Testbericht zum Xiaomi Redmi Pro

Top-Ausstattung & Design zum Kampfpreis?


November 2016: In diesem Test nehmen wir ein Gerät unter die Lupe, welches hierzulande eher selten anzutreffen ist: Das "Redmi Pro". Smartphones dieses Herstellers werden von keinem deutschen Netzbetreiber vermarktet und sind im freien Handel kaum zu bekommen. Grund genug um zu prüfen, ob es den Aufwand wert ist, sich eines dieser Geräte zu zulegen.



Ein Vorwort

Das Redmi Pro überraschte uns und bestätigt mehrere Eindrücke, welche sich bei uns in der Redaktion seit langem halten: - Smartphones von Herstellern aus Fernost kommen mehr und mehr auf unserem Markt an. Teilweise warten sie sogar in manchen Bereichen mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis als die bereits etablierten Modelle auf. Sie bedienen ein besonderes Marktsegment in Deutschland, welches bisher stark vernachlässigt wurde: Das der Highend-Dual-Sim-Smartphones.

Lieferumfang

Technische Werte

In unserem Testmodell wurde eine Helio X20-CPU verbaut. Es gibt aber auch eine Variante mit Helio X25 Prozessor, doch das nur nebenbei. Der Prozessor stammt also, anders als bei vielen Smartphones hierzulande nicht von Qualcom (Snapdragon) sondern aus dem Hause Mediathek. Dieser ist allerdings nicht minder leistungsfähig, sondern stellt auch im Alltag spürbar Leistung zur Verfügung. Mit zehn Kernen, welche bis zu 2,3 GHz takten und 3 GB Arbeitsspeicher laufen die meisten Apps absolut flüssig. Die eingebaute Mali-GPU taktet bis zu 780 Mhz.

Neben unserer getesteten Variante gibt es eine weitere Version des Redmi Pro, welche sich hinsichtlich technischer Ausstattung und Speicher unterscheidet. Diese kostet allerdings auch mehr, sodass Anwender sich beim Kauf die Frage stellen müssen, ob sie die günstigere Version oder die Variante mit der besseren CPU und mehr Arbeitsspeicher nehmen, welche auf lange Sicht zukunftsfähiger erscheint. Wie man diese Art der Modellunterscheidung beurteilt, bleibt jedem selber überlassen.

Display und Design

Auf einem 5,5 Zoll Display quetschen sich insgesamt 1920x1080 Pixel. Dies ist für eine scharfe Darstellung der Inhalte ausreichend. Zu erwähnen ist, dass höhere Auflösung nicht nur mehr CPU-Leistung erfordert hätte, sondern auch ein niedriger Energieverbrauch nicht zu realisieren wäre.



Ebenso nennenswert ist die Art des Displays, die zum Energiesparen beiträgt. Xiaomi verbaut einen AMOLED-Bildschirm, bei welchem die schwarzen Pixel nicht beleuchtet und die Farben der Inhalte besser kontrastiert werden. Wenn man sich das Design genauer ansieht, kommen Erinnerungen an zwei Smartphones von HTC hoch. Die Rückseite erinnert stark an das Modell HTC M9, während die Vorderseite der des M10 ähnelt.

Rückansicht: (klicken zum vergrößern)


Seitenansicht:


Trotz des brüderlichen Aussehens fühlt sich das Redmi hochwertig verarbeitet an. Insbesondere das Metall macht das Gerät zu einem Handschmeichler. Dafür gibt es mit Fingerabdrücken auf dem Gehäuse ein unschönes Nebenprodukt, welches quasi bei allen modernen Metall-Smartphones inklusive ist.

Kamera und Musik

Die Kamerafunktionen des Redmi Pro versprechen auf dem Blick so einiges. Hinten wird mit 13 Megapixel aufgelöst, was im Zusammenspiel mit der zweiten Linse auf gute Fotos hoffen lässt. Allerdings entpuppt sich die Dual-Kamera als Ente. Wie beim Honor 8 lässt es sich beim Fotografieren in das Motiv hineinzoomen. Doch was bei einem Zoomen folgt, ist nicht ein Motiv mit etwas weniger Details, sondern ein grober Pixelbrei.

Zoomtest beim Redmi Pro

Auch beim normalen Fotografieren könnten die Motive einen Tick detaillierter sein und auch die Farbtreue lässt teils etwas zu wünschen übrig. Folgend sehen sie eine Szenarie am Tag, einmal mit dem Redmi Pro aufgenommen (erste Version) und einmal mit dem LG G5. Beide machen einen recht ordentlichen Eindruck.





In der Deteilvergrößerung der Dachpartien im rechten Bildteil, werden einige Unterschiede sichtbar. Das LG zeichnet die Ziegelstruckturen um einiges schärfer am. Allerdings ist das "meckern auf hohem Niveau", denn das Redmi ist natürlich auch bedeutend preiswerter.



Ein Testfoto unserer Fototest-Karte bescheinigt die gute Qualität der Kamera - zumindest wenn genugt Licht vorhanden ist.



Positiv sind uns die Möglichkeiten zur Einstellungen aufgefallen, die einfach erreichbar sind. Insbesondere die Einstellungen zur Regulierung der Blendenöffnung war schnell erreichbar und ließ die Öffnung auf F/0,95 zu.

Foto Modi wählen



Die Frontkamera ist in ihrer Funktion eher beschränkt. Man kann Fotos mit 5 Megapixel und Videos in Full-HD schießen, sowie auf einen Selbstauslöser und ein paar Effektchen zurückgreifen. Dennoch wäre hier mehr möglich gewesen. Warum Xiaomi nicht mit mehr Funktionen, wie z.B. mit einem Selfieblitz, das Telefon für Selfiefreunde interessanter macht, bleibt das Geheimnis des Herstellers. Schlussendlich bleiben die Kameras hinten und vorne eher als durchschnittliche Funktion in Erinnerung. Musik kann über den Klinkenanschluss oder Bluetooth mit einem entsprechenden Headset gehört werden. Der interne Lautsprecher klingt laut und kräftig.

Software & Speicher

Vorinstalliert ist Android in der Version 6. Erfreulich: Mehrere Stimmen im Internet weisen bereits auf ein Update auf Android 7 hin, welches kommen soll. Diese sind allerdings noch unbestätigt. Das Interface des Geräts ist gut gelungen, allerdings kommt jenes mit dem gut durchdachten Bedienkonzept von Huawei, welches bei etwa beim Honor 8 oder auch dem MediaPad M3 umgesetzt wird, nicht wirklich mit. Trotzdem finden sich einige sinnvoll umgesetzte Funktionen in der Oberfläche wieder. Ebenso kann die Software mit Geschwindigkeit überzeugen. Dank schneller Reaktionszeiten und keinen Rucklern im Alltag erhält man das Gefühl, ein schnelles Gerät in den Händen zu halten.



Positiv an dem Modell ist interne Speicher von 32 GB. Zusätzlich gibt es eine Version 64 GB und 128 GB, die eine bessere Ausstattung mitbringt. Wer mehr braucht, kann mit einer Micro-SD-Karte mehr Gigabytes bekommen, muss aber bei Verwendung auf die Dual-SIM-Funktionalität verzichten.





Konnektivität im Test

Beim Testen der Konnektivität ergab sich eine kleine Überraschung. Von vornerein lag es auf der Hand, dass sich unser Testgerät aufgrund des fehlenden LTE-Band 20 (800 MHz)nicht sehr häufig im 4G-Netz aufhalten würde. Zumindest außerhalb der Ballungsräume. Allerdings brauchte unser Testgerät auch unverhältnismäßig lange, um von “3G” zu “H+” zu wechseln. Unser zum Vergleich herangezogenes Samsung S5 mini war währenddessen ununterbrochen im “H+-Modus” verbunden. Der Unterschied zwischen den beiden Funkstandards schlägt sich besonders in der Geschwindigkeit nieder. Statt bis zu theoretisch 42,2 Mbit/s im Download ist im puren “3G-Modus” nur eine Geschwindigkeit von bis zu 21 Mbit/s möglich.

LTE Test: Und wie steht es um die Verbindungsqualität bei LTE? Hier schlägt sich das Redmi Pro ganz hervorragend. Als Referenzmodell nutzten wir wieder ein LG G5. Mit einem Telekom LTE-Tarif testeten wir an einem festgelegten Messpunkt die Empfangsgüte bei beiden Smartphones. Am  Chinahandy ermittelten wir per App folgende Werte: -90 dBm bei 50 ASU. Das LG G5 kam auf nahezu identische -89 dBm und 51 ASU. Summa summarum scheint das LTE-Modem also exzellente Arbeit zu leisten und kann der Stichprobe nach mit der Oberklasse mithalten. Lediglich die nicht unterstützten 800 MHz, wie bei Fernost-Modellen leider oft der Fall, trüben das Bild leicht. Wer aber in oder um eine Großstadt wohnt, wird hier kaum Probleme haben, da dort 1800 oder 2600 MHz den LTE-Datenfunk dominieren. In entsprechenden Netzen kann das Telefon auch auf VoLTE zurückgreifen. Unterstützt wird LTE CAT4, welches technisch in LTE-Netzen eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 150 Mbit/s unterstützt, sofern der LTE-Tarif dies hergibt.

WLAN Test: Natürlich gibt es zahlreiche Alternativen für den Zugang zum Internet. Das Redmi bringt alle wichtigen Funkstandards mit, die in marktüblichen Telefonen zu finden sind. Darunter sind WLAN nach b/g/n, Bluetooth 4.2 und GPS. Beim WLAN-Check ließen wir ebenfalls die beiden Kontrahenten antreten. Getestet wurde auf dem gängigen 2.4 GHz Band – WLAN ac wird ja leider ohnehin vom Redmi Pro nicht unterstützt. Wiederrum an einem festgelegten Messpunkt im Büro erfolgten zwei Empfangschecks. Beim Redmi schwankte der Pegel im Bereich von -70 bis -75 dBm. Im Fall des LG ermittelten wir eine Schwankungsbreite von -65 bis -75 dBm. Im Schnitt lag der Empfangspegel also -5 dBm unter dem des G5. Gemessen am günstigen Preis des Redmi ein sehr befriedigendes Ergebnis finden wir. Übrigens: Bis ca. -110 dBm ist der Empfangspegel gerade noch ausreichend.

Akku-Leistung

Um Benutzern eine lange Laufzeit zu ermöglichen hat Xiaomi einen Akku mit einer Kapazität von 4050 mAh eingebaut. Zur Optimierung gibt es einen Energiesparmodus, der sich allerdings auf die Regelung der Bildschirmhelligkeit und einigen anderen Möglichkeiten zur Regulierung beschränkt. Weitere Funktionen, etwa ein Analyseprogramm oder ein schwarzes Bedieninterface um Storm zu sparen, gibt es nicht. Hier hätte Xiaomi noch viel verbessern können. Aufgeladen wird das Redmi über einen UBS-C Anschluss.

Preis und Bezug

Im Trading-Shenzen Shop fanden wir das Remi Pro mit 32 GB zum Testzeitpunkt bereits für knapp unter 200 € wieder. Die günstigste Variante mit doppeltem Speicher (64 GB) sowie modernerer X25 CPU kostet allerdings kaum 10 € mehr, so das wir zu diesem Modell raten. Die Premium-Version mit 128 GB und 4 GB RAM geht für rund 250 € über die Ladentheke. Ein sehr fairer Preis also, wenn bedenkt, was ähnlich ausgestattete Smartphones von LG, Samsung, Apple und Co. kosten! Weitere Bezugsmöglichkeiten für das Gerät, finden Sie übrigens hier in unserem China-Smartphone Spezial.

Fazit

Das Redmi Pro von Xiaomi ist zweifelsohne ein gelungenes Smartphone. Es ist schnell, sieht gut aus und ist für einen günstigen Preis zu haben. Für teils unter 200 € gibt’s viel Speicher, edle Materialien sowie eine moderne Zehnkern-CPU. An den Empfangsqualitäten bei  LTE und WLAN gab es ebenfalls nichts auszusetzen. Lediglich das symptomatisch fehlende LTE-Band 20, machen die Benutzung des Gerätes hierzulande mitunter zu einem mäßigen Vergnügen. Auch Fotofreunden seien eher andere Modelle angeraten. Die Kamera machte bei Tageslicht zwar eine passable Figur, aber bei schlechteren Lichtverhältnissen muss der Sensor scheinbar passen.

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