Testbericht Huawei B315 LTE Router

Wir haben den Router wochenlang auf Herz und Nieren getestet


Mit dem Huawei B315 ist seit Sommer 2015 ein neuer LTE-Router in Deutschland erhältlich. Das Gerät hat einen großen Funktionsumfang und besitzt eine aktuelle Ausstattung mit Gigabit-LAN, schnellem WLAN, Telefonie und natürlich einem guten Mobilfunk-Modem. Mit einem Preis von unter 200 Euro ohne Vertrag, ist der Huawei B315 zudem vergleichsweise günstig zu haben. Max von LTE-Anbieter.info hat sich den Huawei B315 für diesen Testbericht genau angesehen und das Gerät drei Wochen lang täglich genutzt. Was kann der Router und wo liegen seine Grenzen?




Kompaktes Gehäuse mit vielen Anschlüssen

Der Huawei B315 wird in einem schlichten Pappkarton ausgeliefert und ist wahlweise mit einem schwarzem oder einem weißem Gehäuse erhältlich. Neben dem Router, wird ein Netzteil mit einem etwa 1,5 m langem Anschluss-Kabel und ein kurzes Ethernet-Kabel (etwa 0,5 m) mitgeliefert, außerdem gibt es natürlich eine gedruckte Schnellstart-Anleitung.

Schaut man sich das Gehäuse etwas genauer an, so fällt auf, dass es trapezförmig gestaltet ist: Unten ist der Router etwas dicker und hat dadurch einen sicheren Stand auf ebenem Untergrund, oben verjüngt sich die Breite zusehends. Alle Antennen wurden im Inneren verbaut, dadurch gibt es keine hässlichen Antennen-Stummel und man kann den Huawei B315 durchaus auch auf der Kommode im Flur platzieren, ohne das die Optik stört. Auf der Front hat Huawei fünf LED-Anzeigen für den Betriebsstatus verbaut. Außerdem ziert ein kleines und dezentes Logo des Herstellers die Front.

Rückseite und Anschlüsse

Alle wichtigen Anschlüsse sind auf der Rückseite platziert. Es gibt vier RJ45 Gigabit-Ethernet- Anschlüsse, einen RJ11 Telefon-Anschluss, einen USB 2.0 Port und einen Reset-Knopf. Außerdem ist auf der Rückseite der Stecker fürs Netzteil angebracht und man findet unter einer Abdeckung zwei SMA-Anschlüsse für eine externe Antenne. Die SIM-Karte setzt man seitlich am B315 ein, der Schacht selbst, wird mit einer Abdeckung geschützt und ist sehr einfach zugänglich.


Lieferumfang

Einfache Inbetriebnahme

Die Einrichtung und Inbetriebnahme des Huawei B315 gestaltete sich sehr einfach. Der Router funktioniert mit jeder SIM-Karte und erkennt den Anbieter voll automatisch, sodass direkt die passenden Zugangsdaten (wie etwa der richtige APN), ausgewählt werden. Selbstverständlich kann man die Zugangsdaten später aber auch manuell anpassen. Nach dem Einlegen der SIM-Karte muss man sich entweder per LAN-Kabel oder drahtlos per WLAN mit dem Huawei B315 verbinden, im Test ging das problemlos. Das WLAN-Netzwerk wird natürlich von Werk verschlüsselt, das entsprechende Passwort und den WLAN-Namen finden Kunden auf der Unterseite des Routers. Dort sind die Zugangsdaten ablesbar. Sowohl das Passwort als auch der WLAN-Name sollten später geändert werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.



Besitzt die SIM-Karte keinen PIN-Code, so ist der Router schon wenige Sekunden nach dem einstecken des Netzteils mit dem Internet verbunden. Andernfalls muss man erst über das Webinterface, welches mit der IP-Adresse 192.168.1.254 aufgerufen wird, den PIN-Code eingeben. Alles in allem, gestaltet sich die Inbetriebnahme äußerst simpel und es bedarf keiner weitreichenden Computer-Kenntnisse, sodass der Huawei B315 auch für Einsteiger empfehlenswert ist.


LTE mit bis zu 150 MBit/s

Der Huawei B315 hat ein integriertes Mobilfunk-Modem für 4G / LTE, 3G / UMTS und 2G / GSM, also für alle wichtigen Technologien in Deutschland und Europa. Auch die unterstützten Frequenzbänder erlauben den Einsatz mit jedem Anbieter in Deutschland und darüber hinaus auch in vielen anderen Ländern. So werden zum Beispiel bei LTE nicht nur die wichtigen Frequenzbereiche um 800, 1800 und 2600 MHz unterstützt, sondern auch die um 900 und 2100 MHz. Die maximale Geschwindigkeit beträgt im LTE Netz bis zu 150 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload (LTE der Kategorie 4), dafür ist natürlich ein entsprechender Tarif die Voraussetzung. Steht nur das UMTS-Netz zur Verfügung oder erlaubt der Tarif keine LTE-Nutzung, so sind im UMTS-Netz bis zu 42,2 MBit/s im Download und 5,76 MBit/s im Upload möglich, dafür wird der Daten-Beschleuniger DC-HSPA+ genutzt.

Einstellmöglichkeiten im Menü

Wie bereits erwähnt, erlaubt der Huawei B315 auch den Anschluss einer externen Antenne. Im Test mit einer novero Dabendorf LTE 800 MIMO-Antenne, konnte die Geschwindigkeit und die Stabilität der Verbindung deutlich gesteigert werden, wobei auch die internen Antennen im Router schon gute Arbeit leisten. Bevor eine zusätzliche Antenne angeschlossen wird, sollte man sich aber auf jeden Fall bei seinem Anbieter informieren, welcher Frequenzbereich genutzt wird, sodass man die passende Antenne verwenden kann.


Heimnetz mit Gigabit LAN

Neben einer schnellen Internet-Verbindung, bietet der Huawei B315 LTE-Router auch umfangreiche Funktionen zur Heimvernetzung. So können bis zu vier Endgeräte per Kabel mit dem Router verbunden werden. Die maximale Datenübertragung (Geschwindigkeit) beträgt dann bis zu 1 Gigabit, also rund 1000 MBit/s. Über WLAN sind zusätzlich bis zu 32 Geräte gleichzeitig möglich, allerdings liegt die maximale Datenrate dann mit 300 MBit/s deutlich unter dem Niveau via Kabel.

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Der USB 2.0 Anschluss auf der Rückseite ist nicht zum Anschluss eines Computers gedacht, sondern kann zum Beispiel für Speichermedien wie etwa eine externe Festplatte oder einen USB-Speicherstick verwendet werden. Wichtig zu wissen: Der Speicher sollte nach FAT32 formatiert sein, die oft bei externen Festplatten verbreitete NTFS-Formatierung wird vom Huawei B315 nicht erkannt. Außerdem ist der USB-Anschluss für die Einbindung eines Druckers in das Netzwerk geeignet, dieser muss lediglich das Samba-Protokoll unterstützen.

Im Test konnte die Heimnetz-Funktion überzeugen. Ein HD-Video auf einem am Huawei B315 angeschlossenen USB-Stick konnte problemlos an einen Fernseher gestreamt werden, Ruckler oder Verzögerungen gab es nicht und die Leistung des Routers war so gut, dass nebenbei auch mit mehreren Geräten gleichzeitig im Internet gesurft werden konnte.

Telefonie über Mobilfunk

Der Huawei B315 kann bei Bedarf auch für Telefonie genutzt werden, allerdings wurde diese Funktion nur halbherzig umgesetzt. So kann man an der Rückseite nur ein analoges Telefon mit RJ11 Anschluss einstecken. Viele Telefone werden in Deutschland aber nur mit einem TAE-Anschluss-Kabel ausgeliefert, sodass man hier entweder ein passendes Kabel oder einen Adapter benötigt. Auf eine DECT-Funktion für den Anschluss kabelloser Telefone hat der Hersteller Huawei verzichtet, sodass man zwingend auf den RJ11-Anschluss angewiesen ist. Ein weiterer Nachteil: Die Telefonie ist nur über Mobilfunk, das heißt über den Tarif der SIM-Karte, möglich. Voice over IP (VoIP) wird nicht unterstützt. Viele Daten-Tarife bieten aber keine Telefonie-Funktion oder nur mit sehr teuren Minuten-Preisen, sodass die Telefon-Funktion beim Huawei B315 für die meisten Anwender nutzlos sein dürfte.


Fazit: LTE Router mit guter Ausstattung

Betrachtet man das Gesamtpaket, so bietet der Huawei B315 eine überzeugende Ausstattung, eine einfache Einrichtung und eine gute Leistung. Im Test konnte neben den klassischen Funktionen, vor allem auch die Leistung im Heimnetzwerk überzeugen, sodass der Huawei B315 insbesondere für Familien und Haushalte mit mehreren Nutzern gut geeignet ist. Wer jedoch auf eine besonders ausgefeilte Telefon-Funktion wert legt, der sollte sich lieber einen anderen LTE-Router wie etwa die AVM FRITZ!Box 6842 anschauen. Der Huawei B315 ist im Online-Handel für unter 200 Euro in den Farben schwarz und weiß erhältlich. Direkt beim Anbieter bekommt man den Router nicht, sodass der entsprechende Vertrags-Tarif auf jeden Fall separat abgeschlossen werden muss.

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