Testbericht Vodafone B2000 Router

Vodafones 2. LTE-Router-Generation im Test


Seit Mitte April ist der Vodafone B2000 LTE-Router erhältlich. Es handelt sich um ein LTE-Endgerät der zweiten Generation und kann nicht nur LTE auf mehreren Frequenzen empfangen, sondern versteht sich auch auf UMTS- und GSM-Funknetze. Sein  Vorgänger, der  Vodafone B1000, gehörte noch zur ersten Generation LTE Hardware und unterstützte nur die 800MHz LTE-Frequenz und kein Fallback auf UMTS oder GSM. Max vom LTE-Anbieter.info Team, hat den Vodafone B2000 nun seit etwa 2 Wochen im täglichen Einsatz und berichtet in diesem Testbericht von seinen Erfahrungen mit dem neuesten Router des Düsseldorfer Netzbetreibers.


Technische Daten und erster Eindruck

Äußerlich unterscheidet sich der vom chinesischen Hersteller Huawei gefertigte B2000 auf den ersten Blick kaum von seinem Vorgänger. Sieht man jedoch etwas genauer hin, so fällt auf, dass einige neue Anschlüsse und Tasten hinzugekommen sind – erste Indizien für die gesteigerte Leistung. Auf der Rückseite fallen als erstes 4 LAN-Anschlüsse ist Auge, die bis zu 100MBit/s liefern. Gleich daneben befinden sich zwei RJ-11 Anschlüsse für analoge Telefone sowie eine USB2.0-Schnittstelle sowie der Anschluss für das Netzteil. Wie auch beim B1000 sind unter einer Abdeckung zwei SMA-Anschlüsse für externe Antennen angebracht. Daran kann eine externe LTE-Antenne zur Empfangsverbesserung connectiert werden, was sich in den meisten Fällen im ländlichen Raum empfiehlt.

Auf der rechten Seite wurde der SIM-Karten Steckplatz, sowie ein weiterer USB2.0-Anschluss und eine Taste zum Ein- und Ausschalten des Routers angebracht. Die linke Seite beherbergt eine WPS- und eine WLAN-Taste, sowie einen Resetknopf. Eine weitere Änderung betrifft die LED-Anzeigen auf der Front des B2000: hier gibt es nun neben der Anzeige für die Signalstärke auch Indikatoren für Power, WLAN, WPS, Telefon 1/2 und Netzmodus.
Front LEDs des B2000

Was man von außen nicht sehen kann, sind die technischen Eigenschaften des integrierten Chipsatzes. Der Vodafone B2000 unterstützt LTE auf 800/2600MHz mit bis zu 100MBit/s im Download, im UMTS-Netz werden dank DC-HSPA+ bis zu 43,2MBit/s erreicht. Wenn weder 4G noch 3G Netze zur Verfügung stehen, kann sich der Router auch im 2G Netz einbuchen, dann wird der Datenbeschleuniger EDGE genutzt. Weitergegeben wird die schnelle Datenverbindung im Haushalt optional per kabellosem WLAN (b/g/n). Mein Laptop zeigte im Schnitt eine Datenrate von 130MBit/s über die WLAN-Verbindung an, hier wurde im Vergleich zum B1000 deutlich optimiert.


Inbetriebnahme, Nutzung und Vergleich

Bis die Verbindung zum Internet steht, sind es nur wenige Schritte, die selbst für technisch wenig begabte Nutzer kein Hindernis darstellen dürften. Ein weiterer Pluspunkt also für die Nutzerfreundlichkeit. Die nötigen Passwörter sind auf der Rückseite des B2000 aufgedruckt, lobenswerter Weise ist auch das WLAN bereits ab Werk verschlüsselt. Nutzt man den Router mit einer Vodafone SIM-Karte, so sind keine weiteren Einstellungen nötig. Theoretisch ist aber auch der Einsatz von Karten anderer Provider möglich, da kein SIM-Lock vorhanden ist. Dann müssen jedoch ggfs. Einstellungen am APN (Access Point Name ~ Zugangspunkt) vorgenommen werden.

B2000 Rückseite

In der Nutzung zeigte sich der Vodafone B2000 beim ausführlichen Test sehr zuverlässig. Ich habe ihn die meiste Zeit im LTE Netz auf 800MHz betrieben, mein Notebook war per WLAN verbunden. Die Empfangsstärke war in etwa Vergleichbar mit dem B1000, auch bei den Datenraten zeigte sich – bis auf die üblichen Schwankungen - kein nennenswerter Unterschied. Im Vergleich mit dem Vodafone K5005-LTE-Surfstick (Testbericht) konnten aber deutlich höhere Bandbreiten erzielt werden, insbesondere bei schlechtem Empfang überzeugte der B2000. Bei sehr guten Empfangsbedingungen ließ sich hingegen kein Unterschied zwischen Router und Stick erkennen.

Im UMTS-Betrieb ist der Vodafone B2000 mit aktuellerer Technik als das Vodafone-Netz ausgerüstet, denn die schnelle DC-HSPA+ Technik wird bei Vodafone aktuell kaum bis gar nicht eingesetzt. An meinem Test-Ort hatte ich aber sehr guten HSPA+ Empfang. Dabei haben mich insbesondere die guten Ping-Zeiten von rund 50 Millisekunden überrascht. Mit dem Vodafone K5005 Surfstick rangierten die Paketlaufzeiten im Schnitt etwa 10ms höher. Die Datenraten im Vodafone UMTS Netz waren aber weit entfernt von den mit HSPA+ maximal möglichen 21,6MBit/s, im Schnitt konnte ich 6MBit/s im Download messen, während an gleicher Stelle mit schlechtem LTE-Empfang rund 20MBit/s möglich waren.

Ein wichtiger Punkt für viele Nutzer ist, wie schon angedeutet, sicherlich der Anschluss für  externe Antennen. Erfreulicherweise gibt es nun einen separaten Menüpunkt, mit dem man manuell auf die externe Antenne umschalten kann, wenn der B2000 die Antenne aus unerfindlichen Gründen nicht automatisch erkennt. Dies war beim Vorgänger ein bekanntes Ärgerniss. Auch die Ausrichtung der Antenne ist einfacher geworden, da die Empfangswerte nun nicht mehr, wie beim B1000, umständlich per Diagnose Datei ausgelesen werden müssen, sondern komfortabel im Webinterface angezeigt werden.

USB Anschluss und VoIP Telefonie

Die größte Neuerung, neben der Unterstützung von UMTS/GSM, sind sicherlich die Telefon- und USB Buchsen. Über USB lassen sich Drucker oder Speichermedien allen Nutzern im Netzwerk zur Verfügung stellen. Dazu bietet der B2000 im Einstellungsmenü weitere Funktionen, wie etwa DLNA (Digital Living Network Alliance). Über DLNA-fähige Geräte, wie zum Beispiel moderne Flachbildfernseher, lassen sich dann Mediendateien direkt im gesamten Heim-Netzwerk abspielen. Ganz ohne umständliche, manuelle Einrichtung. Außerdem ist der Download von Dateien von FTP-Servern direkt auf angeschlossene Speichermedien möglich, ohne dass dafür der Computer angeschaltet sein muss. Die angeschlossenen USB-Festplatten oder Speichersticks dürfen sowohl das FAT32- als auch das NTFS-Format besitzen.

Die Telefonie ist beim Vodafone B2000 nur über Voice over IP möglich. "Echte“ Telefonie über UMTS oder GSM wird nicht unterstützt. Leider konnte ich nicht testen, ob die Einstellungen bei Vodafone den "LTE Zuhause"-Tarifen (Übersicht der Tarife) automatisch vorgenommen wird, so wie es beim Gespann aus Turbobox und Easybox der Fall ist. Ich vermute aber, dass keine automatische Konfiguration erfolgt, sonst würde Vodafone den B2000 sicher auch mit den Telefontarifen vertreiben, was bis dato nicht der Fall war. Damit dürfte der B2000 das gleiche Schicksal wie die AVM FritzBox 6840 LTE erleiden, dort ist eine Einrichtung der Sprachtelefonie über Vodafone auch nur sehr umständlich möglich.


Fazit

Der Vodafone B2000 leistete sich im Test keine Schwächen und hat diverse Vorteile zu älterer LTE-Hardware wie etwa dem Vodafone B1000. Durch die beiden RJ-11 Telefonanschlüsse würde er sich ideal als Ersatz für die  Kombination aus TurboBox und Easybox 803 eignen – aktuell wird der Vodafone B2000 aber nur mit den Vodafone "LTE Zuhause Internet S Tarifen" angeboten, in denen kein Telefonanschluss enthalten ist. Ohne Vertrag kostet der B2000 stolze 299,90€. Wenn der Router in Zukunft etwas im Preis sinkt, ist er aber ein sehr empfehlenswertes Gerät für jeden LTE-Nutzer. Ein Umstieg vom B1000 auf den B2000 empfiehlt sich aber meiner Meinung nach nur bei sinkenden Preisen.


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