Smartphones & Tablets direkt aus China bestellen?

Ratgeber rund um Handys aus Fernost


In diesem Bericht informieren wir Sie über die Hintergründe sowie die Vor- und Nachteile von Mobilgeräten aus China. Noch vor wenigen Jahren waren chinesische Smartphones und Tablets stark gemieden, heute haben sich hingegen schon einige asiatische Größen in Europa etabliert. Viele Mängel, beispielsweise bei der Performance und bei der Verarbeitung, sind bei den China-Smartphones deutlich seltener geworden, dennoch muss man einige Eigenheiten, auch beim LTE, beachten. Etablierte Marken oder doch die China-Schnäppchen von Xiaomi, Vivo, Cubot oder Meizu? Unser Ratgeber klärt auf!

China Handys | Bild: LTE-Anbieter.info

Die Entwicklung der China-Smartphones
Im Jahre 2006 kamen 43,75 Prozent der exportieren Mobiltelefone aus China. 2015 waren es bereits 52,2 Prozent. Der Exportmarkt der Handysparte aus dem „Land des Lächelns“ boomt also auch zehn Jahre später weiter. Der Weg zur heutigen Beliebtheit zeichnet sich vor allem durch die starken weltweiten Absatzzahlen zwischen 2011 und 2016 ab. In der folgenden Grafik sehen Sie die drei erfolgreichsten chinesischen Smartphone-Hersteller der letzten fünf Jahre. Die globale Marktverteilung im Mobilfunksektor 2016 zeigt Samsung auf dem ersten Rang (22,8 Prozent), Apple auf Position zwei (11,8 Prozent) – und dahinter mit Huawei (9,4 Prozent), Oppo (6,6 Prozent) und Vivo (4,8 Prozent) gleich drei Unternehmen aus China[1].

Verkaufte Smartphones chinesischer Hersteller (in Millionen / weltweit):

Jahr Platz 1 verkauft in Mio. Platz 2 verkauft in Mio. Platz 3 verkauft in Mio.
2011 Huawei 15,6 ZTE 10,5 Coolpad 3,9
2012 Huawei 27,2 ZTE 26,8 Lenovo 23,7
2013 Huawei 52 Lenovo 45,5 Xiaomi 18,7
2014 Huawei 77 Xiaomi 61,1 Lenovo 59,4
2015 Huawei 105 Xiaomi 72,5 Lenovo 72
2016* Huawei 120 Xiaomi 85 Lenovo 75
* Prognose
China-Smartphones: Keine „lahmen Spielzeughandys" mehr
Wer im Zeitraum zwischen 2006 und 2011 Kontakt mit chinesischen Mobilgeräten hatte, war sicherlich schon bei der Entnahme aus der Verpackung enttäuscht. Die damaligen China-Handys wirkten extrem billig verarbeitet, was man dem minderwertigem Kunststoff sofort ansah. Auch die Haptik war ernüchternd, ein Handschmeichler sieht anders aus. Zudem knarzten viele Modelle deutlich hörbar schon bei leichtem Anpacken. Der Frust, der sich aufgrund des Gehäuses breitmachte, zog sich dann bei der Inbetriebnahme fort. Als Chipsatz wurden meist die günstigsten Prozessoren verbaut. Chinesische Smartphones liefen damals zudem oft quälend langsam. LTE? Fehlanzeige, sogar der veraltete Mobilfunkstandard 3G war zu diesem Zeitpunkt noch ein seltener Gast bei China-Handys. Heutige Modelle haben sowohl in Punkto Verarbeitung, als auch bei der Technik erhebliche Fortschritte gemacht und stehen teils den großen Markenkonkurrenten in vielen Aspekten in nichts mehr nach.

Hochwertig verarbeitete Top-Modelle aus China, wie hier das Meizu MI-Max | Bild: Meizu mi.com


China-Hersteller: Zweiklassengesellschaft
Mittlerweile sind die Lager der chinesischen Fabrikanten gespalten, da sich manche Unternehmen bereits als Anbieter in Europa etabliert haben. Den größten Durchbruch schaffte hierbei Huawei im Jahre 2013 mit dem Smartphone Ascend P6. Mit einer großen Werbekampagne bis nach Deutschland, hat man auf sich aufmerksam gemacht. Seither steigt der Bekanntheitsgrad Huaweis hierzulande rasant an, weshalb der Konzern und dessen Untermarke Honor längst keine Geheimtipps, sondern eine bewusst wahrgenommene Alternative zu den Branchenriesen sind. Lenovo gelang 2014 mit der Übernahme der Motorola-Handysparte ein großer Clou. Dank der populären Modellreihen wie Moto G, Moto X und Moto Z, mischt die chinesische Firma seitdem ordentlich in Europa mit. Hingegen haben es – sehr zum Leidwesen der Konsumenten – andere populäre Hersteller wie Meizu und Xiaomi noch nicht geschafft, ihre Geräte hierzulande regulär anzubieten. Nachfolgend eine Liste der wichtigsten chinesischen Smartphone-Hersteller:

Direkt in Europa erhältlich
Nur durch Import erhältlich


Vorteile: Hier punkten chinesische Handys
Als erstes fällt einem sicherlich der Preis ein. Chinesische Smartphones sind bei identischer Ausstattung teils erheblich günstiger, als die Produkte der großen Hersteller. Eine Ersparnis von mehreren hundert Euro ist keine Seltenheit. Des Weiteren setzen auch die asiatischen Konzerne immer häufiger – selbst bei der Einsteiger- und Mittelklasse – auf hochwertige Gehäusematerialien. Aluminium und Glas anstatt billiges Plastik gibt es bereits für kleines Geld.



Die von chinesischen Fabrikanten favorisierten Chipsätze von MediaTek, haben sich zudem deutlich verbessert. Aktuelle Lösungen wie der Helio X10, bieten eine Performance auf hohem Niveau und LTE der Kategorie 6, teils auch höher. Dual-SIM gehört im Land des Lächelns außerdem zum guten Ton, weshalb viele Handys über dieses Feature verfügen. Netter Weise legen die chinesischen Unternehmen auch gerne Extras wie Displayschutzfolien in die Verpackung.

Nachteile chinesischer Smartphones: Abzüge vor allem beim LTE
Wo Licht ist, ist auch Schatten, und bei den China-Phones findet man diesen vornehmlich beim LTE-Empfang wieder. Zwar verfügen viele der favorisierten MediaTek-SoCs über ein sogenanntes „WorldMode-4G-Modem“, welche weltweit praktisch alle 4G-Netze ansteuern können, doch viele Hersteller machen nicht davon Gebrauch. Genauer gesagt schalten diese nicht alle Frequenzen frei. Meist fehlt dann das für Deutschland so wichtige LTE-Band 20 (800 Megahertz). Letzteres impliziert eine herbe Einschränkung beim Empfang des mobilen Breitbandinternets. Die 800-MHz-Frequenz wird von von allen Deutschen LTE-Netzbetreibern, also der Telekom, Vodafone und Telefónica genutzt. Die Telekom setzt den Funkstandard meist in ländlichen Gebieten ein, Vodafone und O2 dagegen funkten oft auch in Städten mit diesem Frequenzband.

LTE800 dominiert auf dem Land

Es gibt zwar Software-Tricks, mit denen unter Umständen die Freischaltung des Band 20 bei einem Smartphone möglich ist, doch diese Eingriffe sind sehr kompliziert und können im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Handy gar nicht mehr startet. Deshalb raten wir von derlei Modifikationen ab.

Fazit: Aufgrund der Einschränkungen sollten sich Interessenten beim Modell der Wahl genau über die Kompatibilität informieren. In Städten dominieren hierzulande meist LTE-Frequenzen auf 1800 und 2600 MHz - die Nutzung ist also in der Regel kein Problem. Im ländlichen Raum hingegen könnten Nutzer arge Probleme beim LTE-Empfang mit China-Smartphones bekommen.

Nachteile chinesischer Smartphones bei der Beschaffung
Die Modelle der in Deutschland etablierten Konzerne, sind problemlos zu bekommen. Je nach Vertrieb, über eine Bestellung auf der Internetseite, bei Onlineshops oder direkt im Einzelhandel. Etwas schwieriger zeigt sich die Situation bei den nur für China angedachten Handys, also Modellen, die hier nicht im Handel verfügbar sind. Beim Import wird für Produkte zwischen 22 und 150 Euro Warenwert eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent erhoben – sofern das Paket vom Zoll überprüft wird, was aber sehr wahrscheinlich ist.

Der generelle Zollsatz für Smartphones und Tablets beim Import wird dagegen erst erhoben, falls der Warenwert 150 Euro übersteigt. Der Versand von China nach Deutschland über DHL schlägt mit 7 bis 15 Euro zu Buche, zusätzlich muss noch die vom Versandunternehmen seit Juni 2014 eingeführte Kapitalbereitstellungs-provision einkalkuliert werden. Diese beträgt 2% des Kaufpreises, aber mindestens 10 Euro. Da der Großteil der chinesischen Mobilgeräte nicht mehr als 300 Euro kostet, muss man meistens die 10 Euro dazurechnen.

Viele Shops bieten aber einen erheblich günstigeren Versand an oder versenden sogar kostenlos direkt aus China. Je nach Versandart, kann die Lieferzeit bis zu mehreren Wochen betragen. Man sollte also vor dem Kauf des Smartphones abwägen, ob die Zusatzkosten noch im Rahmen liegen.

Nachteile chinesischer Smartphones im Alltagseinsatz
Über die möglichen Nachteile beim LTE-Empfang haben wir bereits berichtet, jedoch gibt es noch andere Eigenheiten der asiatischen Mobilgeräte. Die Lokalisierung des Betriebssystems kann, besonders bei kleinen Herstellern, schlampig umgesetzt sein. Das macht sich durch einem Mix aus Englisch, Deutsch und Chinesisch bei der System-Sprache bemerkbar. Updates sind bei kleinen Unternehmen zudem Mangelware. Entweder erscheinen sie nur selten, oder manchmal auch gar nicht. Einige chinesische Firmen verzichten außerdem auf die sogenannten Google-Apps der Android-Telefone. Das heißt, dass es keinen Zugang zum Google Playstore gibt und wichtige Programme wie Gmail fehlen. Ein Nachinstallieren ist meist möglich, aber häufig eine umständliche Prozedur. Smartphone-Neulinge dürften sich zudem an den oft nur in Englisch verfügbaren Anleitungen stören.




Garantie & Gewährleistung bei chinesischen Import-Smartphones?
Sie haben es sicherlich schon geahnt, in einem Garantiefall wird die Abwicklung bei einem Import-Smartphone komplizierter. Zum einen sind die Kosten für den Hin- und Rückversand nach China teils vom Kunden zu tragen, zum anderen könnte die Kommunikation mit dem Support aufgrund etwaiger Sprachbarrieren schwierig werden. In der Regel erhält man oft nicht die in Deutschland erhältlichen Smartphones gewohnte Garantiezeit. Diverse Händler, wie efox, bieten allerdings ein Jahr Garantie. Eine Rückgabe oder ein Umtausch bei Nichtgefallen ist ebenfalls bei seriösen Shops möglich. Hier kommt es also ganz auf den "Mittelsmann", sprich den Shop Ihres Vertrauens an...

Auf vertrauenswürdige Händler achten
Wir raten dringend, bei der Anschaffung eines chinesischen Smartphones oder Tablets auf einen seriösen Shop zu achten. Ansonsten kann es schnell passieren, dass das Geld weg ist, man die Ware aber nie zu Gesicht bekommt oder in Problemfällen wie angesprochen allein da steht. Nachfolgend listen wir einige Händler auf, die wir unserer Ansicht nach empfehlen können:


Als Zahlungsmittel sollte man trotzdem, wegen der besseren Absicherung und dem viel schnelleren Zahlungsverkehr nach Fernost, auf PayPal setzen.

China-Tablets

Natürlich bieten die zahlreichen Firmen aus Fernost nicht nur Smartphones, sondern auch interessante Tablets zum mobilen surfen. Diesem Thema haben wir uns speziell hier in diesem China-Tablet Ratgeber gewidmet...


Fazit zu den chinesischen Smartphones
Kaum ein Risiko geht ein, wer die Produkte aller hierzulande aktiven China-Hersteller kauft. Also Huawei, ZTE, Alcatel oder Lenovo. Bei einem Import hingegen, gibt es wie wir zeigten, mehrere Dinge zu beachten. Bei der vermeintlichen Ersparnis zu vergleichbaren europäischen Modellen, müssen Einfuhrumsatzsteuer, etwaige Zollgebühren und gegebenenfalls Versandkosten einkalkuliert werden.

Des Weiteren sollten Sie sich überlegen, ob mögliche Software-Nachteile, wie die Versorgung durch Updates, für Sie tragbar sind. Bestenfalls unterstützt das gewünschte Mobilgerät noch das für Deutschland wichtige LTE-Band 20 (800 Megahertz). In jedem Fall raten wir dringend dazu an, das Handy oder Tablet über einen seriösen Shop zu beziehen. Business-Anwender sind aufgrund der ungeklärten Systemsicherheit durch Updates und dem teils begrenztem Empfang (bei Geräten ohne LTE-800) bei europäischen Modellen oft besser aufgehoben. Für den Einsatz als privates Handy oder als Zweit-Smartphone eignen sich die China-Modelle allerdings sehr gut. Hier bekommt man oft Highend-Hardware zum Sparpreis.


Ausgesuchte Tests

LTE-Anbieter.info hat einige ausgesuchte China-Smartphones getestet. Die folgende Tabelle gibt Übersicht und führt Sie direkt zu den Testberichten der Modelle.


» Xiaomi Redmi Pro » Xiaomi Redmi Note 4 » Huawei Mediapad M3
» Huawei Honor 8 Test » Alcatel Idol 4SPop 4s » Alcatel Shine lite


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