Vor- und Nachteile bei chinesischen Smartphones & Tablets

Was taugen chinesische Mobilgeräte in Deutschland?


Chinesische Smartphones und China Tablets haben in den letzten Jahren bezüglich der Ausstattung auf regulär in Europa erhältliche Mobilgeräte aufgeholt. Das kommt vor allem durch den Einsatz hochwertigerer Komponenten.So werden z.B. häufig Kamera-Module aus dem Hause Sony sowie hochwertige SoCs von Qualcomm verbaut. Fingerabdrucksensoren und ein großer Akku gehören ebenfalls häufig zum guten Ton wie hohe Ladegeschwindigkeiten und Displays mit hoher Aktualisierungsrate. Dennoch existieren weiterhin einige vermeintliche Nachteile bei den Produkten aus dem asiatischen Raum, die zum Teil aber mittlerweile nur noch Vorurteile sind. Wir informieren Sie in diesem Bericht über Pro und Kontra der chinesischen Mobilgeräte.

Vor- und Nachteile von China-Smartphones

Vorteil Preis-Leistungs-Verhältnis

Vor allem der chinesische Konzern Xiaomi bringt häufig erstaunlich gut ausgestattete Smartphones zum günstigen Preis auf den Markt. Das Xiaomi Mi 5s war seinerzeit z. B. beispielsweise recht gut mit dem Google Pixel vergleichbar, kostete allerdings nur rund die Hälfte. Auch das 2021 auf den Markt gekommene Xiaomi Mi 11 kann mit den Flaggschiffen von Samsung (Galaxy S21) und Apple (iPhone 12) in vielen Bereichen problemlos mithalten. Mittlerweile setzen auch die chinesischen Konzerne oft hochwertige SoCs ein, wie z. B. den aktuellen Snapdragon 888, seinen Vorgänger Snapdragon 865 (beide von Qualcomm) oder die Top-SoCs von MediaTek (Dimensity 1100 und 1200). Zudem haben die chinesischen Modelle bei ähnlicher Ausstattung fast immer eine Dual-SIM-Unterstützung und einen größeren internen Speicher an Bord. Rein von der Hardware her gesehen, muss man also keine bis kaum Abstriche hinnehmen – und das bei einem meist deutlich günstigeren Kostenfaktor.

Allerdings ist der Kostenvorteil zuletzt immer kleiner geworden. Dies liegt zum einen daran, dass chinesische Smartphones immer besser ausgestattet sind und damit auch teurer werden. Zudem kosten sie bei einem offiziellen Europastart teils mehr als auf dem chinesischen Heimatmarkt. So kostet zum Beispiel das 2021er Flaggschiff Mi 11 von Xiaomi in Europa mit 799 Euro fast genauso viel wie das in vielen Punkten vergleichbare und 849 Euro teure Samsung Galaxy S21. Auf der anderen Seite bieten auch viele etablierte Hersteller wie Samsung teils auch recht günstige Modelle an, die nicht mehr deutlich teurer sind als die chinesische Konkurrenz.




Vorteil Premium-Features

Schon in der unteren Mittelklasse bieten China-Smartphones häufig hochwertige Materialien, wie Glas oder Aluminium. Des Weiteren zählt ein Fingerabdrucksensor quasi zur Standardausstattung, teils gibt sogar eine Gesichtserkennung für die Gerätefreischaltung. Zudem gibt es selbst bei Handys für unter 200 Euro viele Exemplare, die über ein Display mit Full-HD-Auflösung oder höher verfügen sowie mit mehr 90 Hz oder schneller aktualisieren. Akkukapazitäten von um die 4.000 mAh bis 5.000 mAh sind selbst innerhalb der Einsteigerklasse kein Wunschdenken. Als besonders positives Beispiel können wir hier das von uns getestete Xiaomi Redmi Note 4 nennen. In der Oberklasse gibt es ebenfalls Mut zur Innovation, so bietet beispielsweise das Xiaomi Mi 11 ein fast randloses Display mit 3.200 x 1.440 Pixel Auflösung, eine 108-Megapixel-Kamera und eine Ladegeschwindigkeit von bis zu 55 Watt.

Nachteil Performance

Die Performance der Oberklasse-Smartphones, die direkt innerhalb Europas verkauft werden, nimmt sich untereinander kaum etwas. Die Exynos-Plattformen und Snapdragon-SoCs aus dem Highend-Bereich, sind bei der Geschwindigkeit dicht beieinander. Immer noch viel Leistung, aber eben nicht ganz auf dem Niveau letztgenannter Chipsätze, haben die MediaTek-Plattformen inne. Allerdings haben auch hier die neuen Dimensity-Chips deutlich aufgeholt. Oberklassemodelle chinesischer Hersteller kamen früher häufig mit einem SoC dieses Herstellers auf den Markt, wodurch es vor allem bei der GPU-Performance kleinere Nachteile gibt. Das kann zu Problemen bei aufwändigen 3D-Spielen und hochauflösendem Video-Streaming führen. Allerdings setzen heute viele chinesische Hersteller auch auf die SoCs von Qualcomm wie den Snapdragon 888, die eben häufig auch in den Top-Geräten von Samsung und Co stecken. Somit ist der Performance-Nachteil weitestgehend aufgeholt bzw. fällt bei weitem nicht mehr so stark ins Gewicht wie früher..

Nachteil Software

Die Software ist – vor allem bei kleineren chinesischen Herstellern – oftmals eine Wundertüte. Es kann zu einer schlampigen Übersetzung kommen, wodurch sich zwar die deutsche Menüsprache einstellen lässt, diese aber in Einzelfällen mit Fragmenten chinesischer und englischer Sprache belastet ist. Bugs, also Fehler im Betriebssystem, können ebenfalls häufiger auftreten, da die Qualitätskontrolle meistens nicht dem Standard größerer Unternehmen entspricht. Außerdem hinkt das verwendete Android-Betriebssystem oftmals mindestens eine Generation hinterher. An sich, wären das keine allzu großer Nachteile, da man solche Software-Probleme in der Theorie mit einem Update beheben kann. Doch auch hier sparen die weniger bekannten chinesischen Hersteller häufig Ressourcen, weshalb entweder nur selten oder im schlimmsten Fall gar keine neue Software-Version erscheint. Dies kann ggf. zu Sicherheitslücken oder eben dem Fehlen von neuen Funktionen führen. Vorsicht ist außerdem bei extrem günstigen Smartphones und Tablets aus China geboten. Hier kann es vorkommen, dass die Software mit integrierter Spyware daherkommt und vertrauliche Daten des Nutzers weiterleitet.

Zudem hat sich in letzter Zeit ein weiteres Problem herauskristallisiert. Durch ein Embargo der USA für einheimische Unternehmen dürfen einige chinesische Hersteller wie Huawei nicht mehr auf die Dienste des Marktführers und Android-Entwicklers Google zurückgreifen. Das betrifft zwar nicht das Open-Source-Betriebssystem selbst, aber Apps und Services wie den Google Play Store, Google Pay oder Google Maps. Diese Features sind in Europa sehr beliebt und weit verbreitet, fehlen aber eben seit einiger Zeit auf diversen chinesischen Smartphones wie dem Huawei Mate 40. Dies hat vor allem Huawei arg gebeutelt. Zwar versucht der chinesische Tech-Gigant mit eigenen Lösungen Alternativen zu schaffen, z. B. einen eigenen Download-Store für Apps. Diese können aber (noch nicht) nicht mit den Google-Diensten mithalten.



Nachteil Funkstandard

Durch fehlende Frequenzbänder oder einer niedrigen LTE-Kategorie, kann es zu Problemen beim mobilen Internet kommen. Häufigster Knackpunkt ist das Band 20 (800 Megahertz), das in Deutschland von allen drei Netzbetreibern verwendet und häufig auf dem Land eingesetzt wird. Auch wenn das verwendete Modem eines China-Smartphones- oder Tablets generell diese Frequenz unterstützt, kann es sein, dass der Hersteller diese mangels einer offiziellen Einführung in Deutschland, nicht freigeschaltet hat. Des Weiteren wird die LTE-Kategorie des Modems häufig auf Cat. 6 (maximal 300 Mbit/s) herabgestuft, obwohl viele Funkmodule bereits eine schnellere Anbindung beherrschen. Beim WLAN kann ebenfalls Geschwindigkeit eingebüßt werden, denn einige chinesische Mobilgeräte sind auf 802.11n beschränkt. Der schnellere ac-Standard sowie das neue WLAN ax (Wi-Fi 6), inklusive Dual-Band (2,4 Gigahertz + 5 Gigahertz), werden teils eingespart. Allerdings gilt auch dies eher für die älteren Modelle, da die neuen chinesischen Smartphones in der Regel mit allen wichtigen Funktionen inklusive WLAN ax und 5G-Unterstützung ausgestattet sind.

Populäre Modelle im Vergleich:

Smartphone (China) Xiaomi Mi 11 5G Snapdragon 888 6,81 Zoll WQHD+ 8 GB / 128 GB Android 11 4.600 mAh LTE Cat 20 799 Euro
Smartphone (Europa) Samsung Galaxy S21 5G Exynos 2100 6,2 Zoll FHD+ 8 GB / 128 GB Android 11 4.000 mAh LTE Cat 20 849 Euro
Tablet (China) Huawei MatePad Kirin 810 10,4 Zoll 2.000 x 1.200 Pixel 4 GB / 64 GB Android 10 7.250 mAh k.A. 339 Euro
Tablet (Europa) iPad 2020 (8. Generation) A12 Bionic 10,2 Zoll 2.160 x 1.620 Pixel 3 GB / 32 GB iPadOS 14 8.557 mAh LTE Cat 6 519 Euro
Smartphone (China) Oppo Reno4 5G Snapdragon 765G 6,4 Zoll FHD+ 8 GB / 128 GB Android 10 4.020 mAh LTE Cat 16 599 Euro
Smartphone (Europa) Google Pixel 5 Snapdragon 765G 6,0 Zoll FHD+ 8 GB / 128 GB Android 11 4.000 mAh LTE Cat 15 629 Euro
Tablet (China) Teclast M40 Unisoc T618 10,1 Zoll WUXGA 6 GB / 128 GB Android 10 6.000 mAh k.A. 220 Euro
Tablet (Europa) Samsung Galaxy Tab A7 Snapdragon 662 10,4 Zoll WUXGA+ 3 GB / 32 GB Android 10 7.040 mAh LTE Cat 20 289 Euro

Fazit: Vergleichen lohnt sich häufig

Chinesische Smartphones und Tablets haben zwar in den letzten Jahren bei der Verarbeitung und der Performance deutlich zugelegt bzw. den Rückstand wettgemacht. Es bleiben aber immer noch einige Aspekte vor dem Kauf zu beachten. Selbst wenn das LTE Band 20 unterstützt wird und die Software größtenteils fehlerfrei ist, sind Updates teils Glückssache. Bei bekannteren Unternehmen wie Xiaomi, Huawei oder Oppo sieht das noch besser aus, bei kleinen Firmen wie Cubot oder Umi muss man sich häufig mit der vorinstallierten Android-Version begnügen. Wen diese Punkte nicht stören, der kann mit einem China-Mobilgerät unter Umständen ein Schnäppchen machen. Allerdings sind bei offiziell in Europa erhältlichen Geräten die Preisvorteile nicht mehr so groß wie früher. Bei aus China eingeführten Geräten sollten allerdings etwaige Zusatzkosten bei einem Import einkalkuliert werden, mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel.

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