LTE Max & LTE Plus Spezial

Was steckt hinter dem Begriff "LTE Plus" (LTE+) bzw. "LTE Max"?


Die Deutschen Mobilfunkprovider nutzen in der Außenkommunikation (TV, Print etc.) seit einigen diverse, fiktive Superlative. Nach "LTE+“ bzw. „LTE Plus“, hat sich branchenweit nun "LTE Max" durchgesetzt. Und auch Vodafone und O2 sind 2016 auf den Zug aufgesprungen. Etwas verwirrend für den Kunden ist das schon! Worum handelt es sich dabei? Eine neue LTE-Variante oder gar der Nachfolger? Hier erfahren Sie im Detail, was es damit auf sich hat, und was LTE Plus bzw. Max in der Praxis bringen und man bei der Benutzung unbedingt beachten muss!

Telekom bewirbt LTE-Max auf der IFA 2016


LTE Plus: Fortschrittliche Technik oder Marketing-Gag?

Eigentlich stimmt beides, denn tatsächlich steckt hinter LTE+ ein moderneres LTE-Verfahren im Vergleich zu dem, was seit dem Start jahrelang angeboten wurde. Statt „nur“ 100 MBit/s, sind nochmals 50 Prozent höhere Datenraten möglich. Allerdings handelt es sich keineswegs um einen speziellen Standard, der diesen Namen trägt. Vielmehr ist „LTE Plus“ tatsächliche eine frei erfundene Wortspielerei aus der Telekom-Marketingabteilung. Der Konzern steht mit solch kreativen Entlehnungen aber bei weitem nicht alleine da. Vodafone nutzte für die Vermarktung seiner LTE-Angebote lange Zeit das Kunstwort „Real LTE“. Frei übersetzt bedeutet das so viel wie „echtes LTE“, was natürlich Nonsens ist und gleichsam nur dem Marketing dient. Leider sind wir der Meinung, dass derartige Wortschöpfungen nicht gerade hilfreich für Verbraucher sind, die sich nach Jahren nun endlich langsam an den Begriff "LTE" bzw. "4G" anfangen zu gewöhnen.


CAT4: Die Technik hinter „LTE+“

Im Prinzip muss man sich zunächst vor Augen halten, dass „LTE“ nur ein Oberbegriff ist und kein starrer, unveränderlicher Standard. Vielmehr werden von einer Instanz (ITU) ständig neue Techniken und Verfahren hinzu definiert. Wird ein größerer Sprung erreicht, fasst man diese in Revisionen zusammen. Einer Art Versionsnummer. Dort wird festgeschrieben, was von Providern und Hardwareherstellern alles unterstützt werden muss, um die Kriterien einer bestimmten Revision zu erfüllen. In den Anfangsjahren wurde in Deutschland ausschließlich LTE in der Revision 8 eingesetzt. Diese sieht nun wiederum verschiedene mögliche Hardware-Kategorien vor. Gängig waren bis 2013 vor allem LTE-Geräte, die der Kategorie 3 folgen. Auch die 4G-Anbieter hatten ihre Netze so ausgerüstet, dass Geräte der Kategorie 1 bis 3 ins Netz konnten. Damit waren technisch Datenraten von bis zu 100 MBit via LTE möglich. Doch es geht bekanntlich noch weit schneller! Der nächste logische Schritt war die Unterstützung der Kategorie 4 – kurz CAT4. CAT4 leistet bis zu 150 MBit Downloadrate und bis zu 50 MBit im Upload. Fazit: Ist von „LTE Plus“ die Rede, steckt dahinter eigentlich der Hinweis, dass LTE in der Gerätekategorie 4 vorausgesetzt bzw. unterstützt wird. Mehr zu diesem Thema, können Sie übrigens hier nachlesen.

Sowohl Vodafone als auch Telekom, rüsten seit der IFA 2013 ihre städtischen LTE-Netze auf und machen diese fit für CAT4 oder höher. Ohne technische Änderungen ist dies leider nicht möglich. Doch wie wir noch zeigen werden, müssen sich auch Endkunden ggf. rüsten. Mehr dazu im übernächsten Kapitel.

Der "Nachfolger von "LTE Plus = "LTE Max"!?

Der Technik-Sprung war bei weitem nicht der Letzte in der Evolution von LTE. Daher auch die Bezeichnung "Long Term Evolution". Den nächsten großen Schritt stellte die Einführung von LTE-Advanced im November 2014 dar. Damals startete die Telekom erstmals mit der Technik, die nochmals mindestens eine doppelt so hohe Datenübertragungsraten wie "LTE+" bietet, also z.B. 300 MBit/s. Sowohl Telekom, O2 als auch Vodafone, nennen die höchstmögliche Datenrate im eigenen Netz jeweils "LTE Max" - offensichtlich mit der Anspielung auf "maximale Geschwindigkeit".

Prinzipiell sind per LTE-Advanced-Standard aber sogar bis zu 1000 MBit pro Sekunde per Funk keine Fiktion mehr. In naher Zukunft dürfen Tarife mit "LTE Max" daher noch weit schneller sein als 300 MBit. Anvisiert sind zunächst Datenraten mit 500-600 MBit. Vodafone experimentiert in einigen Städten schon mit 500 MBit - Tendenz steigend.

Neue Hardware nötig?

kompatibler Router zu LTE MAX

Passende Hardware ist übrigens auch hier nötig. 300 MBit und höher verlangt nach einem Endgerät mindestens der Kategorie 6 (CAT6). Der oben abgebildete Zyxel-Router repräsentiert als Beispiel so ein Modell. Die meisten neueren Top-Smartphones und Tablets seit 2016, unterstützen übrigens auch LTE-Max. Ältere Hardware ist oft nur Konform zu CAT4 oder CAT3, also für bis zu 150 bzw. 100 MBit ausgelegt. Das gilt übrigens für Tablets, Smartphone und Sticks gleichermaßen. Achten Sie also beim Kauf darauf, dass CAT6 (oder höher) schon unterstützt wird. Bei uns finden Sie hier kompatible Smartphone und passende Sticks.

Kosten und Tarife für LTE MAX

Erfreulicher Weise setzt sich in der Telekommunikationsbrache ein Trend durch. Derart, dass Kunden nicht mehr unterschiedliche monatliche Entgelte für die Geschwindigkeit entrichten, sondern nur noch aufgrund unterschiedlicher Inklusivleistungen. Die Netzbetreiber unterscheiden heute nicht mehr nach Datenübertragungsrate. Alle Mobilfunktarife sind gleich schnell - daher auch die nächste Bezeichnung "LTE MAX". Die Preise finden im Vergleich der LTE-Tarife hier für Telekom, O2 bzw. Vodafone.


Wo ist LTE-Max verfügbar bzw. wird ausgebaut?

Die Telekom und Vodafone haben bereits eine beträchtliche Zahl aufgerüstet. Wieviel genau, verraten beide jedoch leider nicht explizit - vielmehr ist immer nur vom LTE-Ausbau generell die Rede. Schon in Kürze soll LTE Max in allen Ständen möglich sein. O2 bietet seit Oktober 2016 ebenfalls beschleunigtes 4G mit bis zu 225 MBit, nennt aber nicht explizit Eckdaten zum Ausbaustand.


FAQ: Gibt es LTE+ oder Max auch für Zuhause?

Wer LTE als DSL-Ersatz im ländlichen Raum nutzt, profitiert leider bisher nur selten. Denn die Kategorie 4 arbeitet nur mit Frequenzen ab 1800 MHz, im ländlichen Raum kommt hingegen meist nur 800 MHz zum Einsatz. Zudem ist ein Spektrum von 20 MHz nötig, was im ländlichen Raum bei LTE800 ebenfalls nicht gegeben ist. Daher sind die meisten Angebote auf 50-100 MBit beschränkt. Eine Ausnahme bildet hier nur der GigaCube-Tarif von Vodafone.


Weiterführendes

» Wie schnell ist eigentlich LTE?

» Was erwartet uns mit 5G, dem LTE-Nachfolger?




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