Testbericht zum G3 von LG

Wo liegen die Stärken und Schwächen des Smartphones?


LG G3
LGs aktuelles High-End-Modell "G3" hat sich bei uns für einen umfassenden Testbericht eingefunden. Der südkoreanische Konzern möchte mit dem Gerät einen Konkurrenten aus demselben Teil der Erde Paroli bieten, nämlich dem Galaxy S5 von Samsung. Doch auch HTCs One (M8) ist als direkter Kontrahent anzusehen. Mit schnellem Snapdragon 801-Chipsatz und einem, zumindest auf dem Datenblatt, beeindruckenden Quad-HD-Display, steigt der Herausforderer von LG in den Ring. Auch beim Internet zeigt das Gerät seine Muskeln, denn LTE CAT4 fehlt selbstredend auch hier nicht. Das klingt nach einer gelungenen Mixtur, wir verraten ihnen, ob sich die Erwartungen an das Gerät bewahrheiten oder nicht.

Der erste Eindruck und Verarbeitung

In der Verpackung des LG G3 findet man die üblichen Verdächtigen beim Zubehör. Ein Micro-USB-Kabel, ein Netzstecker, eine Kurzanleitung und In-Ear-Kopfhörer wurden beigelegt. Netterweise ist das Zubehör farblich stimmig und kommt, wie unser Testgerät, in Weiß daher. Die Kartonage an sich zeigt sich in Gold und sieht recht ansprechend aus, hinten sieht man die wichtigsten Spezifikationen auf einem braunen Hintergrund abgedruckt. Beim ersten Auspacken wird man zunächst visuell von der schieren Größe des Gerätes überwältigt. Ein Smartphone mit einem 5,5 Zoll großen Display kratzt eben am Limit der komfortablen Mobilität. In engen Hosentaschen wird es definitiv schwer, das LG G3 zu transportieren. Auch die 151 Gramm Gewicht sind kein Pappenstiel, Samsungs Galaxy S5 wiegt aber trotz 5,1 Zoll großem Display mit nur 145 Gramm kaum merklich weniger.

Lieferumfang des G3

Die Verarbeitung des LG G3 ist durchaus tadellos. Es gibt keine Störgeräusche oder ungleichmäßige Spaltmaße zu verzeichnen. Was jedoch etwas ernüchternd ausfällt, ist die Materialwahl an sich. Kunststoff dominiert das Smartphone, auch wenn die Rückseite bei der Strukturierung eine Aluminium-Optik imitiert. Beim Imitieren bleibt es aber auch, das G3 ist frei von Metall beim Gehäuse. Der verwendete Kunststoff fühlt sich zwar nicht billig an, aber es ist auch nicht das hochwertigste seiner Zunft. LG geht bei den Bedienelementen diverser Smartphones andere Wege als die Konkurrenz und verwendet oft rückseitige Tasten. Beim G3 verhält es sich nicht anders. Die beiden Lautstärketasten und der Ein-/Ausschalter wurden auf die Rückseite verlegt. Das ist anfangs sehr ungewohnt, nach ein paar Tagen geht die Bedienung jedoch reibungslos von der Hand. Die Bedienelemente sind sauber verarbeitet und haben einen guten Druckpunkt.

Rückseite des G3

Technik und Mobilfunk im Check

Man fragt sich langsam, wann das Wettrüsten bei der Displayauflösung im Smartphones-Sektor ein Ende nimmt. Das 5,5 Zoll große Display des LG G3 bietet eine Quad-HD-Auflösung, im Volksmund auch gerne schlicht „QHD“ oder „2K“ genannt. Dies entspricht dem Vierfachen einer normalen HD-Auflösung, wie sie beispielsweise das Samsung Galaxy Alpha besitzt. Macht sich dies tatsächlich als Vorteil im Alltag bemerkbar oder ist das eher ein Marketinggag? Teils, teils. Bei der normalen Nutzung bei Apps und in den Menüs machen sich, wenn überhaupt, nur minimale Unterschiede bemerkbar, bei denen ein Bruchteil mehr Inhalt auf dem Display dargestellt wird. Selbst im Webbrowser unter Chrome konnten wir zwischen der einfachen HD-Auflösung beim Samsung Galaxy Alpha und der vierfachen HD-Auflösung beim G3 nur kleine Unterschiede erkennen.

Das Android 4.4-Betriebssystem scheint von Haus aus noch nicht optimal für solch eine hohe Pixeldichte ausgelegt zu sein. In Filmen und Spielen hingegen, sieht das Ganze anders aus. Dort erkennt man deutlich mehr Details, die Inhalte wirken lebendiger und alles wirkt spürbar schärfer. Für Filmfreunde und Gamer ist der QHD-Bildschirm also tatsächlich ein Mehrwert. Ansonsten überzeugt das Display mit einer hohen Helligkeit und natürlichen Farben sowie sehr guten Blickwinkeln.

Unser Modell war die 32 GB Version, welche sich nicht nur beim internen Speicher unterscheidet, sondern auch hinsichtlich der RAM-Menge. Während die 16-GB-Ausführung über nur 2 GB Arbeitsspeicher verfügt, kann das 32-GB-Modell auf 3 GB RAM zurückgreifen. Ausuferndes Multitasking bei der Variante mit großem Speicherausbau, wird also nie zum Problem, auch wenn man ein Dutzend Apps parallel betreibt.

Mobilitäts-Eigenschaften

Das G3 verfügt, wie eingangs erwähnt, über ein modernes LTE CAT4-Modem. Theoretisch erreicht man also eine Datenrate von bis zu 150 Mbit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload. Doch zeigt sich das Gerät auch unterwegs als Internet-Sprinter? In der Tat machen sich kaum Empfangsprobleme bemerkbar. Unser Test im Netz von O2 bescheinigte dem Smartphone einen guten Umgang mit dem Datennetz. Sofern es von der Region her möglich war in LTE-Geschwindigkeit zu surfen, machte dies das G3 problemlos möglich. Obgleich nicht immer mit der höchsten Signalstärke. Dafür war die Verbindung allerdings störungsfrei.

Doch auch beim Heimnetzwerk zeigt sich das LG G3 fix. Hier kann man auf WLAN 802.11 im a/b/g/n und schnellem ac-Standard zurückgreifen. Dies macht sich positiv bei der Geschwindigkeit bemerkbar. Unsere 50-MBit-Heimleitung konnte zwar nicht ganz mit voller Geschwindigkeit genutzt werden, doch es war stets eine schnelle und stabile Verbindung vorhanden.

Akku

Ein Quad-HD-Display ist ein Akkufresser, darüber muss man sich im Klaren sein. Deshalb sind die eigentlich recht üppigen 3.000 mAh des Energiespenders bei diesem Smartphone schon recht knapp bemessen. Bei unserem ausführlichen Test haben wir das Gerät 3 Stunden aktiv genutzt. Dabei wurde im Internet gesurft, 3D-Spiele gespielt, WhatsApp und andere Apps verwendet. Die Displayhelligkeit befand sich auf 90%. Damit erreichten wir eine Standby-Zeit von etwa 22 Stunden, also fast einen kompletten Tag. Hier bekommt man beim Highend-Gerät also eher Mittelmaß.

Performance-Check : Was sagen die Benchmarks?

Benchmark LG G3 Galaxy Alpha LG G2 Express 2 Galaxy S3
Smartbench 7217 | 3475 5874 | 4500 9729 | 4286 4943 | 3998 4605 | 1551
Quadrant Standard 24130 23714 19301 7755 5981
AnTuTu 40046 48586 33206 19673 17991
3DMark (Ice Storm) 15904 13937 17140 5584 Abbruch...


Zur Leistungsmessung haben wir auf die Apps Smartbench, 3DMark, AnTuTu und Quadrant Standard Edition zurückgegriffen. Der Snapdragon 801-Chipsatz mit vier Kernen zu je 2,5 Gigahertz ist durchaus potent, was sich auch im Test widerspiegelt. Dort wird das LG G3 knapp von seinem direkten Vorgänger LG G2 im Smartbench geschlagen, dieses hat aber auch eine niedrigere Full-HD-Auflösung. Im Quadrant-Bench, zeigt sich das Gerät auf einem Niveau mit dem Samsung Galaxy Alpha, bei AnTuTu muss es sich eben jenem allerdings deutlich geschlagen geben.

Zwar bedeutet eine vierfache Auflösung nicht gleich einen vierfachen Geschwindigkeitsverlust, aber in der Praxis merkt man dann doch etwas, dass die hohe Pixeldichte das Gerät etwas ausbremst, sonst wären die Ergebnisse wohl noch beeindruckender. Beim 3DMark rangiert das LG G3 unterhalb des LG G2 und oberhalb des Samsung Galaxy Alpha. Insgesamt gesehen sind die synthetischen Werte durchaus gut.

Fazit: Trotz Quad-HD-Display wird der Chipsatz nicht allzu sehr ausgebremst, die Leistung reicht in allen Gebieten aus. Auch bei den Apps und auf den Homescreens sind keine Ruckler zu erkennen. Das Wechseln zwischen Anwendungen geht ebenfalls fix von der Hand.

Test der Kamera – was sagt der Praxis-Bildercheck?

Mit dem Samsung Galaxy Alpha haben wir dem LG G3 einen würdigen Gegner bei der Kameradisziplin zur Seite gestellt. Das Samsung-Smartphone verfügt über eine 12-Megapixel-Kamera, das G3 löst mit 13 Megapixeln nur geringfügig höher auf. Ein Laser-Autofokus soll Vorteile bringen – und tatsächlich sorgt dieser, besonders bei schlechterem Licht, für eine bessere Treffsicherheit der Motive. Bei der reinen Bildqualität ist das G3 bei der Farbwiedergabe fast auf einem Niveau mit dem Alpha, bei der Schärfe fehlt es auch nur einen kleinen Tick – sofern das Licht stimmt. Das Samsung-Smartphone kommt bei viel Sonnenlicht deutlich besser zurecht. LGs Flaggschiff gerät dagegen bei direkter Sonneneinstrahlung ziemlich ins Rudern. Dann gehen Details verloren und die Fotos wirken etwas kontrastarm. Das ist schade, denn ansonsten liefert die Kamera des LG G3 wirklich gute Ergebnisse. Links sehen Sie ein Testmotiv des G3, rechts das Galaxy Alpha.

LG G3 Fototest Galaxy Alpha Fototest

Zoom LG G3 Zoom Alpha

Android und Apps

Das LG G3 kommt mit dem Betriebssystem Android 4.4.2 daher. Darüber liegt aber eine Oberfläche des Herstellers, welche stark angepasst wurde. Weder die App-Schublade, noch der Entsperrbildschirm oder die Homescreens sind so, wie man sie vom Standard her kennt. Auch die Einstellungen sind nun in Reitern unterteilt. Das bedarf alles einer gewissen Einarbeitungszeit. Funktionen wie das Anschalten und Ausschalten des Displays per zweimaligem Klopfen auf eben jenem und der Betrieb von zwei Apps gleichzeitig erweisen sich als sinnvoll. Die Universalfernbedienung zeigt sich allerdings als lückenhaft und funktionierte mit keinem von uns getesteten Gerät.

Passender Tarif und reduzierter Gerätepreis

Bei 1&1 bekommt man das LG G3 derzeit mit einer durchaus interessanten All-Net-Flat für 0 Euro. Für Vielsurfer besonders spannend zeigt sich hier der Tarif 1&1 All-Net-Flat Pro. Hier bekommt man satte 4 GB Highspeed-Internet im LTE-Netz mit bis zu 50 Mbit/s. Dazu gibt es noch 100 GB Online-Speicher und attraktive Telefonie-Flatrates. So kosten Gespräche in das deutsche Festnetz keinen Cent, genauso wie in alle Mobilfunknetze. Der Versand von SMS wird ebenfalls nicht berechnet. Es fallen in den ersten Monaten, in Verbindung mit dem LG G3, 44.99 Euro Grundgebühr an, danach werden 49.99 Euro pro Monat fällig.

Unser Test-Fazit

LG wollte mit dem G3 ein Smartphone abliefern, bei welchen anderen Herstellern die Spucke wegbleibt. Nüchtern betrachtet, ist der ganz große Wurf nicht gelungen, dennoch ist das Gerät ein durchaus gutes Highend-Smartphone. Vor allem im Multimedia-Bereich hat man Vorteile durch das Quad-HD-Display, welche aber zu Lasten des Akkus gehen. Die Kamera macht ebenfalls gute Bilder, man sollte jedoch darauf achten, sich von direktem Sonnenlicht fern zu halten. Die Verarbeitung befindet sich auf einem hohen Niveau, leider wurde aber kein Aluminium verwendet. Man merkt schon, es gibt viele Pro- aber auch ein paar Kontra-Argumente für dieses Smartphone. Besonders gefallen hat uns aber das schnelle Internet, sowohl im WLAN, als auch im LTE-Netz.

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