Roaming von LTE | 4G im Ausland

Alles zum aktuellen Stand und den Entwicklungen im Überblick


so klappt surfen via LTE auch im Ausland

März 2017: Mobiles Internet auf Basis der LTE-Technologie, entwickelt sich weltweit immer mehr zum Standard bei der Mobilfunknutzung. Der Trend zu Smartphones und Tablets hält ungebrochen an und damit auch der Hunger nach leistungsfähigen 4G-Verbindungen. Wer bis 2014 auf Reisen ging, musste noch größtenteils auf LTE im Reiseland verzichten und mit den dort verfügbaren 2G- und 3G-Netzen vorlieb nehmen. Mittlerweile haben die meisten deutschen Provider nachgebessert, so das 4G-Roaming im Ausland keine Zukunftsmusik mehr ist. Die ersten Anbieter hatten damals damit begonnen 4G-Roamingdiente in einigen beliebten Urlaubsländern freizuschalten. In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Möglichkeiten, Pläne bzw. Angebote es mittlerweile gibt und wo die Schwierigkeiten beim LTE-Roaming für die Netzprovider liegen.

Was versteht man unter „Roaming“

Zunächst wollen wir für Leser die den Begriff noch nicht genau kennen, kurz erklären, um was es sich dabei handelt. Nehmen wir als Beispiel Herrn Müller, der bei der Telekom einen LTE-Mobilfunktarif besitzt. Innerhalb Deutschlands loggt sich sein Handy ganz normal bei der nächsten Basisstation ein und liefert, je nach Netzverfügbarkeit, Daten per 4G, 3G oder 2G. Verlässt Herr Müller nun Deutschland und reist über die Grenze nach Frankreich, fehlen dort verständlicher Weise die Funkstationen der Telekom. Stattdessen stehen nur Masten der französischen Provider bereit. Beim sogenannten Roaming handelt es sich nun um einen speziellen Netzdienst. Dieser ermöglicht es dem Mobilfunkteilnehmer (Herrn Müller), im Fremdnetz des ausländischen Mobilfunkunternehmens zu telefonieren und auf das Internet zuzugreifen. Die Abrechnung erfolgt dabei über den Heimatanbieter, der dem Anbieter im Ausland anteilig Nutzungsentgelte zahlt.


Vodafone LTE-Roaming in über 100 Ländern

Seit Mitte 2014 können Vodafonekunden auch im Ausland per LTE surfen. Zumindest alle, die einen Vertragstarif mit LTE fürs Smartphone oder Surfstick (Tarife zeigen) haben. Reisen innerhalb der EU sind für RED-Kunden seit 2016 völlig problemlos. Einfach im Smartphone "Roaming" aktivieren und man surft bzw. telefonieret genau wie zuhaue.

Lediglich außerhalb der EU, also dem Rest der Welt, ist noch Vorsicht beim roamen angesagt. Sonst tappt man schnell in die Kostenfalle. Mit dem "Reisepaket World" zum Beispiel stehen 50 Minuten/SMS pro Woche samt 100 MB zur Verfügung. Der Preis beträgt 29.99 Euro. Die Tagesversion bietet das gleiche Kontingent für 7.99 € je Nutzungstag. Rein zum surfen ist dagegen das "Reisepaket Data" gedacht - ja nach Ländergruppe ab 5.99 € (100 MB) pro Tag. PS: Mittlerweile bietet Vodafone sogar ein Prepaid-Angebot namens "WebSessions International".

Und in welchen Ländern ist Roaming via LTE bei Vodafone schon möglich? Vorerst (noch) nicht ganz weltweit - bis dahin wird noch etwas Zeit vergehen. Dennoch bietet der Provider mit über 100 Ländern weltweit bisher die meisten Ziele. Hier sind vor allem zu nennen:

Armenien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Estland, Fiji, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hong Kong, Indonesien, Irland, Island, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Kanada, Katar, Kroatien, Kuwait, Luxemburg, Malaysia, Mazedonien, Mexiko, Montenegro, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Oman, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi Arabien, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Tajikistan, Thailand, Tschechien und die USA. Mehr hier auf www.vodafone.de

Übersicht auf der Weltkarte:

1 bedeutet: 4G-Roaming von Vodafone ist in diesem Land aktiv

LTE Roaming bei der Telekom

Seit der Urlaubssaison 2014 bietet auch die Deutsche Telekom weltweites 4G-Roaming. Surfen per LTE im EU-Ausland ist seit Ende Juni des genannten Jahres möglich. Die maximale Datenrate richtet sich einerseits nach den Konditionen des eigenen Tarifes und nach den Gegebenheiten vor Ort - sprich Netzabdeckung und Roaming-Provider. Mehrkosten fallen nicht an, vorausgesetzt man bucht eine Urlaubsoption oder bewegt sich innerhalb der EU. Zum Beispiel den Reisetarif "All Inclusive", welcher für einen Monat (19.95 €) oder ein Jahr (5 € monatlich) erhältlich ist. Dann gilt sogar die heimische SMS und Telefonflat, so dass alle Gespräche im Zielland und nach Deutschland abgedeckt sind. Mittlerweile funktioniert das 4G-Datenroaming bei der Telekom in über 80 Ländern weltweit. Unter anderem:

Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Süd-Korea, Kroatien, Luxemburg, Malaysia, Mexiko, Moldavien, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Peru, Philippinen, Polen, Österreich, Rumänien, Russische Föderation, San Marino, Ungarn, Saudi-Arabien, Schweden, Singapur, Slowenien, Schweiz, Spanien, Thailand, Taiwan, Tschechische Republik, die USA und Vatikanstaat. Passende Tarife und mehr dazu hier unter www.telekom.de ...


LTE Roaming bei O2

Etwas verspätet, nämlich erst Anfang August 2015, startete O2 ins 4G-Romingzeitalter, allerdings damals zunächst nur mit drei Zielländern. Mittlerweile konnte der Konzern aber sehr viele weitere Länder neu hinzufügen. Ende 2016 waren das an die 100 Ziele: Hier einige davon im Überblick.

Argentinien, Bulgarien, Brasilien, China, Frankreich, Griechenland, Indien, Italien, Israel, Kanada, Kolumbien, Kuweit, Luxemburg, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Peru, Polen, Portugal, Qatar, Schweden, Slowakei, Südkorea, Spanien, Taiwan, Tschechien, Ungarn, USA, Vereinigte Arabische Emirate. » mehr hier unter www.o2online.de


Fazit zu allen Anbietern: Die Vorzeichen stehen recht gut dafür, dass eine wachsende Zahl der deutschen Mobilfunkkunden LTE im Ausland per Roaming nutzen kann. Zunächst bezieht sich die Abdeckung aber nur auf ausgesuchte Länder. Ende 2016 lagen Vodafone, O2 und die Telekom ungefähr gleich auf und bieten den Service weltweit jeweils in knapp 100 Ländern. Bis es nahezu uneingeschränkte „4G-Reisefreiheit“ gibt, wird es aber noch einige Jahre dauern.


Was ist "National Roaming" von O2?

Seit dem 2. Quartal 2015 geistert ein weiterer Begriff durch die Medianlandschaft - das sogenannte National Roaming. Dabei handelt es sich um ein Kunstbegriff den O2 ins Leben gerufen hat. Gemeint ist nichts anderes als eine Art technischer Kniff zur Zusammenführung des eigenen O2-Mobilfunknetzes mit dem von E-Plus. Im Zuge der Fusion beider Unternehmen müssen ja auch die Netze mittelfristig irgendwie vereint werden. Was das für die Kunden bedeutet, haben wir hier erläutert.

Österreicher Vorreiter beim 4G-Roaming

Den ersten Schritt wagte Ende 2013 der österreichische Mobilfunkkonzern „A1“. Zu Beginn gab es eine Kooperation mit den Schweizer Nachbarn, genauer gesagt, mit der Swisscom. 2014 sollten dann insgesamt 9 Länder in und außerhalb Europas hinzukommen, wie etwa Spanien, Italien oder die USA und Kanada. Erst etwas später folgten deutsche Provider mit internationalem 4G-Roaming.

Roaming mit LTE – warum hat das so lange gedauert? Wo lagen die Probleme?

Das es auch nach Jahren global kaum ein funktionierendes Roamingsystem für 4G gibt, trotz Millionen an Nutzern, hat mehrere Hintergründe. Für ein erfolgreiches Roaming-Modell müssen mehrere Grundlagen geschaffen sein: Technische Kompatibilität im Fremdnetz und eine netztechnische Implementierung für die Abwicklung. Außerdem müssen Authentifizierung der Nutzers im ausländischen Fremdnetz, die Autorisierung und natürlich die Bezahlung geregelt sein. Die letzten drei Punkte setzen Kooperationen der internationalen Netzanbieter untereinander voraus. Doch auch einige Charakteristika der 4G-Technik an sich, erschweren die globale Umsetzung. Zum einen ist die Implementierung auf der Netzebene alles andere als trivial. Auch weil 4G, im Gegensatz zu den Vorgängerstandards, rein IP-basiert ist. Des Weiteren war Roaming bei 2G und 3G damals von Anfang an Teil der Spezifikation.

Einer der wohl gewichtigsten Aspekte ist dagegen die enorme Fragmentierung der Nutzungsspektren weltweit. LTE wird weltweit nicht auf drei, vier oder fünf verschiedenen Frequenzbereichen eingesetzt – es sind mehr als 40!

Frequenz-Fragmentierung weltweit

Das bedeutet: Wer ein LTE-Smartphone in Asien oder den USA kauft, kann in Deutschland mitunter damit gar kein LTE nutzen, da die für Deutschland gängigen Frequenzbänder nicht unterstützt werden. Eine ähnliche Erfahrung mussten vor einigen Jahren z.B. einige Käufer des iPad3 machen, welches zwar mit 4G in Deutschland beworben wurde, aber nur LTE auf 700 & 2100 MHz beherrschte. Beides Bänder, die hierzulande nicht eingesetzt werden. Zur Lösung des Problems müssen Hardwarehersteller entweder ihre Geräte weltweit multibandfähig machen (was schon recht gut klappt) oder aber man einigt sich weltweit auf 3-5 gängige Bänder für die LTE-Nutzung. Letzteres hapert allerdings nicht unbedingt nur an nationaler Engstirnigkeit. Vielmehr beruhen länderspezifische Unterschiede eher auf historischen Entwicklungen. Überall gibt es hingegen ein Problem, was alle Länder eint. Frequenzen sind knapp und die wertvolle Ressource muss optimal verteilt werden. Und während z.B. im Land A terrestrisches TV früher auf 700 MHz angesiedelt war, ist es im Land B 800 MHz. Durch die Digitalisierung entstand also im Land A eine andere Lücke, die für die LTE-Nutzung frei wurde als im Land B. Mehr über das Thema können Sie hier erfahren.

Weiterführendes
» LTE im Winterurlaub - Ratgeber
» Einführung: Was ist LTE?



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