LTE Max Spezial

Was steckt hinter dem Begriff "LTE Max" bzw. LTE+?


Die Deutschen Mobilfunkprovider nutzen in der Außenkommunikation (TV, Print etc.) seit einigen diverse, fiktive Superlative. Nach "LTE+“ bzw. „LTE Plus“, hat sich branchenweit mittlerweile "LTE Max" durchgesetzt. Und auch Vodafone und O2 sind nach der Telekom auf den Zug aufgesprungen. Etwas verwirrend für den Kunden ist das schon! Worum handelt es sich dabei? Eine neue LTE-Variante oder gar der Nachfolger? Hier erfahren Sie im Detail, was es damit auf sich hat, und was LTE Max in der Praxis bringt und was man bei der Benutzung unbedingt beachten muss!

Telekom bewirbt LTE-Max auf der IFA 2016


Im Prinzip muss man sich zunächst vor Augen halten, dass „LTE“ nur ein Oberbegriff ist und kein starrer, unveränderlicher Standard. Vielmehr werden von einer Instanz (ITU) ständig neue Techniken und Verfahren hinzu definiert. Wird ein größerer Sprung erreicht, fasst man diese in Revisionen zusammen. Einer Art Versionsnummer. Dort wird festgeschrieben, was von Providern und Hardwareherstellern alles unterstützt werden muss, um die Kriterien einer bestimmten Revision zu erfüllen. In den Anfangsjahren wurde in Deutschland ausschließlich LTE in der Revision 8 eingesetzt. Diese sieht nun wiederum verschiedene mögliche Hardware-Kategorien vor. Gängig waren bis 2013 vor allem LTE-Geräte, die der Kategorie 3 folgen. Auch die 4G-Anbieter hatten ihre Netze so ausgerüstet, dass Geräte der Kategorie 1 bis 3 ins Netz konnten. Damit waren technisch Datenraten von bis zu 100 MBit via LTE möglich. Doch es geht bekanntlich noch weit schneller! Der nächste logische Schritt war die Unterstützung der Kategorie 4 – kurz CAT4. CAT4 leistet bis zu 150 MBit Downloadrate und bis zu 50 MBit im Upload. Fazit: Ist von „LTE Plus“ die Rede, steckt dahinter eigentlich der Hinweis, dass LTE in der Gerätekategorie 4 vorausgesetzt bzw. unterstützt wird. Mehr zu diesem Thema, können Sie übrigens hier nachlesen.

Sowohl Vodafone als auch Telekom, rüsten seit der IFA 2013 ihre städtischen LTE-Netze auf und machen diese fit für CAT4 oder höher. Ohne technische Änderungen ist dies leider nicht möglich. Doch wie wir noch zeigen werden, müssen sich auch Endkunden ggf. rüsten. Mehr dazu im übernächsten Kapitel.

1. LTE Max: Fortschrittliche Technik oder Marketing-Gag?

Seit der Einführung von LTE vor 7 Jahren, gab es bereits mehrere Anhebungen bezüglich der maximal erreichbaren Datenrate. Auch für die nächsten Jahre werden weitere Verbesserungen bis über 1000 MBit erwartet. Daher auch die Bezeichnung "Long Term Evolution". Den ersten großen Schritt, stellte die Einführung von LTE-Advanced im November 2014 dar. Damals startete die Telekom erstmals mit einer 4G-Technik, welche nochmals eine doppelt so hohe Datenübertragungsrate versprach (300 MBit), wie zuvor möglich. Sowohl Telekom, O2 als auch Vodafone, beendeten dann ab 2015 schrittweise die sonst übliche Praxis, Tarife im Preis nach der Datenrate zu differenzieren. Heute unterscheiden sich die Angebote vor allem in Hinblick auf das enthaltene Inklusiv-Datenvolumen und in diversen Extraservices, wie Stream ON. Um es den Kunden einfacher zu machen, ging man also dazu über, einfach allen LTE-Nutzern immer die technisch maximal mögliche Geschwindigkeit zu bieten und diesen Service einfach "LTE Max" zu nennen.

Fazit: LTE Max repräsentiert die höchstmögliche Datenrate im LTE-Netz eines Anbieters.

Die tatsächliche Geschwindigkeit von "LTE Max" unterscheidet sich aber je nach Netzbetreiber. Bei O2 sind momentan 225 möglich. Telekomkunden surfen mit 300 MBit in 4G-Netz - bei Vodafone sind es 500 MBit. Prinzipiell sind per LTE-Advanced-Standard aber sogar bis zu 1000 MBit pro Sekunde per Funk keine Fiktion mehr. In naher Zukunft dürfen Tarife mit "LTE Max" daher noch weit schneller sein als 500 MBit. Anvisiert sind zunächst Datenraten mit über 600 MBit.

1.1 Neue Hardware für LTE Max nötig?

kompatibler Router zu LTE MAX

Passende Hardware ist übrigens Voraussetzung, um "LTE Max" auch mit der jeweiligen Datenrate ausnutzen zu können. 300 MBit und höher, verlangt nach einem Endgerät mindestens der Kategorie 6 (CAT6). Der oben abgebildete Zyxel-Router repräsentiert als Beispiel so ein Modell. Die meisten neueren Top-Smartphones und Tablets seit 2016, unterstützen übrigens alle aktuell gängigen Datenraten die via "LTE-Max" von den Providern ausgelobt werde. Ältere Hardware ist dagegen oft nur Konform zu CAT4 oder CAT3, also für bis zu 150 bzw. 100 MBit ausgelegt. Das gilt übrigens für Tablets, Smartphone und Sticks gleichermaßen. Achten Sie also beim Kauf darauf, dass CAT6 (oder höher) schon unterstützt wird. Bei uns finden Sie hier kompatible Smartphones und passende Sticks.

1.2 Kosten und Tarife für LTE MAX

Erfreulicher Weise setzte sich vor einigen Jahren in der Telekommunikationsbrache ein kundenfreundlicher Trend durch. Derart, dass Kunden nicht mehr unterschiedliche monatliche Entgelte für die Geschwindigkeit entrichten, sondern nur noch aufgrund unterschiedlicher Inklusivleistungen. Die Netzbetreiber unterscheiden, wie schon angedeutet, heute nicht mehr nach Datenübertragungsrate. Die Preise finden im Vergleich der LTE-Tarife hier für Telekom, O2 bzw. Vodafone.


1.3 Wo ist LTE-Max verfügbar bzw. wird ausgebaut?

Die Telekom und Vodafone haben bereits eine beträchtliche Zahl an Städten aufgerüstet. Wieviel genau, verraten beide jedoch leider nicht explizit - vielmehr ist immer nur vom LTE-Ausbau generell die Rede. Schon in Kürze soll LTE Max in allen Ständen möglich sein. O2 bietet seit Oktober 2016 ebenfalls beschleunigtes 4G mit bis zu 225 MBit, nennt aber nicht explizit Eckdaten zum Ausbaustand.


1.4 Gibt es LTE-Max auch für Zuhause?

Wer LTE als DSL-Ersatz im ländlichen Raum nutzt, profitiert leider kaum von höheren Datenraten, da hier LTE meist mit 800 MHz ausgebaut wird. Dies limitiert die mögliche Geschwindigkeit auf 50 MBit. Für Speedwerte jenseits der 100 MBit sind Nutzbänder von mindesten 20 MHz Breite nötig. 300 MBit und mehr setzt zudem Carrier Aggregation voraus. Daher wird Daher sind die meisten Heim-Angebote als DSL-Alternative heute noch auf 50-100 MBit beschränkt. Eine Ausnahme bildet hier nur der GigaCube-Tarif von Vodafone.



2. Was ist LTE Plus?

In den Anfangsjahren war dagegen eine andere Bezeichnung verbreitet, nämlich "LTE Plus". Hinter LTE+ steckte ein modernisiertes LTE-Verfahren. Statt „nur“ 100 MBit/s, waren erstmals 50 Prozent höhere Datenraten möglich. Allerdings handelte es sich keineswegs um einen offiziellen Standard, der diesen Namen trägt. Vielmehr war „LTE Plus“ tatsächliche eine frei erfundene Wortspielerei aus der Telekom-Marketingabteilung. Der Konzern stand mit solch kreativen Entlehnungen aber bei weitem nicht alleine da. Vodafone nutzte für die Vermarktung seiner LTE-Angebote lange Zeit das Kunstwort „Real LTE“. Frei übersetzt bedeutet das so viel wie „echtes LTE“, was natürlich Nonsens ist und gleichsam nur dem Marketing dient. Daher sind wir der Meinung, dass derartige Wortschöpfungen nicht gerade hilfreich für Verbraucher sind, die sich nach Jahren langsam an den Begriff "LTE" bzw. "4G" gewöhnten.


2.1 CAT4: Die Technik hinter „LTE+“

Im Prinzip muss man sich wieder vor Augen halten, dass „LTE“ nur ein Oberbegriff ist und kein starrer, unveränderlicher Standard. Vielmehr werden von einer Instanz (ITU) ständig neue Techniken und Verfahren hinzu definiert. Wird ein größerer Sprung erreicht, fasst man diese in Revisionen zusammen - einer Art Versionsnummer. Dort wird festgeschrieben, was von Providern und Hardwareherstellern alles unterstützt werden muss, um die Kriterien einer bestimmten Revision zu erfüllen.

In den Anfangsjahren wurde in Deutschland ausschließlich LTE in der Revision 8 eingesetzt. Diese sieht nun wiederum verschiedene mögliche Hardware-Kategorien vor. Gängig waren bis 2013 vor allem LTE-Geräte, die der Kategorie 3 folgen. Auch die 4G-Anbieter hatten ihre Netze so ausgerüstet, dass Geräte der Kategorie 1 bis 3 ins Netz konnten. Damit waren technisch Datenraten von bis zu 100 MBit via LTE möglich. Doch es geht bekanntlich noch weit schneller! Der nächste logische Schritt war die Unterstützung der Kategorie 4 – kurz CAT4. CAT4 leistet bis zu 150 MBit Downloadrate und bis zu 50 MBit im Upload. Fazit: Ist von „LTE Plus“ die Rede, steckt dahinter eigentlich der Hinweis, dass LTE in der Gerätekategorie 4 vorausgesetzt bzw. unterstützt wird. Mehr zu diesem Thema, können Sie übrigens hier nachlesen.

Weiterführendes

» Wie schnell ist eigentlich LTE?

» Was erwartet uns mit 5G, dem LTE-Nachfolger?




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