Testbericht zum China-Smartphone Cubot Zorro

Winkt hier mit HD-Display und LTE CAT4 ein gutes Einsteiger-Smartphone?


Januar 2015: 
Cubot Zorro
Mit dem Cubot Zorro haben wir ein chinesisches LTE-Smartphone durch unseren Testparcours gejagt. Für unter 130 Euro kann man das Gerät bereits ergattern, trotzdem liest sich die Ausstattung vielversprechend. Ein 5 Zoll großes HD-Display, 8 GB interner Speicher und LTE CAT4 klingen nicht schlecht. Dazu gibt es gleich zwei hochauflösende Kameras, welche mit 13 Megapixeln auf der Rückseite und 5 Megapixeln auf der Front punkten. Angetrieben wird dieses interessante China-Smartphone vom bewährten Chipsatz Snapdragon 410 aus dem Hause Qualcomm. Wir verraten euch, ob hier ein Geheimtipp lauert.

Der erste Eindruck und Verarbeitung

Die Verpackung ist durchaus hochwertig gelungen und präsentiert sich in einem dunklen Grau. Auf der Vorderseite ragt in großer Schrift der Hersteller- und Gerätename hervor und auf der Rückseite werden die wichtigsten Spezifikationen aufgelistet. Auch die FDD-LTE-Bänder werden hier genannt, so sollen die Bereiche 800 / 900 / 1800 / 2100 und 2600 MHz abgedeckt sein. Ob diese tatsächlich reibungslos genutzt werden können, erörtern wir bei den Mobilitätseigenschaften. Im Land des Lächelns zeigt man sich meist etwas großzügiger beim Zubehör, als es hierzulande der Fall ist. So findet man neben dem Akku, dem Netzteil und dem Micro-USB-Kabel auch noch eine Displayschutzfolie und eine transparente Hülle wieder.

Rückseite des Cubots

Des Weiteren ist die Schnellanleitung äußerst gelungen, da sie in 24 Seiten ausführlich die verschiedenen Bereiche des Betriebssystems erklärt. Eines fehlt jedoch leider, nämlich ein Kopfhörer. An dieser Stelle hat Cubot dann doch etwas beim Zubehör gespart. Die Verarbeitung des Gerätes ist für ein Modell dieser Preisklasse durchaus vorzeigbar. Wir hatten schon ältere Smartphones dieses Herstellers in der Hand und diese fühlten sich deutlich "billiger" an. Das Cubot Zorro hat eine Rückseite aus Plastik, welche sehr weich und rutschfest daher kommt. Die Haptik ist gelungen, ein Fingerabdruckmagnet ist das Gerät aber leider. Kleinere Störgeräusche werden durch den nicht zu 100% bombenfest sitzenden Akkudeckel beim Anpacken erkennbar. Sehr störend fielen diese allerdings nicht aus. Die Lautstärketaste und der An-/Ausschalter wurden auf der rechten Gehäuseseite integriert. Beide haben einen guten Druckpunkt und sind problemlos bedienbar.

Lieferumfang Cubot Zorro

Rechts oben befindet sich der Kopfhöreranschluss und links unten die Micro-USB-Buchse. Hinten ragt dann deutlich sichtbar die 13-Megapixel-Hauptkamera hervor, bei Selfie-Fans dürfte die vordere 5-Megapixel-Optik Erwartungen wecken. Einschübe unter der Akkuabdeckung hat das Cubot Zorro übrigens gleich drei zu bieten. Zwei SIM-Kartenschächte, von denen nur der erste LTE zulässt und ein microSD-Speicherkartenschacht sind hier präsent. Die Sensor-Menütasten kommen bei diesem Smartphone, wie bei vielen chinesischen Exemplaren, im Gingerbread-Layout daher. Das heißt, sie befinden sich auf dem Stand von Android 2.3, bevor mit Android 4.0 der Umschwung mit dem Multitasking-Button kam. Dieser fehlt also und könnte beim ein oder anderen zunächst für Unbehagen bei der Bedienung sorgen. Ein Wechseln zwischen Anwendungen erfolgt trotz vorinstalliertem Android 4.4.4 durch einen langen Druck auf die Home-Taste. Die anderen zwei Bedienelemente sind „Zurück“ und „Menü“.


Technik und Mobilfunk im Check

Netterweise hat Cubot seinem Zorro ein IPS-Panel spendiert. Dieses sorgt bei dem 5-Zoll-Display für eine lebendige Darstellung und die Blickwinkel sind äußerst stabil. Durch die HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel werden Inhalte auch ausreichend scharf dargestellt. Via LTE (bis CAT4) sind, bei einem passenden Vertrag (Vergleich), dann bis zu 150 Mbit/s im mobilen Internet möglich. WLAN, Bluetooth und GPS runden den Funkfuhrpark ab.

Der Prozessor des Zorro könnte einigen Lesern bekannt vorkommen, denn der Snapdragon 410 befindet sich z.B. auch im Vodafone Smart 4 Turbo. Hier gibt es ebenfalls vier Kerne, welche mit 1,2 Gigahertz zu Werke gehen und eine Adreno 306 GPU als Grafikunterbau zur Verfügung haben. Mit 1 GB RAM ist der Arbeitsspeicher gerade noch ausreichend dimensioniert, weniger sollte es bei einem HD-Smartphone aber wirklich nicht sein. Die ganze Technik wird von einem Akku gestemmt, welcher mit 2.000 mAh auskommen muss. Ob sich das als Flaschenhals entpuppt, wird sich zeigen.

Mobilitäts-Eigenschaften

Chinesische Smartphones lassen einen schon etwas skeptisch im LTE-Bereich dreinschauen, auch wenn die Spezifikationen vollmundig die Unterstützung aller Bänder der deutschen Netzbetreiber anpreist. Das OnePlus One beispielsweise, kann kaum etwas mit dem 4G-Funk von O2 anfangen, mangels Unterstützung der Frequenz um 800 MHz. Auf der Kartonage verspricht Cubot, auch diesen Bereich abzudecken, doch leider werden wir auch hier enttäuscht. Wir haben viele Teile der Stadt und der Umgebung abgeklappert, aber das Smartphone wollte sich einfach nicht unter O2 in das LTE-Netz einbuchen. Schade! Wie sieht es denn mit der Deutschen Telekom aus? Kaum war eine SIM-Karte dieses Netzbetreibers im Gerät, schon bekamen wir ein 4G-Signal. Und das nicht zu knapp. Eine Downloadrate von bis zu 87 Mbit/s konnte im 4G-Speedtest prompt erreicht werden. Fast in der ganzen Stadt war ein LTE-Empfang möglich und das stets in sehr guter und stabiler Qualität. Im WLAN zeigten sich auch keine Probleme. Das Zorro erkannte unser Drahtlosnetzwerk problemlos und buchte sich ohne Umwege ein. Auch größere Seiten wurden in hoher Geschwindigkeit aufgerufen und Abbrüche waren keine zu verzeichnen.

Akku im Check

Ein IPS-LCD-Bildschirm und eine HD-Auflösung sind eine tolle Sache, doch beides verbraucht entsprechend Strom. Wird das dem nur 2.000 mAh großen Akku des Cubot Zorro zum Verhängnis? Begeisterung konnte der Energiespender in der Tat nicht auslösen. Bei 3 Stunden aktiver Nutzung und 90% Displayhelligkeit wurde eine Standby-Zeit von etwas über 18 Stunden erreicht. Das ist leider heutzutage bei vielen Smartphones mittlerweile ein Standardwert. Wir haben während der  Testphase etwa 30 Minuten 3D-Spiele gespielt, etwas mehr als eine Stunde im Internet gesurft, die Navigation kurzzeitig verwendet und YouTube-Videos angesehen. Wenn man ein ähnliches Nutzungsverhalten hat, wird man also über den Tag kommen. Für mehr reicht die Ausdauer allerdings nicht aus.

Performance-Check: Was sagen die Benchmarks?

Eigentlich sollte man hier ähnliche Werte wie beim von uns bereits getesteten Vodafone Smart 4 Turbo erwarten. Im AnTuTu sind beide Smartphones auch nahezu gleichauf und befinden sich oberhalb von 19.000 Punkten. Bei Quadrant zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch der 3DMark-Wert kann nicht verschweigen, dass das Cubot Zorro denselben Snapdragon 410 verwendet. In diesem Test, in dem es vor allem auf die Grafikleistung ankommt, bewegen sich beide bei auf einem ähnlichen Niveau mit 4.500 Punkten (Smart 4), beziehungsweise 4.300 Punkten (Cubot Zorro). Das Sony Xperia Z3 vervierfacht diesen Wert beinahe, kostet jedoch auch eine ganze Ecke mehr. Im Geekbench hat wiederum das chinesische Smartphone knapp die Nase vor dem Konkurrenten aus dem Hause Vodafone.


Benchmark Cubot Zorro LG G3 Galaxy Alpha VF Smart 4 Xperia Z3
Smartbench 6031 | 2892 7217 | 3475 5874 | 4500 - 8104 | 4362
Geek Bench Multi 473 | 1376 - - 1283
Quadrant Standard 10823 24130 23714 10733 20439
AnTuTu 19361 40046 48586 19886 39103
3DMark (Ice Storm) 4365 15904 13937 4554 17152


Geek Bench Testergebnis
Fazit zu den Benchmarks: Das Cubot Zorro befindet sich also bei den synthetischen Tests auf einem Niveau mit dem Smart 4 Turbo. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der gleiche Chipsatz die doppelte Pixelzahl stemmen muss. Für ein Gerät der unteren Preisklasse stimmt die Leistung also. Auch die Oberfläche, die Apps und HD-Videos können ohne Probleme und Ruckeln verwendet werden. Bei einem kleinen Test mit zwei 3D-Spielen (Asphalt 8 und Dead Trigger 2) haben wir ebenfalls nur selten Leistungseinbrüche bemerkt.

Test der Kamera beim Cubot Zorro –
was sagt der Praxis-Bildertest?

Nachdem wir bisher, abgesehen vom schlecht unterstützen O2-LTE, kaum einen größeren Mangel erkennen konnten, kommt nun das wohl größte Manko. Arg viel Freude wird man weder mit der Haupt- noch mit der Frontkamera haben. Zunächst sei angemerkt, dass Cubot etwas schummelt. Es sind in Wahrheit 8 Megapixel bei der rückseitigen Optik, welche auf 13 Megapixel interpoliert werden. Man sollte also gleich auf 8 Megapixel umstellen oder am PC nach dem Fotografieren die Auflösung reduzieren. Sonst wird aus den ohnehin schon recht vermatschten Bildern noch größerer Matsch. Beim derzeit schlechten Wetter haben viele Smartphone-Kameras Probleme, beim Cubot sind diese noch deutlicher erkennbar. Den Vergleich mit dem Galaxy Alpha hält das Gerät nicht im Ansatz stand, hier treffen aber auch zwei verschiedene Welten aufeinander. Doch selbst für Schnappschüsse sind Aufnahmen bei schlechterer Witterung mit dem Zorro nur im äußersten Notfall möglich. Nahaufnahmen / Makros werden etwas besser. Die 5 Megapixel der Frontkamera bringen leider auch nicht viel. Auflösung ist eben nicht alles und die Optik überbelichtet merklich und nimmt Fotos nur mit wenig Details auf.


Cubot Zorro Fototest Galaxy Alpha Fototest im Vergleich


Android und Apps

Die chinesischen Konzerne sind oft nicht sehr bastelfreudig bei der Gestaltung des Android-Betriebssystems. So bleibt dieses auch diesmal fast unangetastet. Neben den gewohnten Google-Anwendungen gibt es noch ein UKW-Radio, eine Taschenlampe, einen Dateimanager und eine Weltzeituhr. Dazu noch ein paar Hintergrundbilder und Widgets, ansonsten hat der Hersteller kaum etwas geändert. Dadurch ist dann anfangs viel Speicherplatz frei und man kann sich das System nach eigenem Belieben mit gewünschten Apps anreichern, ohne zunächst ungewollte Programme entfernen zu müssen. Bei den Einstellungen wurde nur an zwei Bereichen Hand angelegt. Man hat Optionen für das Verwalten der beiden SIM-Karten und die Möglichkeit, schnell das Verhalten des Smartphones bei Anschluss an einem PC zu regeln. So kann man entscheiden, ob das Gerät beispielsweise als Massenspeicher oder nur zum Aufladen genutzt werden soll.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis

Leider kann man das Cubot Zorro hierzulande nicht mit einem Vertrag erwerben. Die Möglichkeiten außerhalb von auf China-Geräte spezialisierter Shops an das Smartphone zu kommen, sind ebenfalls begrenzt. Wer jedoch Interesse hat, kann das Zorro beispielsweise bei Amazon finden. Dort schlägt es allerdings mit knapp 160 Euro zu Buche.

Fazit

Man merkt, dass der Hersteller Cubot erwachsen wird. Das Zorro kommt deutlich ausgereifter, als Vorgängerprodukte daher und hat vor allem bei der Verarbeitung deutlich zugelegt. Das Display ist ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen, auch die Audioqualität überzeugt. Beim LTE-Internet ist es ein zweischneidiges Schwert. Den beeindruckenden Werten im Telekom-Netz steht der Totalausfall mangels LTE-800 bei O2 gegenüber. Die Alltagsleistung stimmt allerdings und die Möglichkeit, zwei SIM-Karten zu verwenden, sollte man auch nicht unterschätzen. Wenn man also nicht an O2 gebunden ist und über die mäßige Kamera hinwegsehen kann, erhält man hier ein durchaus gelungenes Einsteiger-Smartphone.


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