Highspeed-Volumen aufgebraucht?

Wie LTE-Kunden die Drosselung wieder aufheben können!


Praktisch alle Mobilfunktarife in Deutschland weisen anbieterunabhängig eine sogenannte Volumenbegrenzung auf. Bislang gibt es nur wenige, teure Ausnahmen. Man spricht allgemein von der Volumendrosselung, oder kurz „Drossel“. LTE bildet bei dieser Praxis keine Ausnahme. Die meisten Nutzer sind verständlicher Weise damit sehr unzufrieden, obwohl die Volumenbegrenzung technisch gesehen durchaus eine Existenzberechtigung besitzt (siehe hier). Dabei handelt es sich keineswegs um ein rein „deutsches Phänomen“. In vielen Ländern der Welt findet man im Mobilfunkbereich die Drosselung. Bleibt also entweder sparsam mit dem vorhandenen Kontingent umzugehen, höhere Tarife buchen oder im Fall der Fälle, Volumen nachzukaufen. Vodafone, Telekom und Andere Provider, bieten diese Option. In den folgenden Abschnitten zeigen wir, welche Möglichkeiten es gibt und zwar gegliedert nach Einsatzweck von LTE, für Zuhause oder mobil am Smartphone bzw. Tablet.

1. Volumen nachkaufen für „LTE Zuhause“ Kunden

In dörflichen Gefilden spielt LTE vor allem eine tragende Rolle als DSL-Ersatzlösung. Aktuell werden Tarife mit maximal 200 Gigabyte (GB) pro Monat angeboten. Der eine kommt damit vollkommen aus, anderen ist dies um ein Vielfaches zu wenig. Gegen Gebühr kann das Highspeedvolumen im Bedarfsfall zumindest aufgestockt werden.

1.1 Vodafone

Vodafones aktuelle (portable) Heim-Tarife lauten auf die Bezeichnung „GigaCube“. Obwohl mit 50-200 GB monatlich recht üppig ausgestattet, kann es natürlich einmal sein, dass dieses Kontingent nicht ausreicht. Auf Wunsch lässt sich neues Volumen für den GigaCube zukaufen. Je nach Bedarf Kontingente mit 1, 5, 10 oder 25 GB. Die korrespondierenden Preise dafür lauten (gerundet) 3, 10, 15 bzw. 25 Euro je Buchung.


Volumen für den Gigacube nachordern

Kosten fürs Volumenupgrade bei VF LTE Zuhause
Kunden der alten „LTE-Zuhause“-Pakete stehen ebenfalls vier sogenannte „Speed-Upgrades“. Die Preise können der rechten Grafik entnommen werden. Angebrochene Kontingente lassen sich allerdings nicht in den folgenden Rechnungsmonat übernehmen.

Die Drosselung wird bei Vodafone übrigens nicht unisono am 1. eines Kalendermonats für alle Kunden zurückgesetzt, wie im Fall der Telekom. Ausschlaggebend ist der Rechnungsmonat! Welcher Tag das bei Ihnen ist, lässt sich im Kundeninterface ermitteln, wo auch die Bestellung der Upgrades für Bestandskunden erfolgen kann. Und zwar unter folgender Webadresse: http://center.vodafone.de

1.2 Telekom

Die Hybrid-Tarife der Telekom kommen bekanntlich ohne Volumenbeschränkung aus. Volumen nachbuchen ist hier also nicht nötig.

Wer noch einen der „Call&Surf via Funk“ LTE-Tarife nutzt, kann durch die Option „SpeedOn“ seine Beschränkung wieder aufheben. Hier bekommt man das Volumen gutgeschrieben, welches im gebuchten Tarif enthalten ist. Also 10 GB bei "Comfort S", 15 GB bei "Comfort M" und 30 weitere GB bei "Comfort L". Am meisten profitieren also diejenigen, die das teuerste Paket gebucht haben. Mit nur einer Aktivierung von SpeedOn, verfügt man über stattliche 60 GB im Monat. Ein Kunde mit Comfort S müsste den Vorgang 5 mal wiederholen und fast 75 € extra zahlen. Weiterhin gilt: Falls das Volumen erneut aufgebraucht wurde, kann dieser Vorgang theoretisch innerhalb eines Monats beliebig oft wiederholt werden. Allerdings gibt es keinen Transfer von ungenutztem Volumen in den Folgemonat. Wer also beispielsweise am 29.01. Speedon bucht und bis 31.01. nur 50 % versurft, verschenkt leider die Hälfte. Vor dem Kauf daher genau überlegen, ob man das Volumen auch noch ausschöpfen kann. Die Aufhebung der Drosselung erfolgt bei der Telekom immer am 1. des Monats. Gebucht wird Speedon über die Adresse http://pass.telekom.de


1.3 Congstar

Auch congstar führt seit 2016 einen stationären LTE-Tarife namens „Homespot“. Das Angebot bietet mit bis zu 50 GB ebenfalls ein relativ üppiges Kontingent, welches zudem preiswert aufgestockt werden kann. Der Preis richtet sich nach dem gebuchten Basis-Tarif.

2. Volumen nachkaufen für Smartphone-Kunden

2.1 Volumen-Upgrade bei Vodafone

Sie nutzen einen Smartphone-Tarif von Vodafone mit LTE? Wer mit seinem ursprünglich gebuchten Volumen nicht hinkommt, muss nicht zwangsläufig in die Drosselfalle tappen. Vodafone bietet zur Erweiterung des Highspeed-Volumens gleich mehrere Optionen. Einmal umfassen die RED-Tarife seit mehreren Jahren schon eine sogenannte Datenautomatik. 20 Prozent vor Erreichen des im Tarif verankerten Volumens, erhält man eine Info-SMS, dass bei Überschreitung automatisch 250 MB neu eingebucht werden. Und zwar für 3 Euro. Wer dies nicht will, muss per SMS widersprechen (zum Beispiel über die Vodafone App).

2.2 Aufstocken bei der Telekom

Die Telekom bietet für Smartphone-Kunden die sogenannte „SpeedOn“-Funktion. Der Verbraucher wird per SMS informiert, falls das Highspeed-Volumenkontingent aufgebraucht ist. Auf Wunsch können Kunden sich aus der Drossel „freikaufen“ und mit der gewohnten Geschwindigkeit weitersurfen. Mit „Speedon S“ schalten Sie 500 zusätzliche MB für 4.95 € frei. Dieses Kontingent ist dann 1 Woche gültig. SpeedOn M bietet zum gleichen Preis ebenfalls 500 MB, aber für 4 Wochen. Die Varianten SpeedOn L & XL bieten 1.5 bzw. 2.5 GB für 31 Tage und kosten 14.95 € bzw. 19.95 € je Inanspruchnahme. Die Buchung erfolgt übrigens über pass.telekom.de.

Tipp: Seit 2016 gibt es für Telekomkunden noch eine einzigartige Option namens "Dayflat". MagentaMobil Kunden zahlen hier für 24h 4.95 € und können dann einen Tag lang völlig ohne Volumenbegrenzung surfen!


2.3 O2 Telefónica

O2 hat mit der Neueinführung der „Free“-Allnetflats im Jahr 2016 die zuvor etablierte, umstrittene Datenautomatik endlich wieder abgeschafft. Statt kostenpflichtiger „Datensnacks“, rutschen Kunden jetzt in eine fairere, da wesentlich schnellere, Drosselung. Die Datenrate reduziert sich auf nunmehr 1 MBit, womit man viele Alltagsaufgaben (inklusive Videostreaming) noch recht gut und relativ zügig erledigen kann. Ganz im Gegensatz zur sonst üblichen Drosselgeschwindigkeit von 32-64 KBit/s. Das Nachbuchen von Extra-Volumen ist hier also nicht mehr nötig bzw. möglich.


3. Zusatz-Volumen buchen bei LTE-Stick bzw. Tablet-Nutzung

3.1 Vodafone
Für die „Data Go“-Angebote (Stick/Tablet), hat Vodafone leider noch kein Angebot zum Aufstocken, falls das Volumen aufgebraucht ist …

3.2 Telekom

Wer mit einem „Data Comfort“-Tarif mobil im LTE-Netz surft, kann im Falle des Erreichens der Drosselungsgrenze über die Speedon-Optionen mehr Volumen nachfassen. Preis und Umfang schwanken je nach Grundtarif. Im Tarif „Data Comfort L Basic“, sind z.B. 1 GB zu 4,95 €, 10 GB für 14,95 € oder 20 GB zu 24,95 €. Die Optionen sind je 31 Tage ab Buchung gültig.

Auch Kunden der Data-Tarife können eine Dayflat ohne Drosselung buchen. Dann surft man einen Tag lang völlig Volumen unabhängig ohne Limitierung. Wer dann z.B. 100 GB saugt, kann dies problemlos tun. Die Option kostet für Data-Kunden 9.95 € täglich.


3.3 O2
Bei O2 stehen Kunden mehrere „my Data“ Tarife zur Auswahl, welche bis zu 20 GB monatlich bieten. Das Besondere ist hier die sogenannte „Weitersurfgarantie“ – diese bedeutet, man surft nach Verbrauch des monatlichen Datenkontingents bequem mit 1 MBit weiter. Daher können auch keine Upgrades bestellt werden. Einzige Ausnahme bildet der Tarif „my Data S“, da dieser von der Weitersurfgarantie ausgenommen ist. Hier können im Bedarfsfall 2 GB für 4.99 € hinzugebucht werden.

4. Ist der Nachkauf sinnvoll oder nicht?

An dieser Stelle scheiden sich die Meinungen. Den meisten Kommentaren und Foreneinträgen im Internet nach zu urteilen, empfinden die meisten Verbraucher die Angebote als überteuert und unfair. „Abzocke“ ist meist noch das harmloseste Wort. Teils sicher zu Recht, da man bei Preisen pro Gigabyte von rund 1 € - 7 € schon berechtigt bezweifeln kann, ob dies gerechtfertigt ist. So gesehen, kann 1 Stunde Youtube richtig teuer werden.

Unserer Ansicht nach macht die Buchung vor allem dann Sinn, wenn man in die Drosselung reingeraten ist und noch wichtige Aufgaben bis zum Ende der Drosselperiode erledigen muss. Etwa Recherchen für eine Hausarbeit oder man will unbedingt ein paar Fotos entwickelt haben. Auf Dauer ist Nachbuchen zweifelsfrei keine Lösung. Wer regelmäßig gedrosselt wird, sollte entweder auf eine Tarif-Kategorie höher upgraden oder aber seinen generellen Verbrauch besser managen. Beides spart langfristig sogar Geld. Einige Tipps haben wir ihnen hier zusammengestellt (für PCs).


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