Erfahrungsbericht: OnePlus 2

Ist es wirklich "Der Flagship-Killer 2016"?


Das OnePlus 2 bietet ein scheinbar unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Einen Snapdragon 810 Octa-Core, inklusive LTE CAT6 und 4 GB RAM, gibt es hier für unter 400 Euro. Es ist zwar durch das Einladungssystem nicht einfach, an das Smartphone zu kommen, wir konnten es aber dennoch ausprobieren. Wir erhielten das OnePlus 2 leihweise für ein paar Tage zur Verfügung gestellt. Da die Eindrücke nicht für einen Test reichen, haben wir uns für einen Erfahrungsbericht entschieden. Im nachfolgenden Artikel zeigen wir auf, ob man tatsächlich ein Schnäppchen macht.

Der erste Eindruck und Verarbeitung

OnePlus 2
Die Verpackung des OnePlus 2 fällt direkt ins Auge, da hier ein leuchtendes Rot verwendet wurde. Ansonsten wurde die Kartonage aber nicht mit Illustrationen und Hinweisen überfrachtet, lediglich den Namen des Smartphones und das Logo des Konzerns sind in weißer Schrift erkennbar. Das Innenleben samt dem Umschlag für die Schnellanleitung kommt ebenfalls in Rot daher, was auch für das Zubehör gilt. Erschlagen wird man aber nicht vom Lieferumfang, denn außer einem Micro-USB-Kabel (USB Type-C) und einem Netzteil ist die Box leer. Kopfhörer gibt es leider nicht. Dafür aber eine von Haus aus angebrachte Displayschutzfolie.

Das Design des OnePlus 2 erinnert einen, zumindest bei der Vorderseite, unweigerlich an Samsung. Das kommt vornehmlich durch den ovalen Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor. Vorne schützt ein hochwertiges Gorilla Glass die Front, an den Seiten setzt der Hersteller auf Aluminium. Doch während Samsung seine Rückseite des Galaxy S6 gläsern gestaltet und HTC sogar auf Metall setzt, bleibt es beim OnePlus 2 hinten bei Plastik. Trotzdem gibt es natürlich auch hier Qualitätsunterschiede. Der verwendete Kunststoff fühlt sich griffig an und gibt keine Störgeräusche von sich.

Das chinesische Unternehmen hat sich aufgrund der Personalisierung gegen eine Unibody-Hülle entschieden. Durch die StyleSwap genannten Cover können nämlich Rückseiten aus verschiedenen Materialien verwendet werden. So bestehen die separaten Akkudeckel beispielsweise aus Kevlar oder Bambus. Die restliche Gestaltung ist von gängigen Smartphones bekannt. Rechts gibt es die Lautstärkewippe und den An-/Ausschalter, hinten die Hauptkamera samt Dual-LED-Blitz und Laser-Autofokus.

Ein Novum ist hingegen der unten angebrachte USB-Anschluss. Dieser kommt im neuen Type-C-Format daher. Das bringt den Vorteil, dass man das Kabel in zwei Richtungen einstecken kann und nicht mehr darauf achten muss, welche Seite des Steckers nun nach oben gehört. Im Alltag hat sich diese Methode tatsächlich als Mehrwert herausgestellt. Vor allem nach dem Aufstehen im Halbschlaf stochert man nicht mehr auf gut Glück herum, wenn das Handy an die Steckdose möchte.

Technik und Mobilfunk im Check

Die Spezifikationen des OnePlus 2 lesen sich in jederlei Hinsicht vielversprechend. So kommt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display (1.920 x 1.200 Pixel) zum Einsatz und als Motor dient der Snapdragon 810. Wirklich vertraut hat der Hersteller diesem Chipsatz aber scheinbar nicht, denn zum einen kommt eine neue Revision zum Einsatz, zum anderen ist das Gehäuse für eine bessere Wärmeabfuhr konstruiert und dann ist noch der Takt des Prozessors gesenkt. Somit wurde der Snapdragon 810 von 2 Gigahertz auf 1,8 Gigahertz beschnitten. Das bedeutet zwar, dass die Smartphone-CPU um zehn Prozent ausgebremst wird, dafür gibt es aber keine übermäßigen Hitzeprobleme.

Der Bildschirm des OnePlus 2 leistet zum Großteil gute Arbeit. Lediglich die Ablesbarkeit in der Sonne ist nicht ganz auf dem Niveau der Konkurrenz. Das Smartphone kann auf üppige 4 GB RAM zurückgreifen, wodurch auch aufwändiges Multitasking ermöglicht wird. Der interne Speicher beläuft sich auf wahlweise 16 GB (339 Euro) oder 64 GB (399 Euro) und lässt sich leider nicht erweitern. Ein 3.300 mAh umfassender Akku soll das Android-5.1-Mobilgerät möglichst lange am Leben halten. Mobiles Breitbandinternet wird bis zu LTE CAT6 (maximal 300 Mbit/s) gewährleistet, auch wenn theoretisch LTE CAT9 (maximal 450 Mbit/s) machbar wäre.

Das Smartphone verfügt derzeit nicht über VoLTE. Man arbeite aber intensiv daran. Laut einem Mitarbeiter ist es schwer, diese Funktion umzusetzen. Ab wann VoLTE bei zukünftigen Gerätegenerationen zur Verfügung stehen wird, ist derzeit nicht bekannt.

Mobilitätseigenschaften

Hier scheint die chinesische Firma beinahe an alles gedacht zu haben. Das Modem des Snapdragon 810 kann, einen passenden Datenvertrag vorausgesetzt, bis zu 300 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload bieten. Unser Netzbetreiber (O2) wartet leider noch nicht mit der maximalen Geschwindigkeit auf, die Bandbreite im LTE-Empfangsbereich war aber dennoch zufriedenstellend. Verbindungsbrüche gab es ebenfalls keine, der Chipsatz leistet also gute Arbeit. Bei der WLAN-Verbindung zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Router wurde anstandslos gefunden und die Surfgeschwindigkeit war durchwegs auf hohem Niveau. Ein Manko hat das OnePlus 2 jedoch, denn es fehlt ein NFC-Modul. Der Hersteller teilte mit, dass man diesen Standard weggelassen hat, weil die Kunden im Vorgänger kaum davon Gebrauch gemacht hatten. Da aber Bezahlmethoden via Smartphone langsam zum Trend werden, ist diese Entwicklung dennoch etwas schade.

Akku im Check

An dieser Stelle ein Danke an den Konzern, weil er nicht beim Auflösungswahn der Konkurrenz mitmacht. Zwar wäre eine 2K-Pixeldichte beim OnePlus 2 durchaus nett gewesen, zwingend notwendig ist das bei 5,5 Zoll aber nicht. Was bei der Berechnung der Bildpunkte gespart wird, kommt dann wiederum dem Akku zugute. Die 3.300 mAh umfassende Stromquelle zeigte sich sehr ausdauernd. Wir hatten das Smartphone auf 50 Prozent Displayhelligkeit bei unserem Belastungstest. Während des Betriebs machten wir von der Kamera, diversen Spielen, verschiedenen Apps und Google Maps Gebrauch. Videos über YouTube und Besuche des Internets kamen ebenfalls hinzu.

Als der Strom zuneige ging, waren über 35 Stunden verstrichen. Ein durchaus ordentlicher Wert. Nochmals 13 Stunden mehr konnten wir herausholen, als wir das Handy lediglich für die Kamera, Spiele und Maps (in Maßen), sowie Telefonate und WhatsApp nebst kurzen Internetausflügen nutzten.

Performance-Check (Alltagsleistung)

Da wir das Smartphone von einem Bekannten geliehen hatten, wurden wir gebeten, keine zusätzlichen Apps zu installieren. Deshalb konnten wir unsere gewohnten Benchmark-Checks nicht durchführen. Die Alltagsleistung ist aber ebenfalls ein wichtiger Faktor, und diese konnte uns voll und ganz überzeugen. Es gab weder beim Homescreen, noch beim Browser, den Apps oder gar 3D-Spielen ein Ruckeln zu vernehmen. OnePlus scheint also bei seinem 2 den Snapdragon 810 gut in den Griff bekommen zu haben.

Das gilt auch bezüglich der Hitzeentwicklung. Zwar merkt man spürbar bei längerem Gebrauch, dass das Smartphone wärmer wird, aber es wird nie so unangenehm, dass man es aus der Hand legen wird.

Test der Kamera (Prognose)

Die begrenzte Testzeit verhinderte auch unseren umfangreichen Kameratest. Trotzdem konnten wir uns schon ein kleines Bild von der Qualität der verbauten 13-Megapixel-Optik machen. So sind die Schärfe, die Details und die Farbgenauigkeit nicht sehr weit unterhalb eines Galaxy S6, der Laser-Autofokus ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Wenn er direkt treffsicher fokussiert, ist ein Schnappschuss enorm schnell im Kasten. Hin und wieder verfehlte er aber das Motiv und musste erneut Anlauf nehmen, was Zeit kostete. Damit wären auch spontane Aufnahmen gefährdet. Außerdem müssen wir die Kamera-Software des OnePlus 2 anprangern. Die Einstellungsmöglichkeiten, unter anderem die Wahl der Auflösung, sind stark begrenzt.

Android und Apps

Selbstredend hat es sich auch OnePlus nicht nehmen lassen, seinem Handy eine eigene Oberfläche zu verpassen. Diese nennt der Hersteller OxygenOS und sie zeigt sich als ziemlich gut bedienbar. Besonders das Feature, die Lautstärke optional auch über Wischgesten zu regeln, hat uns gut gefallen. Der Entsperrbildschirm ist zudem mit Shortcuts ausgestattet, die einen direkt zu festgelegten Apps führen. Die Handschrift von Google merkt man allerdings bei der Suchleiste. Diese ist auf den Startbildschirmen stets präsent und lässt sich nicht entfernen.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis

Wer Interesse am OnePlus 2 hat, wird es leider schwer haben, eines zu bekommen. Wie schon beim Vorgänger wird das Gerät hauptsächlich auf der hauseigenen Webseite vertrieben. Dort kann man das Smartphone aber nur ergattern, wenn man eine Einladung eines anderen Besitzers erhalten hat. Alternativ gibt es das OnePlus 2 noch bei diversen chinesischen Onlineshops. Dort muss man aber etwaige Versandkosten, Zollgebühren und Einführungssteuer berücksichtigen.

Unser Fazit zum OnePlus 2

Wir hatten in den wenigen Tagen mit dem Smartphone viel Spaß, es gibt nur Kleinigkeiten, die wir anprangern können. So wäre eine bessere Ablesbarkeit in der Sonne vorteilhaft und der etwas unzuverlässige Laser-Autofokus ist ebenfalls schade. Davon abgesehen, gibt es ein erstklassiges Handy mit einer tollen Performance und einer guten Verarbeitung. Falls man also das Glück hat, problemlos an eines zu kommen, ist ein Kauf durchaus anzuraten. Wir empfehlen aber die Variante mit 64 GB, denn 16 GB sind heutzutage ohne Kartenschacht einfach zu schnell gefüllt.

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