Highspeed-Volumen aufgebraucht?

Wie LTE-Kunden die Drosselung wieder aufheben können!


Praktisch alle Mobilfunktarife in Deutschland weisen anbieterunabhängig eine sogenannte Volumenbegrenzung auf. Man spricht allgemein von der Volumendrosselung, oder kurz „Drossel“. LTE bildet bei dieser Praxis keine Ausnahme. Die meisten Nutzer sind verständlicher Weise damit sehr unzufrieden, obwohl die Volumenbegrenzung technisch gesehen durchaus eine Existenzberechtigung besitzt (siehe hier), um nicht zu sagen, unausweichlich ist. Dabei handelt es sich keineswegs um ein rein „deutsches Phänomen“. In vielen Ländern der Welt findet man im Mobilfunkbereich die Drosselung, bis auf wenige Ausnahmen. Bleibt also entweder sparsam mit dem vorhandenen Kontingent umzugehen, höhere Tarife buchen oder im Fall der Fälle, Volumen nachzukaufen. Vodafone, Telekom und andere bieten mittlerweile diese Option. In den folgenden Abschnitten zeigen wir, welche Möglichkeiten es bei den Anbietern gibt und zwar gegliedert nach Einsatzweck von LTE, für Zuhause oder mobil am Smartphone bzw. Stick.

1. Volumen nachkaufen für „LTE Zuhause“ Kunden

In dörflichen Gefilden spielt LTE vor allem eine tragende Rolle als DSL-Ersatzlösung. Aktuell werden Tarife mit maximal 30 Gigabyte (GB) pro Monat angeboten. Der eine kommt damit vollkommen aus, anderen ist dies um ein Vielfaches zu wenig. Gegen Gebühr kann das Highspeedvolumen im Bedarfsfall zumindest aufgestockt werden.

1.1 Vodafone

Vodafone bietet Kunden der „LTE-Zuhause“-Pakete insgesamt vier sogenannte „Speed-Upgrades“. Wer in die Drossel gerät, kann wahlweise neues Highspeed-Volumen hinzu kaufen. Die Preise können der rechten Grafik entnommen werden. Angebrochene Kontingente lassen sich allerdings nicht in den folgenden Rechnungsmonat übernehmen. Die Drosselung wird bei Vodafone übrigens nicht unisono am 1. eines Kalendermonats für alle Kunden zurückgesetzt, wie im Fall der Telekom. Ausschlaggebend ist der Rechnungsmonat! Welcher Tag das bei Ihnen ist, lässt sich im Kundeninterface ermitteln, wo auch die Bestellung der Upgrades für Bestandskunden erfolgen kann. Und zwar unter folgender Webadresse: http://center.vodafone.de

1.2 Telekom

Die Hybrid-Tarife der Telekom kommen bekanntlich ohne Volumenbeschränkung aus. Wer noch einen der „Call&Surf via Funk“ LTE-Tarife nutzt, kann durch die Option „SpeedOn“ seine Beschränkung wieder aufheben. Für 14.95 € erhielt man lange Zeit lediglich 10 GB Extravolumen. Im August 2014 änderte die Telekom die Konditionen für SpeedOn im Festnetzbereich. Seither bekommt man das Volumen gutgeschrieben, welches im gebuchten Tarif enthalten ist. Also 10 GB bei "Comfort S", 15 GB bei "Comfort M" und 30 weitere GB bei "Comfort L". Am meisten profitieren also diejenigen, die das teuerste Paket gebucht haben. Mit nur einer Aktivierung von SpeedOn, verfügt man über stattliche 60 GB im Monat. Ein Kunde mit Comfort S müsste den Vorgang 5 mal wiederholen und fast 75 € extra zahlen.


Weiterhin gilt: Falls das Volumen erneut aufgebraucht wurde, kann dieser Vorgang theoretisch innerhalb eines Monats beliebig oft wiederholt werden. Allerdings gibt es keinen Transfer von ungenutztem Volumen in den Folgemonat. Wer also beispielsweise am 29.01. Speedon bucht und bis 31.01 nur 50 % versurft, verschenkt leider die Hälfte. Vor dem Kauf daher genau überlegen, ob man das Volumen auch noch ausschöpfen kann. Die Aufhebung der Drosselung erfolgt bei der Telekom immer am 1. des Monats. Gebucht wird Speedon über die Adresse http://pass.telekom.de


1.3 Congstar

Auch congstar führt seit 2016 einen stationären LTE-Tarife namens „Homespot“. Das Angebot bietet mit 20 GB ein relativ üppiges Kontingent, welches aber recht preiswert aufgestockt werden kann. Je 10 GB Upgrade werden 10 € fällig.

2. Volumen nachkaufen für Smartphone-Kunden

2.1 Volumen-Upgrade bei Vodafone

Sie nutzen einen Smartphone-Tarif von Vodafone mit LTE? Wer mit seinem ursprünglich gebuchten Volumen nicht hinkommt, muss nicht zwangsläufig in die Drosselfalle tappen. Vodafone bietet zur Erweiterung des Highspeed-Volumens gleich mehrere Optionen. Einmal umfassen die RED-Tarife seit Oktober 2014 eine sogenannte Datenautomatik. 10 Prozent vor Erreichen des im Tarif verankerten Volumens, erhält man eine Info-SMS, dass bei Überschreitung automatisch 250 MB neu eingebucht werden. Und zwar für 3 Euro. Wer dies nicht will, muss per SMS widersprechen. Alternativ können Kunden extra Volumen, in Schritten von 1 GB, zum Tarif buchen. Und zwar bis zu 10 GB extra. Jedes Gigabyte kostet 10 Euro pro Monat. Wie immer gilt, dass nicht genutzte Restbestände verfallen, falls der neue Rechnungsmonat vor Verbrauch erreicht wird.

2.2 Aufstocken bei der Telekom

Die Telekom bietet für Smartphone-Kunden die sogenannte „SpeedOn“-Funktion. Der Verbraucher wird per SMS informiert, falls das Highspeed-Volumenkontingent aufgebraucht ist. Auf Wunsch können Kunden sich per Antwort-SMS aus der Drossel „freikaufen“ und mit der gewohnten Geschwindigkeit weitersurfen. Senden Sie dazu eine SMS mit „Speed“ an die „7277“. Der Preis beträgt 4.95 € pro Inanspruchnahme und kann beliebig oft wiederholt werden. Bei den Tarifen MagentaMobil S-L erhält man dafür 250 MB extra. Alternativ lassen sich über die Option „Data“ zwischen 1 GB und 5 GB per Vertrag (Laufzeit mindestens 3 Monate) bei MagentaMobil hinzu buchen. Data S liefert 1 GB für 9.95 €, Data M 2 GB für 14.95 € und Data L 5 GB für 24.95 €.

Tipp: Seit 2016 gibt es für Telekomkunden noch eine einzigartige Option namens "Dayflat". MagentaMobil Kunden zahlen hier für 24h 4.95 € und können dann einen Tag lang völlig ohne Volumenbegrenzung surfen!


2.3 O2 Telefónica

O2 hat mit der Neueinführung der „Free“-Allnetflats im Jahr 2016, die zuvor etablierte, umstrittene Datenautomatik endlich wieder abgeschafft. Statt kostenpflichtiger „Datensnacks“, rutschen Kunden jetzt in eine fairere, da wesentlich schnellere, Drosselung. Die Datenrate reduziert sich auf nunmehr 1 MBit, womit man viele Alltagsaufgaben (abgesehen von Videostreaming) noch recht gut und relativ zügig erledigen kann. Ganz im Gegensatz zur sonst üblichen Drosselgeschwindigkeit von 32-64 KBit/s. Das Nachbuchen von Extra-Volumen ist hier also nicht mehr nötig bzw. möglich.


2.4 BASE

Die Marke BASE gehört seit längerem schon zu O2. Mittlerweile dient sie als Discount-Onlinemarke. Eine Datenautomatik weisen die BASE-Pakete erfreulicher Weise nicht mehr auf. Dafür können einmalig Datensnacks gebucht werden oder das Kontingent dauerhaft erhöht werden. Der Preis für die Snacks betragen 2.99 € für 200 MB, 4.99 € für 500 MB bzw. 14.99 € für 2 GB.

3. Zusatz-Volumen buchen bei LTE-Stick-Nutzung

3.1 Vodafone
Für die „Datago“-Angebote (Stick/Tablet), hat Vodafone leider noch kein Angebot zum Aufstocken, falls das Volumen aufgebraucht ist …

3.2 Telekom

Wer mit einem „Data Comfort“-Tarif mobil im LTE-Netz surft, kann im Falle des Erreichens der Drosselungsgrenze zwischen zwei Modellen wählen. Die sogenannte „Speed Option“ erhöht das Volumen dauerhaft um 500 MB bei Comfort S, um 1 GB bei Comfort M und 5 GB für Nutzer des Tarifes „Comfort L“. Zudem wird die Datenrate auf bis zu 300 MBit aufgebohrt (LTE Max). Das kostet 9.95 € monatlich (3 Monate Mindestlaufzeit). Weit Flexibler sind die Speedon-Optionen. Hier lassen sich, je nach Grundtarif, bei Bedarf extra Volumina für nur 1 Monat hinzubuchen. Beispielsweise 500 MB für 4.95 € bei Comfort M bzw. 2 GB für 14.95 €. Leider alles etwas unübersichtlich bei der Telekom!


Auch Kunden der Data-Tarife können eine Dayflat ohne Drosselung buchen. Dann surft man einen Tag lang völlig Volumen unabhägig ohne Limitierung. Wer dann z.B. 100 GB saugt, kann dies problemlos tun. Die Option kostet für Data-Kunden 9.95 € täglich.

3.3 O2 Telefonica

Die „Blue Data Tarife“ von O2 lassen sich ähnlich mit mehr Volumen aufwerten. Das „Upgrade“ steht in allen Drei Paketen, also „S“, „M“ und „L“ zur Verfügung. Für 4.99 € je Monat wird das Datenvolumen im Tarif „Blue Data S“ auf 2 GB verdoppelt. Nutzer von „M“ und „L“ bezahlen 9.99 € monatlich und erhalten 2 bzw. 4 GB extra.


4. Ist der Nachkauf sinnvoll oder nicht?

An dieser Stelle scheiden sich die Meinungen. Den meisten Kommentaren und Foreneinträgen im Internet nach zu urteilen, empfinden die meisten Verbraucher die Angebote als überteuert und unfair. „Abzocke“ ist meist noch das harmloseste Wort. Teils sicher zu Recht, da man bei Preisen pro Gigabyte von rund 1,50 € - 7 € schon berechtigt bezweifeln kann, ob dies gerechtfertigt ist. So gesehen, kann 1 Stunde Youtube richtig teuer werden.

Unserer Ansicht nach macht die Buchung vor allem dann Sinn, wenn man in die Drosselung reingeraten ist und noch wichtige Aufgaben bis zum Ende der Drosselperiode erledigen muss. Etwa Recherchen für eine Hausarbeit oder man will unbedingt ein paar Fotos entwickelt haben. Auf Dauer ist Nachbuchen zweifelsfrei keine Lösung. Wer regelmäßig gedrosselt wird, sollte entweder auf eine Tarif-Kategorie höher upgraden oder aber seinen generellen Verbrauch besser managen. Beides spart langfristig sogar Geld. Einige Tipps haben wir ihnen hier zusammengestellt (für PCs).


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