Schnelles Internet ohne (V)DSL

Welche Möglichkeiten gibt es und was kostet das?


Internetanschluss ohne DSL mit hoher Datenrate - ein Ratgeber

Auch im Jahr 2020 gibt es in vielen Regionen außerhalb der Großstädte noch Ecken, wo der Ausbau von schnellem Breitbandinternet komplett fehlt oder massiv hinterherhinkt. Betroffen sind meist sämtliche Festnetz-Ausbaustandards und Technologien. Daher kommt es besonders in diesen Gebieten ohne DSL & Co. auf leistungsstarke Alternativen über Funk an. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es heute gibt, passende Heim-Flatrates mit bis zu 1000 MBit/s zu erhalten. Auch völlig ohne DSL!

1. Breitbandinternet per DSL & Co. noch lückenhaft

Es gibt heute bereits vier verschiedene Technologien und Verfahren um breitbandfähige Internetzugänge auszubauen. Zum einen das seit dem Jahr 2000 allseits bekannte „DSL“ (eigentlich ADSL), dem verbesserten VDSL samt Vectoring- und Supervectoring Erweiterung, Kabel sowie Glasfaser. Allesamt werden oft unter der Rubrik „Festnetzausbau“ zusammengefasst. Trotz enormer Fortschritte in den vergangenen Jahren, klaffen hier und da noch Lücken, so dass zahlreiche Haushalte und Firmen noch immer nicht mit schnellem Internet versorgt sind. Doch selbst wenn – teils sind diese Zugänge längst nicht mehr ausreichend…

Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum

2. Selbst mit DSL: Datenraten teils unzeitgemäß

DSL bietet maximal eine Datenübertragungsrate von 16 MBit pro Sekunde. Per VDSL können immerhin schon 50-250 MBit/s übertragen werden. Kabel und Glasfaser bringen es mitunter schon auf bis zu 1 GBit/s. Doch noch überwiegt im ländlichen Raum einfaches ADSL über das alte Telefonnetz und seinen Kupferleitungen. Bestenfalls gibt’s noch langsames VDSL mit deutlich unter 25 MBit.

Reichten vor einigen Jahren Übertragungsraten von ca. 4-10 MBit noch völlig aus, stellt dies viele Nutzer heute vor eine echte Herausforderung. Streamingdienste wie Netflix, sind damit nicht oder nur in schlechter Qualität nutzbar. Daten versenden wird zum Geduldsspiel und auch Webseiten laden mitunter ziemlich lange. Daher definiert auch die EU mittlerweile erst Anschlüsse ab 30 MBit/s als „Breitband“[1].

Deshalb greifen die meisten Kunden, sofern verfügbar, heute am liebsten zu Internetflatrates mit mindestens 50-100 MBit/s. Es gibt aber mittlerweile Alternativen über Funk, die den Festnetzvorbildern in fast nichts mehr nachstehen oder diese teils sogar übertrumpfen!

3. Ausweichmöglichkeit Mobilfunk

Glücklicher Weise gibt es einen Ausweg, selbst wenn bei Ihnen vor Ort weiter kein DSL verfügbar ist bzw. die Leistung nicht ausreicht. Gemeint sind stationäre Zugänge per Mobilfunk, also 4G/LTE oder sogar 5G. 4G ist seit 2020 schon nahezu flächendeckend ausgebaut – vor allem auch in Gebieten mit geringer Breitbanddurchdringung via Festnetz. Zwar gibt es solche Tarife schon etliche Jahre (seit 2011), doch erst seit kurzem können diese aus mehrerlei Gründen auch als echte Alternative bezeichnet werden (siehe folgend + 3.2)

Wie über DSL surfen - nur stattdessen per Mobilfunk (LTE/5G)

3.1 Vorteile und Nachteile von Highspeed über LTE oder 5G

Die Vorteile der Funkzugänge liegen auf der Hand. Sie sind nahezu überall schon verfügbar und können in kürzester Zeit nach der Bestellung selbst von technischen Laien in Betrieb genommen werden. Ein Technikertermin, wie bei DSL, ist nicht nötig. Auch die lange Wartezeit bei Neuanschlüssen oder Umzügen entfällt. Darüber hinaus kann sich die Leistung sehen lassen. Selbst in Gebieten mit etwas schwierigen Empfangsbedingungen, sind 25-50 MBit in der Regel kein Problem. Oft können per LTE/5G zuhause sogar deutlich über 100 MBit bezogen werden. Das war noch nicht immer so einfach, wie Sie unter 3.2 erfahren.


(+) superschnell WLAN/Internet (bis 1 GBit) auch ohne DSL
(+) Anschluss meist in 2-3 Tagen möglich
(+) kein Techniker nötig
(+) hohe Verfügbarkeit
(+) teils sogar flexibler Einsatz bundesweit möglich (nicht nur daheim)
(+) faire Kosten

(-) teils noch Volumenlimitierung
(-) in einige Fällen Überlastungen in den Abendstunden

3.2 endlich auch als „echte“ Alternative

Die ersten Tarife über LTE dieser Art waren leider alle stark eingeschränkt in Hinblick auf die Nutzungsintensität. Denn im Gegensatz etwa zu DSL, gab es eine sehr eng gefasste Volumenlimitierung auf z.B. nur 30 GB monatlich. Viele Heim-Tarife per Funk haben zwar heute auch noch eine solche Beschränkung, allerdings fällt diese teils deutlich höher aus. Es gibt schon Angebote mit 200 – 500 GB, sodass selbst tägliches Netflix schauen kein Problem mehr darstellt.

Vor allem aber: Es gibt endlich Tarifangebote völlig ohne Volumenbeschränkung, so dass es keine Nachteile mehr gibt gegenüber einem herkömmlichen Festnetz DSL-Anschluss!

3.3 Anbieter im Überblick

Aktuell bieten in Deutschland 4 Anbieter derartige funkbasierte Heimanschlüsse ohne DSL. Im Einzelnen sind das Vodafone, O2, congstar und die Deutsche Telekom. Je nach gewünschten Nutzungsschwerpunkt, bedeuten die Unterschiede vorteilig oder nachteilig, so das wir diese kurz beleuchten wollen.

Dt. Telekom: Bietet gleich zwei Angebot. Einmal MagentaZuhause mit Hybrid-Technik. Dabei wird langsames DSL mit schnellem LTE kombiniert für bis zu 550 Mbit/s. Mit inklusive ist sogar eine Festnetzflatrate. Eine Volumenbegrenzung gibt es nicht. Die zweite Möglichkeit wären die „Speedbox“ Tarife. Hier ist der Anschluss sogar bundesweit einsetzbar und nicht an eine Heimadresse gebunden. Je nach gewähltem Tarif, gibt es entweder ein begrenztes monatliches Volumenkontingent oder unendlich Datenvolumen per LTE/5G.

O2 Telefónica: Für alle, die einen besonders günstigen Anschluss ohne DSL suchen, aber auf nichts verzichten wollen, liefert O2 ein ideales Angebot. Denn die „my Home“ Pakete bieten zwar nur bis zu 100 MBit/s per LTE/5G. Dafür aber unlimitiert, mit Telefon-Sprachflat und zu „ganz normalen“ (V)DSL-Konditionen ab rund 30 € monatlich. Dafür ist der Zugang nur daheim nutzbar.

O2 Homespot daheim zum streamen

O2 Homespot zuhause zum Streamen von Serien und Filmen


Vodafone: Bietet mit den Gigacube-Tarifen eines der interessantesten Angebote mit bis zu 500 GB monatlich. Der gleichnamige Gigacube-Router kann in ganz Deutschland schnelles WLAN gespeist durch LTE/5G liefern. Festnetztelefonie gibt’s auch hier nicht, es sei denn, man rüstet dies selbst über VOIP nach.

Congstar: Die Telekom Tochter bietet eine reine LTE-Lösung für zuhause im Telekomnetz mit bis zu 50 MBit/s und maximal 200 GB monatlich namens congstar Homespot. Telefonie ist nicht Bestandteil der „Homespot“ Angebote. Auch ein mobiler Einsatz ist nicht vorgesehen, es sei denn, man ändert gegen Gebühr die Homezone.

Anbieter Vodafone congstar Telekom Speedbox Telekom Hybrid O2
surfen über LTE ja ja ja ja ja
optional mit 5G ja nein ja nein ja
Datenvolumen von bis 50-500 GB 30-200 GB 100 GB unbegrenzt 100 GB
auch unlimitierte Tarife nein nein ja ja ja
Nutzungsmöglichkeit bundesweit nur zuhause bundesweit nur zuhause nur zuhause
optional mit Festnetztelefonie nein nein nein ja ja
Preisspanne 35-75 € 20-45 € 40-75 € 40-55 € 25-40 €
unsere Wertung 4 von 5 4 von 5 3 von 5 4 von 5 5 von 5
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4. passende Hardware

Ohne extra passenden 4G- bzw. 5G-Router geht hier natürlich nichts. Aber keine Sorge – alle Anbieter offerieren stets passende Modelle mit zu den Tarifen. Teils ist sogar die Nutzung nur mit einem bestimmten Gerät möglich. So bei den Speedbox- und Hybrid-Angeboten der Dt. Telekom. Im Regelfall fällt eine kleine Mietgebühr von 3-8 € monatlich an, teils kann man aber entweder eigene Boxen nutzen oder gegen Einmalzahlung erwerben.

5. Ausweg über Satellit als Notlösung

Zum Schluss stellt sich noch die Frage, was man tun kann, wenn auch der Weg über Mobilfunk nicht möglich ist – etwa weil der Empfang vor Ort doch zu schlecht ist. Dann gibt es nur noch den Weg über Satellit – auch im Volksmund „SAT DSL“ genannt. Zwar gibt’s hier teils auch schon unlimitiertes Internet. Aber das meist zu deutlich höheren Kosten. Besonders die Einmalkosten für die Hardware betragen mehrere hundert Euro. Darüber hinaus ist die Latenz dieser Anschlüsse sehr hoch, was VOIP oder Computerspiele praktisch unmöglich macht.

[1] Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht, Der Breitbandausbau in den EU-Mitgliedstaaten, 2018, S. 11.




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