Faktoren (Dämpfung & Frequenz)

Die Signaldämpfung ist eine physikalische Eigenschaft metallischer Leiter und somit auch der von Koaxialkabeln. Dabei wird der Effekt der Dämpfung in [dB] pro Meter angegeben. Vereinfacht gesagt, wird der erzielte und teuer eingekaufte Antennengewinn, z.B. 10 dB, mit fortlaufender Kabellänge wieder aufgefressen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt wiederum von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel der Frequenz, auf der man LTE empfängt. Im ländlichen Raum ist ein Band um 800 MHz (LTE800), am weitesten verbreitet. Funkt das Signal hingegen auf 1800 MHz, steigt die Signaldämpfung im gleichen Kabel deutlich an. Bei der Angabe der Dämpfungswerte muss man also hinterfragen, für welches Nutz-Band diese angegeben sind. Für wen das Thema LTE-Frequenzen neu ist und wer nicht weiß, auf welchem Band sein Anbieter funkt, findet hier alles Wichtige zum Thema. Spezifische Werte finden Sie auch in der Vergleichs-Tabelle weiter unten.

Einfluss auf die Dämpfung hat aber auch die Qualität bzw. der Aufbau des Kabels. Je kleiner der Querschnitt des Innenleiters im Koax-Kabel, je schlechter Material und Schirmung, desto ungünstiger fallen auch die Dämpfungseigenschaften aus – sprich, man verliert pro Meter mehr Antennengewinn. Teurere Kabel bieten dagegen eine doppelte Abschirmung (gute Schirmdämpfung) und hochwertige Materialien - sowohl beim Leiter als auch beim Dielektrikum und Abschirmgeflecht. Dadurch werden niedrigere Dämpfungen pro Meter erzielt.

1.3 Mechanik (Biegeradius)

Exkurs Dielektrikum: Wie wir im nächsten Abschnitt zum "Aufbau“ noch sehen, handelt es sich hier um einen Kunststoff-Isolator. Das perfekte Dielektrikum wäre Luft, das lässt sich aber verständlicher Weise sehr schlecht in einem Kabel umsetzen. Also nimmt man Schaumstoff (z.B. PVC) mit Lufteinschlüssen als Ersatz. Nun ist aber das Problem: Je mehr Luft in den Schaumstoff gepumpt wird, desto labiler wird er und desto größer muss prinzipiell der Biegeradius sein, um diesen nicht zu zerquetschen. Weniger Luft bedeutet ein stabileres Kabel, dafür aber eine schlechtere HF-Performance. Oder aber man entwickelt neue Schaumstoffe, die trotz mehr Lufteinschlüssen formstabil bleiben. Dann wird das Kabel aber auch wieder deutlich teurer. Also quasi ein Teufelskreis...
Je aufwändiger die Abschirmung eines Kabel und je dicker der Innenleiter, desto größer fällt logischer Weise auch der Gesamt-Querschnitt bzw. Durchmesser aus. Wie sich jeder leicht vorstellen kann, sinkt damit auch die Flexibilität. In der Praxis bedeutet das, dass sich die Antennenkabel schlechter biegen lassen. Im Fachdeutsch spricht man vom sogenannten „Biegeradius“. Gemeint ist damit die Strecke die man für eine 90° Drehung beim Verlegen einplanen muss ohne das Kabel zu beschädigen. Unterschreitet man den vom Hersteller vorgegeben Wert, kann es im schlimmsten Fall zu einem permanenten Kurzschluss zwischen Innenleiter und Dielektrikum kommen. Letzteres wird schlichtweg zerquetscht, wenn man das Kabel zu scharf um die Ecke legt. Stichwort: Biegeverkürzung, gestreckte und gestauchte Längen.  Die neutrale Faser ist quasi der (harte) Innenleiter und das (weiche) Dielektrikum wird an der Innenseite gestaucht bzw. auf der Außenseite gestreckt. und bei einer zu harten Biegung hat das Dielektrikum keine Chance gegen den Innenleiter. Im besten Fall stimmt an dieser Knickstelle dann *nur* die Impedanz nicht mehr, im schlimmsten Fall schneidet sich der Innenleiter einfach durch und hat dann direkten Kontakt zum Kabelschirm.

Das "Aircom Plus" beispielsweise, weist einen Biegeradius von 5,50 cm auf, während ein einfaches RG174 mit nur 15 mm auskommt. Siehe auch Tabelle unten. Bedenken Sie also im Zuge der Bestellung diesen Faktor mit, um später bei der Installation keine bösen Überraschungen zu erleben. Zwar könnte man im Notfall ein Winkelstück dazwischen schalten, was aber wieder mit Kosten und einem nicht unerheblichen Dämpfungsverlust einhergeht.

Übrigens: Bei vielen Kabeltypen besteht daher der Innenleiter auch nicht aus einem einzigen Strang, sondern aus vielen Einzelsträngen - man sagt auch "Litze". Dadurch erhöht sich die Biegsamkeit erheblich. Die folgende Abbildung zeigt auch eine Variante mit Litze als Innenleit-Medium.

2) Aufbau der LTE-Koaxialkabel

Aufbau 4G Antennenkabel
Werfen wir zunächst noch einen Blick ins Innere eines typischen LTE-Antennenkabels. Wie auf dem Bild rechts zu erkennen, besteht dieses aus 4-5 Komponenten. Ganz im inneren beginnt der Aufbau mit dem Innenleiter. Dieser besteht oft aus hochwertigem Kupfer – entweder in Form eines einzelnen Drahtest (schlechte Biegeeigenschaften) oder aus vielen winzigen Drähten (Litze). Je nach Typ schwankt auch der Querschnitt dieses Innenleiters. Es folgt ein Isolator (Dielektrikum), welches optisch wie ein weißer Plastikmantel ausschaut. Tatsächlich handelt es sich dabei meist um (geschäumtes) polymerisiertes Polyethylen. Darüber liegt das sogenannte Schirmgeflecht, welches aus einem Drahtgeflecht und oder einer Folie bestehen kann. Doppelt geschirmte Kabel weisen gleich zwei dieser Schichten auf und sind so besser vor störenden elektromagnetischen Außeneinflüssen gesichert, was sich abermals in besseren Dämpfungswerten widerspiegelt. Zum Schluss folgt ein Schutzaußenmantel, der zumeist schwarz ist und aus PVC besteht. Einige haben sogar einen integrierten UV-Schutz und sollen so im Außeneinsatz besonders langlebig sein.


Beispiel eines echten Kabels: Hier Aircell 7

3) Ihr Weg zum idealen LTE Kabel

Wir sehen also schon, es bedarf einiger Vorüberlegungen. Und das leider nicht nur aus ökonomischen und physikalischen Gesichtspunkten. Leider gibt es auch juristische Reglementierungen, die man beim Aufbau einer LTE-Anlage beachten muss. Denn wer sein Kabel falsch wählt, schießt unter Umständen übers Ziel hinaus und kommt mit dem Gesetz in Konflikt!

3.1 Gesetzliche Bestimmungen beachten

LTE-Zugänge sind verständlicher Weise darauf ausgerichtet, Daten zu empfangen und zu senden. Jeder Kunde betreibt also bildlich gesprochen auch eine Sendeanlage. Dafür gelten in Deutschland strenge Richtlinien. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) legt fest, dass die Abstrahlleistung (EIRP) bei LTE800 und LTE1800 nicht mehr als 25 dBm betragen darf [Quelle Seite 158 ff.]. Dabei sind schon 2 dB als Puffer eingerechnet. Diese Schranke ist prinzipiell nötig, um Störeinflüsse auf benachbarte Dienste, z.B. DVB-T, nach Möglichkeit auszuschließen. Bei einem Verstoß drohen hohe Geldstrafen für diese Ordnungswidrigkeit. Daher kann es unter Umständen sogar sinnvoll sein, nicht die beste Kabelqualität zu kaufen bzw. Varianten mit schlechterer Dämpfung. Doch wie bestimmt man seine Sendeleistung bzw. wie kann man prüfen, ob die geplante Anlage den Regelungen genügt, also der EIRP unter 25 dBm liegt?

3.2 Berechnung des EIRP

Der EIRP (Effektive Isotrope abgestrahlte Sendeleistung) Ihrer LTE-Anlage ist relativ einfach zu berechnen. Der Wert bestimmt sich aus der Summe der Sendeleistung des Endgerätes (Router) und dem Antennengewinn, vermindert um die Kabeldämpfung.

EIRP [dBm] = Ausgangsleistung [dBm] + Antennengewinn [dBi] – Verlust d. Kabel [dB]

Leider geben die wenigsten Router-Hersteller den Wert für die Sendeleistung an (obwohl sie es eigentlich müssten), so dass man im Zweifel mit dem Grenzwert von 23 dBm arbeiten sollte. Da der Antennengewinn ein beliebtes Marketing- und Verkaufsargument ist, findet sich dieser Wert hingegen  auf praktisch jeder Antenne verzeichnet. Vorsicht ist allerdings bei einigen dubiosen Anbietern angesagt, die Mond-Werte jenseits der 16 dBm versprechen. Diese Angaben halten in der Regel nicht einmal annähernd in der Praxis stand. Doch das nur am Rande – wer noch eine passsende Antenne sucht, dem empfehlen wir diesen Ratgeber. Alle wichtigen Werte für die gängigsten Antennenkabel, sind in der Vergleichstabelle weiter unten verzeichnet.

3.3 Tool: Sendeleistungsrechner

Rechnen ist nicht jedermanns Sache. Daher haben wir für Sie ein kleines Helferlein programmiert. Mit dem Sendeleistungsrechner spielen Sie beliebige Konfigurationen mühelos durch und können mit verschiedenen Längen ganz einfach bestimmen, ob die Grenzwerte eingehalten werden. Dabei lassen sich auch verschiedene Kabeltypen und Distanzen testen!

3.4 Rechenbeispiele aus der Praxis

Aus der oben genannten Formel folgt z.B. direkt, dass für einen empfangsverbessernden Effekt der Antennengewinn mindestens die Verluste des Kabels ausgleichen muss - das macht auch Sinn, da sonst die Existenzberechtigung der Antenne ziemlich obsolet wäre. Erst wenn die Differenz positiv ist kann eine Verbesserung auftreten.

Ein gängiges Beispiel: Die Sendeleistung des Routers beträgt +20 dBm. Es kommen 10 Meter RG58 Kabel zum Einsatz, so dass die Dämpfung bei 800 MHz ungefähr 4,8 bis 5 dB beträgt. Nehmen wir an, die Antenne liefert einen Gewinn von 5 dB. Dann entspricht die Abstrahlleistung praktisch der Sendeleistung des Routers und unser Gesamtgewinn ist faktisch 0.

EIRP = 20 dBm – 4,8 dB + 5 dBi = 20,2 dBm


Setzen wir nun eine bessere Antenne ein, mit sagen wir +10 dBi Gewinn, dann sähe die Lage schon vorteilhafter aus.


EIRP = 20 dBm – 4,8 dB + 10 dBi = 25,2 dBm


Das bedeutet aber auch, dass wir haarscharf über dem Grenzwert sind. Sicher würde eine Prüfung hier ein Auge zudrücken, aber wir wollen uns ja an die Vorgaben halten :-) Möglich wäre nun, das Kabel einfach 1 Meter länger zu bestellen oder ein anderes einzusetzen mit höherer Dämpfung.

Hier wird auch ersichtlich, warum das beste Kabel mit der geringsten Dämpfung nicht immer ideal sein muss! Kabel mit guten Dämpfungswerten sind daher gerade bei großen Distanzen wichtig.

3.5 Gängige, populäre Kabel-Typen und deren Eigenschaften im Vergleich
So, nachdem wir die ganze Zeit nur imaginär über Kabel und einige Beispiele gesprochen haben, wollen wir nun die gängigsten vorstellen, die der Markt zu bieten hat. Von der einfachen Meterware bis hin zur High-End "Low Loss" Variante. Die Tabelle gibt die ungefähren Dämpfungswerte je 100 Meter und je nach Frequenz an. Zudem finden Sie für jedes Exemplar noch das entsprechende, ausführliche Datenblatt.

LTE-Kabel Vergleich:

Kabeltyp Außen-Ø Hersteller
Dämpfung bei (dB/100m) bei
B-Radius
Datenblatt
800 MHz 1800 MHz 2600 MHz
RG 174 2,80 mm TKD 90 dB 115 dB 187 dB 15 mm
RG 316 2,50 mm Huber+Suhner 80 dB 121 dB 150 dB 15 mm
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FTS-H 100 2,70 mm FTS-Hennig 65 dB 90 dB 145 dB 15 mm
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RG 58 4,85 mm TKD 48 dB 82 dB 100 dB 25 mm
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RG 223 5,40 mm Huber+Suhner 40 dB 64 dB 80 dB 30 mm
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FTS-H 200 5,00 mm FTS-Hennig 30 dB 47 dB 56 dB 25 mm
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CLF 200 4,95 mm Changhong 30 dB 46 dB 56 dB 25mm
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Aircell 5 5,00 mm SSB 28 dB 43 dB 51 dB 25 mm
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Microcell 5+ 5,40 mm Mircrocell 28 dB 42 dB 50 dB 35 mm
-
H 155 5,40 mm Belden 26 dB 41 dB 51 dB 35 mm
zum Datenblatt
WL 240 5,40 mm Biokal 26 dB 40 dB 49 dB 30 mm
RF 240 6,10 mm Norden 22 dB 36 dB 43 dB 20 mm
zur PDF
RG 213 10,30 mm TKD 21 dB 34 dB 42 dB 50 mm
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Aircell 7 7,30 mm SSB 19 dB 30 dB 37 dB 25 mm
Datenblatt des Aircell 7 ansehen
ECO Flex 10 10,20 mm SSB 13 dB 20 dB 24 dB 40 mm
zur PDF
Aircom Plus 10,30 mm SSB 12 dB 19 dB 23 dB 55 mm
zum Datenblatt
ECO Flex 15 14,60 mm SSB 9 dB 14 dB 17 dB 70 mm
Datenblatt ansehen

Vier verschiedene Praxisbeispiele

Das Bild zeigt exemplarisch 4 verschiedene Kabel  aus der oberen Tabelle. Zu sehen sind von links nach rechts das ECO Flex 15 (1), das RG 316 (2), H155 (3) und das Aircell 7 (4). Besonders gut ersichtlich ist dabei, wie stark die Querschnitte sich unterschieden. Das Ecoflex 15 gleicht dabei einem Starkstromkabel und hat einen enormen Biegeradius, während das R316 sich fast so spielend leicht händeln lässt, wie ein Kopfhörerkabel.

Profi-Praxistipp:

Grundsätzlich werden viele sicher zu besonders hochwertigen und teuren Kabeln neigen. Die Praxis zeigt jedoch, dass es im Regelfall kaum etwas bring, für wenige Zehntel Dämpfung einen nicht unerheblichen Preisaufschlag zu zahlen. Außerdem wird ein entscheidender Punkt oft vergessen. Der Kabelpreis ist nur eine Komponente für das fertige Endprodukt – es fehlen ja noch die Stecker (siehe unten). Für ein höherwertiges Kabel, sind die passenden Steckverbindungen im Schnitt um 50 bis 100 Prozent teurer, zumindest wenn man die „richtig Guten“ haben will. Mit Billig-Steckverbindern, macht man sich leider ganz schnell die gute Performance des Kabels wieder zunichte...

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Daher führt der ideale Mittelweg im Praxisalltag meistens über „Standard-Kabel“, zum Beispiel einem H155 oder RF 240. Die weisen gute HF-Eigenschaften auf und sind sowohl von den Kabelpreisen, als auch von den Steckverbindungen noch absolut bezahlbar. Vor allem weil exemplarisch bei 10 Meter Kabellänge der Dämpfungsunterschied zwischen beiden Kabeln noch kleiner ist, als die Messungenauigkeit der Router-Empfangspegel-Anzeige. Wahrscheinlich würde der User den Unterschied nicht einmal direkt mit seinem Equipment messen können.


Die Tabelle rechts zeigt exemplarisch anhand eines RF240-Kabels Praxisempfehlungen für Kabellängen und nötigem Antennengewinn. Und zwar in Abhängigkeit von den Empfangsbedingungen vor Ort - also z.B. der Entfernung zum Mast und der Topographie. Einmal für LTE800 und LTE1800/2600. Beispiel: Die Entfernung zum Sendemast beträgt 8 Kilometer und es herrschen eingeschränkte Sichtbedingungen zu diesem (z.B. Wald dazwischen). Dann sollte die Antenne gut 10-12 dBi bringen und das Kabel 10-15 Meter lang sein. [Danke an Thomas B.]

3.6 Hintergrundwissen | Dämpfung von HF-Leitungen

Die Dämpfung einer HF-Leitung ist, im Gegensatz zum Wellenwiederstand, frequenz- und längenabhängig und steigt mit wachsender Frequenz und Kabellänge. Sind Kabel mit ihrem Wellenwiederstand abgeschlossen, werden die Verluste durch den Längswiederstand und den Verlustwinkel des verwendeten Isoliermaterials bestimmt. Der frequenzabhängige Längswiederstand lässt sich für die üblichen Leitungsabmessungen mit Kupferleitern durch folgende Näherungsformel errechnen:

R in Ω/Km, f in MHz, d – Durchmesser des Leiters in cm


Der gesamte Längswiederstand ergibt sich durch Addition des Hin- und Rückleiterwiederstandes. Handelt es sich bei den Leitern nicht um glatte Drähte, so erhöht sich bei Litzenleitern (mehrere einzelne Drähte) der Weiderstand in etwa um ¼. Bei den üblichen Geflechten von Koaxialaußenleitern ist mit dem 2-3fachen Wiederstand zu rechnen. Die Datenblätter der Hersteller geben die Dämpfung für eine Reihe von Messfrequenzen meist in Dezibel je 100 Meter (dB/100m) an. So wie wir es oben in der Vergleichstabelle auch gehandhabt haben.

3.7 Wo kann ich die bestellen?

Am besten einfach im Internet, da sich kaum Fachgeschäfte nur auf das Thema spezialisiert haben. Zudem findet man hier in der Regel die besten Preise. Aus Erfahrung und weiterer Recherche, können wir speziell drei Händler und Onlineshops für die Bestellung von LTE-Kabeln und Zubehör empfehlen. Zum einen wäre da der Shop von conrad.de zu nennen und dürfte den meisten wohl ein Begriff sein. Unter mauritz.de findet sich ein sehr übersichtlicher Shop mit großem Angebot und exzellenten Preisen. Praktisch unser Geheimtipp! Auch empfehlenswert ist www.fts-hennig.de. Der Betreiber hat sich speziell auf Antennen & Zubehör spezialisiert und punktet mit guter Beratung.


3.7 Stets fertige LTE-Antennenkabel kaufen!
Krimpzange

Kabel-Krimpzange

Wer die Preise vergleicht, wird schnell feststellen, dass lose Kabel um einiges günstiger sind als solche, die mit Steckern schon fertig gekrimpt bzw. konfektioniert worden. Wir empfehlen dennoch dringend, ein paar Euro mehr auszugeben und fertige Kabel mit passenden Steckern zu kaufen - es sei denn, Sie besitzen genug Erfahrung und Expertise im Umgang damit. Denn während bei Koaxkabel fürs Fernsehen kleine handwerkliche Fehler kaum auffallen, macht ein unsachgemäß gekrimptes Kabel für Mobilfunk ein Großteil des Antennengewinns wieder zunichte. Was kostet das fix und fertig? Nun als Richtwert kann man sagen, dass 5 Meter fertig konfektioniert (mit Steckern) und in mittlerer Qualität ungefähr 20-30 Euro kosten. Hochwertige Varianten, wie die Aircell 7 oder Ecoflex 10, rangieren schon mal im Bereich von 40-50 € für die gleiche Länge. Qualität hat leider auch hier ihren Preis, der sich aber bezahlt machen kann.

3.8 Steckverbindungen | Typen und Einsatz

Bisher haben wir nur über die physikalische Verbindung gesprochen. Doch natürlich braucht es an den jeweiligen Kabelenden noch passende Stecker. Router, wie die LTE-Fritzboxen, werden für gewöhnlich mit einem SMA-Stecker (2) verbunden. Antennenseitig sind bei LTE dagegen sogenannte BNC-Stecker (3) gängig. Da die meisten Kabeltypen der Hersteller (siehe Tabelle oben) unterschiedliche Querschnitte aufweisen, passt auch nicht jeder Stecker zu jedem Kabel. Wer also die Teile einzeln kaufen und selber krimpen möchte (nicht empfohlen), muss drauf aufpassen, dass der „Deckel auch zum Topf passt“.

Steckerarten in der Übersicht

Zudem existieren noch weitere Stecker-Arten, die aber eher bei kleineren Antennen typisch sind. Etwa zur Empfangsverbesserung für Mini-Hotspot-Router oder LTE-Sticks. Hier zu nennen sind TS-9 (4) und CRC-9 Stecker (1). » alles rund um Antennen-Stecker, Buchsen und Adapter


Tipp:

Wer eine LTE!FritBox oder ein Huawei-Router nutzt, kann mit unserem Tool "LTEWatch" alle wichtigen Empfangsparameter bequem auslesen und deren Verlauf genau beobachten. Das kostenlose Programm eignet sich somit ideal für die Ausrichtung Ihrer Antenne!



4) Sonstige Typen, die für Ihre Anlage nützlich sein können

Neben den bisher besprochenen Anschlusskabeln, gibt es noch weitere Typen, die zur Etablierung einer Empfangsanlage nützlich sein können. Zu nennen sind hier Verlängerungen und Fensterdurchführungen:

4.1 Verlängerungen / Verlängerungskabel: Prinzipiell sollte die Verbindung ohne Unterbrechung von der Antenne zum Router führen. Kabelverlängerungen bieten zwar eine kostengünstige und schnelle Lösung, falls etwa die Position geändert werden soll und sich dadurch die Wegstrecke erhöht. Gleichzeitig steigt aber auch die Dämpfung. Wer diese dennoch installieren möchte, benötigt ein sogenanntes „Verlängerungskabel SMA“. SMA ist der Steckertypus, der am Router die Leitung terminiert. Die andere Seite der Verlängerung braucht dementsprechend ein SMA-Gegenstück (SMA-Buchse).

4.2 Fensterdurchführung: Wer eine SAT-TV Anlage hat, kennt wahrscheinlich das Problem. Das relativ dicke Koaxkabel muss schließlich von außen ins Haus geführt werden, was ohne durchbohren der Wand kaum möglich ist. Sogenannte Fensterdurchführungen bieten eine Lösung auch ohne diese Maßnahme. Das Kabel ist für die Überbrückung außen->innen dünner bzw. im Idealfall abgeflacht und lässt sich so durchs Fenster führen. Natürlich ohne dass dieses in der Schließfunktion beeinträchtigt und das Kabel durch Quetschung beschädigt wird. Aber: Der Preis für diesen Komfort ist wiederum eine etwas höhere Signaldämpfung, da durch den geringeren Querschnitt, der wie ein Flaschenhals wirkt, wieder "Gewinn" verloren geht - die Dämpfung steigt also auch hier. Bei der Länge sollten möglichst 30-40cm nicht überschritten werden.


FAQ - Häufige Fragen:

In unserem Forum gibt es seit jeher Fragen, welche nahezu immer im Zusammenhang mit der Installation auftauchen. Folgend finden Sie die Antworten kurz und knapp.

Hochwertiges Kabel wichtiger als gute LTE-Antenne?

Nein. Denn einen marginalen Antennengewinn kann auch ein Super-Kabel nicht mehr kompensieren. Vielmehr ist das ideale Zusammenspiel beider Komponenten wichtig. Ein „gutes“ Kabel ist leicht verlegbar, nicht zu teuer und dämpft beim Kunden nur so viel, dass die Sendeleistung der Anlage sich im Bereich des Grenzwertes bewegt. Siehe auch Unterpunkt 3 ff.

Was sind „Low Loss“ Kabel und was bringen diese?
Low Loss ist ein Marketingbegriff der andeuten soll, dass es sich hierbei um ein besonders hochwertiges Antennenanschlusskabel handelt und pro Meter das Signal nur wenig dämpft. Zum Beispiel das Ecoflex 10. Erreicht wird das durch den Einsatz hochwertiger Materialien und eine gute Abschirmung.

Wieviel Ohm Ω haben die LTE-Kabel?
Generell weisen diese eine Impedanz von 50 Ω aus.

Noch Fragen oder Probleme?

Im Forum finden wir sicher auch für Ihr Problem eine Lösung! Schauen Sie doch mal rein! Wir freuen uns auf jeden Besuch!


Nützliches zum Thema

» LTE-Empfang verbessern - der große Ratgeber
» Faktoren die den Empfang beeinflussen
» Wie schnell ist LTE eigentlich?
» passende LTE-Router zum Vertrag




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