Kein DSL!?

LTE als günstige DSL-Alternative


Kein DSL verfügbar - kein Problem! LTE als DSL-Ersatz
Obwohl die DSL-Breitbandtechnik schon über zwanzig Jahre alt ist, gibt es bundesweit immer noch zahlreiche Regionen, in denen darüber noch kein DSL bzw. schnelles Internet zur Verfügung steht. Und während die meisten Stadtbewohner sich schon über Downloadraten von 50, 100, 300 oder sogar 1000 MBit je Sekunde freuen, sind für betroffene Bewohner der „weißen Flecken“ oft nicht einmal 16 MBit/s möglich. Letzterer Wert steht zurzeit für die Grenze, bei der in der gängigen Definition von „Breitbandinternet“.

So schnell muss also ein Internetzugang mindestens sein, um in die Kategorie "Breitbandinternet" eingeordnet zu werden. Nichts desto trotz kommt die DSL-Technik langsam in die Jahre. Eine Maximal-Datenrate von 16 MBit wird noch einige wenige Jahre als gerade so als ausreichend gelten. Dann ist DSL sprichwörtlich „Schnee von gestern“. Etwa so, wie heute ISDN-Internetzugänge. Alternativen im Breitbandmix sind also gefragt! Tatsächlich gibt es seit 2011 eine bezahlbare und zugleich leistungsfähige Alternative zu DSL!


4G LTE – wenn kein DSL möglich ist …

Der Name der Alternative lautet „LTE“. Die drei Buchstaben stehen für „Long Term Evolution“. Dabei handelt es sich um eine Mobilfunktechnik, welche das alte UMTS im Jahr 2021 endgültig abgelöst hat. Während UMTS zur 3. Netzgeneration gehört, wird LTE in die 4. Generation eingeordnet und eignet sich durchaus als schnelle Alternative, falls kein DSL verfügbar ist. Allerdings gibt es auch Abstriche, welche nicht verschwiegen werden sollen. Folgend wollen wir mit diesem Beitrag kurz alle Möglichkeiten ansprechen, die die Technik Ihnen bietet und einige mögliche Alternative Optionen aufzeigen.



Verfügbarkeit mittlerweile „sehr gut“

Sendemast für LTE auf dem Land
Die LTE-Anbieter bauen seit Mitte 2010 die LTE-Netze massiv aus. Bereits Ende 2012 waren laut Bundesnetzagentur alle Breitbandlücken in ländlichen Gefilden zu 90% geschlossen - dank LTE Funk. Die Dt. Telekom z.B. erreichte Ende 2021 schon ca. 80 Millionen potenzielle deutsche Kunden mit dem 4G-Netz, ähnlich wie Vodafone. Langsam aber sicher nähert man sich der 100 Prozentmarke an.

Alle Voraussetzungen sind also gegeben, um auch daheim im ländlichen Raum flottes Internet zu empfangen. Den aktuellen Stand und eine Verfügbarkeitskarte finden Sie hier.


Long Term Evolution als DSL-Ersatz

Wenn die Verfügbarkeit erst einmal gegeben ist, bietet LTE im Heimbereich (DSL-Ersatz) Downloadraten von bis zu 500 MBit/s. Damit ist 4G um ein Vielfaches schneller, als jeder DSL-Anschluss. Auch die Ping-Zeiten fallen deutlich kürzer aus als noch beim Vorgängerstandard 3G und 2G. Das macht sich darin bemerkbar, dass Applikationen im Internet schneller reagieren. Zudem können mittels 4G (dank der kleinen Ping) sogar Onlinegames ohne Probleme gespielt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

In städtischen Gebieten erzielt die 4G-Technik heute sogar schon Datenraten von 500-1000 MBit. Letzteres allerdings nur über den LTE-Advanced-Pro Standard, der auch kompatible Geräte mindestens nach LTE-CAT9 (oder höher) erfordert. In urbanen Gefilden zielt die Technik aber eher auf den Einsatz in mobilen Endgeräten ab.

Preise für LTE-Heimlösungen

Wie zu erwarten, liegen die Preise etwas (marginal) über gängigen DSL-Tarifen. Dennoch gibt es schon attraktive, stationäre Komplettangebote mit schnellem Internet ab 20-30 € im Monat. Angeboten werden die Pakete z.B. von Vodafone (Preise), O2 Telefonica (Preise), congstar (Preise) oder der Telekom (Preise). Letztere bietet per Hybrid-Technik sogar unlimitiertes Internet! Aber auch O2 offeriert seit Ende 2020 eine unlimitierte LTE-Flat für daheim mit Festnetzflat. Machen Sie jetzt den Tarifvergleich und bestellen Ihren DSL-Ersatz.


Hybrid-Internet: Der elegante Mittelweg

DSL und VDSL sind mäßig schnell, drosselfrei, aber nicht überall ausgebaut. LTE dagegen turboflott, oft verfügbar, dafür leider im Volumen limitiert. Warum nicht beides zu einem Anschluss fusionieren? Diesen Plan folgte die Deutsche Telekom und kreierte die sogenannte Hybrid-Technik, bei der (V)DSL und 4G LTE als „Partner“ zusammenarbeiten. Ein spezieller Router (Hybrid Speedport), sorgt für den reibungslosen Ablauf. Der Effekt: Das Volumen des LTE-Anschlusses wird entlastet, gleichzeitig surft der User schneller. Ein Win-Win Situation also. Und das Beste: Es gibt keine Drosselung beim LTE-Zugang! Mehr über Hybrid Internet, den Tarifen, Angeboten und Preisen, erfahren Sie hier in unserem Themenspezial.

Hybrid Internet Demo

Die Sache mit der Drosselung

Das einzige Argument was noch gegen LTE spricht, ist die Beschränkung des Highspeedvolumens bei fast allen Tarifangeboten. Die volle Übertragungsrate wird nämlich (wie im Mobilfunk allgemein üblich) nur für das sogenannte Inklusivvolumen gewährleistet. Wer dieses innerhalb von 4 Wochen überschreitet, muss sich bis zum nächsten Monat mit einem Bruchteil zufriedengeben. Den ganzen Tag online Videos schauen und Dauer-Downloaden, ist daher auch mit LTE noch nicht immer in unbegrenztem Maße möglich. Ausnahmen bilden z.B. das oben bereits genannte Hybrid-Internet aus DSL und LTE sowie O2 my home ab Paket M. Alle Angebote für Zuhause mit unlimitiertem Volumen finden Sie hier.


Alternativen bzw. Ausweichmöglichkeiten

Mit LTE erhalten Verbraucher wirklich eine gute Alternative zum herkömmlichen DSL-Zugang. Zumindest sofern man nicht völlig undiszipliniert mit dem Volumen umgeht und ein Paket mit möglichst hohem Umfang wählt. Wir empfehlen mindestens 100 Gigabyte (GB) monatlich. Geblendet von den hohen Geschwindigkeiten, prüfen allerdings viele Verbraucher gar nicht mehr, ob doch DSL oder VDSL am Wohnort verfügbar ist - wenn auch in einer langsameren Variante von zum Beispiel 16-50 MBit. Und das ist öfters der Fall als man denkt! Der Vorteil: hier erhält man eine „echte“, also unbegrenzte Flatrate.

Gerade auf dem Land hat die Telekom die (V)DSL-Verfügbarkeit in den letzten Monaten massiv gesteigert. Einerseits durch den beschleunigten Glasfaserausbau, aber auch dank technischer Modifikationen wie DSL-RAM + Annex-J.

Darüber hinaus könnte auch Satelliten-Internet eine interessante Alternative wenn kein DSL möglich sein sollte. Zwar weisen die meisten Tarife auch Volumenbeschränkungen auf, doch es gibt auch Angebote ohne!


Sendeanlage im ländlichen Raum

Breitbandausbau: Stand und Ausblick in Deutschland

Laut aktuellem Breitbandatlas, ist Highspeed-Internet für ungefähr 98-99 Prozent der deutschen Haushalte verfügbar. Darin eingerechnet sind aber alle möglichen DSL-Alternativen. Die Zahl derer, welche auf einen adäquaten DSL-Ersatz angewiesen sind, da kein DSL verfügbar ist, geht nach wie vor in die Hunderttausende. Nach den Plänen der Bundesregierung, sollen die letzten Breitbandlücken in den nächsten Jahren geschlossen werden. Eine wichtige Rolle im Technologiemix spielt dabei zweifelsohne LTE. Zum Einsatz kommen dabei vorrangig die Funkfrequenzen im Bereich von 700 und 800 MHz.


5G als neuer Datenturbo

Seit 2019 hat sich zudem noch der 4G-Nachfolger "5G" hinzugesellt. Damit sind auch auf dem Land noch schnellere Heimzugänge über Funk machbar. Vodafone, O2 und die Dt. Telekom rüsten nämlich vermehrt auch Mobilfunkmasten außerhalb der Städte mit 5G aus. Möglich macht das z.B. eine Technik namens Dynamic Spectrum Sharing. Dabei teilen sich 5G und LTE die Frequenzbänder dynamisch - zudem wird 5G sozusagen auf das alte 4G nur huckepack aufgesetzt. Nachteil: Es sind so kaum mehr als 200-300 MBit möglich, dafür wird der Ausbau aber enorm preiswert und schnell realisiert und Millionen Haushalte können 4G bzw. 5G als DSL-Alternative über die oben schon genannten Lösungen nutzen. Z.B. Vodafones Gigacube oder der Speedbox von der Dt. Telekom.

Weiterführendes

» LTE Ausbau und Karte
» alle Alternativen im Überblick


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