Mediathek: China-Chipsatz-Spezial

Alle Details zu den Mediatek CPUs in chinesischen Mobilgeräten


Chinesische Smartphones und Tablets, die nicht direkt für den europäischen Markt bestimmt sind, weisen teils andere Chipsätze als bei den hierzulande etablierten Marken auf. Während in Europa vor allem bei der Einsteiger- und Mittelklasse die von Qualcomm gefertigten Snapdragon-SoCs omnipräsent sind, werden in chinesischen Mobilgeräten dieser Preiskategorien meist Lösungen von "MediaTek" verbaut. Wir wollen Ihnen in diesem Spezial deshalb ausführlich diesen Chipsatzhersteller und seine wichtigsten Prozessoren vorstellen. Wir werden den Bericht mit dem Erscheinen neuer MediaTek-SoCs stets erweitern.

MediaTek: Von der Randnotiz zur ernstzunehmenden Alternative

Das Unternehmen wurde am 28. Mai 1997 in Taiwan gegründet und stellt Plattformen für ein breites Spektrum von Elektronikartikeln bereit. Neben Smartphones und Tablets, werden unter anderem auch Fabrikanten von Smart-TVs, Blu-ray-Playern und Smartwatches beliefert. Doch erst im Jahre 2013 wurde MediaTek mit der Vorstellung des MT6592 stärker von den Konsumenten und Smartphone-Herstellern wahrgenommen. Der Konzern warb damit, den ersten „echten Octa-Core-Prozessor“ für mobile Endgeräte entworfen zu haben. Anders als bei damaligen Qualcomm-Lösungen, handelte es sich beim MT6592 nämlich um ein SoC, der über acht identische Kerne verfügte. LTE-Support fehlte damals allerdings noch. Erst ab 2014 produzierte MediaTek-Chipsätze beinhalten ein 4G/LTE-Modem. Unter anderem die Produktreihen Helio P (MT675x / Mittelklasse) und Helio X (MT679x / Highend).

Die Performance der MediaTek SoCs

Während der letzten Jahre hat der taiwanische Konzern den Performance-Abstand zum Konkurrenten Qualcomm etwas verkürzt. So liefert beispielsweise der Helio X20 im Benchmark AnTuTu etwa 95.000 Punkte. Der direkte Rivale Snapdragon 820 kam hingegen auf circa 123.000 Punkte. In der Mittelklasse sieht es ähnlich aus. Während der Helio P10 durchschnittlich 48.000 Zähler in AnTuTu liefert, kann der Snapdragon 625 mit einer Wertung von knapp 60.000 aufwarten. Bei der populären Einsteigerklasse, deren Chipsätze sich zumeist in Smartphones mit einem Kaufpreis bis 200 Euro tummeln, liegt Qualcomm abermals in Führung. Der MediaTek MT6737 kommt in AnTuTu auf rund 28.000 Punkte, der Snapdragon 430 hingegen auf etwa 40.000 Punkte. Qualcomm hat also bei der aktuellen SoC-Generation einen Performance-Vorsprung von durchschnittlich 25 Prozent. Bei der Alltagsperformance macht sich das jedoch nur selten bemerkbar. Wenn Sie hingegen hochauflösende Videos über LTE oder WLAN streamen oder neuere 3D-Spiele spielen möchten, kann die geringere Rohleistung ein Nachteil sein.

Mögliche Probleme bei der LTE-Nutzung

Nur wenige Smartphones, wie etwa das HTC A9s, werden in Deutschland direkt mit einem MediaTek-Prozessor herausgebracht. Deswegen müssen solche Handys oftmals importiert werden. Das hat jedoch meist den Nachteil, dass das LTE-Modem nicht für den deutschen Markt angepasst wurde. So fehlt häufig das Band 20 (800 Megahertz), was in manchen Regionen zu Problemen führen kann. Hierzulande nutzen sowohl die Telekom, als auch Vodafone und Telefónica diese Frequenz. Zumeist wird sie zur 4G-Versorgung auf dem Land eingesetzt. In Städten dürfte der Nachteil deutlich geringer sein.

MediaTek Prozessoren im Portrait


MediaTek MT6735 / MT6738(T)

In besonders günstigen Smartphones ist der im zweiten Quartal 2015 erschienene SoC MT6735 vorzufinden. Hier wird Schonkost geboten, sei es bei der CPU, der GPU oder des LTE-Internets. Die vier Cortex-A53-Kerne haben bereits bei 1,3 GHz ihr Limit erreicht und die GPU Mali-T720 MP2 ist mit hochauflösendem Video-Streaming oder aufwendigen 3D-Spielen überfordert. Dazu passt dann auch die gemächliche Performance des LTE-Modems, das über Cat. 4 im Download nicht hinaus kommt. VoLTE fehlt sogar vollends. In 2016 folgte schließlich das etwas besser ausgestattete Modell MT6738. Zwar bleibt es bei der Cortex-A53-Architektur, die Kerne takten mit 1,5 GHz aber etwas höher. Des Weiteren verfügt der Grafikchip Mali-T860 MP2 über mehr Reserven. Am Cat.-4-Modem hat sich indes nichts geändert. Bei der Variante MT6738T taktet die GPU übrigens mit 520 anstatt 350 MHz.

MT6737

Der im zweiten Quartal 2016 eingeführte Chipsatz ist in der Einsteigerklasse einzuordnen. Das macht schon die geringe Taktrate des Quad-Core-Prozessors von nur 1,5 Gigahertz deutlich. Immerhin handelt es sich aber um die neuere Cortex-A53-Architektur. Der Grafikchip Mali-T720 MP2 ist zwar noch relativ jung, doch allzu flüssig laufen neuere 3D-Spiele oder 2K-Videos mit ihm nicht. Lobenswert ist hingegen die LTE-Konnektivität. Zum einen ist eine Bandbreite nach LTE Cat. 4 gegeben, zum anderen wird sogar VoLTE unterstützt. MediaTek vermarktet den MT6737 sowohl mit einem LPDDR2- als auch mit einem LPDDR3-Speichercontroller.

MT6750

Der Konzern setzt mittlerweile verstärkt auf populäre LTE-Features, weshalb dieser im Frühling 2016 erschienene Chipsatz die Telefonie über das 4G-Netz ermöglicht. Neben VoLTE, kann der MT6750 aber mit einem weiteren Highlight aufwarten, nämlich LTE-Advanced der Kategorie 6. Somit können sich Breitband-Fans über eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Mbit/s im Download und maximal 50 Mbit/s im Upload freuen. Der Prozessor an sich ist ein Octa-Core-Modell mit Cortex-A53-Basis. Dabei takten vier Kerne mit bis zu 1,5 Gigahertz und vier weitere mit bis zu 1 Gigahertz. Die GPU Mali-T860 MP2 reicht für die meisten grafiklastigen Anwendungen aus. Der LPDDR3-RAM kann bis zu 4 GB betragen.

MT6753

Dieser Chipsatz bietet einen Octa-Core-Prozessor mit acht einheitlichen Cortex-A53-Kernen. Der CPU-Takt kann bis zu 1,5 Gigahertz betragen, der Speichercontroller kommt in Form von LPDDR3 daher. Zwar wird auch hier die GPU Mali-T720 genutzt, aber in der Variante MP3, was mehr Grafikkerne mit sich bringt. Das gibt ein leichtes Plus bei der Berechnung von 3D- und Video-Inhalten. Auf VoLTE müssen Anwender leider verzichten, auf die 4G-Datenübertragung hingegen nicht. Das Modem kann mit LTE der Kategorie 4 umgehen.

MT6755 (Helio P10)

Ende 2015 führte MediaTek das erste Modell der Mittelklasse-SoC-Reihe „Helio P“ ein. Der Helio P10 besteht aus einem 2 Gigahertz taktenden Quad-Core-Cluster und weiteren vier Kernen mit 1 Gigahertz. Alle Einheiten kommen mit der Cortex-A53-Architektur daher. Für die Grafikberechnung zeichnet sich die Mali-T860 MP2 verantwortlich. Der Controller des Arbeitsspeichers ist technisch auf dem Niveau LPDDR3. Das mobile Breitband kann mit bis zu LTE Cat. 6 angesteuert werden. Dafür werden 2x 20 Megahertz Carrier Aggregation kombiniert. VoLTE wird leider nicht unterstützt.

MT6757 (Helio P20)

Ausnahmslos alle SoCs des taiwanischen Unternehmens, wurden seit 2013 im 28- oder 20-Nanometer-Fertigungsprozess hergestellt. Mit dem im Herbst 2016 veröffentlichten Helio P20, stellte das Unternehmen erstmals auf ein moderneres Verfahren (16 Nanometer) um. Dadurch ist der SoC stromsparender bei gleichzeitig erhöhter Performance. Es kommen erneut acht Kerne zum Einsatz, die allesamt mit maximal 2,3 Gigahertz takten können und mit einer Cortex-A53-Technik ausgerüstet sind. Die GPU Mali-T880 wird beispielsweise auch im Galaxy S7 eingesetzt, jedoch mit deutlich mehr Recheneinheiten. Beim Helio P20 ist es die Ausführung MP2, beim Samsung Exynos 8890 die Variante MP12. Der Arbeitsspeicher wurde beim MT6757 auf LPDDR4 aktualisiert, wodurch die Daten schneller verarbeitet werden können. LTE Cat. 6 ist ebenfalls löblich, von VoLTE wird aber nicht Gebrauch gemacht.





MT6592

Ende 2013 sorgte MediaTek innerhalb der Welt der Mobile-SoCs mit seiner Marketingkampagne des „echten Octa-Core-Prozessors“ für Aufsehen. Der MT6592 nutzt nicht das ARM-Konzept namens big.LITTLE, bei dem unterschiedliche CPU-Architekturen als Cluster für verschiedene Anwendungsgebiete (etwa Performance und Standby) kombiniert werden. Der SoC hat nur ein Cluster mit acht identischen Cortex-A7-Kernen. Diese takten mit bis zu 2 Gigahertz. Die GPU Mali 450 ist ein kleiner Fortschritt zu der zuvor oftmals genutzte Mali 400, besonders leistungsstark ist sie jedoch nicht. Den LPDDR2-Speichercontroller hat MediaTek beim MT6592 gegen ein LPDDR3-Modul getauscht. Kurios: der Chipsatz an sich ist zwar LTE-fähig, das verbaute Modem jedoch nicht. Deshalb kann der MT6592 lediglich mit HSPA+ dienen.

MT6595 (Helio X10)

Das erste Produkt MediaTeks mit dem Namensschema „Helio X“ wurde zugleich der erste LTE-fähige Chipsatz der Firma. Im ersten Quartal 2014 erblickte das SoC das Licht der Welt. Gemäß LTE der Kategorie 4, kann das verbaute Modem 4G-Breitband mit bis zu 150 Mbit/s im Download und maximal 50 Mbit/s im Upload stemmen. Die GPU PowerVR G6200 des Octa-Core-Chipsatzes fällt jedoch für komplexere Grafikberechnungen zu schwach aus. Vier Prozessorkerne (Cortex A17) takten mit bis zu 2,5 Gigahertz und vier weitere (Cortex A7) mit bis zu 1,7 Gigahertz. Somit wird das ARM big.LITTE-Verfahren eingesetzt. Der Speichercontroller wurde mit dem Standard LPDDR3 realisiert.

MT6797 (Helio X20)

Zehn Kerne für ein Halleluja? MediaTek schickte den ersten mobilen Deca-Core-SoC Ende 2015 ins Rennen. Das Gespann setzt sich aus einem Dual-Core-Cluster (2,3 Gigahertz / Cortex-A72), einer Quad-Core-Einheit (2 Gigahertz / Cortex-A53) und weiteren vier Kernen (1,4 Gigahertz / Cortex-A53) zusammen. Da jedoch nur zwei Kerne mit der neuen A72-Architektur aufwarten konnten, hinkte man bei der Performance der Qualcomm-Konkurrenz hinterher. Die GPU Mali-T880 wurde etwas aufgestockt und kommt als MP4 daher. Der Arbeitsspeicher-Controller des im 20-Nanometer-Prozess gefertigten Chips nutzt LPDDR3. An LTE Cat. 6 wurde gedacht, an VoLTE indes nicht.

Helio X23

MediaTek erweiterte Anfang 2017 seine SoC-Reihe der Helio-X2x-Produkte um zwei weitere Plattformen. Der Helio X23 ist, wie man bereits dem Modellnamen entnehmen kann, bei der Performance zwischen Helio X20 und Helio X25 anzusiedeln. Der Chipsatzfertiger steigerte die Taktrate der beiden Cortex-A72-Kerne auf 2,3 Gigahertz, also 200 Megahertz mehr, als der Helio X20 bietet. An der Taktung des Arbeitsspeichers und der GPU sowie bei der LTE-Geschwindigkeit (weiterhin Cat. 6) hat sich indes nichts geändert. Die einzige weitere Neuerung lang in der Stromspartechnologie "EnergySmart Screen", welche Bildschirminhalte für eine längere Akkulaufzeit optimieren soll, ohne dass die Darstellung merklich leidet.

MT6797T (Helio X25)

Dieser SoC wurde, genauso wie sein Artgenosse Helio X20, am 4. Quartal 2015 veröffentlicht. Die Basis ähnelte dem kleinen Bruder stark, so handelte es sich auch bei diesem Chipsatz um ein Deca-Core-Modell. Die drei zugrundeliegenden Cluster, bestehend aus ein Mal Cortex-A72 und zwei Quad-Core-Einheiten mit Cortex-A53-Architektur, blieben ebenfalls unangetastet. Der T-Zusatz macht es schon deutlich - bei diesem SoC hat MediaTek lediglich an der Taktrate Hand angelegt. Mit den maximal möglichen 2,5 Gigahertz des Cortex-A72-Gespanns, gibt es ein kleines Plus an Performance. Dasselbe gilt für den Grafikchip. Die GPU Mali-T880 MP4 wurde von 780 Megahertz auf 850 Megahertz aufgestockt. Die restlichen Spezifikationen, inklusive LTE Cat.6, blieben unangetastet.

Xiaomi Redmi Pro mit X25 Mediathek Prozessor

Xiaomi Redmi Pro mit X25 CPU


Helio X27

Der Helio X27 markierte das Oberklassemodell der X2x-Linie. Dabei gab es eine minimale Steigerung der Taktrate des Cortex-A72-Gespanns zu verzeichnen. Anstatt 2,5 Gigahertz (Helio X25) sind es nun 2,6 Gigahertz. Der kleinste Cortex-A53-Cluster bekam ebenfalls einen Geschwindigkeitsschub spendiert. Diese Einheit kann nun mit 1,6 Gigahertz anstatt mit 1,55 Gigahertz takten. Eine um 25 Megahertz (insgesamt 875 Megahertz) gesteigerte Frequenz der Grafikeinheit Mali-T880 MP4 stellt die letzte Änderung dar. Wie auch der Helio X23 verfügt der Helio X27 über MediaTeks EnergySmart Screen.

MediaTek MT6739

Ende 2017 erweiterte MediaTek seine Einsteigerklasse um den Chipsatz MT6739. Die größte Änderung stellt der Wechsel des GPU-Fabrikanten dar. Anstatt einer Lösung aus ARMs Mali-Baureihe kommt bei diesem SoC mit der Grafikeinheit PowerVR GE8100 ein Produkt von Imagination Technologies zum Einsatz. Die restliche Ausstattung ist eher unspektakulär, was sowohl für den Quad-Core-Prozessor (Cortex A53) mit 1,5 GHz als auch für das LTE-Modem (Cat. 4) gilt.

MT6799 (Helio X30)

Anfang 2017 wollte MediaTek mit dem neuen X30 im Highend-Sektor für Furore sorgen. Ein AnTuTu-Benchmark-Wert von 160.000 Punkten wurde für diesen Prozessor bereits im Vorfeld im Internet gesichtet. Das ist mehr als Snapdragon 820 und Snapdragon 821 damals boten. Das SoC wurde im 10-Nanometer-Verfahren produziert und wartete wieder mit zehn Kernen auf. Diesmal wurden zwei Cortex-A73-Einheiten mit bis zu 2,8 Gigahertz und zwei Quad-Core-Cluster (2,3 + 2,0 Gigahertz) im Cortex-A53-Format verbaut. Beim Helio X30 verabschiedete sich MediaTek von ARM als Lieferant für den Grafikchip und nutzt stattdessen die PowerVR 7XT Plus.Das Modem unterstützt LTE mit CAT 10, also maximal 450 Mbit/s im Download und 100 Mbit/s im Upload. VoLTE fehlt immer noch.

MT8752 (Tablet)

An der Ziffer 8 erkennt man die speziell für Tablets angepassten Chipsätze der Taiwaner. Der MT8752 ist im Kern ein etwas abgewandelter MT6752. MediaTek führte mit diesem Modell Ende 2014 den ersten LTE-Tablet-Chipsatz seines Portfolios ein. Das Modem kann mit Bandbreiten bis zur LTE-Kategorie 4 umgehen. Der Octa-Core verfügt über Cortex-A-53-Kerne mit bis zu 1,7 Gigahertz Takt. Die Mali-T760 MP2 ist jedoch etwas schwach auf der Brust. Das komplette SoC wurde im 28-Nanometer-Verfahren produziert und der Speichercontroller nutzt LPDDR3.

MT8735 (D / B / P / M) (Tablet)

In gleich vier Versionen führte MediaTek im Frühling 2015 dieses Tablet-SoC ein. Jede Variante ist dabei LTE-fähig (Cat. 4) und unterstützen 64 Bit. Sie unterscheiden sich jedoch beim CPU-Takt, beim WLAN und bei der maximalen Bildschirmauflösung. Der MT8735M stellt dabei das unterste Ende der Nahrungskette dar. Die vier Cortex-A-53-Kerne takten mit 1 Gigahertz, die Displayauflösung kann lediglich 1.024 x 600 Pixel betragen. Das WLAN ist nicht Dualband-fähig. Der MT8735P taktet ebenfalls mit 1 Gigahertz und verzichtet auf Dualband-WLAN, kann aber eine WXGA-Auflösung stemmen. Mit 1,1 Gigahertz arbeitet der MT8735B hingegen etwas fixer. Der verbaute Bildschirm darf jedoch eine Marke von 1.280 x 800 Pixel nicht überschreiten.

An der Ziffer 8 erkennt man die speziell für Tablets angepassten Chipsätze der Taiwaner. Der MT8752 ist im Kern ein etwas abgewandelter MT6752. MediaTek führte mit diesem Modell Ende 2014 den ersten LTE-Tablet-Chipsatz seines Portfolios ein. Das Modem kann mit Bandbreiten bis zur LTE-Kategorie 4 umgehen. Der Octa-Core verfügt über Cortex-A-53-Kerne mit bis zu 1,7 Gigahertz Takt. Die Mali-T760 MP2 ist jedoch etwas schwach auf der Brust. Das komplette SoC wurde im 28-Nanometer-Verfahren produziert und der Speichercontroller nutzt LPDDR3.





MT8783 (Tablet)

Im Herbst 2015 kamen erste Tablets auf Basis dieses SoC auf den Markt. Besonders in günstigen China-Tablets wird diese Plattform eingesetzt. Der Chipsatz besteht aus zwei Quad-Core-Clustern, die mit jeweils 1,3 Gigahertz Takt laufen und auf der Cortex-A53-Architektur fußen. Das SoC ist 64-Bit-fähig und beherrscht den Arbeitsspeicherstandard LPDDR3. WLAN ist zwar als Dualband-Version (2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz) vorhanden, wird allerdings nur via 802.11n realisiert. Das Modem des MT8783 ist LTE-fähig, Nutzer können mit bis zu 150 Mbit/s im Download gemäß der 4G-Kategorie 4 das Internet ansteuern.

Helio P23 (MT6763T) erstmals VoLTE für die Mittelklasse

Der Helio P20 verrichtete zwar in so manch günstigem Mittelklasse-Mobilgerät zuverlässig seine Arbeit - Anwender die über das LTE-Netz telefonieren wollen, hatten aber schlechte Karten. Beim Helio P23 hatte sich dieser Umstand geändert. Dabei ist es sogar möglich, 4G-Telefonie (VoLTE) auf gleich zwei SIM-Karten zu verwenden. Außerdem hat MediaTek in diesem Mittelklasse-SoC die Grafikeinheit getauscht. Eine Mali-G71 ist zwar an sich potent, leider kommt aber nur eine Variante mit zwei Kernen zum Einsatz. Der Prozessor des 16-nm-SoC bleibt unverändert. Es gibt also weiterhin acht Cortex-A53-Kerne mit bis zu 2,3 GHz Takt. Das LTE wird via Cat. 6 umgesetzt.

Helio P25 (MT6757CD) - mehr Upload-Speed

MediaTek stellt mit diesem Mittelklasse-SoC eine eigenwillige Mischung auf die Beine, bei der zwei Komponenten verbessert und zwei andere Beschnitten wurden. Kommen wir zunächst zur aufgewerteten Hardware. Der Octa-Core-Prozessor auf Cortex-A53-Basis wurde im Vergleich zum Helio P23 um 300 MHz auf insgesamt bis zu 2,6 GHz angehoben. Ferner gibt es anstatt LTE der Kategorie 6 sogar LTE der Kategorie 7. Somit können Downloads nach wie vor mit maximal 300 Mbit/s, Uploads aber mit bis zu 150 Mbit/s anstatt nur 50 Mbit/s (Cat. 6) erfolgen. Dafür strich der Chipsatz-Entwickler das VoLTE-Feature und setzte die ältere GPU Mali-T880 MP2 ein.

Helio P30 - Mittelklasse-Komplettpaket

Schon am Produktnamen lässt sich erahnen, dass es sich um das 2017 neuste Zugpferd der MediaTek-Mittelklasse handelt. Bei diesem Chipsatz vereint der Konzern das Beste der zwei kleineren Plattformen P23 und P25. Das heißt, es gibt zum einen eine VoLTE-Funktion für bis zu zwei SIM-Karten und zum anderen den neueren Grafikchip Mali-G71 MP2. Auf LTE der Kategorie 7 muss man trotzdem nicht verzichten. Eine kleine Sparmaßnahme hat das Unternehmen aber dennoch vorgenommen. So ist die Taktrate des Octa-Core-Prozessors mit 2,3 GHz auf dem Niveau des P23 und nicht auf einer Stufe mit der bis zu 2,6 GHz taktenden CPU des P25.


MediaTek MT677: Helio P60

Mit den vornehmlich für Highend-Smartphones angedachten Helio-X-Chipsätzen, konnte der taiwanische Halbleiterfertiger keine allzu großen Erfolge verbuchen, weshalb der Fokus in 2018 auf die Helio-P-Modelle verlagert wurde. Diese Chipsätze sind gern gesehene Gäste in Mobilgeräten, die sich als Bindeglied zwischen Mittel- und Oberklasse verstehen. Anfang 2018 brachte MediaTek schließlich mit dem Helio P60 einen vielversprechenden Chipsatz auf den Markt, der sich einige Features aus dem Highend-Segment borgt. Etwa die moderne Arbeitsspeicher-Anbindung in Form von LPDDR4X, wobei bis zu 8 GB RAM unterstützt werden. Eine maximale Kamera-Auflösung von 32 Megapixel ist ebenfalls ordentlich. In puncto LTE stehen nützliche Features wie VoLTE, ViLITE und Dual-VoLTE zur Verfügung. Allzu schnell agiert das Modem mit Cat. 7 im Down- und Cat. 13 im Upload allerdings nicht.

Die CPU wartet mit zwei Quad-Core-Clustern (Cortex-A53 und Cortex-A73) auf, wobei alle Kerne mit maximal 2 GHz takten können. Bei der verwendeten Grafikeinheit handelt es sich um die GPU Mali-G72 MP3.

MediaTek IoT-SoCs

Auch in Taiwan ist man sich selbstredend über den rapide ansteigenden Bedarf an IoT-Produkten bewusst. Mittlerweile optimieren schließlich immer mehr Unternehmen ihre Produktionsabläufe mit vernetzten Maschinen (M2M) - Stichwort NB LTE IoT. MediaTek beschloss in 2017 mit zwei LTE-NB-fähigen Chipsätzen in diesen Markt einzusteigen. Den Anfang machte im Juni das Modell MT2625, im November folgte dann die etwas bessere Ausführung MT2621.

MediaTek MT2625 (IoT)

Dieses SoC ist der allererste Versuch MediaTeks, eine Lösung für das Internet der Dinge zu etablieren. Der Chipsatz beinhaltet einen Single-Core-Prozessor, der mit 104 MHz takten kann und auf der ARM-v7EM-Architektur basiert. Eine vollwertige GPU kommt nicht zum Einsatz, sondern eine FPU des Cortex-M-Prozessors. Es sind 4 MB an PSRAM und 4 MB an NOR fest verbaut. Die LTE-Vernetzung findet über NB-IoT R14 statt, als Schnittstellen stehen I2C, I2S, PCM, SDIO, UART und SPI zur Verfügung.

MediaTek MT2621 (IoT)

Der Name mag etwas täuschen, denn die Rohleistung des MT2621 ist etwas höher als jene des MT2621. Allerdings werden auch andere Anwendungsgebiete bedient, was allein schon an den Schnittstellen für Kameras und Bluetooth 4.2 zu erkennen ist. Der Prozessor des MT2621 fußt auf der standardmäßigen ARMv7-Architektur, die Taktrate der Single-Core-CPU beträgt 260 MHz. Den Arbeitsspeicher bestückt MediaTek mit 160 KB SYSRAM und 4 MB SIPRAM. Neben der LTE-Verbindung via NB-IoT R14 sind auch Übertragungen mittels GSM und GPRS möglich.

Begriffserklärung der Kürzel „T“ und „M“

Bei den Chipsätzen von MediaTek sollte man nicht nur der bloßen Reihenfolge der Ziffern Beachtung schenken, um die Leistungsfähigkeit zu identifizieren. Der Konzern stellt den Geräteherstellern zusätzlich modifizierte Varianten einiger SoCs zur Verfügung. Dabei deutet das „T“, wie im MT6797T, stets auf eine höhere Performance in Form einer Anhebung des Kern- und / oder GPU-Taktes hin. Chipsätze die mit „M“ gekennzeichnet wurden, sagen das Gegenteil aus. Hier wurde die Taktrate bei CPU und / oder GPU gesenkt.

Vergleich der Generationen im Überblick

Mit der folgenden Tabelle wollen wir Ihnen die wichtigsten Merkmale häufig eingesetzter MediaTek-Plattformen näherbringen. Hierbei sind vor allem die verwendete CPU-Architektur, der Modem-Standard und eine etwaige VoLTE-Kompatibilität zu beachten. Ein Klick auf die Grafik führt zu einer vergrößerten Ansicht.

Mediatek Prozessoren im Überblick
Zum Vergrößern bitte Tabelle anklicken

Weitere SoCs in China-Mobilgeräten

MediaTek und Qualcomm beliefern fast sämtliche Fabrikanten chinesischer Smartphones und Tablets. Eine Ausnahme bildet Huawei, das Unternehmen verfügt mit der Tochterfirma HiSilicon über eine eigene Prozessorschmiede. Bei besonders günstigen Tablets um die 50 Euro finden sich gelegentlich noch SoCs von Rockchip oder Allwinner wieder. Von solchen Endgeräten sollte man jedoch Abstand nehmen. Nicht nur aufgrund der geringen Performance, sondern auch weil billige China-Tablets hin und wieder mit Spyware verseucht sind, die den Anwender ausspionieren. Zudem verfügt kein Modell in dieser Preisregion über ein LTE-Modem.

Weitere China-Chipsätze folgen

Wir werden diesen Bericht stets aktualisieren, sobald MediaTek neue SoCs herausbringt. Des Weiteren beobachten wir die Marktsituation – und falls es neue Prozessor-Player bei den chinesischen Mobilgeräten gibt, ergänzen wir diese und deren Produkte.

Weiterführendes

» alles über Qualcomm Smartphone CPUs erfahren
» Ratgeber Prozessoren in mobilen Endgeräten
» alles wichtige über China-Smartphones



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