Hybrid-Internet

DSL & LTE in Kombination – der neue Highspeed-Trend fürs Land!?


DSL + LTE = Hybrid
Seit nunmehr fast 10 Jahren bietet LTE superschnelle Internetzugänge auch im ländlichen Raum, wo noch kein flottes (V)DSL oder Glasfaser verfügbar ist. Doch die Technik hat bekanntlich auch Schattenseiten, da der rasante Surfspass meist noch volumenbegrenzt ist. Wer zu viele Daten verbraucht, wird bis Monatsende gedrosselt. Die Deutsche Telekom arbeitete daher bereits Jahre zuvor an einem neuen Ansatz, der das Beste aus zwei Welten vereint.

Praktisch den „LTE Turbo für DSL" - denn mit dem Hybrid-Ansatz arbeiten LTE und DSL nun Hand in Hand um dem Kunden Highspeed, Stabilität und Kontinuität ohne Drosselung zu bieten. Im folgenden Ratgeber zeigen wir, welche Vorteile und Nachteile die Hybrid-Anschlüsse aufweisen, was für Tarife es gibt und welche Hardware nötig ist.

Hinweis: Alle Preise der Dt. Telekom bis 31.12.2020 minus 3 Prozent Mwst.

Infografik:
Infografik Hybrid Internet

So funktioniert Hybrid *klick*

Vorteile und Funktionsprinzip der DSL & LTE Kombination

Hybrid-Internet kombiniert stationäre (V)DSL-Anschlüsse mit LTE-Funkverbindungen. Die dafür nötige Hardware (siehe folgender Abschnitt) beherrscht also beide Breitbandstandards. Die Vorteile sind offensichtlich, denn beide Verfahren können sich prinzipiell perfekt ergänzen. Während DSL in ländlichen Regionen meist kaum schneller als 16 MBit ist, bietet LTE Downloadraten auf VDSL-Niveau. Je nach örtlicher LTE-Funkversorgung sind aktuell bis zu 300 MBit im Telekomnetz möglich. Hinzu kommt noch die Performance des Festnetzanschlusses, also ca. 6-250 MBit. In der Spitze sind also aktuell über VDSL + LTE-Hybrid 550 MBit erzielbar.

Die meisten reinen Mobilfunk-Tarife per LTE sind dagegen keine echten Flatrates. Wer z.B. mehr als 100 Gigabyte pro Monat verbraucht (tarifabhängig), wird auf deutlich unter 1 MBit abgebremst. Ein Nachteil, den es bei DSL nicht gibt! Ein intelligentes Datenmanagement des Hybrid-Routers kann nun die Vorteile und Nachteile beider Zugangstechnologien ideal aufwiegen.

Hier ein Beispiel für die Funktionsweise von Hybrid: Nehmen wir an, der Hybrid-Tarif arbeitet bei einem Kunden mit DSL 6 MBit (netto) und LTE liegt mit rund 70 MBit an. Diese Konstellation ergäbe zusammen rund 76 MBit/s. Wer Windows neu installiert, sieht sich meist mit Updates im Gigabyte-Bereich konfrontiert. Für die Downloads wird der LTE-Turbo genutzt. Surft der Kunde nebenbei im Internet, was relativ wenige Daten verbraucht, wird nur auf DSL zugegriffen. Lädt man 5 Gigabyte in die Cloud, kommt wieder LTE zum Einsatz, da die Aufgabe mit der mageren DSL-Uploadrate sonst Stunden dauern würde. Man merkt allerdings, hier kommt es wirklich auf ein intelligentes Management vom Router an. Der Hybrid-Router verteilt also das Lastenmanagement auf DSL oder Funk je nach der nötigen Grundlast.


Aktion: Jetzt hier auf www.telekom.de/hybrid im ersten Halbjahr nur je 19.95 € zahlen für alle Hybrid-Anschlüsse bei der Telekom.

Hybrid Tarife: Anbieter und Kosten

Viele Jahre lang bot die Dt. Telekom spezielle Tarife namens "MagentaZuhause Hybrid". Im Juli 2020 änderte der Anbieter aber das Angebot. Seither kann prinzipiell jeder Hybrid zu seiner regulären Festnetzflat (Magentazuhause) als Option hinzubuchen. Bei MagentaZuhause S ist diese sogar kostenlos enthalten. Ansonsten (M-XL) beträgt der Aufpreis günstige 4.95 € monatlich. Die Hybrid-Doppelflats gibt es daher bereits ab rund 39.90 € monatlich. Dann surft man mit einer echten Flatrate (unlimitiert und ungedrosselt!) mit bis zu 16 MBit per DSL + bis 300 MBit via 4G, was maximal 316 MBit ergibt. Die Uploadrate beträgt über DSL 1 MBit + 50 MBit mittels LTE. Hinzu kommt noch die Gebühr für den Router (siehe folgender Abschnitt).

Übrigens: Damit kostet MagentaZuhause M mit Hybrid genau so viel, wie die gedrosselte Version „MagentaZuhause via Funk“ und ist somit deutlich attraktiver. Mehr Infos und Bestellung mit Onlinevorteil hier auf der Telekom Hybrid-Seite.

Hardware: Hybrid-Router vereinen zwei Welten

"Normale" Router beherrschten stets nur eine Breitbandtechnik. Sie sind also entweder fürs Festnetz (DSL/VDSL oder Kabel) ausgelegt oder eben speziell für LTE. Hybrid-Router können beides, verfügen daher sowohl über ein DSL-Port, als auch über Antennenanschlüsse für 4G-Funk. Die Deutsche Telekom bietet daher zur Hybrid-Option ein speziell kompatibles Gerät - den „Speedport Pro“. Dieser kostet 9.95 € Mietgebühr im Monat. Alternativ kann er aber auch für rund 400 Euro bei der Bestellung erworben werden.

Speedport Pro von der Dt. Telekom

Hinweis: Der ursprüngliche Speedport Hybrid-Router der ersten Generation, ist seit 2020 leider nicht mehr erhältlich.

Die wichtigsten Fakten:
Der "Speedport Hybrid" unterstützt LTE der Kategorie 6 (CAT6) und ist somit für Datenraben bis 300 MBit geeignet. Zudem beherrscht er die wichtigsten LTE-Bänder auf 700, 800, 1500, 1800 und 2600 MHz. WLAN ac mit bis zu 9600 MBit brutto und 4 Gigabit-LAN Ports runden das Bild ab. Der Hybrid-Router ist obendrein kompatibel zu DSL und VDSL! Hergestellt wird der Speedport übrigens von Huawei.

Fazit: Hybrid-Internet bietet besonders schnelle Flatrates sogar dort, wo es nur vergleichsweise langsame Festnetzanschlüsse per DSL oder VDSL gibt.

Hybrid als „Internet Backup“

Die Technik macht ihren Anschluss aber nicht nur auf Wunsch deutlich schneller, sondern fungiert gleichsam auch als eine Art Ausfallsicherung. Denn im Fall einer Störung im DSL- bzw. Festnetz, springt einfach komplett LTE als Überbrückung ein. Somit sind Komplettausfälle für Telefon und Internet nahezu ausgeschlossen.

Für wen eignet sich das?

Hybrid wäre vor allem in dörflichen Gegenden ideal...
Zunächst einmal profitieren vor alle Anwohner von Regionen, wo bisher nur sehr langsames Internet ausgebaut wurde. Hier kann der Performance-Sprung enorm ausfallen. Etwa von unter 10 MBit auf weit über 100 MBit.

Aber auch Speed-Fans kommen nun auf ihre Kosten. Denn während z.B. im Kabel-Netz von Vodafone vielerorts schon 500-1000 MBit möglich sind, waren bei der Dt. Telekom zuvor maximal 250 MBit per VDSL drin. Außer, es wurde vor Ort schon Glasfaser ausgebaut, was aber noch sehr selten der Fall ist. Mit Hybrid erhöht sich die Leistung nun auf stattliche 550 MBit in der Spitze, auch ohne FTTH.

Nicht nutzbar ist Hybrid dagegen für Regionen, in denen absolut noch kein DSL anliegt. Mehr dazu finden Sie auch weiter unten im Fragen-Bereich.

Nachteile der Hybrid Technik

Glasfaser statt Kupfer oder Hybrid müsste die Devise beim
Breitbandausbau eigentlich lauten. Hier traditionelle Telefonleitung

Zunächst kling der Ansatz intelligent und wie eine kleine Eierlegende Wollmilchsau. Wie wir gezeigt haben, macht die Kombination unter Umständen auch durchaus Sinn. Doch es gibt auch Schattenseiten und Hybrid-Kritiker.

Eines der Hauptargumente zielt in die Richtung, dass die Telekom dringend nötige Investitionen im ländlichen Raum abermals hinauszögern will und mit günstiger „Flicktechnik“ den Lebenszyklus alter Standards aufbläht. Das mittlerweile in die Jahre kommende DSL kann so noch gut und gerne 5 Jahre weiter existieren. In Kombination mit VDSL-Vectoring bzw. Supervectoring, einem Verfahren, welches die Datenrate von VDSL deutlich erhöht, werden wiederum Investitionen ins Glasfasernetz weiter aufgeschoben.

Derartige Hintergründe werden natürlich bestritten. So heißt es von Seiten der Telekom, dass es sich bei Hybrid nur um eine "intelligente Lösung zur Schließung der Bandbreitenlücke in Gebieten mit geringer Breitbandversorgung" handle und der Breitbandausbau dadurch nicht verzögert wird.

Dabei warnen Experten seit Jahren, dass einzig Glasfaser ein solides Fundament für die Netze der Zukunft sein und Deutschland in diesem Punkt bereits seit Jahren deutlich im internationalen Vergleich hinterher zottelt. Die Penetrationsrate von FFTH liegt immer noch unter 10 Prozent!

Fragen und Antworten zum Thema Hybrid-Internet

Welche Voraussetzung sind zwingend?

Obligatorisch ist, neben dem Hybrid-Router, vor allem ein IP-DSL-Anschluss. Zum Beispiel DSL 6000 RAM. Das bedeutet, dass man keinen analogen Telefonanschluss mehr bekommt, sondern rein auf Basis von VOIP. Mittlerweile haben praktisch alle Anbieter ausschließlich diese Anschlüsse im Einsatz. Neukunden bekommen bei der Dt. Telekom ohnehin nur noch IP-Anschlüsse (All IP) und auch alle Alt-Verträge wurden bis Anfang 2020 umgestellt. Dennoch kann es einige wenige Anschlüsse geben, die nicht kompatibel sind.

Wo sind die Hybrid-Tarife schon verfügbar
Im November 2014 startete die Telekom zunächst nur einen Versuchsballon in wenigen Bundesländern. Anfang März 2015 erfolgte der bundesweite Rollout. Da die LTE-Verfügbarkeit heute (2020) bereits beträgt, kann die Hybrid-Option nahezu überall bestellt weden, wo die Telekom (V)DSL oder Glasfaser bietet. Testen Sie hier, ob die Angebote bei Ihnen verfügbar sind.

Ist Magenta Hybrid mit DSL-Light nutzbar?

Ja, bedingt. Wichtig ist hier wiederum die IP-Fähigkeit vor Ort. "DSL 384 IP" (mit Annex J), wie DSL-Light jetzt heißt, kann als Basis genutzt werden.

Sind analoge Telefone weiter anschließbar?
Ja! Am Speedport-Hybrid lassen sich dennoch alte, analoge Telefone und Faxgeräte betreiben. Vor diesem Hintergrund ändert sich für die Kunden erstmal nichts.
Ja, laut Telekom ist ein Wechsel problemlos möglich. Dabei verlängert sich aber die Mindestvertragslaufzeit wieder um 24 Monate – also wie bei jedem anderen Wechsel auch.

Ist das auch mit MagentaTV (IPTV) möglich?
Ja, seit Anfang 2016 wird auch endlich der TV-Anschluss für Hybridkunden angeboten, der sonst nur für DSL- oder VDSL-Kunden buchbar war. Hier mehr zum Angebot und den Preisen von. Magenta-TV über Hybrid erfahren.


Magenta TV gibts auch per Hybrid

Wo platziere ich den Hybrid-Router am besten in der Wohnung bzw. im Haus?

Die Frage scheint nur auf den ersten Blick trivial. Denn während der ideale Ort für einen reinen DSL-Router in der Regel im Erdgeschoss beim Festnetzanschluss ist, platziert man LTE-Router meist genau in entgegengesetzter Richtung. Nämlich irgendwo am Fenster mit möglichst freier Sicht zum Mast oder in der Nähe des Daches, falls eine externe LTE-Antenne dort angebracht wurde. Denn desto kürzer das benötigte Antennenkabel ist, desto weniger Leistung geht verloren. Durch diesen Zwiespalt, könnte die Positionierung in einigen Haushalten durchaus etwas kniffelig werden. Die Telekom verspricht aber alle Kunden bei "empfangsherstellenden Maßnahmen bestmöglich zu unterstützen". [Telekom.de]

Gibt es Hybrid auch für Unternehmen?

Ja, die Telekom offeriert die Angebote auch für Unternehmer und kleine Firmen. Diese profitieren nun endlich auch von starken Highspeed-Datenraten, die in der modernen Geschäftswelt unabdingbar sind. Mehr dazu erfahren Interessenten hier.

Gibt es noch andere Anbieter für Hybrid?
Nein aktuell nicht. Jedenfalls nicht für Privatkunden. Die Firma "Viprinet" offeriert alternative Hybrid-Router, wie den VPN 200. Komplettangebote gibt es aber momentan nur für Businesskunden. Geplant waren zwar auch einmal Tarife für Konsumenten, diese wurden jedoch vorerst auf Eis gelegt.

Unser Fazit zu Hybrid

Die Fusion von LTE mit DSL liegt nahe und macht unter gewissen Voraussetzungen Sinn! Allerdings primär für eine bestimmte Gruppe von Verbrauchern auf dem Land. Dadurch, dass der LTE-Anschluss bei Magenta Hybrid keine Drosselung aufweist, eröffnet sich endlich eine echte Highspeed-Alternative für den ländlichen Raum.


Hybrid in Österreich

Seit Juli 2016 gibt es erstmal auch in Österreich die Kombi-Tarife aus DSL und 4G. Ähnlich wie bei uns, wird dort ein spezieller Router benötig und es gibt keine Drossel. Alles rund ums "A1 Hybrid-Boost" Angebot erfahren.


Wissenswertes Thema:

» Drosselung bei LTE
» Wie schnell ist LTE eigentlich?
» Ratgeber "Empfang verbessern mit LTE"




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